Taekwondo oder Tae-Kwon-Do beziehungsweise Taekwon-Do ist eine koreanische Kampfkunst, hierzulande ausgeübt als Kampfsport. Die drei Silben beschreiben die Fußtechnik (tae), die Handtechnik (kwon) und den Weg (do) im Sinne von Methode oder Zielstreben. Das Wort Taekwondo kann also mit „Der Weg des Fuß- und Faustkampfes“ oder „Der Weg mit Fuß und Faust“ übersetzt werden.
Es gibt Unterschiede zu anderen asiatischen Kampfsportarten. Taekwondo setzt auf Schnelligkeit und Dynamik und es dominieren die Fußtechniken. Taekwondo entwickelte sich nach 1945 aus dem japanischen Karate, gleich nach Ende der japanischen Herrschaft in Korea. Techniken und Formenlauf ähneln daher der Karatetechnik. Der Name Taekwondo wurde erstmals 1955 verwendet.
Später entwickelten sich Taekwondo-Unterstile: ITF traditionell, ITF reformiert und WT. Sie unterscheiden sich in Formausübung (Hyeong, Tul und Pumsae) und im sportlichen Kampf. Im olympischen Wettkampfsystem gibt es das Verbot, mit der Faust den Kopf zu treffen.
Das Taekwondo hat sich vom koreanischen Volkssport zu einem modernen Wettkampfsport entwickelt und in der Welt verbreitet. Für ein Taekwondo-Training muss man einem der vielen Verbände beitreten. Es gibt internationale Wettkämpfe und dieser Sport im WT Stil ist seit 2000 auch olympische Disziplin. Weltweit trainieren geschätzte 40 Millionen Menschen diesen dynamischen Vollkontakt-Wettkampfsport.
Im Taekwondo gibt es ein Vollkontakt-Wettkampfsystem, welches seit 2000 sogar olympische Disziplin ist. Seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, zählt die Sportart offiziell zum Olympischen Programm, nachdem sie 1998 in Seoul als Demonstrationssportart überzeugte.
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Zur olympischen Sportart wurde der so genannte Vollkontaktwettkampf (Kyorugi). Der einzige Weg im Taekwondo an den Olympischen Spielen teilzunehmen, führt über den Zweikampf.
Die Olympischen Sommerspiele werden ausgetragen. Die Wettkämpfe im Taekwondo finden statt.
Der Taekwondo Sport soll bei den Olympischen Spielen spannender werden. Folgende Änderungen wurden durch den WTF Präsidenten Choue Chung-Won, bei einer Pressekonferenz in Seoul angekündigt:
- Kopfschützer sind in Rio 2016 mit elektronischen Sensoren ausgestattet.
- Octagon-förmige Wettkampffläche werden eingeführt.
- Für einen Drehtritt auf den Körper gibt es nun drei Punkte, statt nur zwei.
- Jeder Athlet bekommt seine eigene Einlaufmusik bei seinen Medaillenkämpfen.
Die Wettkampffläche und Punktvergabe
Der Wettkampf wird auf einer 10 x 10 Meter großen Fläche ausgetragen. Punkte gibt es für korrekte und harte Treffer. Sieger ist der Kämpfer mit den meisten Punkten nach 3 Runden zu 2 Minuten (Kampfzeit variiert) oder wer ein KO erzielt.
Erlaubte Angriffsflächen sind mit dem Fuß der Bereich, der von der Kampfweste bedeckt ist und der Kopf (ausgenommen der Hinterkopf). Die zweite Angriffsfläche bildet das Gesicht einschließlich der Vorderseite des Halses. Dieser Teil darf nur mit dem Fuß angegriffen werden. Mit der Faust darf lediglich zur Weste angegriffen werden.
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Für einen Torsotreffer wird ein Punkt, für einen Kopftreffer zwei gewertet, außerdem gibt es einen Zusatzpunkt wenn der Gegner angezählt wird. Für unerwünschte Handlungen (Klammern, unsportliches Verhalten, absichtlicher nicht erlaubter Angriff etc.) gibt es Verwarnungen oder sogar ganze Minuspunkte.
Das Wettkampfgeschehen im Taekwondo ist von Schnelligkeit und Explosivität geprägt. Da es vornehmlich nur Punkte für Fußtechniken gibt, treten die Kämpfer Kombinationen in atemberaubender Geschwindigkeit und Präzision. Auch wenn Laien oftmals den Schweiß und das Können, das hinter einem solchen Kampf stecken unterschätzen, so wird doch Taekwondo immer populärer, was nicht zuletzt mit dem neu erworbenen Olympiastatus zu tun hat.
Ausrüstung der Wettkämpfer
Die Kampfbekleidung der Wettkämpfer besteht aus einem weißen Taekwondo-Dobok (Anzug) sowie der Schutzbekleidung. Die Wettkämpfer tragen Schutzkleidung bestehend aus Schienbein-, Unterarm-, Kopf-, Tief- und Zahnschutz, zusätzlich wird der Körper von einer Kampfweste bedeckt und Kinder tragen einen Spannschutz.
Senioren, Junioren und Jugend müssen zusätzlich mit Handschützern ausgerüstet sein. Die Wettkämpfer dürfen keine andere als die oben genannte Bekleidung oder zusätzliche Sachen bei Wettkämpfen tragen (Brillen, Uhren, Schmuck usw. sind verboten).
Der Kampfanzug namens Dobok besteht aus einer Art Jacke (Sang-I), Hose (Hang-I) und Gürtel (Ty). Das Material ist leichter, weiß gebleichter und strapazierfähiger Stoff. Der Anzug lässt alle Bewegungen zu und ist auch reißfest. Dieser Anzug ist auch die einzige Bekleidung, die Füße bleiben unbekleidet. Jegliche Form von Schmuck (Ringe, Uhren, Ohrringe) muss aufgrund der Verletzungsgefahr ebenfalls auch im Training abgelegt werden.
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Im WT Wettkampf sind Schutzausrüstungen gestattet, da es sich um Vollkontakt-Kampf handelt: Weicher Helm, Schutzweste, Zahnschutz, Tiefschutz, Handschützer, Unterarm- und Schienbeinschoner sowie je nach Altersklasse auch mit Spannschutz.
Das Jacken-Oberteil soll das Gesäß bedecken, die Ärmel den halben Unterarm bis höchstens zu den Handgelenken. Schwarzer Rand und schwarzes Revers sind nur für Danträger zulässig. Bei Wettkämpfen ist das Oberteil meist geschlossen und über den Kopf zu ziehen.
Die Hose ist weit, reicht bis zur halben Wade und so gearbeitet, dass ein seitlicher Spagat möglich ist.
Gürtel und Gürtelsystem
Taekwondo Gürtel erfüllen vorwiegend einen praktischen Zweck, das Zusammenhalten der Jacke. Das Tragen drei Fingerbreiten unter dem Bauchnabel weist auch auf das Zentrum der Lebenskraft Chi in der asiatischen Philosophie hin. Ein weiterer praktischer Zweck, die Konzentration der Kraft, ist mit dem Kraftgürtel beim Gewichtheben vergleichbar. Dieser wird ebenfalls drei Fingerbreiten unter dem Nabel getragen. Die Farben des Gürtels geben überdies Auskunft über den Rang oder den Trainings- und Wissensstand.
Zu Beginn gab es im Taekwondo nur vier Gürtelfarben, der koreanischen Flagge entsprechend: weiß, blau, rot und schwarz, die Farben der Koreanischen Flagge. Mittlerweile gibt es auch gelb, grün und braun.
Die Gürtelgrade sind unterteilt in Schülerklasse (Kup) und Meisterklasse, Dan oder Poom. Die Einteilung der Klassen ist je nach Verband unterschiedlich.
Die Bedeutung der Gürtelfarben
- Der weiße Gürtel wird von Anfängern getragen
- Der weißgelbe Gürtel ist ein Übergang.
- Der gelbe Gürtel steht für fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und Können gedeihen sollen.
- Der gelbgrüne Gürtel ist ein Übergang.
- Der grüne Gürtel symbolisiert die ersten Sprösslinge und Früchte, Zeichen, dass etwas im Schüler heranreift.
- Der grünblaue Gürtel ist ein Übergang.
- Der blaue Gürtel steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze und Anregung, Höheres anzustreben und auch zu erreichen.
- Der blaurote Gürtel ist ein Übergang.
- Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, der Schüler ist also kurz davor, Meister zu werden. Nur die Dan-Träger dürfen auch Doboks mit einem schwarzen Revers tragen.
Die Taekwondo-Regeln
Je nach Stilrichtung, Schule oder Großmeister gibt es unterschiedlich strikte Regeln für Trainingsabläufe beziehungsweise einen allgemeinen Verhaltenskodex. Je traditioneller Taekwondo ausgeübt wird, desto strenger sind auch diese Regeln. Viele Regeln gelten jedoch grundsätzlich für den Taekwondo-Sport allgemein.
- Zum Training erscheint man pünktlich und in sauberer Sportkleidung (Dobok). Hände und Füße gewaschen, kurze Finger- und Fußnägel.
- Kein Essen oder Trinken während einer Trainingseinheit, kein Kaugummi oder eine Rauchpause - die gesamte Aufmerksamkeit ist dem Lehrer oder dem Übungspartner gewidmet.
- Kein Verlassen des Trainingsbereiches während einer Trainingseinheit - vorher auf die Toilette gehen beziehungsweise beim Lehrer abmelden. Unterbrechungen stören den Unterricht und wenn der Körper wieder auskühlt, erhöht sich die Verletzungsgefahr.
- Vor dem Training stellen sich die Schüler vor dem Meister in einer fest vorgegebenen Reihenfolge gemäß ihres Ranges auf, der höchste immer vorne rechts.
