Taekwondo erfreut sich seit seiner Aufnahme in das offizielle olympische Programm im Jahr 1994 und dem offiziellen olympischen Debüt bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney internationaler Anerkennung.
Qualifikationswege für Olympia
Die Qualifikation für die Olympischen Spiele im Taekwondo kann über verschiedene Wege erfolgen:
- Weltrangliste
- Kontinentales Qualifikationsturnier
- Sieger aller Grand-Slam-Turniere
Anders als bei Welt- und Europameisterschaften gibt es bei den Olympischen Spielen 4 Gewichtsklassen, anstatt der üblichen 8.
Gekämpft wird seit den Olympischen Spielen in Rio 2016 erstmals mit einem voll elektronischen Wertungssystem, wo Westen- und Kopftreffer elektronisch ausgelöst werden. Fausttreffer werden weiterhin manuell von Kampfrichtern gedrückt. Das Wertungssystem ändert sich gelegentlich, um die Attraktivität der Sportart zu steigern.
Der Zweikampf im Taekwondo
Der einzige Weg im Taekwondo an den Olympischen Spielen teilzunehmen, führt über den Zweikampf. Der Zweikampf ist der Kampf gegen einen realen Gegner auf einer Wettkampffläche und folgt den Regeln der World Taekwondo (WT). Beim Zweikampf ist das Ziel möglichst viele Treffer innerhalb der vorgegebenen Wettkampfzeit (3x2Minuten) auf der Weste oder dem Kopfschutz des Gegners zu landen.
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Erlaubt sind Tritte zur Weste und zum Kopf. Die Faust darf nur auf die Weste eingesetzt werden.
Um sich beim Wettkampf vor Verletzungen zu schützen tragen die Kämpfer Arm- und Schienbeinschöner. Damit die Kraft der Tritte ein wenig abgeschwächt wird, gehört eine Kampfweste und ein Kopfschutz zur Ausrüstung. Bei nationalen und Internationalen Wettkämpfen sind die Westensysteme elektronisch, d.h. Treffer werden über ein elektronisches System ausgelöst.
Zum Auslösen der Treffer trägt der Wettkämpfer Fußschoner. Sobald der Kontakt zwischen Fußschoner und Kopfschutz/ bzw. Weste mit der für die Gewichtsklasse erforderlichen Härte entsteht, löst das System einen Punkt aus. Für die Faußstöße zur Weste, die allerdgins manuell von den Kampfrichtern gedrückt werden, tragen die Sportler Handschuhe.
Reduzierung der Teilnehmerzahlen in Paris 2024
Die Anzahl der Teilnehmer bei den Olympischen Spielen wird reduziert. Waren es 2020 noch 196 TeilnehmerInnen in 14 Gewichtsklassen, werden es in Paris nur noch 120 TeilnehmerInnen in 10 Gewichtsklassen sein.
Von den Insgesamt 120 Plätzen können 110 gewonnen werden, 4 Plätze gehen an den Gastgeber (Frankreich) und 6 Univeralplätze (Wildcards) werden direkt vom IOC vergeben. Pro Gewichtsklasse darf nur ein Athlet pro Nation antreten und insgesamt darf jede Nation maximal 3 Männer und 3 Frauen an den Start bringen, d.h. Ansonsten beruht die Qualifikation weitgehend auf dem Olympic Qualification Ranking, welches auf den Ergebnissen aller kontinentalen Meisterschaften von 2022-2024, den Weltmeisterschaften 2022 und 2023, sowie dem Weltcup im April 2024 basiert.
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Neben dem Sieger des Weltcups 2024 qualifizieren sich jeweils noch die Top9 des OQR. Um die Teilnahme von Sportlern aus allen Kontinenten der Welt sicherzustellen, werden im Anschluss noch weltweit kontinentale Quotenplätze vergeben.
Neue Leistungssportstrategie der DTU
Im Zuge der Neugestaltung der Bundesranglistenturniere wurde eine neue, langfristige und qualitativ hochwertige Turnierserie in der DTU eingeführt. Ziel dieser Turnierserie ist es, den Nachwuchs in Deutschland zu fördern und eine adäquate Nachwuchsmannschaft in den jeweiligen Alters- und Gewichtsklassen aufzubauen.
Die neue Strategie berücksichtigt den Reset des Rankings im Jahr 2026 und zielt auf eine strukturierte Vorbereitung auf LA28.
Die DTU hat ihre Leistungssportstrategie geändert, um die Athleten optimal auf die Olympischen Spiele in LA28 und Brisbane 2032 vorzubereiten, mit Leistungsspitzen zum richtigen Zeitpunkt. Ziel ist außerdem die Verletzungsprophylaxe, die mentale Gesundheit und ein langfristiger Aufbau.
Kernpunkte der neuen Strategie:
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- Reduzierung der Turnierteilnahmen auf 4-5 pro Jahr
- Individuelle Trainingspläne basierend auf Leistungsdiagnostik
- Enge Zusammenarbeit mit Heimtrainer*innen
- Gezielte Phasen zur Regeneration und mentalen Erholung
- Verstärkter Fokus auf Nachwuchsentwicklung
Vorteile für Athleten und Trainer:
- Athleten: Weniger Wettkämpfe, weniger Stress, bessere Vorbereitung
- Trainer: Aktive Einbeziehung in die Planung, regelmäßige Online-Abstimmungen, individuelle Betreuung
Der Fokus liegt nicht auf kurzfristigem Erfolg, sondern auf einem mehrjährigen, strukturierten Aufbau mit gezielten Trainingsphasen, Regeneration und gesundem Wachstum - mit dem Ziel, bei Großereignissen wie WM und Olympia zu glänzen.
Die Teilnahme wird gezielt geplant, um individuelle Entwicklung zu fördern - statt wahllosem Punktesammeln.
Die Teilnahme an relevanten internationalen Turnieren wie Dutch Open, Skopje Open und EM bleibt bestehen. Sichtbarkeit und sportliche Präsenz werden gezielt erhalten.
Internationale Konkurrenzfähigkeit wird durch folgende Massnahmen erhalten:
- Strategisch geplante Turniereinsätze
- Individuelle Trainingsgestaltung in Kooperation mit Heimtrainer*innen
- Frühzeitige Talentsichtung und Förderung
- Konzentration auf Schlüsselturniere (z. B. WM)
Taekwondo in Deutschland
Vom koreanischen Exportschlager bis zur festen Größe im heimischen Sportgeschehen: Die Erfolgsgeschichte des Taekwondo in Deutschland erstreckt sich über mehr als vierzig Jahre - und sie ist noch lange nicht zu Ende.
Bereits 1968 wurde die Sektion Taekwondo im Deutschen Judo Bund - die Vorgängerin der Deutschen Taekwondo Union (DTU) - gegründet, im selben Jahr fand in München die erste Deutsche Meisterschaft statt.
1981 wurde die Deutsche Taekwondo Union (DTU) gegründet.
Immer wieder bewährt sich die DTU aus Ausrichterin internationaler Turniere.
Deutsche Erfolge bei Olympischen Spielen
Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere. Faissal Ebnoutalib konnte sich die Silbermedaille erkämpfen.
Starke Leistungen zeigten die deutschen Taekwondosportler dagegen in der anspruchsvollen Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele 2008. Die DTU konnte deshalb in Peking erstmals alle vier pro Nation möglichen Startplätze besetzen. Trotzdem blieben die deutschen Taekwondo-Sportler in Peking ohne Medaille.
