Im Juniorenbereich des deutschen Kickboxverbandes WAKO gelten einige Sportler derzeit als erfolgreichste Ringsportler. Nun wurde Quentin Marx aus Dirmstein Weltmeister der Junioren im Kickboxen in der Klasse U16 über 69 Kilogramm. Ebenfalls erfolgreich aus Jesolo (Italien) zurück kamen Fynn Mager (Göllheim), Raiko Schäfer (Mölsheim) und Leo Meng (Grünstadt).
Die Weltmeisterschaft im Kickboxen der WAKO erwies sich als Schauplatz außergewöhnlicher sportlicher Leistungen. Insgesamt waren 65 Länder mit 2.200 Sportlerinnen und Sportlern aus ganz Europa beteiligt. Organisiert wurde die WM von der Wako (World Association of Kickboxing Organizations), der auch die Grünstadter Kampfschule angehört. Insgesamt waren 33 Sportler aus Deutschland für diesen Wettkampf nominiert.
Erfolge bei Europa- und Weltmeisterschaften
Maik Vollmann und Cemal Öztürk hatten im Vorjahr jeweils die Europameisterschaft gewonnen. Beide waren an eins gesetzt und beide wurden ihrer jeweiligen Favoritenrolle vollauf gerecht.
Der Treysaer Vollmann setzte sich zunächst im Halbfinale im Vollkontakt bis 75 kg souverän nach Punkten gegen Jasko Skalic durch. Dabei war der Gegner aus Bosnien bereits zweimal angezählt worden. Spannung bis zum Schluss bot das Finale gegen Anuar Bakytzhanuly. Einem der starken Kasachen, die das Niveau im Vergleich zur EM anhoben. Auch hier hatte der 17-Jährige nach Punkten das bessere Ende für sich.
Sein Halbfinale im Vollkontakt bis 86 kg entschied der Stadtallendorfer Öztürk nach technischem K.O. in der dritten Runde gegen den Polen Piotr Glegola für sich. Als gefährlicher Gegner und K.O.-Schläger wartete im Finale der Kasache Adil Muratov, den der 18-Jährige jedoch unter Kontrolle bekam.
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Mit diesem Titel geht Öztürk hoch motiviert die Erwachsenen-EM an. Dabei geht es auch um die Qualifikation für die European Games in Krakau 2023. Die Europaspiele, bei denen Kickboxen eine von 25 Sportarten ist.
Weitere Athleten und ihre Leistungen
In der Klasse Vollkontakt bis 56 Kg bot sie der Britin Ruby Monger im Finale einen großen Kampf. Nach zwei Runden führte die Treysaerin nach Punkten, ehe Monger zurück schlug und mit einem Zähler Vorsprung triumphierte.
Yuna Elias will in Kanada Weltmeisterin werden. Im März wurde sie in ihrer Altersklasse norddeutsche Meisterin. "Yuna hat ein großes Kämpferherz. Die geht immer nach vorne. Auch in Bedrängnis", sagt ihr Trainer. "Selbst Nasenbluten kann sie nicht stoppen. Die geht ihren Weg und ist nicht aufzuhalten."
Vor eineinhalb Jahren fing sie mit dem Kickboxen an. Eher zufällig. Eigentlich wollte sie nur bei ihrem Bruder zuschauen. Doch dann sollten die Eltern sie auch anmelden. Yuna war total angefixt, erinnert sich ihre Mutter. "Der Trainer hat sofort ihr Talent erkannt."
Max Melnik aus Bad Schussenried wurde Jugend-Weltmeister im Point Fighting der WAKO (World Association of Kickboxing Organisations) in Budapest. „Max hat in den letzten Jahren mit seinen starken Kämpfen am Tor zum Weltmeister geklopft. Jetzt hat er es nach dem Erfolg vom letzten Jahr, wo er Vize-Europameister wurde, geschafft. Wir sind alle megastolz auf ihn und gespannt, was da noch alles passiert“, so Tim Grootherder, stellvertretender Vorstand des Kickbox-Verein Marbach und vor Kämpfen der Trainer von Max Melnik.
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Disziplin, Unterstützung und ein Ziel vor Augen
Hinter so einem Erfolg steckt natürlich ein großer Wille, Kampfgeist, Ehrgeiz, eine dicke Portion Disziplin und Eltern, die ihr Kind unterstützen. Während sich die Schulkollegen von Max morgens noch einmal im Bett umdrehen und dösen, hüpft der Bad Schussenrieder vor anstehenden Kämpfen voller Elan aus den Federn und trainiert gemeinsam mit seinem Vater. Auf dem Plan stehen dann Joggen, Krafttraining und Dehnen. Abends ist dasselbe nochmals angesagt. Dazu kommt dreimal die Woche das Training im Verein.
Vor den Turnieren hat Max ein besonderes Ritual, dass ihm bisher immer Glück gebracht hat. Er wärmt sich immer mit Roman Schütz auf. Der 18-Jährige ist Deutscher- und Bayerischer Meister, wurde im Kickboxen Weltcupsieger in Ungarn und so weiter… Durch seine extreme Leistung bei der Jugend-WM in Budapest wurde Roman für das Erwachsenenteam nominiert und dementsprechend für die EM in Athen.
Max wird zu nichts gezwungen, sondern macht alles nur, weil ihm Kickboxen und die Kämpfe unglaublich Spaß machen. Dazu kommt, dass er gerne im Verein ist und dort viele Freunde hat. Und - Max ist frisch verliebt und hat eine Freundin.
Herausforderungen und Rückschläge
Bei der Weltmeisterschaft in Budapest waren seine Eltern mit von der Partie und fieberten mit. Grootherder und die ganze Sport-Crew aus Marbach hingen am Handy und drückten in Dauerschleife die Daumen. „Als Max beim Kampf eine blutige Nase bekam war uns klar, dass die vermutlich gebrochen ist und Max sicherlich weiterkämpft. Und so war es auch und die Mühen haben sich gelohnt.
Theresa vertrat ihren Verein, den Sportclub Rhein-Nahe in der Gewichtsklasse bis 55 kg Leichtkontakt U19 Junioren. Der Athletin fehlten aufgrund einer Verletzung, die sie sich auf der Deutschen Meisterschaft Anfang Juni zugezogen hatte fast zwei Monate Vorbereitungszeit. Dazu kam dann noch Pecher bei der Auslosung der ersten Gegnerin. Denn Theresa hat in diesem Jahr erst einen Kampf im Leichtkontakt-Kickboxen verloren, und ausgerechnet die Siegerin Teia Doyle (England) war Gegnerin Nummer Eins in den Vorkämpfen. Nach einem harten Treffer begann Theresas Nase zu bluten und sie musste mit blutstillendem Mittel behandelt werden. Dieses Mittel lief unter den Zahnschutz, daraufhin nahm sie diesen kurz raus was die Punktrichter umgehend mit einem Minuspunkt ahndeten. So war der Kampf nicht mehr zu gewinnen. Trotz der starken Konkurrenz aus ganz Europa und der imposanten Teilnehmerzahl von 25 Kämpferinnen in ihrer Kategorie schloss sie mit dem 9. Platz ab.
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Theresas Weg zum Erfolg ist geprägt von harten Trainingseinheiten und Entschlossenheit. Die junge Sportlerin hat über Jahre hinweg intensiv an ihrer Technik und Fitness gearbeitet, um auf höchstem, weltweitem Niveau konkurrenzfähig zu sein. Ihre Qualifikation für den Bundeskader der WAKO Deutschland war bereits eine Belohnung für ihre Ausdauer. Um zusätzlich die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu erfüllen, musste die 17-jährige Athletin an verschiedenen nationalen und internationalen Turnieren erfolgreich teilnehmen. Die Teilnahme an der WM ist nun eine Krönung ihrer jahrelangen Leidenschaft für den Sport.
World Cup in Budapest
Theresa Pekrul zeigte beim World Cup in Budapest erneut ihre internationale Klasse. Die 18-jährige Bundeskaderathletin des WAKO Deutschland e.V. startete in drei Wettbewerben in zwei Disziplinen - Pointfight und Lightcontact - und holte sich eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille.
In der Disziplin Pointfight der Juniorinnen (-55 kg) startete Theresa im Dress des Nationalteams mit einem Freilos in das Turnier. In der ersten Begegnung setzte sie sich klar mit 9:2 gegen Anja Borisek aus Slowenien durch. Es folgte ein engerer Kampf gegen Klaudia Siwczynska aus Polen, den sie mit 11:8 gewann. Im Halbfinale traf sie auf Darina Tsvetkova vom renommierten Radulov Team aus Bulgarien - auch hier behielt sie mit 8:6 die Oberhand. Im Finale stand ihr dann Anna Schmidl, die aktuelle Weltranglistenerste aus Österreich, gegenüber. Nach einem spannenden Duell unterlag Theresa knapp mit 8:11 und sicherte sich damit die Silbermedaille.
In der Eliteklasse der Erwachsenen -55 kg ging Theresa im Trikot ihres Heimatvereins Sportclub Rhein-Nahe e.V. aus Langenlonsheim an den Start. Hier besiegte sie zunächst die 34-jährige Kanadierin Keila Estivariz mit 10:4. Im darauffolgenden Kampf traf sie erneut auf Anna Schmidl und konnte dieses Mal den Spieß umdrehen - mit einem knappen Punktsieg revanchierte sie sich für die Finalniederlage bei den Juniorinnen. Im Halbfinale wartete Kristina Nikolova vom bulgarischen Star Team. Nach einem ausgeglichenen Kampf ging es in die Verlängerung, wo Theresa unglücklich im Golden Point unterlag - ein umstrittenes Urteil, wie sich später bestätigte. Dennoch reichte es für einen starken dritten Platz und die Bronzemedaille bei den Erwachsenen.
Am Sonntag ging Theresa erneut im Dress des Nationalteams an den Start - dieses Mal in der Disziplin Lightcontact der Juniorinnen (-55 kg). Dort dominierte sie ihre Gegnerinnen klar: Siege über Konstantina Alexious (Griechenland, 3:0), Beata Ivas (Kroatien, 3:0), Tadeja Susec (Slowenien, 2:0) und im Finale über Sophie Heron (einstimmig 3:0) sicherten ihr den verdienten Turniersieg und damit die Goldmedaille.
Die Bedeutung von Teamgeist und Unterstützung
Theresas Vater und Heimtrainer Dirk Pekrul, der als Zuschauer mitgereist war fand es bemerkenswert, wie die Bundestrainer, Kaderathletinnen und Kaderathleten als Team zusammen agierten. Auch außerhalb des Teams entwickelten sich Kontakte und sogar Freundschaften zwischen den jungen Menschen der verschiedenen Nationen. Ein wichtiger Punkt in Zeiten, in denen friedlicher internationaler Zusammenhalt der Menschenfamilie wichtiger denn je ist.
Gemeinsam mit seinem Bruder Nils, Vater Roland und Mutter Kirsten halten sie den Verein in Marbach am Laufen, bieten vielen sportbegeisterten Jugendlichen eine Anlaufstelle und bringen Talente am laufenden Band hervor. Da jeder Verein und jede Familie Organisationstalente brauchen - und das oft die Frauen sind - so ist auch Kirsten Grootherder eine große Unterstützung.
Erfolgreiche Kickboxgürtelprüfung beim Sportclub Rhein-Nahe e.V.
Am 27. Juni fand beim Sportclub Rhein-Nahe e.V. in Langenlonsheim eine Gürtelprüfung nach den Vorgaben des Regelwerks der WAKO Deutschland e.V. statt. Unter den kritischen Augen von Bernd Mannerz, einem hochqualifizierten Träger des 6. Dan Kickboxen und Prüfer des Rheinland-Pfälzischen Kickboxverbands, stellten sich insgesamt 41 Sportlerinnen und Sportler der Herausforderung.
Die Teilnehmer hatten sich intensiv auf diese Prüfung vorbereitet, unterstützt von den erfahrenen Trainern Dirk, Caner und Theresa. Mit großem Engagement und Fachwissen führten sie die Sportlerinnen und Sportler durch anspruchsvolle Trainingsphasen, die nicht nur körperliche Fitness, sondern auch technisches Können umfassten.
Die Prüfung selbst war ein anspruchsvoller Test, der sowohl die körperliche Fitness als auch die technische Präzision der Teilnehmer auf die Probe stellte. Neben verschiedenen Techniken wie Kicks, Schlägen, Block- und Konterbewegungen wurden auch Sparringseinheiten durchgeführt, die die Fähigkeiten der Sportler im Kampf unter Beweis stellten.
Dank der herausragenden Vorbereitung und des engagierten Trainings bestanden alle Teilnehmer die Prüfung erfolgreich. Dies markierte einen bedeutenden Erfolg für den Sportclub Rhein-Nahe e.V., dessen Mitglieder nun stolz ihre neuen Gürtel tragen dürfen.
Der Sportclub Rhein-Nahe e.V. möchte sich bei Prüfer Bernd Mannerz für die faire und gründliche Prüfung sowie bei den Trainern Dirk, Caner und Theresa für ihre unermüdliche Unterstützung und ihr Fachwissen bedanken, das den Erfolg der Prüfung maßgeblich ermöglichte.
Insgesamt zeigt sich, dass der Erfolg im Junioren-Kickboxen auf harter Arbeit, Disziplin, Talent und der Unterstützung durch Trainer, Familie und Freunde basiert. Die genannten Athleten sind Vorbilder für junge Sportler und zeigen, dass man mit Engagement und Leidenschaft seine Ziele erreichen kann.
