Karate (jap. „leere Hand“ bzw. „ohne Waffen in den Händen“) ist eine Kampfkunst, deren Geschichte sich sicher bis ins Okinawa des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt, wo einheimische Traditionen mit chinesischen und japanischen Einflüssen verschmolzen.
Inhaltlich wird Karate durch waffenlose Techniken charakterisiert, vor allem Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfeger. Recht hoher Wert wird meistens auf die körperliche Konditionierung gelegt, die heutzutage insbesondere Beweglichkeit, Schnellkraft und aerobische Belastbarkeit zum Ziel hat.
Der Shōtōkan-Stil ist die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karate-Dō. Benannt von dem Gründer Gichin Funakoshi, nach seinem Dichternamen Shōtō. Aufgrund Funakoshis Naturverbundenheit, wählte er den Namen Shōtō, was so viel wie Pinienrauschen bedeutet. Das Wappen des Shōtōkan Karate-Dō bildet ein goldener Tiger.
Charakteristisch für diese Stilrichtung ist ein tiefer und damit fester Stand, der hohe Stabilität und kraftvolle Bewegungen ermöglicht. Ein weiters Merkmal des Shotokan-Stils ist, dass jede Hand- und Fausttechnik mit einer Drehung im Gelenk durchgeführt wird.
Jede Shotokan-Technik kann entweder als eine Angriffstechnik oder als eine Verteidigungstechnik eingesetzt werden.
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Masotoshi Nakayama begann seine Karateausbildung unter Meister Funakoshi, dem Stilgründer des Shotokan bereits im Jahre 1932. Viele Jahre lang war er der Chief Instructor der Japan Karate Association und trug als solcher wesentlich zur Entwicklung und Verbreitung des modernen Wettkampfstiles wie auch des Shotokan Karate bei.
Der Ursprung des Shotokan Karate und die gelehrten Techniken lassen vermuten, daß man lernt sich effektiv zu verteidigen. Aber der Einsatz einer Karatetechnik unter Trainingsbedingungen oder im Wettkampf unterscheidet sich maßgeblich von den Bedingungen einer Selbstverteidigungs-Situation.
Selbstverteidigung mit Karate Techniken will gelernt sein. Dabei ist es nicht notwendig, einen reichen Fundus an Techniken oder einen flexiblen Umgang mit potentiellen Situation zu proben, vielmehr sind der sichere Umgang mit wenigen Techniken, gutes Distanzgefühl sowie eine ausgeprägte Zielorientierung wichtig.
Da gibt es nichts zu beschönigen: Wenn man sich verteidigen will, muss ohne Rücksicht zupacken, zulangen, zutreten. Man muss versuchen, die Technik an der Wurzel / Quelle abzuwehren.
Diese Reaktion auf einen Angriff, ist in der Sache begründet, gegen den Angreifer destruktiv, schützt aber nur so die eigene Unversehrtheit.
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Shotokan Karate kann helfen, auf eine Notsituation besser vorbereitet zu sein, aber es ist keine Garantie, unversehrt zu bleiben. Das Trainingssystem des Shotokan Karate vermittelt mehr, als reine Selbstverteidigung.
Das ist zugleich von Vorteil, birgt aber auch einen Nachteil: Bis man sich effektiv verteidigen kann, benötigt man mehr Zeit, als bei anderen „Systemen“.
In Foren, Blogs und sozialen Medien liest man immer wieder, daß Karate im Prinzip gar nicht für Selbstverteidigung taugt. Besonders die Art und Weise des Trainings und dort die Ausführung der Techniken wird als ungeeignet eingestuft. Allerdings sind diese Elemente auch gar keine Übungen für eine Selbstverteidigungssituation.
Demgegenüber gibt es Karate Stilrichtungen, die ganz gezielt auf Vollkontakt setzen und den realistischen Einsatz der Technik üben (lassen). Entscheidend ist der Trainingsfokus.
Kumite in seiner reglementierten Form fördert Disziplin, Distanzgefühl, Bewegungskompetenz und Kontrolle - über sich selbst und die Technik. Technisch lernt man dadurch zunächst nicht bewusst, wie man einem rücksichtslosen Angriff begegnet.
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Es bildet sich mit der Zeit eine bessere körperliche Verfassung, eine aufrechte, sichere Haltung, ein wachsames, aufgewecktes Bewusstsein. Und sicherlich kann man den ein oder anderen Hieb parieren, oder ausliefern, wenn es sein muss.
Wer also mit und über das Karate lernen möchte, sich zu verteidigen, sollte darauf achten, daß im Dojo der Wahl auch ein Fokus darauf gesetzt wird.
Absolut notwendig ist die Fähigkeit, Angriffstechniken vor dem Ziel, (Körper des Gegners) mit einer „starken“ Technik zu arretieren, da ohne Hand- und Kopfschutz geübt wird.
Die im Kihon erlernten Techniken werden mit Partner kontaktlos geübt. aber präzise vor dem Körper des Partners gestoppt. Zur Sicherheit kann ein Faust- und Fußschutz verwendet werden.
Mit Hilfe des „Bunkai“ kann die Kata wieder „entschlüsselt“ werden.
Karate wird mit dem gesamten Körper eingesetzt. gesamten Muskelkette die Wirkung.
Kraftübertragung findet auch über die Schultern und andere Gelenke statt. nicht die Bewegung blockieren.
Die Konzentration ist mit das Wichtigste im Karate.
Der Wechsel von Spannung und Anspannung ist ein ebenfalls entscheidender Punkt bei der Ausführung von Karate. wenn man locker ist. Erst im letzten Moment, dem sogenannten "Kimepunkt", also beim Treffer oder beim Block wird die gesamte, benötigte Muskelkette angespannt.
