Schweres Erbe für Mma Ramotswe: Eine Zusammenfassung

Alexander McCall Smith entführt seine Leser bereits zum elften Mal ins ferne Botswana. Der schottische Autor, der selbst mehrere Jahre in dem Land verbracht hat, fängt nicht nur die landschaftliche Schönheit ein, sondern stellt vor allem die afrikanische Mentalität in den Vordergrund.

Im elften Teil der Detektivreihe schickt er seine Heldin im Okavango-Delta auf die Suche nach einem Safari-Guide. Der Roman ist inhaltsgleich mit der gebundenen Ausgabe "Der Gecko und das Unglücksbett".

Mma Ramotswe und ihre Fälle

Mma Ramotswe hat eine traditionelle Figur, trinkt stets Rotbuschtee und löst dabei die schwierigsten Fälle. In diesem Band der Reihe um das erste Ladies-Detektivbüro sind gleich drei Fälle zu lösen. Die Protagonistin erledigt das mit gesundem Menschenverstand und Herzenswärme.

Zunächst kommt ihre Freundin Mma Mateleke zu ihr und bittet um Hilfe. Die Privatdetektivin aus Botswana soll herausfinden, ob ihr Mann, der Teilzeitprediger, seiner Frau untreu ist. Schließlich seien die drei Frevel der Männer Alkohol, Gewalt und Untreue.

Außerdem muss sich Mma Ramotswe darum kümmern, dass die Schenkung eines Hauses eines allzu verliebten Mannes an seine Freundin rückgängig gemacht werden kann. Aber der wichtigste Fall ist es, einem bisher namenslosen Erbe in einem Safari-Camp ausfindig zu machen.

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Die Mentalität Botswanas

Nie würde es Mma Ramotswe einfallen, eine Bitte von einem Verwandten abzuweisen, oder die eines Freundes, oder dessen Freunde, oder des Nachbarn des Freundes. Die Hilfe gegenüber seines Nächsten wird in ihrer Kultur groß geschrieben. Genauso denkt die Detektivin grundsätzlich positiv von den Menschen. Sie ist kein Mensch, der andere grob zurechtweist. Vielmehr sieht sie es als ihre Aufgabe an, den Leuten möglichst freundlich und überzeugend beizubringen, wie sie ihr Leben zu führen haben.

Regionale Besonderheiten

Regionale Besonderheiten mit der Fauna sorgen ebenfalls für überraschende Momente im Handlungsverlauf. Hier werden die beiden Frauen beispielsweise während einer Dienstreise mit einem Kanu auf einen Fluss geschickt. Die Gedanken schweifen unweigerlich zu Flusspferden und Krokodilen ab. Auch will niemand den Atem eines Löwen aus nächster Nähe riechen. McCall Smiths Humor wird hier mit spitzer Feder eingebettet, sodass die Geschichte nicht nur spannend, interessant und humorvoll ist, sondern vor allem einzigartig.

Kritik an der Moderne

Ihre Kritik am modernen, verdorbenen Afrika, in denen Respekt vor Familie und Verwandten sowie Würde und Stolz im Beruf nicht weit verbreitet scheinen, bekommt einen etwas antiquarischen, hoffnungslos romantischen Anstrich.

Fazit

Als Leser fühlt man sich sofort geborgen und fühlt den sympathischen Figuren nach. Außerdem folgt Mma Ramotswe einer einfachen Logik. Diese ist vor allem auf unwiderlegbare Lebensweisheiten zurückzuführen, die der Autor immer wieder miteinfließen lässt. Seine Figuren sind detailreich und lebendig gezeichnet. Nichts wirkt übertrieben, sondern vermittelt Authentizität.

Die No. 1 Ladies Detective Agency

Mma Ramotswe nennt die Agentur die "No. 1 Ladies Detective Agency" und stellt auch gleich eine Sekretärin ein. Als Mma Makutsi angefangen hatte, für Mma Ramotswe zu arbeiten, hatte sie nur wenige Kleider besessen, von denen zwei blau waren und die anderen von einer verblichenen Farbe zwischen grün und gelb.

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"Und wieder beginnt ein neuer Tag", stellte Mma Makutsi hinter ihrem Schreibtisch fest. Es war keine Bemerkung, die eine sofortige Antwort erforderte, man konnte dem wohl kaum widersprechen. Es war bezaubernd, dachte sie, wenn auch ein wenig zu feierlich für ihr bescheidenes Büro. Schließlich können neue Kleider - prächtige neue Kleider - die Schäbigkeit der eigenen Aktenschränke noch unterstreichen.

Die Fälle der Agentur

Zwei Fälle werden von der No.1 Ladies Detective Agency in diesem Buch "bearbeitet". Eine Mutter sucht ihren seit 10 Jahren verschwundenen Sohn und ein Ehemann verdächtigt seine Frau ein außereheliches Verhältnis zu haben. Beide Fälle sind einfach gelöst, interessant ist nur, wie Mma Ramotswe ihren Klienten das Ergebnis der Ermittlungen bekannt gibt und weshalb. Spannung? Logik? Fehlanzeige.

Die Umgebung Botsuanas

Das Okavango-Delta im Norden Botsuanas ist ein fantastisches Labyrinth aus Inseln, Kanälen und Seen, das unzählige Tierarten beherbergt und bei dem Naturliebhaber ins Schwärmen geraten.

Weitere Informationen

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erschienen am 10.

Über den Autor

Alexander McCall Smith, Jahrgang 1948, wuchs in Zimbabwe und Schottland auf und lebt in Edinburgh mit seiner Frau, zwei Kindern und einer Katze. Er war bis vor kurzem Professor für Medizinrecht. Er veröffentlichte zahlreiche Fach- und Kinderbücher, bevor ihm mit der Serie um Mma Ramotswe ein Welterfolg gelang.

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