Ein Gentleman für Mma Ramotswe: Eine Zusammenfassung

In Botswana, am Rande der Kalahari, betreibt Mma Ramotswe das einzige Detekteibüro des Landes. Sie besitzt Humor, Wärme, Intelligenz und Spürsinn, was ihr bei den schwierigsten Fällen hilft.

Ein Gentleman für Mma Ramotswe ist der zweite Band der Mma Ramotswe Reihe, die 1998 begann und bis 2023 insgesamt 26 Teile umfasst.

Im zweiten Band der Abenteuer der Mma Ramotswe beschließt sie, ihr Glück mit einer Ehe zu versuchen. Ihr Auserwählter ist ein sehr guter Mann, der ihr neben der Ehe auch noch eine kriminelle Haushälterin und zwei Waisenkinder mit ins Haus bringt, was ihr weiteres Zusammenleben spannend macht.

Nebenher stellt sie eine Assistentin ein, die sich schnell als erfolgreich in einem Fall von Ehebruch erweist. Mma Ramotswe selbst muss sich mit gefährlicheren Gegnern herumschlagen.

Es ist nicht in erster Linie ein Kriminalroman, sondern eher eine Liebeserklärung an das Gute im Menschen und an Botswana, dem schönsten Land Afrikas. Und es geht auch um die Frage, was einen guten Menschen überhaupt ausmacht.

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Mma Ramotswe hat eine traditionelle Figur, trinkt stets Rotbuschtee und löst dabei die schwierigsten Fälle. Wer stiehlt Büromaterial aus der Druckerei? Und hat die unhöflichste Frau Botswanas einen Ehebrecher zum Mann?

"Und wieder beginnt ein neuer Tag", stellte Mma Makutsi hinter ihrem Schreibtisch fest. Es war keine Bemerkung, die eine sofortige Antwort erforderte, man konnte dem wohl kaum widersprechen.

Als Mma Makutsi angefangen hatte, für Mma Ramotswe zu arbeiten, hatte sie nur wenige Kleider besessen, von denen zwei blau waren und die anderen von einer verblichenen Farbe zwischen grün und gelb.

Die Bücher von Alexander McCall-Smith sind leichte Kost, gut zugänglich und bestens geeignet zum gemütlichen Schmökern auf der Couch. Aber während das erste Buch der Reihe noch die Grundaspekte eines Kriminalromans aufweisen konnte, ist der "Gentleman" lediglich ein modernes Märchen in Afrika geworden, der um eine Prise ansatzweise als "Fall" zu bezeichnender Ermittlungen ergänzt, aber nicht angereichert wurde.

In erster Linie knüpft der "Gentleman" an das Happy End des "Krokodils" an und führt dieses um gut 240 Seiten weiter. Alles ist schön, alles ist gut, Mma Ramotswe und Mr. J.L.B. Matekoni sind immer noch verlobt und weil man von irgendwo her gesteckt bekommt, dass eine moderne verlobte Frau von ihrem Gatten in spe einen Brillantring geschenkt bekommen muss, kaufen die beiden auch kurz später einen.

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Dann adoptieren die beiden noch zwei Kinder und während das Mädchen sich mehr für Motoren interessiert als der Junge, ernennt Mma Ramotswe noch schnell ihre Sekretärin zur Hilfsdetektivin.

McCall-Smith benutzt eine einfache, um nicht zu sagen naive Sprache. Die Sätze sind kurz und strikt gebaut, die Bezeichnung der Personen ist stets gleich.

Was der Autor damit zweifellos bewirkt, er bringt die mitunter unmodern wirkende, sehr edle Lebenseinstellung der Protagonisten sehr anschaulich den Lesern näher. Ihre Kritik am modernen, verdorbenen Afrika, in denen Respekt vor Familie und Verwandten sowie Würde und Stolz im Beruf nicht weit verbreitet scheinen, bekommt einen etwas antiquarischen, hoffnungslos romantischen Anstrich.

Zwei Fälle werden von der No.1 Ladies Detective Agency in diesem Buch "bearbeitet". Eine Mutter sucht ihren seit 10 Jahren verschwundenen Sohn und ein Ehemann verdächtigt seine Frau ein außereheliches Verhältnis zu haben.

Mma Ramotswe und Mr. J.L.B. Matekoni schweben auf Wolke Sieben und egal was sie anstellen, nichts kann ihre gute Laune erschüttern. Mit Krimi hat das ganze so gut wie nichts zu tun und die Weisheiten des Autors verleiten auch nicht zu Begeisterungsstürmen.

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Die Hauptfigur Mma Ramotswe betreibt die erste und einzige Frauendetektei Botswanas. Ihre Fälle reichen von Erpressung über Medikamentenbetrug bis hin zu Untreue.

Alexander McCall Smith veröffentlichte über achtzig Romane,. u.a. die preisgekrönte Bestsellerserie "The No 1 Ladies` Detective Agency" um Mma Ramotswe.

Precious Ramotswe wurde 1930 in Mahalapye, einer Ortschaft zwischen Gaborone und Francistown, als Tochter des schwarzen Minenarbeiters Obed Ramotswe geboren. Das Gebiet gehörte damals zum britischen Protektorat Betschuanaland und wurde erst 1966 zur unabhängigen Republik Botswana.

Als er vier andere Minenarbeiter dabei beobachtete, wie sie einen Mann töteten und in einen eingebrochenen Stollen warfen, verließ er die Mine, weil er um sein eigenes Leben fürchtete.

Weil seine Frau sich kurz nach der Geburt ihrer Tochter vor die Eisenbahn geworfen hatte, kümmerte sich eine Cousine um Precious, und als sie nach acht Jahren einen Busunternehmer heiratete, nahm sie das Mädchen mit und verschaffte ihr eine Bürotätigkeit im Betrieb ihres Mannes. Dabei deckte Precious Unterschlagungen eines Kollegen auf.

Am Wochenende fuhr sie jeweils mit einem der beiden Busse ihres Onkels nach Mochudi zu ihrem Vater. Dabei lernte sie Note Mokoti kennen. Der junge Jazzmusiker wurde ihr erster Freund.

Nachdem er sie rücksichtslos defloriert hatte, bat er Obed Ramotswe um ihre Hand. Precious war bereits schwanger, als sie heirateten, aber sie verlor ihr Kind durch eine Fehlgeburt.

Note Mokoti schlug sie, wenn er trank, und als sie einmal aus dem Krankenhaus kam, hatte er die Wohnung ausgeräumt und ließ sich nicht mehr sehen. Als er starb, verkaufte sie die Rinderherde und verwendete das Geld, um in Gaborone das erste Büro einer Privatdetektivin in Botswana einzurichten: „The No. 1 Ladies‘ Detective Agency“.

Außer einem kleinen weißen Auto, einer alten Schreibmaschine, zwei Schreibtischen und zwei Stühlen benötigte Mma Ramotswe eine Sekretärin und stellte deshalb Mma Makutsi ein, die Witwe eines Lehrers vom Botswana College of Secretarial and Office Skills.

Bei der ersten Klientin handelte es sich um die achtunddreißigjährige Bankangestellte Happy Bapetsi. Deren Vater hatte die Familie verlassen, als sie noch ein Kleinkind war. Ihre Mutter ist inzwischen gestorben.

Vor drei Monaten tauchte ein Mann bei ihr auf, der sich als ihr Vater ausgab, bei ihr einzog, sich seither von ihr bedienen lässt und auf ihre Kosten lebt.

Die Privatdetektivin leiht sich von ihrer Freundin Gogwe eine Krankenschwesterntracht und sucht den Mann auf, als er allein zu Hause ist, um ihm zu sagen, seine Tochter sei bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden und müsse unverzüglich operiert werden.

Da man unbedingt Blut von einen Familienangehörigen benötige und er augenscheinlich der Einzige sei, müsse er für eine Bluttransfusion mitkommen.

Mma Malatsi vermisst ihren Ehemann Peter Malatsi und wendet sich an „The No. 1 Ladies‘ Detective Agency“.

Ernest Molai Pakotati, der Dorflehrer von Katsana, 30 Meilen außerhalb von Gaborone, schreibt Mma Ramotswe einen verzweifelten Brief: Er vermisst seinen elfjährigen Sohn Thobiso, aber die Polizei unternimmt nichts, und er kann sich das Honorar für eine Privatdetektei nicht leisten, bittet aber Mma Ramotswe, sich nebenbei umzuhören.

Mr Paliwalar Sundigar Patel kam 1967 im Alter von achtundzwanzig Jahren bettelarm nach Botswana. Inzwischen gilt der aus Indien stammende Unternehmer als einer der reichsten Männer im Land: er besitzt neun Geschäfte in Gaborone, Francistown und Lobatse sowie ein Hotel in Orapa.

Sein Sohn Wallace, der sich nur noch Wallace Pate nennt, betreibt eine gut gehende Zahnarztpraxis in Durban. Die Zwillingsschwestern Sandri und Pali sind gut verheiratet.

Nur über seine jüngste Tochter, die sechzehnjährige Nandira, macht Mr Patels sich große Sorgen, denn er befürchtet, dass sie einen Freund hat. Mma Ramotswe soll sie beschatten und mehr über diesen Jack herausfinden.

Die Privatdetektivin beobachtet Nandira, wenn sie aus der Schule kommt, aber kein einziges Mal trifft sich das Mädchen mit einem Jungen. Nandira merkt, dass sie observiert wird, und als sie Mma Ramotswe kurzerhand anspricht, gibt diese zu, im Auftrag Mr Patels zu handeln.

Da erzählt Nandira ihr, dass ihr Vater sehr altmodische Ansichten habe und ihr keinerlei Freiheiten lasse.

Mma Pekwane sucht „The No. 1 Ladies‘ Detective Agency“ auf, weil sie befürchtet, dass ihr Mann einen Mercedes gestohlen hat. Angeblich wurde ihm das Auto geschenkt, aber das kann sie nicht glauben.

Sie möchte keine Polizei einschalten, aber dafür sorgen, dass dieses Auto dem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben wird, denn sonst kann sie nachts nicht mehr schlafen.

J. L. B. Matekoni hilft Mma Ramotswe, heimlich die Seriennummer des Fahrzeugs aufzuschreiben. Die gibt sie telefonisch ihrem ehemaligen Schulfreund Billy Pilani durch, der im südafrikanischen Grenzort Mafikeng Polizist ist, damit er den Besitzer der gestohlenen Limousine ermittelt.

Danach wirft ihr Mma Pekwane im Morgengrauen die Schlüssel aus dem Schlafzimmer, und Mma Ramotswe fährt mit dem Mercedes zu einem Treffpunkt, wo sie ihn einem Vertreter der Autoversicherung übergibt.

Alice Busang verdächtigt ihren Mann Kremlin, dass er sie mit anderen Frauen betrügt und will Gewissheit darüber. Also wartet Mma Ramotswe vor seinem Büro auf ihn, folgt ihm zur „Go Go Handsome Man’s Bar“, setzt sich in seine Nähe, flirtet mit ihm, nimmt ihn mit nach Hause und schläft mit ihm.

Das mit dem Selbstauslöser geknipste „Erinnerungsfoto“ zeigt sie am nächsten Tag ihrer Auftraggeberin als Beweis - und wundert sich darüber, dass Alice Busang sie auf das Übelste beschimpft.

Der mit ihr befreundete Fabrikbesitzer Hector Lepodise stellte vor einem halben Jahr einen Arbeiter namens Solomon Moretsi ein. Der verschwand unlängst, und inzwischen erhielt der Unternehmer von einem Rechtsanwalt ein Schreiben, in dem behauptet wird, Moretsi habe wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen in Lepodises Fabrik einen Finger eingebüßt.

Obwohl die Haftpflichtversicherung bereit ist, die geforderte Summe zu bezahlen, schaltet Hector Lepodise die Privatdetektivin ein, weil er überzeugt ist, dass es sich um einen Betrüger handelt und verhindern will, dass dieser auch noch andere Fabrikbesitzer hereinzulegen versucht.

Tatsächlich findet Mma Ramotswe heraus, dass Solomon Moretsi denselben Finger angeblich auch schon vor drei Jahren in einer Autowerkstatt verloren und dafür Geld kassiert hat.

Sie sucht Jameson Mopotswane in Mahalapye auf, den Anwalt Moretsis, und erklärt ihm, was sie herausgefunden hat. Auf dem Krankenhausbericht ist unschwer zu erkennen, dass Moretsi das Datum mit Korrekturflüssigkeit entfernt und durch eine aktuelle Zeitangabe ersetzt hat.

Als Solomon Moretsi zu seinem Anwalt kommt und erwartet, von Mma Ramotswe Geld zu bekommen, konfrontiert sie ihn stattdessen mit den Ermittlungsergebnissen und findet durch eine geschickte Frage heraus, dass es sich nicht nur um zwei, sondern um drei Betrugsfälle handelt.

Dr. Maketsi, der Chefarzt aus dem Krankenhaus in Gabarone, kommt in „The No. 1 Ladies Detective Agency“ und erzählt der mit ihm befreundeten Betreiberin, er habe vor einem halben Jahr einen Dr. Komoti aus Nigeria eingestellt, der an manchen Tagen hervorragende Arbeit leiste und an anderen nicht einmal eine Wunde sauber zunähen könne.

Deshalb befürchtet Dr. Maketsi, dass der nigerianische Arzt Drogen nimmt und bittet Mma Ramotswe, ihn zu überprüfen.

Die Privatdetektivin folgt Dr. Komoti vom Krankenhaus über die Grenze nach Mafikeng und findet heraus, dass er dort nicht nur eine eigene Praxis hat, sondern auch mit seinem Zwillingsbruder zusammen in einem Haus wohnt.

Nur einer der beiden hat Medizin studiert, aber sie wechseln sich sowohl in der Praxis als auch im Krankenhaus ab, um zweimal das verhältnismäßig hohe Einkommen eines Arztes einzustreichen.

J. L. B. Matekoni erzählt seiner Freundin, dass er einen Pick-up abschleppte und im Handschuhfach ein Tierhaut-Säckchen mit angeblich zauberkräftigen Substanzen fand, darunter auch einen Kinderknochen.