Der Hype um MMA ist ungebrochen und hat vor allem durch Charaktere wie Conor McGregor gewaltige Ausmaße angenommen. Mixed Martial Arts (MMA) hat in Deutschland in den letzten Jahren stetig an Popularität gewonnen.
MMA und seine Popularität
Boxen, Muay Thai, Brazilian Jiu Jitsu und vieles mehr: MMA vereint alles in einem - wie diese 7 Videos der besten MMA-Fights aller Zeiten beweisen. Besonders die Ultimate Fighting Championship (UFC) - als größte und prestigeträchtigste MMA-Organisation der Welt - bietet Athleten aus allen Ländern die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu messen.
MMA ist ein Vollkontaktkampfsport, bei dem es bisweilen ordentlich zur Sache geht - und zwar so weit, dass Übertragungen von MMA-Kämpfen im Fernsehen 2010 in Deutschland verboten wurden. Das Verbot wurde allerdings 2014 wieder aufgehoben, wobei die meisten Kämpfe eh online geschaut werden - oder eben live bei den entsprechenden Veranstaltungen.
Deutsche UFC-Kämpfer im Fokus
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die fünf erfolgreichsten deutschen Kämpfer, die in der UFC gekämpft haben.
- Dennis Siver ist zweifellos der bekannteste Name unter den deutschen UFC-Kämpfern. Geboren in Russland, wuchs er in Deutschland auf und trat ab 2007 in der UFC an. Siver fiel durch sein vielseitiges Striking und seine spektakulären Spinning-Kicks auf. Er erzielte mehrere Siege, die ihn zeitweise in die Top-10 der Federgewichtsdivision katapultierten. Trotz eines hochkarätigen Kampfes gegen Conor McGregor blieb ihm ein Titelkampf verwehrt.
- Der in Köln aufgewachsene Ottman Azaitar machte zunächst in regionalen Ligen auf sich aufmerksam, bevor er 2019 in der UFC debütierte. Sein explosiver Kampfstil und seine Knockout-Power verschafften ihm rasch einen Ruf als gefährlicher Finisher. Gleich in seinem ersten UFC-Kampf gegen Teemu Packalén gewann Azaitar mit einem krachenden K.o. und wiederholte das Kunststück im zweiten Kampf gegen Khama Worthy.
- Nasrat Haqparast, in Afghanistan geboren und in Hamburg aufgewachsen, ist ein weiterer aufstrebender Name im Leichtgewicht. Mit seinem aggressiven Boxstil und soliden Bodenkampf hat er sich in der UFC schnell einen Ruf als harter Gegner erarbeitet. Nachdem er anfangs einige spektakuläre Siege - darunter gegen Marc Diakiese - feiern konnte, wurde er auch als potenzieller Kandidat für einen Platz in den oberen Regionen des Rankings gehandelt.
- Gewichtsklasse: Mittelgewicht Zeitraum in der UFC: 2022 - heute Highlight: Blitzschneller Erstrunden-K.o. Abusupiyan “Abus” Magomedov wurde in Dagestan geboren, besitzt aber die deutsche Staatsbürgerschaft und kämpfte lange Zeit in Deutschland. Nach Erfolgen in verschiedenen europäischen Promotionen gab er 2022 sein UFC-Debüt und sorgte direkt für Aufsehen: Mit einem spektakulären K.o. in der ersten Runde machte er auf seine Ambitionen in der Mittelgewichtsklasse aufmerksam.
- Nick Hein, ein ehemaliger Polizeibeamter aus Köln, ging 2014 in der UFC an den Start und machte sich einen Namen als zäher und disziplinierter Kämpfer. Mit einem starken Judo-Hintergrund und guten Boxfähigkeiten konnte Hein mehrere Siege einfahren und begeisterte mit seinem Entertainer-Charakter sowohl die deutschen als auch die internationalen Fans.
Obwohl Deutschland bislang keinen UFC-Champion hervorgebracht hat, haben diese fünf Kämpfer bewiesen, dass deutsches MMA-Potenzial auf der größten Bühne des Sports existiert. Dennis Siver ebnete als Pionier den Weg für viele andere, während aufstrebende Talente wie Ottman Azaitar, Nasrat Haqparast und Abus Magomedov zeigen, dass der Traum vom UFC-Gold für deutsche Athleten längst nicht unerreichbar ist.
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Alexander Gustafsson: Ein schwedischer Star
Alexander Gustafsson hat in der UFC bislang einen Pfad der Zerstörung hinterlassen. Am 14. April wird die UFC in der Ericsson Globe Arena in Stockholm zum ersten Mal ein Event in Schweden abhalten!
Im Rahmen von UFC Live: Gustafsson vs. Silva wird sich unter anderem entscheiden, ob der schwedische UFC-Kämpfer Alexander "The Mauler" Gustafsson demnächst in die Riege derer aufsteigen wird, die um einen Titelkampf gehandelt werden.
Es geht darum, welcher der beiden Halbschwergewichtler als Nächstes gegen den amtierenden Champion Jon Jones um den Titel kämpfen darf. Für Gustafsson wäre der Kampf gegen Jones ein Rematch: Am 21. Seither ist der 28-jährige Gustafsson nicht nur in Schweden ein Star.
Für die Kämpfer ist die Stockholmer Nacht eine Herausforderung: Angepasst an US-Fernsehzeiten - die Kämpfe werden auf Fox Sports übertragen - dürften die Hauptkämpfer erst gegen drei Uhr morgens den Käfig betreten. Das tut dem Kartenverkauf keinen Abbruch: Rund 25.000 Tickets waren laut UFC bis Anfang der Woche vergeben.
Gustafsson: "Natürlich würde ich gern eines Tages gegen Jon Jones kämpfen, aber mein Trainer sagt, ich solle nichts überstürzen. Wahrscheinlich brauche ich noch ein, zwei Jahre, bis ich für eine solche Chance bereit bin", so der Schwede im Interview mit SPOX.
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Auch Thiago Silva sieht den Hauptkampf von UFC Live als große Chance, gleich wieder ins Titelrennen einzusteigen. Es ist kein Geheimnis, dass sich viele Offizielle viel von Gustafsson erwarten. Gelingt es Silva, ihn beeindruckend zu besiegen, kann er damit vielleicht sogar die Scharte auswetzen, die seine Dopingsperre im Gedächtnis von Offiziellen wie Fans hinterlassen hat.
Weitere schwedische Kämpfer und ihre Kämpfe
Papy Abedi aus Schweden will seine zweite Chance nutzen, um gegen James Head die Scharte auszuwetzen, die seine Niederlage im UFC-Debüt gegen Thiago Alves hinterließ.
Denkwürdige MMA-Kämpfe
Die von uns hier zusammengefassten Fights sind absolute Klassiker und gehören zum Besten, was die MMA je hervorgebracht haben.
- Dan Henderson gegen Mauricio „Shogun“ Rua (2011): Bei einem Kampf über fünf Runden besiegte der US-Amerikaner Henderson den brasilianischen Ex-UFC-Leichtschwergewichtsweltmeister Mauricio “Shogun” Rua im Jahr 2011 nach Punkten - und bis heute gilt dieser Fight als einer der besten MMA-Kämpfe aller Zeiten. Auch beim Re-Match 2014 hatte Henderson am Ende wieder die Nase vorn und schickte Rua in der dritten Runde auf die Matte.
- Conor McGregor gegen Khabib Nurmagomedov (2018): Der Russe gewann den Kampf in der vierten Runde, als er McGregor durch einen Würgegriff zum Aufgeben zwang. Fast ebenso spektakulär wie der Kampf selbst war aber der Eklat danach.
- Jon Jones gegen Alexander Gustafsson (2013): Zwar gewann Jones den Kampf am Ende auch nach Punkten, doch dessen Sieg war innerhalb der MMA-Community sehr umstritten, weil Gustafsson einen sehr starken Fight ablieferte und dem Weltmeister insbesondere mit starkem Boxen, heftigen Tritten und seiner Taekwondo-Defense arg zusetzte.
- Weili Zhang gegen Joanna Jedrzejczyk (2020): Insgesamt steckten die beiden über die vollen 25 Minuten 783 Treffer ein - ein absoluter Wahnsinn! Zhang gewann am Ende nach Punkten, verteidigte ihren Titel und gewann damit ihren 22. Kampf in Folge.
- Robbie Lawler gegen Carlos Condit (2015): Es gab einen wilden Schlagabtausch auf beiden Seiten, stets auf Augenhöhe, den Lawler am Ende der fünf Runden nach Punkten für sich entscheiden konnte - ein Urteil, über dessen Richtigkeit bis heute noch diskutiert wird.
- Forrest Griffin gegen Stephan Bonnar: Am Ende ging es nach Punkten 29:28 für Forrest Griffin aus.
- Jorge Santiago gegen Kazuo Misaki: In den ersten vier Runden schlugen die beiden Kämpfer versiert aufeinander ein, versuchten sich gegenseitig zu Boden zu bringen und verwandelten den Fight in der fünften und letzten Runde in einen richtigen Zermürbungskrieg.
Die PFL-Season 2018: Ein Überblick
Am Donnerstag startet die 2018er Saison der Professional Fighters League (PFL). Deshalb möchte ich euch hier zum einen die Kämpfer vorstellen und - was alle Leser natürlich auch sehr mögen - eine kleine Prognose für jeden abgeben.
Die PFL-Season läuft folgendermaßen ab: 12 Kämpfer jeder Gewichtsklasse bestreiten zunächst zwei Vorrunden-Kämpfer in der Regulären Season und erhalten dafür Punkte (Sieg = 3 Punkte, Draw = 1 Punkt, Finish in Runde 1 = 3 Punkte, Finish in Runde 2 = 2 Punkte, Finish in Runde 3 = 1 Punkt). Die besten 8 von ihnen qualifizieren sich für die Playoffs .
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Kämpfer und Prognosen
Hier eine Übersicht einiger Kämpfer und Prognosen für die PFL-Season 2018:
- Alexandre de Almeida: Prognose: De Almeida bekommt mit Lee Coville den unerfahrensten Gegner der ganzen Federgewichts-Division in der ersten Runde und alles andere als ein Sieg für de Almeida zum Beginn wäre eine große Überraschung. Deswegen glaube ich nicht, dass er das Turnier gewinnt.
- Andre Harrison: Prognose: Harrison hat mit dem Chinesen Tuerxun Jumabieke einen etwas unbekannten, aber durchaus schlagbaren Gegner, weshalb er wohl erfolgreich ins Turnier starten wird. Allgemein ist er einer der erfahreneren Teilenehmer der Federgewichts-Klasse und vielleicht der beste Wrestler im Federgewicht.
- Bekbulat Magomedov: Prognose: Als Bantamgewichts-Kämpfer hat er zwar einen Geschwindigkeits-Vorteil und allgemein ist er ziemlich groß und lang, jedoch könnte er ziemliche Probleme gegen muskulöse Wrestler bekommen, die schon lange im Federgewicht kämpfen. Ich glaube dass er zumindest einen Kampf der Vorrunde gewinnt.
- Lance Palmer: Prognose: Palmer hat von allen Federgewichten wohl bisher gegen die besten Gegner gekämpft und war dabei auch ziemlich erfolgreich. In diesem Kampf sollte Palmer der Favorit sein.
- Lee Coville: Prognose: Coville hat im MMA mit Abstand die wenigste Erfahrung und dürfte gegen gute Wrestler, die es im Federgewicht auch gibt, größere Probleme haben.
- Magomed Idrisov: Prognose: Idrisov hat dafür, dass er erst neun MMA-Kämpfe bestritten hat schon sehr gute Gegner geschlagen und dabei auch immer gut ausgesehen. Er ist sehr talentiert. Deshalb glaube ich, dass er für mich einer der Favoriten in der Gewichtsklasse ist.
- Marcos Galvao: Prognose: Galvao ist kein echtes Federgewicht und das merkt man, er hat seine letzten beiden Kämpfe im Federgewicht verloren und ist auch einfach nicht mehr konstant genug (seit 2014/15) keine Siege mehr in Serie. Seinen ersten Gegner Malegarie kann er vielleicht noch besiegen, aber weiter wird er nicht kommen.
- Max Coga: Prognose: Ich würde ihm ja gerne den Turniersieg voraussagen, denn ich mag ihn und er ist talentiert, aber er wird leider wenige Chancen haben. Deshalb sage ich, dass er leider die Playoffs nicht erreichen wird.
- Malegarie: Prognose: Immer wenn Malegarie versucht gegen die Weltspitze zu kämpfen, scheitert er. Ich sehe keinen Grund, warum das hier anders sein sollte. Er ist gut, aber um so ein Turnier zu gewinnen musst du Weltklasse sein.
- Steven Siler: Prognose: Silers Erfolg ist ziemlich schwankend und hängt meiner Meinung nach ziemlich von seiner Tagesform ab. Ich glaube, dass er einfach zu inkonstant ist um ein ganzes Turnier zu gewinnen, aber den einen oder andern Sieg könnte er einfahren.
- Tuerxun Jumabieke: Prognose: Jumabieke wird es in der PFL Season 2018 sehr schwer haben, da er noch nie gegen Gegner auf diesem Level angetreten ist und mit Andre Harrison auch gleich in der Vorrunde gegen einen der Top-Favoriten ran muss.
- Timur Valiev: Prognose: Es fällt mir etwas schwer einzuschätzen, was er in diesem Turnier erreichen kann. Auf der einen Seite hat er sehr viel Talent, aber auf der anderen Seite ist er im Federgewicht noch nicht sehr erfahren und die Gegner könnten ihm körperlich überlegen sein.
