Der Judokampf wird auf einer speziellen Matte ausgetragen und von einem Kampfrichter geleitet. Das Ziel ist es, den Gegner auf den Rücken zu werfen, ihn am Boden auf dem Rücken festzuhalten, den Arm am Ellbogengelenk zu hebeln oder ihn abzuwürgen und so einen Ippon zu erreichen.
Würge- und Hebeltechniken sind ab 15 Jahren erlaubt. Ein Kampf beginnt mit Hajime (Kampfbeginn) und endet, sobald einer der Kämpfer einen Ippon (voller Punkt) erzielt. Zwei Waza-ari (halber Punkt) ergeben ebenfalls ein Ippon (Waza-ari awasete Ippon).
Hat nach vier Minuten keiner der Kämpfer einen Ippon erreicht, entscheidet die Anzahl der Waza-ari und bei Gleichstand die Anzahl der Yuko (technischer Vorteil). Falls alle Wertungspunkte gleich hoch sind, geht der Kampf ins Golden-Score (Verlängerung). Es gewinnt der Kämpfer, der zuerst eine Wertung erreicht.
Wertungen im Judo
- Ippon: Voller Punkt
- Waza-ari: Halber Punkt
- Yuko: Technischer Vorteil
Strafen
Die Kämpfer dürfen maximal zwei Shido (Strafen) pro Kampf kassieren. Beim dritten Shido verliert der Kämpfer den Kampf mit Hansoku-make.
Dojo Regeln
Das Dojo ist ein Ort der Ruhe, Konzentration und Disziplin. Das Verhalten im Dojo muss daher immer dieser Atmosphäre der Sammlung angepasst sein.
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Das Wort des Trainingsleiters/ Trainers ist für jeden verbindlich. Er hat das Recht und die Pflicht, jeden zurechtzuweisen der sich nicht in die Disziplin einordnet. Gleichzeitig ist er aber auch Vorbild in Bezug auf die Einhaltung der Dojo-Etikette.
Das Dojo ist nicht mit Strassenschuhen zu betreten. Trainierende benutzen für den Weg von der Garderobe zum Dojo saubere Zori (Schlappen).
Vor dem Betreten und Verlassen der Tatami (Mattenfläche) sind die Füsse mit Wasser und Seife zu waschen. Die Tatami werden grundsätzlich nur barfuss betreten. (Gilt auch für das Reinigungspersonal!)
Beim Betreten des Dojo bzw. der Tatami wird in Richtung des Kamiza gegrüsst.
Der Unterricht soll regelmässig besucht werden. Zu spät kommen ist unter allen Umständen zu vermeiden.
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Während des Trainings darf die Mattenfläche nicht verlassen werden. In absoluten Ausnahmefällen erteilt der Trainingsleiter die Erlaubnis.
Das Judo-Gi hat immer sauber zu sein. Normalerweise ist es spätestens nach jedem zweiten Training zu waschen.
Finger- und Zehennägel sind zur Vermeidung von Kratz- und Schnittwunden immer kurz zu schneiden. Um der Verletzungsgefahr vorzubeugen, darf während des Trainings zudem keinerlei Schmuck (Fingerringe, Kettchen, Uhren, Ohrringe) getragen werden.
Im Umgang mit dem Partner ist Fairness und Rücksichtnahme das oberste Gebot. Beim gemeinsamen Training unterschiedlicher Grade nimmt der höher gradierte Budoka Rücksicht auf den weniger fortgeschrittenen Ausbildungsstand seines Partners.
Während der Arbeit auf den Tatami sind persönliche Freundschaften oder Antipathien als inexistent zu betrachten. Im Training soll das Verhalten gegenüber jedem Mittrainierenden gleich neutral und höflich zuvorkommend sein.
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Bei jedem Partnerwechsel (am Anfang und am Ende der Sequenz) grüssen sich die Partner. Je nachdem ob am Boden oder im Stand gearbeitet wird, erfolgt dies mit Ritsu-Rei oder Za-Rei.
Die Budoka sollen untereinander hilfsbereit, freundlich und zuvorkommend sein. Damit folgen sie einem der wichtigsten von Jigoro Kano aufgestellten Grundsatz für das Judo-Training: "Jita-Kyoei" ("Gegenseitige Freundschaft und Hilfsbereitschaft")
Gäste und Zuschauer (auch Angehörige von trainierenden Kindern), welche nicht am Training teilnehmen verhalten sich so, dass der Unterricht auf keinen Fall gestört wird. Interventionen beim Trainingsleiter oder bei Trainierenden während der Lektion sind in jedem Fall zu unterlassen.
