Oskars Oma ist anders als die anderen Omas. Sie ist ein waschechter Ninja.
Eine Ninja-Oma sorgt für Aufregung
Letzte Woche kam Oma zu Besuch, und da sie keine gewöhnliche Großmutter ist, sondern ein echter Ninja, bringt sie den Alltag ihres Enkels ganz schön durcheinander. Zunächst ist alles viel spannender und aufregender.
Seit Großmutter ihn nun begleitet, werden alle gewöhnlichen Unternehmungen viel lustiger. Statt den Bus zu nehmen, schwingen sie sich über ein Seil zur Schule. Sie erschrecken die Lehrerin, lernen Karate, wälzen sich im Schlamm und tarnen sich mit Blättern.
Das ist toll, solange sie den anderen Kindern Karate beibringt. Doch als sie beim Fußballspiel den einzigen Ball kaputt kickt, werden Oskars Freunde ziemlich sauer.
Mit so einer Oma hat man jede Menge Spaß! Aber da ist auch die andere Seite: Nun gibt es rohen Fisch zum Essen, Oma zerkickt mit ihrer Kraft den Fußball und lenkt immer die Aufmerksamkeit auf sich.
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Wenn Ninja-Fähigkeiten zum Problem werden
Doch nicht allen gefallen Omas Ideen. Nachdem sich schon die Lehrerin und die Mutter über dieses Verhalten ärgerten, zerstört Oma beim Fußballtraining den Ball mit einem Karatekick und das Training muss ausfallen.
In seiner Wut wünscht sich der Enkel, dass seine Oma kein Ninja mehr wäre, woraufhin sie verschwindet. Jetzt ist alles wieder beim Alten und der Junge bereut seine Worte bereits.
Irgendwann wird es Oskar zu viel und er verbietet seiner Oma die Ninja-Tricks. Oma verschwindet und Oskar hat seine Ruhe, aber er vermisst Oma.
Die Versöhnung und die Erkenntnis
Als beim Fußballturnier am Nachmittag die großen Jungen ihnen haushoch überlegen sind und es fast so aussieht, als würden sie verlieren, da erscheint plötzlich Oma und erinnert sie an ihre Ninja-Fähigkeiten. Sie können das Spiel mit neuer Motivation, einigen Saltos und Karatetricks gewinnen.
Zum Glück kommt sie aber gerade richtig zum wichtigen Fußballspiel und feuert Oskar an, der auf einmal wie ein Ninja aufdreht und das entscheidende Tor schießt. Na gut, Oma darf doch ein Ninja sein, aber Oma ist sowieso kein Ninja mehr.
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Vielleicht ist es ja trotzdem toll, eine außergewöhnliche Oma zu haben. Manchmal.
Ist sie nun etwa eine ganz normale Oma?
Nein, natürlich nicht.
Details zum Buch
Autor: Todd Tarpley
Illustrator: Danny Chatzikonstantinou
Verlag: NordSüd Verlag
ISBN: 978-3-314-10331-5
Altersempfehlung: 4-7 Jahre
Preis: 14,99 €
Kritische Betrachtung
Der Text ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Enkels verfasst, dessen Name nicht benannt wird. Er steigt unmittelbar in die Handlung ein, indem die Oma als Ninja vorgestellt wird. Gründe für das merkwürdige Verhalten der Großmutter werden nicht vorgestellt. Während der Enkel durch wörtliche Rede mit anderen Personen in Kontakt tritt, bleibt die Oma zunächst ein komisches Spaßobjekt. Aus diesem Grund und durch die prägnante Sprache wirkt die Geschichte sehr einfach und naiv. Auch die Bilder unterstreichen diesen Eindruck. Gezeichnet wurden flächige, birnenförmige Figuren mit gelenklosen Gliedmaßen im Comicstil und verschiedene Räume in kräftigen, kontrastreichen Farben. Es finden sich in den schnell überschaubaren Illustrationen nur wenige Details.
Das Bilderbuch lässt sich nur bedingt weiterempfehlen. Für das erste Lesen bietet es eine kurzweilige Geschichte. Die Handlung ist einfach zu verstehen und nicht herausfordernd. Die Figuren sind eindimensional und gehen wie selbstverständlich mit den merkwürdigen Gegebenheiten um. Die Illustrationen erzeugen durch ihre Einfachheit eine attraktive Ästhetik, sind aber sehr schnell zu überschauen. Für ein mehrmaliges Lesen bieten sich dadurch kaum Anknüpfungsstellen, da die Pointe erzählt ist und die Bilder und Texte keine neuen Reize mehr auslösen.
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Mich persönlich hat es nicht direkt angesprochen, wobei mir einzelne Punkte durchaus gefallen. Toll wurde dargestellt, wie sehr die Kinder zunächst von einem Ninja fasziniert sind, bevor sie dann feststellen, dass auch ein Ninja nicht nur Vorteile hat. Eine Oma, die so verspielt ist, ist natürlich immer klasse - solange man deswegen keinen Ärger bekommt.
Die Illustrationen
Die Bilder im Buch sind klasse. Allein die Oma mit Perlenkette und Handtäschchen, die auf einmal durch die Luft wirbelt ist klasse. Aber auch die Geschichtsausdrücke, der Figuren, die Staunen, Stolz, Ärger, Freude und vieles mehr widerspiegeln machen Spaß. Viel mehr als die Figuren ist auf den Bildern auch nicht zu sehen.
Eigentlich ist „Meine Oma ist ein Ninja“ ein herrlich verrücktes Bilderbuch, aber das kommt bei mir erst so nach und nach an - vielleicht weil mich dieses „Ninja spielen“ meines Sohnes eher nervt…
Fazit
Kinder, vor allem Jungen, springen auf dieses Buch natürlich sofort an! Die Geschichte selbst ist da fast zweitrangig. Hauptsache es geht um einen Ninja.
