Mixed Martial Arts (MMA) ist eine Randsportart, die jedoch immer beliebter wird. Für die Fernsehübertragung ist der Kampfsport oft als zu brutal angesehen.
Am Samstag fand im Crash die Fight Night statt, bei der über zwei Dutzend Kämpfer sich boxten, traten und miteinander rangen. Beäugt wurden sie von schweren...
So sehen Sieger aus: Am Samstagabend hat Freiburgs Mixed Martial Arts-Shootingstar Pascal Krauss (23) seinen ersten Kampf in der amerikanischen Profiliga UFC bestritten - und gewonnen. Wie ...
Es ist eine Sensation für die lokale Kampfsportszene: Die UFC, also die amerikanische Champions League der Disziplin Mixed Martial Arts, hat den 23-jährigen Pascal Krauss aus Freiburg als neuen ...
Nichts für Weicheier: Wir haben die vier Mixed Martial Arts Kämpfer Mehmet Inan, Pascal Krauss (links im Bild), Daniel Mattuschek und Gregor Herb (rechts) während der Fight Night begleitet.
Lesen Sie auch: Pascal Krauss' Weg im MMA
Morgen werden bei der Freiburger Fight Night vier Kämpfer aus der Brazilian Jiu-Jitsu Schule in Littenweiler antreten: Mehmet Inan, Daniel Mattuschek, Pascal Krauss und Gregor Herb. Herb, 31, ...
Pascal Krauss ist erst 23 Jahre alt und kämpft schon in der Weltspitze der Ultimate Fighting Championship. Was den Freiburger an diesem oft kritisierten Sport fasziniert und wie er seinen bislang ...
Anfänge und Motivation
Mit einer hervorragenden Kampfbilanz von acht vorzeitigen Siegen in acht Kämpfen gehört Pascal Krauss zu den hoffnungsvollsten Nachwuchstalenten Deutschlands. Am 10. April wird der 22 Jahre alte Freiburger sein Debüt im Weltergewicht geben.
Pascal Krauss begann seine Laufbahn im Kampfsport mit 14 Jahren mit klassischem Boxen, das er etwa fünf Jahre lang betrieb. Als ihm das zu langweilig wurde, fing er an, mit den Ringern zu trainieren. In Amerika sah er dann The Ultimate Fighter mit Michael Bisping und wusste: Das will ich machen. 2007 begann er dann bei Gregor Herb BJJ und MMA zu trainieren, und 2008 folgte der erste Kampf.
Gute Trainer und Trainingspartner sind eine absolute Grundvorrausetzung, wenn man sich entwickeln und besser werden will. Er versuche, wie GSP möglichst vielseitig zu sein und alle Bereiche - Stand, Übergang und Boden - gleich gut zu beherrschen und sie wie GSP kombiniert im MMA umzusetzen. Außerdem beeindruckt ihn seine Athletik und Disziplin und seine work ethic.
Lesen Sie auch: Karriere und Umfeld von Pascal Brändle
Pascal Krauss bereitet sich gezielt auf seine Gegner vor, indem er Informationen über sie nutzt, um seine Stärken auszuspielen und ihre zu umgehen.
Karriere in der UFC
Am 5. Mai kehrte Pascal Krauss nach 18-monatiger Verletzungspause ins Octagon der UFC zurück. Der ungeschlagene Freiburger traf bei UFC on FOX 3 in East Rutherford, New Jersey auf den hochtalentierten Briten John Hathaway.
Im Dezember 2010, einen Monat nach seinem UFC-Debüt in Oberhausen, verletzte er sich schwer an der Schulter. Nach einer Operation und Rehabilitation kehrte er zurück.
Zur Vorbereitung ging er wieder in die USA, diesmal zu "Roufusport" nach Milwaukee, um mit Spitzenkämpfern zu trainieren und sich optimal auf seine Aufgabe zu konzentrieren.
In den Sparringseinheiten wurde ihm richtig der Ringrost abgeschliffen! Er trainierte mit Jiu-Jitsu-Weltmeister Daniel Moraes um sich gezielt auf die Stärken und Schwächen seiner Gegner vorzubereiten.
Lesen Sie auch: Die beeindruckende Entwicklung von Pascal Hintzen
Anfang April musste Pascal Krauss sein Trainingslager kurz unterbrechen und für ein paar Tage über die kanadische Grenze nach Toronto reisen, um sein Sportlervisum zu beantragen.
Seit letzter Woche läuft bereits das Sommersemester 2012 an der Universität Freiburg, wo er Sportwissenschaften studiert. Für ihn ist das Studium aber sehr wichtig, damit er nach seiner aktiven Karriere das nötige Rüstzeug hat, sich z.B. als Personal Trainer selbständig zu machen.
Herausforderungen und Verletzungen
Wenn es überhaupt etwas gibt, wovor Pascal Krauss Angst hat, dann sind es Verletzungen. Einmal wurde ihm beim Training das Schultereckgelenk gesprengt. Dann waren da noch die vielen "kleineren Sachen", wie er sagt, "aber nichts wirklich Schlimmes". Er meint damit Rippenbrüche. Einmal wurde ihm eine Rippe aus dem Knorpel herausgerissen. Dann war da noch ein Außenbandriss am Fuß. Seine Hände "waren mal kaputt", hinzu kommen ein paar Nasenbrüche.
Trotz der vielen Verletzungen ist Krauss weiterhin aktiv und erfolgreich im MMA-Sport.
Image und Akzeptanz in Deutschland
Pascal Krauss wird "Panzer" genannt, er lebt von Käfigkämpfen. Er zählt zu den besten Europäern. Unter Vertrag ist er bei der Ultimate Fighting Championship, kurz UFC, der größten und prominentesten Mixed Martial Arts Organisation der Welt. Es gibt ihn sogar als Spielfigur in einem von der UFC lizenzierten Computerspiel. Trotzdem ist er in seinem Heimatland Deutschland nahezu unbekannt. Das verdankt er vor allem dem Image, das sein Sport hier genießt.
Der Käfigkampf kommt aus den USA und war auch dort zunächst umstritten. "Menschlicher Hahnenkampf", so formulierte es einmal John McCain, Senator und ehemaliger Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Doch das hat sich geändert.
Krauss ist keine Kampfmaschine, schon gar nicht hat er Spaß daran, Menschen wehzutun. Er sagt aber auch ganz deutlich: "Wir machen kein Curling, das ist klar. Es ist ein Kontaktsport. Es ist aber nicht so, dass sich Leute gegenüberstehen, die von der Straße völlig unvorbereitet in den Käfig steigen und gezwungen werden sich zu prügeln." Für ihn ist es Sport, kein Entertainment.
In den USA hat sich Mixed Martial Arts etabliert. Der konservative Fernsehsender Fox überträgt die Kämpfe. In Deutschland fanden bisher lediglich zwei UFC-Veranstaltungen statt. 2009 in Köln und 2010 in Oberhausen, dort kämpfte auch Krauss. Krauss glaubt zu wissen, warum in Deutschland dennoch der Funke bislang nicht übersprang: "Hier hat man ein Problem mit der Geschichte", sagt er. "Man will hier nicht das Bild der Kämpfernatur sehen. Deshalb profilieren sich Politiker hier als moralische Größen, wenn sie versuchen, unseren Sport zu verbieten."
Ziele und Perspektiven
Krauss lebt und arbeitet mittlerweile in den USA. Dort, wo sein Kampfsport akzeptiert wird. Wenn es gut für ihn läuft, kämpft er drei- bis viermal im Jahr. Auf ein Duell im Käfig bereiten er und sein Team sich zwei Monate lang vor. Gewinnt er, verdient er bis zu 70.000 Euro. Verliert er oder kämpft er unspektakulär, droht ihm der Rauswurf aus der Organisation - und somit das Karriereende.
Der wichtigste Kampf wartet noch in diesem Jahr auf Krauss. Es soll nämlich noch eine UFC-Veranstaltung in Deutschland stattfinden. Dort wird es für ihn dann um sehr viel gehen: Krauss hofft, dass Mixed Martial Arts sich hier etablieren wird.
Richtig auspowern, Kampftechnik vom Profi erlernen, schwitzen und dadurch ein besseres Körper- und Selbstwertgefühl bekommen. Das verspricht das neue Trainings-Programm von Pascal "Panzer" Krauss, Deutschlands erfolgreichem MMA-Kämpfer.
„Trainiere wie ein Profi, lebe wie ein Gewinner“ - das ist der Leitspruch zu Pascal Krauss' neu erstelltem Trainingskonzept.
