David Carradine und die Kampfsportarten: Eine Faszination für das Kämpfen und die Philosophie dahinter

Von asiatischen Kampfsportarten geht eine große Faszination aus. Sie versprechen häufig nicht nur eine kämpferische Überlegenheit gegenüber (nicht selten körperlich stärkeren) Gegnern, sondern fast immer auch philosophische Ansätze, die zur Entspannung, Meditation und sogar zur geistigen Erleuchtung dienen.

Vor allem die Karate- und Kung Fu-Filmwelle der 1970er (hier allen voran Bruce Lee, Chuck Norris und David Carradine) hat zur Verbreitung von asiatischem Kampfsport im Westen beigetragen. Später kamen dann eher unbekannte Stile wie Aikido oder Kendo hinzu, die aber mittlerweile gleichrangig zu den anderen Kampfsportarten stehen.

David Carradine war fasziniert von Kampfsportarten, seit er diese für seine Rolle in der Fernsehserie "Kung Fu" gelernt hatte. "Es ist eine Lebensform", sagte er einmal in einem Interview.

Die Rolle, die David Carradines Image in diesen Jahren und bis heute prägen sollte, war dann aber natürlich doch eine ganz andere: Als Kwai Chang Caine in der Fernsehserie "Kung Fu" traf er genau jenen Nerv der populären Imagination, der unvergessliche Rollen schafft, einen Schauspieler aber auch für ein Leben lang festlegen kann.

Obwohl er vor diesem Engagement als Shaolin-Mönch, der den alten amerikanischen Westen auf der Suche nach seinem Bruder durchmisst, keinerlei Kenntnisse in Kung Fu hatte, sah er den Erfolg gleichwohl als eine Art Verpflichtung an und betrieb Kampfsport fortan für den Rest seines Lebens.

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Den großen letzten Auftritt, der nun sein Vermächtnis sein wird, hat ihm Quentin Tarantino geschenkt, der leidenschaftliche Wiedererwecker fast vergessener Legenden. Da durfte er der sagenhafte Bill sein, die Titelfigur, die in "Kill Bill" getötet werden musste, von der rachsüchtigen "Braut" alias Uma Thurman.

Zwei ganze Filme lang dauerte dieser Vorgang, etliche Schergen mussten zuvor aus dem Weg geräumt werden - aber als David Carradine dann endlich zum finalen Duell antrat, hielt er alles ein, was der Regisseur sich von ihm versprochen hatte: Ein tolles Gesicht, verwittert in vielen Jahren harter Fernseh- und Straight-to-Video-Kärrnerarbeit, dazu aber ein Körper, dem das jahrzehntelange Training in asiatischen Kampfsportarten nicht nur vollendete Selbstbeherrschung, sondern offenbar auch Ruhe und Weisheit geschenkt hatte.

Wahrhaft ein formidabler Gegner also, dessen Bezwingung durch die Heldin des Films als ultimativer Sieg gefeiert werden konnte.

Es gab Spekulationen über seinen Tod. Mark Geragos, der Carradines Bruder Keith vertritt, äußerte diese Spekulation in der Talkshow Larry King Live auf CNN. Einer der Diskussionsteilnehmer sagte, Carradine habe sich sehr für Recherchen im Bereich von Geheimbünden interessiert, berichtet die New York Post. Das gehe einher mit seinem Interesse für Kampfsportarten, stimmte daraufhin Geragos zu. "Wenn es einen Verdacht auf Mord gibt, dann sollten sie als erstes in dieser Richtung suchen", sagte er im Hinblick auf die Ermittlungen.

Die Umstände seines Todes, die nun bekannt wurden, muten selbst fast schon wieder wie der Plot eines Carradine-Thrillers an: Ein Sprecher der US-Botschaft in Bangkok teilte mit, Carradine sei am Mittwochabend oder am Donnerstagmorgen in einem Hotelzimmer in der thailändischen Hauptstadt gestorben, wo er gerade für den Film "Stretch" des französischen Regisseurs Charles de Meaux vor der Kamera stand.

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Bangkok (RPO). Der am Donnerstag in seinem Hotelzimmer in Bangkok tot aufgefundene Hollywood-Star David Carradine ist möglicherweise durch ein Sexspiel ums Leben gekommen. Sein Tod scheine bei einem "selbstverschuldeten Unfall beim Liebesspiel" eingetreten zu sein, sagte Gerichtsmedizinerin Porntip Rojanasunan am Freitag.

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