Oyama Karate Kai Neustadt: 50 Jahre Kampfkunst und Tradition

Der "Oyama Karate Kai" in Neustadt kann auf eine beeindruckende 50-jährige Geschichte zurückblicken. Was 1973 mit 20 Kampfsportlern im Veranstaltungszentrum Leinepark begann, hat sich zu einem Verein mit 180 Mitgliedern und einem eigenen Dōjō an der Kurzen Straße entwickelt.

Kyokushin Karate: Ein Stil erobert Deutschland

Der Verein hat den Stil des sogenannten "Kyokushin Kai-Karate" maßgeblich in Deutschland verbreitet. Ehemalige Vereinsmitglieder trugen diesen Stil in das gesamte Bundesgebiet. Einige Neustädter kämpfen sogar auf Weltrangniveau, und Cheftrainer Wolfgang Pech besitzt mit dem 6. Dan den höchsten Meistergrad in der Republik.

Bürgermeister Dominic Herbst lobte die Organisation, den Nachwuchs und die Deutschen Meisterschaften, die in die Stadt geholt wurden. Er scherzte: „Ich habe heute extra keinen schwarzen Gürtel angezogen“, schließlich habe er Angst, herausgefordert zu werden. Er zitiert Bruce Lee: „Ich fürchte nicht den Mann, der 10.000 Kicks einmal geübt hat, aber ich fürchte mich vor dem, der einen Kick 10.000 mal geübt hat.“ Zeit genug dafür habe der Verein schließlich gehabt.

Ehrungen und Anerkennung

Der Vorsitzende Stefan Bark betonte die Bedeutung seines Vorstandes. Jürgen Winkler (30 Jahre Geschäftsführer) und Dietmar Birkenfeld (27 Jahre im Vorstand) wurden vom Regionssportbund für ihre langjährige Arbeit geehrt. Carsten Elgers überreichte ihnen Essensgutscheine, um die Zeit mit ihren Familien nachzuholen, die sie im Verein verbracht haben.

Christoph Wortmann von der Deutsche Kyokushinkai Organisation (DKO), der einst ebenfalls bei Oyama angefangen hat, bezeichnete die Jubilare als „Säulen des Vereins“. Er begrüßte auch Anny Winkler, die vor ihrem geehrten Sohn von der Gründung bis 1993 Geschäftsführerin war - die Position ist damit seit 50 Jahren in Familienhand.

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Vom Dojo in die Republik

Laut Wortmann sind aus der „Keimzelle“ Neustadt einige Kampfsportler „in die Republik gezogen, die unser Kyokushin-Karate verbreiten“. Neben Karate werden bei Oyama auch Boxen trainiert. Der DKO-Präsident erinnerte zudem an zwei Jahre, in denen die Kampfsportler die Disco im VZL betrieben - „eine geile Zeit“.

Trainingsinhalte und Wettkämpfe

Das Training im Kyokushinkai besteht aus Kihon (Grundtechniken), Kata (Formen) und Kumite (Kampf). Atemtechniken, Bruchtests (Tameshiwari) und Abhärtungstechniken (Shibaki) sind ebenfalls Bestandteil des Trainings. Konditionstraining und Kumite nehmen oft einen großen Teil des Trainings ein. Im Kyokushinkai wird im Vollkontakt gekämpft, wobei der Körper durch das Training gestärkt wird.

Veranstaltungen und Turniere (Auswahl)

  • Brandenburger-Cup in Hennigsdorf
  • Regionsmeisterschaft in Hannover für Kinder und Jugend
  • Ammersbek-Cup in Hamburg
  • Deutsche Meisterschaft im Shinkyokushin Vollkontakt-Karate in Mönchengladbach
  • Kata und Kumite Pokalturnier für Kinder in der Region Hannover
  • Kyokushinkai Karate Deutsche Meisterschaft in Berlin
  • "Antwerp Fullcontact Diamond Cup"

Andreas Battermann und die "Erste" Kompanie

Andreas Battermann, Schützenoffizier und neuer Hauptmann der ersten Kompanie, ist auch hochdekorierter Schwarzgurtträger beim Oyama Karate Kai. Er plant, ein körperliches Fitnesstraining kombiniert mit Lichtpunktschießen für die Kompanie einzuführen. „Gegenüber dem Karatetraining fangen wir aber erstmal sanft an“, beruhigt er die Teilnehmer.

Sollte das Training nicht anschlagen, könnte der „Ersten“ am Schützenfestsonntag ein „Kompaniewassertrinken“ drohen. Battermann droht mit Kompaniewassertrinken. Nimmt man die bekannten Vorlieben des Karatekämpfers als Maßstab, dürfte aber wohl durchaus auch mal eine „Zielcola“ drin sein.

Shihan und Sensei des Oyama Karate Kai

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Eine Übersicht der Shihan und Sensei des Oyama Karate Kai:

Grad Name
6. Shihan Wolfgang Pech
6. Shihan Christoph Wortmann
5. Shihan Andreas Rosenhammer
5. Shihan Eugen Seitz-Harsch
4. Sensei Andreas Battermann
3. Sensei Axel Lewandowski

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