Nick Hein: Seine UFC-Kämpfe, Comebacks und Herausforderungen

Aktuell sieht der Trainingsplan von Nick Hein (13-2, 1 NC) ein wenig anders aus als gewöhnlich. Statt Ringen und Kickboxen stehen mehrmals täglich Physio- und Spritzentherapie auf dem Plan. Dafür pendelt der 32-Jährige zwischen seiner Heimatstadt Köln, dem Physiotherapeuten in Moers und seinen Ärzten in Mönchengladbach hin und her. Alles für das eine große Ziel: Der Kampf bei UFC Hamburg.

Blitz-Genesung nach Bandscheibenvorfall

Im Mai musste Hein seinen Auftritt bei der UFC Fight Night in Rotterdam wegen eines schweren Bandscheibenvorfalls absagen, der ihn um ein Haar für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt hätte. Nun, gerade einmal einen Monat darauf, ist der Kölner wieder so gut wie genesen. Was an ein medizinisches Wunder grenzt, ist das Ergebnis unermüdlicher Arbeit des einstigen Judo-Champions. "Ich habe meinen kompletten Fokus darauf gerichtet, so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen", erklärt er ran.de. "Jetzt bin ich eigentlich komplett frei von Symptomen."

Momentan befindet sich Hein in Los Angeles, wo ein Ärzteteam der UFC seinen Zustand genauestens begutachtet. Von ihrem Urteil hängt ab, ob er wieder kämpfen darf oder nicht. Er darf. Die Mediziner haben für Heins Comeback in Hamburg offiziell ihr Go gegeben, waren ob der schnellen Genesung des deutschen "Sergeants" aber selbst überrascht.

Entschlossenheit und Comeback-Willen

Denn nach einer derart akuten Verletzung zurückzukommen, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Belastung im MMA-Sport ist hoch, die Blitz-Genesung mitunter ein Risiko für Heins Gesundheit. Im schlimmsten Fall verschlechtert sich sein Zustand im Kampf erneut und er lebt bis ans Ende seines Lebens mit fürchterlichen Schmerzen. Doch Hein ist keiner, der aufgibt. Er hat in der UFC noch einiges vor und nimmt das Risiko billigend in Kauf. Rücktritt? Fehlanzeige! "Rücktritt war nie im Hinterkopf", versichert er.

"Ich bin wie die deutsche Fußballnationalmannschaft und über die Jahre trotz aller Rückschläge immer dabeigeblieben. Nach dem WM-Titel 1990 haben die eigentlich nie mehr ganz vorne mitgespielt, sondern sind immer im Achtel- oder Viertelfinale rausgeflogen. Bis zur Jahrtausendwende, als sie sich langsam wieder ran gekämpft haben. So bin ich auch!" "Ich glänze vielleicht nicht immer mit spektakulären Szenen, aber ich bleibe konstant am Ball", verspricht Hein.

Lesen Sie auch: MMA-Kämpfer Nick Hein im Porträt

Der Kampf gegen Tae Hyun Bang

Am 3. September geht es für Hein in der Hansestadt an der Alster nun gegen den 33-jährigen Koreaner Tae Hyun Bang (18-9). Der kämpft seit 2014 in der UFC und konnte seitdem zwei von vier Kämpfen für sich entscheiden. Lediglich dem aufstrebenden Österreicher Mairbek Taisumov und Heins ursprünglichem Rotterdam-Gegner Jon Tuck musste Bang sich geschlagen geben. Der Nachname des 1,75 großen Leichtgewichts ist außerdem Programm, denn Bang lässt es im Oktagon gern gehörig krachen und kennt ausschließlich den Vorwärtsgang.

"Der geht ordentlich nach vorne, vor allem wenn er getroffen wird", weiß auch Hein und erwartet einen explosiven Fight. "Er ist außerdem ein sehr erfahrener Mann. Bislang war ja immer ein Kritikpunkt, dass meine Gegner meist weniger erfahren waren und gegen mich erst ihren zweiten UFC-Kampf bestritten haben. Ich hoffe, dass jetzt ein bisschen Ruhe einkehrt."

Botschaft an Bang: "Deutschland ist mein Revier!"

Markige Worte hat Hein übrigens nicht nur für seine Kritiker parat. Seinem Gegner Tae Hyun Bang will der ehemalige Polizist in Hamburg einen heißen Herbst bescheren. Insbesondere, dass der Koreaner das Kampfangebot gegen ihn schon nach wenigen Minuten Bedenkzeit angenommen hat und den Fight damit offenbar auf die leichte Schulter nimmt, stößt ihm sauer auf. "Deutschland ist mein Revier", poltert Hein. "Hier sind meine Fans, denen ich etwas zurückgeben möchte. Bang hätte vielleicht ein wenig länger darüber nachdenken sollen, ob er den Kampf annimmt oder nicht. Jetzt stecken wir da beide drin. Gut für die deutschen Fans, gut für mich - und nicht so gut für ihn."

Nick Heins Werdegang

Mit 34 Jahren gehört Hein schon zu den älteren Semestern. Hein kontert: „Es ist nicht wichtig, wieviele Meilen ein Auto runter hat. Es geht um die Meilen, die es noch fährt.“ Sein Gegner ist Damir Hadzovic (31), der für Kopenhagen/Dänemark startet.Hein macht bereits seinen 7. Kampf in der Ultimate Fighting Championship, der Champions League der MMA-Kämpfer. Als ehemaliger Judoka wechselte er in die Käfigkämpfer-Branche, tauschte Judo-Matte gegen Oktagon, den achteckigen Kampfring.

Früher auf Streife, heute im Käfig: Nick Hein will in Hamburg seine letzte Niederlage vergessen machen. Hein kassierte zuletzt eine Niederlage in Brasilien, sagt: „Abgehakt. Ich freue ich mich auf mein Heimspiel.

Lesen Sie auch: Nick Heins Judo und MMA

Vom Polizisten zum UFC-Fighter

Im normalen Leben ist Nick Hein Polizist in Köln. Doch in seiner Freizeit ist der 30-Jährige einer der erfolgreichsten deutschen Kämpfer in den Mixed Martial Arts (MMA). Am 31. Mai betritt er in Berlin zum ersten Mal einen Kampfkäfig des US-Verbandes Ultimate Fighting Championship "UFC", sein Gegner ist der US-Amerikaner Drew Dober, 25 - ein gelernter Bäcker.

Wenige Wochen nach seinem vierten UFC-Sieg unterschrieb der deutsche UFC-Star Nick Hein für vier weitere Kämpfe bei der weltweit führenden MMA-Organisation. Ex-Polizist Nick Hein (14-2) setzte kürzlich seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag über vier Kämpfe.

Besondere Verbindung zu Japan

Nick Hein hat mit Japan eine ganz besondere Verbindung. Im Land der aufgehenden Sonne lernte er vor einigen Jahren die Frau seines Lebens kennen, der er später in Tokyo das Ja-Wort gab. Am 27. September verschlägt es den „Seargent“ erneut nach Japan. Bei UFC Fight Night 75 wird Nick Hein (12-2) nämlich seinen mittlerweile vierten UFC-Kampf bestreiten.

„Ich war als Judoka schon häufig im Trainingslager in Japan - ich habe da meine Frau Marie kennen und lieben gelernt“, so Hein gegenüber ufc.com. „Zudem war ich schon immer ein riesiger PRIDE-Fan! Mit anderen Worten: In Tokio, und dann noch in der legendären Saitama-Arena, kämpfen zu dürfen, ist für mich die Erfüllung eines Lebenstraums.

Lesen Sie auch: Die Welt des MMA aus Sicht von Nick Schander