Nick Heins Judo-Karriere und der Weg zum MMA

Nick Hein, Jahrgang 1984, hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich, die vom Judo über seine Tätigkeit bei der Bundespolizei bis hin zum Mixed Martial Arts (MMA) reicht.

Frühe Jahre im Judo

Schon mit sechs Jahren begann Nick Hein mit Kampfsport, war in der deutschen Judo-Nationalmannschaft und konnte zahlreiche Titel gewinnen.

Bravo! Nick Hein hat es geschafft: Der Halbmittelgewichtler (-81 kg) ist Deutscher Judo-Meister.

In Esslingen gewann der 23-Jährige am 15. Oktober im Finale mit einer Yuko-Wertung gegen den Niedersachsen Christophe Lambert (TuS Holle Grasdorf).

Außerdem gab es für die SCB-Fraktion noch Silber durch Christina Marzok (-63 kg) und Bronze durch Sarah Rister (-57 kg) und Helge Molt (-90 kg).

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Fünfte Plätze belegten Iljana Marzok (-63 kg) und Michael Pinske (-90 kg). Sebastian Rowedder (-60 kg) und Stefan Thiele (-73 kg) belegten die Plätze 7.

In Santo Domingo (Dom. Rep.) gelang Tino Bierau (+100 kg) ein schöner Erfolg. Der Vize-Europameister wurde Dritter der Junioren-Weltmeisterschaften (U20). Europameister Sven Maresch (-81 kg) belegte den 5. Rang.

Ich war zehn Jahre lang Mitglied der Judo-Nationalmannschaft, bin Deutscher Meister und U23-Europameister geworden, und mein Ziel waren natürlich die Olympischen Spiele.

Als es dann darum ging, sich für Peking 2008 zu qualifizieren, hat Ole Bischof den Platz bekommen.

Dazu kam ja noch, dass ich mir in der Vorbereitung das Bein gebrochen hatte.

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Ich war ziemlich am Boden.

Ich wollte natürlich nichts mehr von Olympia wissen, habe die Wettkämpfe erfolgreich ignoriert. Bis zum Tag des Finales.

Da bin ich mit meinen Krücken dann doch zum Fernseher gehumpelt, und als ich einschaltete, sah ich, wie Ole Bischof die Goldmedaille holte.

In dem Augenblick wurde mir bewusst, wie jemand anderes meinen Traum lebt.

Das war der Wendepunkt.

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Danach ist die Flamme fürs Judo bei mir erloschen.

Ich musste was Neues machen.

Wechsel zum MMA

Früherer Judoka Hein schwärmt: „Die Champions League im Kampfsport - davon träumt jeder.“

„Eine Riesen-Ehre aber auch eine Genugtuung für mich. Ich habe sehr viel Zeit investiert - jetzt kommt die Zeit der Ernte.“

Nick Hein ist der vierte Deutsche, der für die UFC in den Käfig steigen darf.

Das war meine zweite Leidenschaft, spätestens seit ich 2001 das erste Video mit UFC-Kämpfen zu sehen bekam.

Ich legte die Kassette ein und war geschockt.

Das erinnerte mich irgendwie an den Film „Bloodsport“, wo es auch ziemlich heftig zur Sache geht.

Vor 20 Jahren gab es leider noch viel weniger Regeln als heute, im Käfig war quasi alles erlaubt, und es ging wirklich sehr blutig zu.

Das hat sich zum Glück geändert.

Heute wird sehr darauf geachtet, dass die Kämpfer sich nicht ernsthaft verletzen.

Das Schlimmste, was mir bislang passiert ist, ist eine gebrochene Hand.

Der Mixed-Martial-Arts-Kämpfer, Spitzname „The Sergeant“, wird gerade von der UFC zur deutschen Galionsfigur des Sports aufgebaut.

Am Samstag gastiert der 31-Jährige mit der Ultimate-Fighting-Championship in Berlin und kämpft gegen den ungeschlagenen Polen Lukasz Sajewski.

Dafür hat sich Hein einem monatelangen, ultraharten Training ausgesetzt.

Herausforderungen und Erfolge im MMA

Nick Hein, Kampfname „The Sergeant“, Sportart Mixed Martial Arts (MMA).

Geduldig hatte Nick Hein Pressetermine absolviert, hatte Reporterfragen auf Deutsch oder Englisch gleichermaßen eloquent beantwortet, hatte sich von der Boulevardpresse als „härtester Polizist Deutschlands“ titulieren lassen, was natürlich Unsinn war, aber immerhin Aufmerksamkeit brachte für ihn und für den in Deutschland noch immer misstrauisch angesehenen MMA-Sport.

All das hatte an diesem 31.

Ein paar Tage lang kann er den Ruhm genießen, sogar bei der Arbeit.

Als er in der Woche nach dem Kampf mit einem Kollegen zu einem Ladendiebstahl gerufen wird, erkennt ihn der Ladendetektiv: „Sind Sie nicht DER Nick Hein, der in der UFC kämpft?“ Ja, ist er.

Die Kollegen von der Autobahnpolizei bitten um Autogrammkarten.

Das Geld, das er für den Kampf und den Sieg bekam, ist längst in die nächste Vorbereitung geflossen.

Hein trainiert in verschiedenen Gyms, hat sein ursprüngliches Team, den Combat Club Cologne, kurz vor dem Kampf in Berlin verlassen.

Er sucht sich unterschiedliche Trainer für das „Team Hein“.

Einen fürs Boxen, einen für die Athletik, einen fürs Ringen, einen für den Bodenkampf.

Am Samstag steht Nick Hein erneut im Oktagon, der umzäunten Kampffläche der UFC.

Aber diesmal nicht vor heimischen Fans, sondern in Austin, Texas, USA.

Sein Gegner: James Vick, 27, aus Texas, Kampfname „The Texecutioner“, hat all seine sechs Profikämpfe gewonnen.

Vick ist 1,91 groß, das größte Leichtgewicht in der UFC, er überragt Nick Hein um 18 Zentimeter.

Von seinen 12 Kämpfen hat Nick Hein nur einen verloren, das war 2011 gegen den Bremer Sebastian Risch.

Damals kämpfte Hein noch im Mittelgewicht, inzwischen hat er aufs Leichtgewicht abgespeckt.

Die Rolle des Sports im Leben von Nick Hein

„Ich hatte mich unbesiegbar gefühlt“, sagt er.

Er meldete sich vom MMA ab, trainierte monatelang nur Boxen, beantragte eine Amateurboxlizenz, absolvierte Kämpfe.

Zurück im MMA, nahm er seinen Boxtrainer mit. Seitdem trainiert er noch härter, hat die Vorbereitung optimiert.

Nach einer Niederlagenserie im Judo schließt er sich im Gym ein, bevor die Kindergruppe kommt, die er trainiert.

Sein Vater hat ihm gesagt, man könne mit Gott auch reden, ohne zu beten.