MMA Basel: Kampfsportarten im Fokus

Mein Interesse galt schon immer mehr dem Kampfsport als der Kampfkunst oder SV-Systemen. D.h. der körperlich-sportliche Aspekt beim „Kämpfen“ als Form des reglementierten Zweikampfs stand bei mir immer im Vordergrund.

Bis ich Anfang 20 war, habe ich mich vor allem auf das Kick- und Thaiboxen konzentriert. Irgendwann hatte ich hier allerdings das Gefühl, in meiner Entwicklung zu stagnieren.

Auf der Suche nach neuem „Input“ bin ich schließlich zum Bodenkampf gekommen. Mit dem Entwicklungspotential, das diese Sportart bietet, tat sich für mich eine neue Dimension im Kampfsport auf.

Und letztlich war es bei meiner sportlichen Vergangenheit im Standkampf von hier aus nur noch ein kleiner Schritt zum MMA.

Warum gerade MMA?

Der Name Mixed Martial Arts (zu Deutsch: Gemischte Kampfkünste, oder besser Gemischte Kampfsportstile), gibt schon eine wichtige Antwort auf diese Frage. Hier werden die Ansätze traditioneller Kampfsportarten wie Boxen, Thaiboxen, Ringen, Judo etc. in einem Zweikampfsystem vereint.

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Damit ist MMA unter den verschiedenen Kampfsportarten ungefähr das, was der Zehnkampf in der Leichtathletik ist. Es wird in allen drei Distanzen (Stand-Clich-Boden) gekämpft.

Dadurch kann der einzelne Kämpfer aus einer großen Vielzahl an einzelnen technischen und vor allem taktischen Mitteln wählen, um sich durchzusetzen. Die Faszination des Sports besteht somit in seiner Komplexität.

Wahrscheinlich gibt es keinen Sport, der so viele Variablen hat wie MMA. Und damit gibt es auch keinen Sport, der so hohe technische und körperliche Ansprüche an den einzelnen Athleten stellt. Eine intensive Beschäftigung mit diesem Sport ist eine nicht endende Herausforderung.

MMA Training: Eine vielseitige Herausforderung

Man kann schlecht von „dem einen“ MMA Training sprechen. Schon allein deshalb, weil die einzelnen Disziplinen regelmäßig gesondert trainiert werden.

D.h. der Standkampf (also Boxen, Thaiboxen, Kickboxen etc.), der Bodenkampf (Luta Livre; BJJ) und das Ringen werden eigenständig behandelt.

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In jeder ambitionierten MMA-Schule wird man auf dem Stundenplan Trainingseinheiten finden, die sich z.B. nur dem Standkampf oder nur dem Ringen und/oder Bodenkampf widmen. Daneben muss es natürlich auch Einheiten geben, in denen das alles zusammengeführt und Sparring gemacht wird.

Aber die richten sich meist an diejenigen Sportler, die schon solide Grundlagen in den anderen Disziplinen haben. Die verletzen sich dann auch nicht gegenseitig. Verletzungen im Training sind die Ausnahme, da ist Fußball viel gefährlicher.

Wie wird man als Anfänger herangeführt?

Wie ich oben schon sagte, man trainiert zunächst die einzelnen Disziplinen gesondert und unabhängig voneinander. Aus meiner Sicht ist es für komplette Einsteiger empfehlenswert, sich zunächst entweder auf den Stand- oder den Ring- bzw. den Bodenkampf voll zu konzentrieren.

Wenn dort die Grundlagen erworben wurden, kann man sein Repertoire entsprechend erweitern. Um es noch mal zu sagen: meiner Meinung nach ist das MMA-Training nichts für Kampfsportanfänger!

Man wird ein guter Sportler, wenn man sich in diese Richtung zu entwickeln versucht. Von vornherein würde ich niemanden kategorisch vom Training abraten. Körperliche Schwäche ist auf jeden Fall kein Hinderungsgrund.

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MMA ist keine Selbstverteidigung

MMA ist keine Selbstverteidigung. Wir betreiben sehr ernsthaften Sport. Wer sich gegen Handtascheräuber und Junkies verteidigen will, der soll sich ruhig auf dem hier in Deutschland sehr großen SV-Markt bedienen.

MMA im Aufwind

MMA erlebt gerade einen großen Boom.

We Love MMA kommt ins Dreiländereck nach Basel

Das Kampfsportspektakel "We love MMA" kommt ins Dreiländereck. Die größte deutsche MMA-Serie feiert am 26. November ihre Premiere in der Schweiz, in der St. Jakobshalle Basel.

In zwölf Mixed Martial Arts-Kämpfen, darunter auch ein Frauen-Fight, messen sich die Fighter im Oktagon in der St. Jakobshalle Basel. Für die Mixed Martial Arts Fights reisen die besten Kämpfer aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich an.

Im Federgewicht trifft der Schweizer Diego Diserens (Ultimate Fight Crissier) auf den Münchner Michael Deiga-Scheck (Pound for Pound Munich). Diego betritt vor heimischer Kulisse zum ersten Mal den We love MMA-Oktagon. Man darf gespannt sein, wie er sich gegen den gebürtigen Brasilianer Deiga-Scheck behauptet.

Im Halbschwergewicht gibt es ein Schweizer Duell. Idris Amizhaev wird für das Züricher Gym 360 Martial Arts antreten. Sein Gegner ist Mihajlo Vaskovic vom Dullikener Looks Gym. Und auch aus Genf werden Sportler anreisen, wie Anthony Gace vom MMA Geneva oder Frederico “Muskito” Gutzwiller vom Igor Araujo MMA Team Geneva.

Eine ganz besondere Premiere feiert We love MMA in der Schweiz. So steht der erste Titelkampf in der Geschichte der Kampsportserie an. Für diese Meisterschaftskämpfe qualifizieren sich Sportler, die im We love MMA-Ranking ganz oben stehen.

Im Mittelgewicht ist Dustin Stoltzfus vom Frankers Fight Team auf Platz 1. Er trifft am 26. November auf Amil Moscatelli vom Team MMA Spirit. Stoltzfus trat schon vier Mal bei We love MMA an und weist eine lupenreine Statistik auf - vier Siege lassen keinen Zweifel an seinem Können.

Moscatelli kämpft nun schon zum siebten Mal bei We love MMA, mit vier Siegen im Rücken reist er hochmotiviert nach Basel. Beide werden Kampfkunst auf höchstem Niveau präsentieren und die St. Jakobshalle zum Beben bringen. Karten für das Kampfsportspektakel in Basel gibt es ab 25 CHF zzgl.

Kampfsportakademie Baselland

Die Kampfsportakademie Baselland bietet Mixed Martial Arts, Enshin Kickboxen und BJJ in Muttenz an. Das Lin Kuei Gym bietet MMA, Enshin Kickboxen und Newguard BJJ an.

Du interessierst dich für Kampfsport und legst Wert auf eine angenehme, familiäre Atmosphäre, auf kompetente Trainer, die dich antreiben und an deine Grenzen bringen, so dass du über dich selber hinauswachsen kannst? Dann bist du hier bei uns an der richtigen Adresse.

Egal ob MMA, Kickboxen oder BJJ, egal ob Hobbysportler oder Wettkämpfer, wir bringen dich ans Ziel!

We Love MMA in Nürnberg

Am 02. Oktober 2021 werden die Fäuste in Nürnberg fliegen und es gibt krachende Takedowns zu bestaunen. Die ersten Kämpfe für die Premiere in Franken stehen bereits fest.

So wird im Weltergewicht Dominik Vetek von Planet Eater gegen Chris Wilson vom Southpaw Gym antreten. Bei einem der Hauptkämpfe des Abends wird es richtig prominent.

RTL Temptation Island Teilnehmer Mario Wittmann von MMA Mundial trifft auf Nils Wernersbach von Suum Cuique Mainz. Der in Ingolstadt lebende Wittmann dürfte einen Heimvorteil haben und auch die weiblichen Fans werden ihn anfeuern. Sein Coach Angelo ist von der Top-Form seines Schützlings überzeugt.

Von alldem wird sich Wernersbach aber nicht allzu sehr beeinflussen lassen und seinerseits alles versuchen, den Kampf zu gewinnen. Damit stehen die ersten drei von bis zu 12 Kämpfen für Nürnberg fest.

We Love MMA ist das ultimative Kampfsportspektakel. Mit mehr als 50 Veranstaltungen und über 200.000 Besuchern ist es eine der bekanntesten und erfolgreichsten Mixed Martial Arts-Serien in Europa.

We Love MMA wurde 2010 in Berlin gegründet. Seit Jahren bricht der Mixed Martial Art Sport alle Rekorde. We Love MMA ist eine der größten Serien in Europa und bietet den Sportlern und Fans hierzulande die Chance hochklassige MMA-Kämpfe zu erleben.

Nach Events in großen Arenen wie der Mercedes-Benz Arena Berlin, der Barclaycard-Arena Hamburg, der SwissLife Hall Hannover, der Carl Benz Arena Stuttgart, der König-Pilsener Arena Oberhausen, der St. Jakobshalle Basel oder der Wiener Stadthalle, kommt die Serie am 2. Oktober 2021 zur Premiere nach Nürnberg.

Der Vorverkauf läuft bereits auf Hochtouren. Der Veranstalter nimmt die Frankenmetropole fest in den Veranstaltungskalender auf, damit können sich die Fans bereits jetzt auf die Fortsetzung im Herbst 2022 freuen.

MMA: Mehr als nur Schlägerei

Paule Häcker drückt den Rücken gerade und die Brust raus. Der junge Berliner ist nur ein Weltergewichtler, aber seine Bewegungen sind kräftig. Unter dem weißen Hemd trägt der 21-Jährige eine Goldkette und ein Leoparden-Tattoo auf der Brust, sein Kampfname ist „Panther“.

Ein Auge ist blutunterlaufen, beide Ohren sind angeschwollen. „Blumenkohlohren“, erklärt er. „Es gibt Mädchen, die fahren total darauf ab. Für mich sind sie ein Zeichen von Stärke und Männlichkeit.“ Deswegen lässt er sich den Dauerbluterguss nicht aus den Ohren operieren.

In Deutschland schauen ihn Leute auf der Straße deshalb schief an. Häcker stört das nicht. „MMA ist einfach die Zukunft, weil es das Echteste ist“, schwärmt er. „Die Faszination ist, dass es total extrem ist: Kämpfen auf nächster Ebene.“

Weil Boxen, Kickboxen und Ringen fast ohne Regeln kombiniert werden, lasse sich endlich herausfinden, wer wirklich der ultimativ beste Kämpfer sei.

Kritiker halten Free Fight oder Ultimate Fighting, wie MMA auch genannt wird, für eine brutale Schlägerei unter dem Deckmantel Sport. Jahrelang durfte das Fernsehen keine Käfigkämpfe zeigen. In Ostdeutschland glitten Kampf-Events in die rechte Ecke ab.

Doch MMA boomt. In den USA macht die Ultimate Fighting Championship (UFC) Kämpfer zu Millionären. Nach Deutschland tourt der Veranstalter „We love MMA“ jetzt auch durch Basel und Wien.

Das Event in Berlin zieht erstmals vom Tempodrom in die Großarena um. Profis gibt’s hierzulande noch keine, aber Häcker möchte einer werden.

„Wenn ich merke, dass genug Geld herumkommt, würde ich alles an den Nagel hängen“, sagt der Auszubildene aus Bohnsdorf. Er hat seine Berufung gefunden, auf Umwegen. Er sei ein Schulhofschläger gewesen, gibt Häcker zu.

Seine Mutter brachte ihn zunächst zum Jiu-Jitsu, der Junge sollte seine Aggressionen abbauen. Der Junge dagegen wollte, wie Häcker freimütig einräumt, „zum Superschläger werden“.

Doch als er mit 14 Jahren in den Gym von Michael Behrendt kam, erinnert sich sein Trainer, „bekam er erstmal den Hosenboden langgezogen - und fühlte sich wohl dabei.“ Häcker sei nicht auf der Suche nach Opfern gewesen, sondern nach Gegnern, sagt Behrendt. „Jetzt hat er seine Gegner.“

Seit 30 Jahren ist Behrendt im Kampfsport und als Hallensprecher unterwegs. „Kämpfen liegt in der Natur des Menschen“, sagt der Trainer mit dem Pferdeschwanz. „Wir wollen nicht gefüttert werden, sondern jagen, uns die Dinge verdienen.“

Kampfsport habe auch etwas mit Selbstachtung zu tun. Seit er den Sport betreibe, beteuert Häcker, habe er außerhalb der Halle keine Schlägerei mehr gehabt. „Ich weiß, was ich kann, die anderen haben es gehört“, sagt er gelassen und stolz, „ich muss nichts mehr beweisen.“

Etwas mehr Anerkennung in Deutschland würde Häcker sich aber schon wünschen für seinen Sport, den viele als Schlägerei abtun. „Optisch ist der Anblick für die Leute gewöhnungsbedürftig, es gibt keine Kampfsportkultur wie in Osteuropa oder Amerika“, klagt er.

Viele Zuschauer fasziniert aber gerade die rohe Gewalt an MMA. Trainer Behrendt stört sich an Voyeurismus. Wenn Handykameras blutende Kämpfer filmen, stellt er sich in den Weg. „Wer Blut sehen will, der soll ins Schlachthaus gehen“, sagt er.

Natürlich fließe beim Kampfsport oft mal Blut. Aber die häufigsten Verletzungen seien Platzwunden oder Nasenbeinbrüche, also nur oberflächlich. Beim Fußball oder Skifahren gehe es dagegen an Knochen und Bänder.

Behrendt zitiert Studien, die belegten, dass MMA für die Gesundheit nicht gefährlicher sei als Boxen. Dennoch hatte Behrendt seinem Schützling Häcker geraten, sein Abitur zu machen und dafür eine MMA-Pause einzulegen. Profi werden sei eher unrealistisch.