Mark Wieser, auch bekannt als Mikki Baracuda, ist ein bekannter Name in der Welt des Muay Thai. Der Laimer hat es geschafft, sich in dieser harten Kampfsportart einen Namen zu machen und zahlreiche Erfolge zu feiern. Doch wie begann seine Reise?
Der Traum vom Thai-Boxen
Schon als Junge interessierte sich Wieser für Kampfsportfilme. Mit elf Jahren begann er selbst mit dem Training. Trotz der Kritik seiner Eltern widmete er sich ganz dem Sport. Während seiner Lehre zum Koch las er viel über Thailand, brachte sich selbst die Sprache bei und reiste in das Land, um die Menschen kennenzulernen.
Mit 18 Jahren brach er seine Ausbildung ab und zog nach Thailand, um Kämpfer zu werden. Doch der Weg war steinig: Die Trainer waren skeptisch, was denn der weiße Junge bei ihnen wollte. "Damals war das nicht so einfach. Die Trainer wollten keine Weißen unterrichten. Die dachten, dass ich die Tradition nicht ernst nehme."
Doch Mark Wieser gab nicht auf - bis er tatsächlich mittrainieren durfte. Irgendwann fand er ein Gym, das ihn aufnahm. Eine Holzhütte auf Stelzen, mit Betonboden. Oben wurde geschlafen. Zwischen den Stelzen, über dem erdigen Boden, hingen Sandsäcke. Jeden Tag hat er gebetet, jeden Tag trainiert. Sein Leben drehte sich allein ums Thaiboxen.
„Ich hatte am Anfang immer Blutblasen an den Füßen. Irgendwann hat das aufgehört und dann haben auch die Trainer gemerkt: ,Der Junge will wirklich'", erzählt Wieser.
Lesen Sie auch: Kampfsport als Ausgleich: Mark Zuckerberg
Erfolge und Rückschläge
Wieser kehrte nach München zurück, machte seine Ausbildung fertig. Es dauerte Jahre, bis er das Bein wieder belasten und kämpfen konnte. 2004 eröffnete er sein eigenes Studio, das Baracuda-Gym, wo er bis heute die Werte des Thaiboxens weitergeben möchte: "Wir haben hier keine Leute, die sich prügeln wollen. Jede Art von Gewalt außerhalb des Rings führt zum Ausschluss," sagt Wieser.
Doch seine schlimmste Verletzung kam nicht vom Kämpfen. Mit 20 hatte Wieser einen Motorradunfall. Der Arzt wollte sein linkes Bein amputieren. "Der hat mir gesagt, er müsse das machen, um mein Leben zu retten. Ich hab ihm gesagt, dass mein Leben Muay Thai ist."
Der Arzt schnitt sein Bein nicht ab.
Es hat sich gelohnt: Heute ist Mark Wieser Weltmeister in zwei Muay Thai-Profiverbänden.
Der letzte Kampf
Am 21. August trat er in Thailand zu seinem letzten Kampf an. Es ging um drei Weltmeistertitel, unter anderem um den höchsten Gürtel, den es im Thai-Boxen gibt. „Den hat noch nie ein Europäer getragen“, sagte er.
Lesen Sie auch: Die Geschichte von Mark Keller
Wieser war 43, beim Kampf war er 44. Sein Gegner war 26, als Einheimischer an das schwüle Klima besser gewöhnt, der Wettkampf im Chokchai Muay Thai-Stadion in Phuket war für ihn ein Heimspiel.
Monatelang hatte sich der Laimer auf den Kampf vorbereitet und sich auch von Rückschlägen wie kleineren Verletzungen nie von seinem Ziel abbringen lassen. „Die sehr lange und sehr harte Arbeit und das harte Training haben sich gelohnt", sagt er.
Im Ring überraschte Mark Wieser seinen Gegner mit einem extrem offensiven Kampfstil: Schon die erste Schlagkombination des Laimers traf Konglhansuan so hart, dass er zu Boden gehen musste. Nachdem der Kampf wieder freigegeben wurde, gelangen Wieser weitere schwere Box- und Ellenbogentreffer in Serie - der Gegner ging erneut zu Boden. Schließlich beendetet Mark Wieser den Kampf mit einer Kombination von verschiedenen Schlägen und einem schweren Low-Kick, der den Gegner von den Füßen riss. Für Wieser bedeutetet das: Sieg durch KO in der ersten Runde.
Für den Laimer und sein Team, seine Familie und seine Freunde gab es kein Halten mehr: Die Trainer und Zuschauer stürmen in den Ring, um zu gratulieren. Direkt im Anschluss bekam Mark Wieser die Gürtel im Ring überreicht.
Nach seinem Sieg darf er den „Nai Khanom Tom"-Gürtel tragen: Das ist der höchste Gürtel, den es in der Disziplin gibt. Vor Wieser hatte ihn noch nie ein Europäer errungen. Außerdem ist der Laimer jetzt fünffacher Muay Thai Profi-Weltmeister in verschiedenen Weltverbänden.
Lesen Sie auch: Die Rolle von Mark Wahlberg in der UFC
Familie und Zukunft
Bevor er in den Ring stieg, kämpfte sein 13-jähriger Sohn Marino. Der ist ebenfalls schon dreifacher Amateurweltmeister.
Auch Marino hat im Chokchai Muay Thai-Stadion am selben Abend gekämpft - und auch er hat seinen Kampf gewonnen. Er besiegte seinen Gegner nach einem harten Kampf in Runde 4 durch KO. Der Teenager sicherte sich damit den „International Muay Thai Champion"-Gürtel".
Trotz des Erfolgs steht für ihn fest: Nach diesem Kampf, seinem 150., wird er nie wieder in den Ring steigen: „Danach ist definitiv Schluss“, hatte er schon im Voraus angekündigt. Dem Sport wird er aber trotzdem treu bleiben: als aktiver Sportler und als Trainer.
Für Nachwuchs hat er ebenfalls schon gesorgt: Mark Wiesers Söhne Marino (13) und Mika (5) sind wie er begeisterte Thai-Boxer.
Dem Sport möchte er aber treu bleiben: Als Trainer, als größter Fan seiner Söhne Mika (5) und Marino (13), die seine Leidenschaft geerbt haben, und als aktiver Sportler.
„Ich habe eine Einladung, von der thailändischen Uni, bei einem Großmeister weitere Prüfungen abzulegen.“
Am Sonntagmorgen landen sie wieder in München. Die Box-Kollegen haben schon angekündigt, den erfolgreichen Kämpfern dann am Flughafen einen gebührenden Empfang bereiten zu wollen.
Mikki Baracuda, der außerhalb des Rings Mark Wieser heißt, steht in seinem Münchner Thaibox-Studio, das vollgepackt ist mit Pokalen und glänzenden Gürteln, im Hintergrund läuft thailändische Musik. "Muay Thai ist mein Leben", sagt er, "meine Familie und ich, wir leben nach der Werten, den Traditionen und der Philosophie dieses Sports."
Wieser: „Den Sieg wollte ich nach Hause bringen. Jetzt konzentriere ich mich darauf, feine Kämpfer zu schulen.“
Zusammenfassung der Erfolge von Mark Wieser
| Titel | Details |
|---|---|
| Fünffacher Weltmeister | Muay Thai Profi-Weltmeister in verschiedenen Weltverbänden |
| Nai Khanom Tom Gürtel | Höchster Gürtel im Muay Thai, erster Europäer der ihn errungen hat |
