Tragödie in der Silvesternacht: Kugelbombe tötet deutschen Karate-Meister Corre A.

Die Silvesternacht endete für die Familie und Freunde von Corre A. in einer Tragödie. In Karate war er ein Ausnahmetalent, gewann bei Deutschen Meisterschaften mehrfach Gold und Silber: Nun ist Corre A. tot. Der 20-Jährige aus Hamburg ist einer von fünf Deutschen, die in der Silvesternacht beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern ums Leben kamen.

Der Unglücksort

Der Unglücksort: ein Kohlrabifeld östlich des Oortkatenweges im Hamburger Stadtteil Ochsenwerder. Zum Jahreswechsel war Corre A. dort gemeinsam mit seinem gleichaltrigen Kumpel Kalle unterwegs, um Feuerwerk zu zünden. Zunächst verwendeten sie wohl handelsübliche Raketen. Irgendwann soll Corre A. seinem Begleiter dann aber gesagt haben, er habe noch etwas ganz Besonderes dabei: eine selbst gebaute Kugelbombe.

Warnung des Freundes

Dem Freund war die Sache nicht geheuer. Bevor er das Feld verließ und auf Abstand ging, soll er Corre A. noch eindringlich davor gewarnt haben, die Bombe zu zünden. Hätte Corre A. nur auf seinen Freund gehört.

Die Detonation

Im selben Moment, in dem Corre A. die Lunte in Brand setzte, kam es auch schon zur Detonation. Da er dabei direkt in die Abfeuervorrichtung schaute - ein Abflussrohr aus Plastik - erlitt Corre A. erhebliche Gesichts- und Kopfverletzungen. Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr Hohendeich versuchten, den jungen Mann zu reanimieren - doch es war schon zu spät. Corre A. starb noch vor Ort.

Wer war Corre A.?

Nun wurde bekannt: Der junge Mann, der von einer Kugelbombe zerrissen wurde, war Corre A. - ein großes Karate-Talent. „Das ist für uns unbegreifbar. Ich habe ihn lange trainiert. Er war eines der größten Karate-Talente, die wir hatten. Mit acht Jahren fing er an. Corre sei tödlich verunglückt. Der Vater bat mich, alle zu informieren“, sagte Karate-Chef-Landestrainer Timo Stieger-Fleischer der „Bild“.

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In einem Interview mit dem "SHZ" aus dem Jahr 2021 erzählte Vater Michael, sein Sohn sei ein kränkliches Kind gewesen, habe nach der Geburt zwischen Leben und Tod geschwebt und auch noch als Erwachsener unter ADHS gelitten, einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung.

Karriere im Karate

Corre A. kam zu Karate, um Energie abzubauen. „Der Kleine biss sich durch, war ein richtiges Energiebündel“, erzählte Vater Michael. Gezielt habe er deshalb für seinen Sohn eine Sportart gesucht, bei der er überschüssige Energie abbauen konnte. So kam der Junge zu Karate - und war schnell erfolgreich.

Corre A. galt als „Reinbeks Karate-Kid“, denn obwohl er am Ochsenwerder Elbdeich zuhause war, trainierte er bei der Turn- und Sportvereinigung TSV Reinbek östlich von Hamburg. In den vergangenen Jahren siegte Corre A. bei etlichen internationalen Topturnieren, zeichnete sich auf höchster Ebene aus. Vor vier Jahren wurde er Deutscher Junioren-Meister im Karate. Nach fünf deutschen Vize-Meisterschaften gelang ihm 2021 mit dem Gewinn der deutschen Junioren-Meisterschaft der große Wurf. Im selben Jahr gab Corre A. in Finnland sein Debüt bei einer Europameisterschaft und zählte fortan zur nationalen Elite. Sein Coach Timo Stieger-Fleischer nannte ihn einmal ein „Ausnahmetalent“.

Corre A. liebte den Nervenkitzel. Die Schattenseite: Corre A. hatte offenbar die Neigung, bis an die Grenzen des Machbaren zu gehen, suchte den Nervenkitzel. Vor einem Jahr fing er beispielsweise mit dem Motorradfahren an und sagte darüber in einem Zeitungsinterview: „Es ist ähnlich wie beim Karate, ich mag das Adrenalin, bin fokussiert und fühle mich sehr lebendig.“

Die Kugelbombe

Er wollte mit einem gewaltigen Feuerwerk ins neue Jahr starten. Doch für den 20-Jährigen endete die Silvesternacht in Hamburg tödlich. Jetzt wurde bekannt: Der junge Mann, der von einer Kugelbombe zerrissen wurde, war Corre A. - ein großes Karate-Talent.

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Der junge Sportler hätte sich vorher über Kugelbomben informiert. Man schieße sie aus einem Rohr ab, und in 100 bis 300 Meter in der Luft Würden sie dann explodieren. Doch die Kugelbombe, die Corre A. entzündete, „scheint direkt detoniert zu sein“, sagte Stieger-Fleischer: „Die Jungs dachten, wenn sie sich an den Plan halten, dann kann man das kontrollieren. Sie haben nicht damit gerechnet, dass es fehlerhaftes Material gibt.“ Die Polizei spricht von „nicht zugelassener Pyrotechnik“.

Familie, Freunde und sein Sportverein planen jetzt eine große Trauerfeier für das Karate-Talent.

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