Was ist Krav Maga?
Krav Maga wird zwecks Vereinfachung oft als Kampfsportart oder Kampfkunst beschrieben. Zwar enthält Krav Maga als eklektisches Selbstverteidigungssystem unter anderen Techniken aus klassischen Kampfsportarten wie Judo, Karate oder Taekwondo, unterscheidet sich jedoch in der Intention deutlich von diesen traditionellen Systemen. Krav Maga kombiniert die effektivsten Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten wie z.B. Muay Thai, Kickboxen, Jiu Jitsu, Aikido und Karate. Grundelemente des KMS sind den Budosportarten, also den japanischen Kampfkünsten entnommen. Es finden sich aber auch Einflüsse aus dem Kung Fu, Kickboxen und auch dem klassischen Boxen.Zielsetzung
Ziel des Krav Maga ist es, Privatpersonen einfache, auf intuitiven Reaktionen aufbauende Techniken zu vermitteln, die unter Stress schnell angewandt werden können, um Übergriffe - egal ob bewaffnete oder unbewaffnete - auf die eigene oder dritte Personen abzuwehren. Krav Maga dient alleine der Selbstverteidigung in einer Gefahrensituation und ist nicht für sportliche Wettkämpfe geeignet. Wir trainieren nicht, um einen Gegner zu besiegen. Wir trainieren, um die schlimmsten Situationen auf der Straße zu vermeiden und zu überleben.Realitätsnähe
Krav Maga zeichnet sich durch Realitätsnähe aus. Dies wird auch im Training deutlich, wenn nicht nur aus allen Lagen (liegend, stehend, sitzend), sondern auch unter verschiedensten Bedingungen trainiert wird. Ein zentraler Schwerpunkt von Krav Maga ist es, Gefahren zu erkennen und zu meiden. Sie lernen mögliche Schlaghemmungen zu durchbrechen und auch unter Stress handlungsfähig zu bleiben.Anpassungsfähigkeit
Krav Maga ist ein flexibles System, das ständig den Erfordernissen im zivilen und professionellen Bereich angepasst und für die Belange von Selbstverteidigung, Selbstschutz und Selbstbehauptung weiter entwickelt wird. Durch die tagtägliche Anwendung des Krav Maga bei polizeilichen und militärischen Behörden weltweit müssen sich die Techniken bewähren. Durch deren Analyse und der Kooperation mit dem professionellen Bereich (Polizei, Militär, Sicherheitsbranche) werden Techniken immer wieder an sich verändernde Situationen angepasst.Unterschiede zu anderen Kampfsportarten
Im Vergleich zu anderen Kampfsportarten, sei es wettbewerbsorientierte wie Boxen, MMA, BJJ und Muay Thai oder traditionelle wie Aikido oder Tai Chi, gibt es zwei wesentliche Unterschiede. Erstens konzentrieren sich wettbewerbsorientierte Kampfsportarten auf den sportlichen Wettkampf und dessen Regeln, während Krav Maga-Experten lernen, sich auf der Straße zu verteidigen, ohne sich an Fair-Play-Regeln zu halten. Zweitens legen traditionelle Kampfkünste oft Wert auf Formen und Rituale, manchmal auf Kosten der praktischen Effektivität. Es ist wichtig zu betonen, dass dies keine Abwertung anderer Kampfkünste darstellt. Jede Kampfkunst hat ihre eigenen Ziele und kann viel lehren. Doch Krav Maga hebt sich durch seine klare Ausrichtung auf realistische Selbstverteidigung hervor.Keine Wettkämpfe und Regeln
Es gibt hier keine festgelegten Bewegungsabläufe (Katas) und keine artistischen Elemente. Keine Uniformen, keine Wettkämpfe und keine Regeln. Nur Deine Reaktion, Schläge, Griffe und Blöcke. Bei Krav Maga nutzen wir Deine natürlichen Reflexen und ergänzen diese mit effektivsten Kampf- und Waffentechniken, die Du schnell beherrschen kannst.Zielgruppe und Voraussetzungen
Das Programm ist so aufgebaut, dass sich auch ungeübte und weniger sportliche Frauen und Mädchen schon nach einigen Trainingsstunden sicherer und aufgeklärter fühlen. Sie verbessern ihre körperliche Fitness und Beweglichkeit. Ein Einstieg in den laufenden Unterricht ist immer möglich. Dazu sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Aufgrund der rotierenden Lehrpläne werden die Trainingsinhalte regelmäßig aufgefrischt. Das Besondere an dem Selbstverteidigungssystem ist, dass es für jeden geeignet ist. Es ist vollständig unabhängig von Alter, Geschlecht oder Körpergröße.Ausrüstung
Beim Krav Maga Training wird eine persönliche Schutzausrüstung getragen (Tiefschutz - für Männer obligatorisch, Zahnschutz, evtl. Schienbein- und Ellenbogenschoner, ggf. Kopfschutz).Die wichtigsten Aspekte des Krav Maga Trainings
Das Kampfsystem basiert mehr auf Prinzipien als auf einer Sammlung bestimmter Techniken. Je nach Schwerpunktsetzung - etwa zur Konfliktvermeidung oder auf Selbstverteidigungstechniken speziell für Frauen - werden die passenden Mittel zum Zweck gelernt. Die einzelnen Techniken werden individuell zusammengestellt. Deshalb ist es möglich, Größen- und Kraftunterschiede zwischen Kämpfern durch schnelle Reflexe oder ein vermeintlich unsportliches, aber in puncto Selbstverteidigung effektives Vorgehen auszugleichen.Techniken und Taktiken
Um Angreifer möglichst schnell zu stoppen, kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz. Die einzelnen Techniken werden gezielt gegen schmerzempfindliche Punkte des Gegners eingesetzt, also bspw. mit einem Tritt in die Weichteile oder Stiche mit den Fingern in die Augen. In Krav Maga darf man alles, was einem als Waffe zur Verfügung steht, einsetzen. Auch den eigenen Körper. Deshalb durchläufst Du in jeder Klasse eine Reihe von Aufwärm-, Cardio,- und Kraftübungen.Szenario-Drills
So wirst du im Training, natürlich immer unter Berücksichtigung des Sicherheitsaspekts, möglichst nah an reale Gewaltsituationen herangeführt. Du lernst beispielsweise einen Schlag abzuwehren, wenn du dem Angreifer direkt gegenüber stehst, du deine Hände schon zum Schutz oben hast und bereit für die Situation bist. Ebenso lernst du durch ausgefeilte Trainingsmethoden auch Angriffe abzuwehren, wenn diese völlig unvorbereitet kommen und deine Hände etwa unten sind. Auch völlig andere Settings werden trainiert, z.B. im Sitzen, im Liegen, im Dunkeln oder die Verteidigung gegen mehrere Angreifer.Die Vorteile von Krav Maga
Beeindruckend, adrenalingeladen und effektvoll - das Training macht Dich richtig fit, stark und selbstsicher! Sie lernen mögliche Schlaghemmungen zu durchbrechen und auch unter Stress handlungsfähig zu bleiben. Sie lernen „Nein“ zu sagen, auch wenn dies nicht immer leicht fällt. Das Programm ist so aufgebaut, dass sich auch ungeübte und weniger sportliche Frauen und Mädchen schon nach einigen Trainingsstunden sicherer und aufgeklärter fühlen. Sie verbessern ihre körperliche Fitness und Beweglichkeit. All das verändert die mentale Haltung und wirkt sich auf viele Menschen sehr positiv aus. Frauen, Männer, Teenager und Kinder lernen, dass in ihnen mehr steckt, als sie erwarten würden. Zudem werden die Fitness und der Körper enorm trainiert.Effektivität und Anpassungsfähigkeit
Anwendungserfolge stellen sich bei regelmäßigem Training, gerade in der Anfangsphase relativ schnell ein. Du lernst die nötigen Reaktionen momentan abzurufen, die Bedrohungen neutralisieren oder entkommen und auch unter psychischem Druck Angriffe zu meistern.Krav Maga Organisationen
Die International Krav Maga Federation (IKMF) wurde 1996 von führenden Krav Maga Experten mit der Zielsetzung gegründet, das Selbstverteidigungssystem Krav Maga weltweit bekannt zu machen. Die IKMF ist die weltweit größte Krav Maga Organisation und hat ihren Hauptsitz in Netanya, Israel. Seit dem in Deutschland Instructoren nach dem internationalen Standard der IKMF ausgebildet werden, wächst die Anzahl der Standorte auch in Deutschland.Patchsystem
Während traditionelle Kampfsportarten ein Gürtelsystem haben, benutzt die IKMF ein Patchsystem. Diese Level Tests werden von einem Mitglied des Global Instructor Teams aus Israel, einem Landesdirektor, einem Mitglied des Expert Instructor Teams oder einem hochrangigen Instructor durchgeführt.Krav Maga im Vergleich zu anderen Kampfsportarten
Hier ist eine vergleichende Tabelle, die Krav Maga mit anderen beliebten Kampfsportarten vergleicht:| Kampfsportart | Fokus | Regeln | Ziel |
|---|---|---|---|
| Krav Maga | Selbstverteidigung | Keine | Überleben und Neutralisierung von Bedrohungen |
| Boxen | Schläge | Ja | Sportlicher Wettkampf |
| Judo | Würfe und Bodentechniken | Ja | Gegner kampfunfähig machen |
| Karate | Schlag- und Tritttechniken | Ja | Körper und Geist kontrollieren |
| Muay Thai | Schläge, Tritte, Knie- und Ellenbogenschläge | Ja | Effektiver Standkampf |
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