Krav Maga: Ein eklektisches Selbstverteidigungssystem und seine Kampfsportarten

Krav Maga nutzt als sogenanntes eklektisches Selbstverteidigungssystem bewährte Techniken ausgesuchter Kampfsportarten. Oberste Priorität hat die Funktion und Effizienz bei der Abwehr von Angriffen. Kampfkunst, tradierte Abläufe und damit verbunden auch ästhetische Komponenten sucht man vergebens.

Als Begründer gilt der slowakische Boxer Imrich Lichtenfeld († 87), der Anfang des 20. Jahrhunderts damit begonnen hat, Juden in Selbstverteidigung zu unterrichten. Sie sollten sich vor antisemitischen Übergriffen schützen können. Dafür nutzte er Techniken aus dem Boxen und Ringen und ergänzte sie durch Kampftechniken aus dem Jiu-Jitsu, die er von seinem Vater, einem Polizisten, gelernt hatte. Ab 1948 gab Lichtenfeld sein Wissen als Nahkampfausbilder im israelischen Militär weiter.

Es finden sich aber auch Einflüsse aus dem Kung Fu, Kickboxen und auch dem klassischen Boxen. Grundelemente des KMS sind den Budosportarten, also den japanischen Kampfkünsten entnommen.

Krav Maga ist ein höchst effizientes Nahkampfsystem, das in den 1950er Jahren im Auftrag der israelischen Armee entwickelt wurde. Krav Maga kombiniert die effektivsten Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten wie z.B. Muay Thai, Kickboxen, Jiu Jitsu, Aikido und Karate.

Die Top 7 Kampfsportarten zur Selbstverteidigung

Selbstverteidigung ist nicht nur ein Mittel, um sich in brenzligen Situationen zu schützen - es ist ein Weg, seine innere Stärke zu entdecken und sein Vertrauen zu stärken.

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1. Krav Maga - Die Königsklasse der Selbstverteidigung

Krav Maga wurde speziell für das israelische Militär entwickelt und legt den Fokus auf realistische Selbstverteidigungssituationen. Es kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten und simplifiziert sie für den Straßenkampf, sodass es leicht zu erlernen und anzuwenden ist.

Vorteile:

  • Einfach und effektiv: Krav Maga lässt sich in kürzester Zeit erlernen und anwenden.
  • Realitätsnah: Die Techniken sind auf reale Bedrohungsszenarien ausgelegt, was dir ein gutes Gefühl der Sicherheit gibt.
  • Integrierter Ansatz: Kombination von Schlägen, Tritten und Abwehrtechniken gegen Waffen.
  • Stressbewältigung: Training unter simulierten Stressbedingungen, wodurch du auch in echten Gefahrensituationen ruhig und effektiv reagieren kannst.
  • Ganzkörper-Workout: Verbesserte körperliche Fitness und Ausdauer.
  • Selbstbewusstsein: Aufbau von sicherem und entschlossenem Handeln in Gefahrensituationen.
  • Präventive Strategien: Erlernen von Techniken zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung von Gefahrensituationen.
  • Flexibilität: Anwendbar für Menschen jeden Alters und Fitnesslevels.

Techniken:

  • Direkte und schnelle Angriffe auf Vitalpunkte.
  • Anwendung von Hebeln, Würfen und Kontrollgriffen.
  • Realistischer Umgang mit Bedrohungen von Messer- und Stockangriffen sowie Schusswaffen.

Krav Maga lehrt, dass es keine unfairen Taktiken gibt, sondern nur Techniken, die dein Überleben sichern.

2. Wing Chun

Wing Chun, eine traditionelle chinesische Kampfsportart, wurde speziell für die Selbstverteidigung entwickelt. Deren Philosophie beruht auf Effizienz und Schnelligkeit.

Vorteile:

  • Schnell zu erlernen, ideal für Nahkampfsituationen.
  • Effektive, direkte Angriffe und Defensive.

Techniken:

  • Direktes Angreifen der Vitalpunkte, Kombination aus Blocken und Schlagen.

Bruce Lee begann seine Kampfsportkarriere mit Wing Chun.

3. Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu, besonders in seiner brasilianischen Form, fokussiert sich auf Bodenkämpfe und den Einsatz von Hebeltechniken, um den Gegner zu kontrollieren.

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Vorteile:

  • Effektiv gegen größere Gegner, betont Technik über Kraft.
  • Hervorragende Kontrolle und Submission-Techniken.

Techniken:

  • Würfe, Hebel, Würger.

Die Gracie-Familie hat diese Kunst weltweit bekannt gemacht.

4. Muay Thai

Muay Thai, oft „die Kunst der acht Glieder“ genannt, verbindet Schläge, Tritte, Ellenbogen- und Kniestöße zu einer effektiven Selbstverteidigungspraxis.

Vorteile:

  • Hohe Effektivität im Standkampf, harte Konditionierung.
  • Vielfältige Angriffstechniken mit verschiedenen Körperteilen.

Techniken:

  • Clinching, Kombinationen aus Schlägen und Tritten.

Tony Jaa, bekannt aus Filmen wie „Ong-Bak“.

5. Karate

Karate, ursprünglich aus Okinawa, ist eine umfassende Kampfsportart, die Schlag-, Tritt- und Blocktechniken lehrt.

Vorteile:

  • Disziplin und Körperkontrolle, einfache Techniken schnell zu erlernen.
  • Fokus auf starke, präzise Angriffe und Verteidigungen.

Techniken:

  • Starke, präzise Schläge und Tritte.

Lyoto Machida, ein bekannter MMA-Kämpfer und ehemaliger UFC-Champion.

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6. Judo

Judo, eine japanische Kampfsportart, konzentriert sich auf Würfe und Bodentechniken.

Vorteile:

  • Nutzung der Kraft des Gegners, minimaler Kraftaufwand.
  • Effiziente Wurf- und Kontrolltechniken.

Techniken:

  • Würfe, Bodenkontrollen, Festhalte-Techniken.

Ronda Rousey, Olympionikin und UFC-Kämpferin.

7. MMA (Mixed Martial Arts)

MMA kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten zu einem umfassenden Kampfsystem.

Vorteile:

  • Umfassende Fähigkeiten im Stand- und Bodenkampf.
  • Vielseitige Techniken und Taktiken.

Techniken:

  • Schläge, Tritte, Würfe, Bodenkampf, Einschlüsse.

Conor McGregor, bekannt für seinen vielseitigen Kampfstil.

Kampfsportarten im Vergleich

Hier ist eine Tabelle, die einige der oben genannten Kampfsportarten vergleicht:

Kampfsportart Fokus Vorteile Bekannte Vertreter
Krav Maga Realistische Selbstverteidigung Einfach, effektiv, realitätsnah -
Wing Chun Nahkampf Schnell zu erlernen, direkte Angriffe Bruce Lee
Jiu-Jitsu Bodenkampf Effektiv gegen größere Gegner Gracie-Familie
Muay Thai Standkampf Hohe Effektivität, vielfältige Techniken Tony Jaa
Karate Schlag- und Tritttechniken Disziplin, Körperkontrolle Lyoto Machida
Judo Würfe und Bodentechniken Nutzung der Kraft des Gegners Ronda Rousey
MMA Umfassendes Kampfsystem Vielseitige Fähigkeiten Conor McGregor

Krav Maga im Detail

Krav Maga ist ein israelisches Selbstverteidigungssystem. Es nutzt Reflexe und natürliche Bewegungsabläufe, um sich in Gefahrensituationen verteidigen zu können. Bei diesem System gibt es keine Regeln oder Vorschriften. Es ist ein kompromissloses Selbstverteidigungssystem, wodurch es sich stark von anderen Kampfsportarten oder Kampfkünsten unterscheidet.

Das System wurde in den 1930er Jahren entwickelt. Imrich Lichtenfeld, der Begründer von Krav Maga, bildete israelische Streitkräfte für den Krieg aus. Imrich Lichtenfeld musste die Soldaten, unabhängig von Alter, Vorerfahrungen oder Geschlecht auf den Ernstfall vorbereiten. Die Techniken mussten schnell erlernbar und in Stresssituationen sofort abrufbar sein.

Seitdem wurde das System immer weiterentwickelt. Einflüsse aus dem Boxen, Ringen oder Jiu-Jitsu flossen in das System mit ein. Auch heute noch wird unser System immer weiterentwickelt. Unser Institut und seine Instruktoren passen das Selbstverteidigungssystem fortlaufend an aktuelle Gefahrensituationen an.

Das Besondere an dem Selbstverteidigungssystem ist, dass es für jeden geeignet ist. Es ist vollständig unabhängig von Alter, Geschlecht oder Körpergröße. Polizisten und die deutsche Bundeswehr nutzen das Verteidigungssystem ebenfalls im Nahkampf. Dadurch hat sich Krav Maga als effektive Selbstverteidigung schon vielfach im Ernstfall bewährt.

Das System zeichnet sich nicht durch Eleganz, Fairness oder Ästhetik aus. Dafür ist es unglaublich schnell erlernbar. Viele Kravisten aus dem behördlichen oder militärischen Bereich haben keine Zeit für ein intensives regelmäßiges Training. Dies trifft auch auf viele Zivilsten im Alltag zu. Deswegen ist es perfekt für Menschen mit wenig Zeit. Da das System auf intuitive Verhaltensweisen ausgerichtet ist, kann es jeder in kürzester Zeit erlernen.

Bei uns lernst du dich mit allen Mitteln zu verteidigen. Natürlich erst, wenn die Flucht keine Option mehr ist. Da Krav Maga kein Kampfsport ist, bei dem das Ziel ist, als Sieger aus dem Ring zu steigen, sondern ein Selbstverteidigungssystem für den Ernstfall, ist die Flucht immer die erste Wahl.

Unser Selbstverteidigungssystem ist unfair, kompromisslos und brutal. Hemmungen werden im Training abgelegt, denn es geht im schlimmsten Fall um das Überleben. Und diesen Kampf solltest du immer gewinnen. Dadurch ist das System höchst wirkungsvoll. Diese Prinzipien verfolgen auch Polizisten und Soldaten, die Krav Maga in terroristischen Krisengebieten anwenden.

Das Verteidigungssystem lehrt dich, die verwundbaren Stellen eines Angreifers zu treffen. Bei der Verteidigung musst du schnell auf diese empfindlichen Stellen zielen. Diese wären zum Beispiel Augen, Nase, Genitalbereich, Kniescheibe etc. Da es bei diesem System keine Regeln oder Vorschriften gibt, ist alles erlaubt, was den Angreifer an weiteren Angriffen hindert.

In einer echten Gefahrensituation kann es passieren, dass der Angreifer bewaffnet ist. Deshalb lernst du bei unserem Training auch Alltagsgegenstände als Waffe einzusetzen.

In unseren Kursen schulen wir das Erkennen und Vermeiden von Gefahrensituationen. Unsere Trainer machen deine Augen und Ohren aufmerksamer für Konfliktsituationen. Prävention ist das oberste Ziel unserer Kurse.

Krav Maga ist ein flexibles und offenes Selbstverteidigungssystem. Es ist einer stetigen Veränderung und Weiterentwicklung unterlegen. Für neue und aktuelle Bedrohungssituationen entwickeln unsere erfahrenen Trainer und Instruktoren sofort neue Lösungsansätze.

Krav Maga: Mehr als nur ein Kampfsport

KRAV MAGA ist hebräisch und bedeutet „Kontaktkampf“. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: KRAV MAGA ist Selbstverteidigung für den Ernstfall - für Situationen, in denen du dich oder andere verteidigen musst. Und darin liegt auch schon der wesentliche Unterschied zu Kampfkünsten und Kampfsportarten. KRAV MAGA folgt keinen traditionellen Bewegungsabläufen oder sportlichen Wettkampfregeln, sondern trainiert den reinen Selbstschutz.

So wirst du im Training, natürlich immer unter Berücksichtigung des Sicherheitsaspekts, möglichst nah an reale Gewaltsituationen herangeführt. Du lernst beispielsweise einen Schlag abzuwehren, wenn du dem Angreifer direkt gegenüber stehst, du deine Hände schon zum Schutz oben hast und bereit für die Situation bist. Ebenso lernst du durch ausgefeilte Trainingsmethoden auch Angriffe abzuwehren, wenn diese völlig unvorbereitet kommen und deine Hände etwa unten sind. Auch völlig andere Settings werden trainiert, z.B. im Sitzen, im Liegen, im Dunkeln oder die Verteidigung gegen mehrere Angreifer.

Ein guter KRAV MAGA Unterricht führt dich durch sogenannte Szenario-Drills an eine realitätsnahe Grenze, damit du in verschiedenen Konflikten möglichst gut bestehen kannst. Und der Aspekt Spaß kommt dabei auch nicht zu kurz.

All das verändert die mentale Haltung und wirkt sich auf viele Menschen sehr positiv aus. Frauen, Männer, Teenager und Kinder lernen, dass in ihnen mehr steckt, als sie erwarten würden. Das oben genannte Vorgehen macht das Training spannend, intensiv und abwechslungsreich. Zudem werden die Fitness und der Körper enorm trainiert. Am Ende einer Trainingsstunde stehen oft Abschlussdrills mit vielen Punches und Kicks im Vordergrund. Die gesamte Muskulatur ist im Einsatz. All das fördert intensiv deine Kondition und Leistungsfähigkeit.

Zielgruppe: Männer, Frauen und Jugendliche im Alter von 14 bis ca. Ausrüstung: Beim Krav Maga Training wird eine persönliche Schutzausrüstung getragen (Tiefschutz - für Männer obligatorisch, Zahnschutz, evtl. Schienbein- und Ellenbogenschoner, ggf.

Krav Maga wurde so konzipiert, dass es so schnell wie möglich eingesetzt werden kann. Es gibt hier keine festgelegten Bewegungsabläufe (Katas) und keine artistischen Elemente. Keine Uniformen, keine Wettkämpfe und keine Regeln. Nur Deine Reaktion, Schläge, Griffe und Blöcke. Wir trainieren nicht, um einen Gegner zu besiegen. Wir trainieren, um die schlimmsten Situationen auf der Straße zu vermeiden und zu überleben.

Bei Krav Maga nutzen wir Deine natürlichen Reflexen und ergänzen diese mit effektivsten Kampf- und Waffentechniken, die Du schnell beherrschen kannst. Du lernst die nötigen Reaktionen momentan abzurufen, die Bedrohungen neutralisieren oder entkommen und auch unter psychischem Druck Angriffe zu meistern.

Ein zentraler Schwerpunkt von Krav Maga ist es, Gefahren zu erkennen und zu meiden. Sie lernen mögliche Schlaghemmungen zu durchbrechen und auch unter Stress handlungsfähig zu bleiben. Sie lernen „Nein“ zu sagen, auch wenn dies nicht immer leicht fällt. In kurzer Zeit lernen Sie auch sich effektiv und mit der nötigen Härte, körperlich zu verteidigen. Das Programm ist so aufgebaut, dass sich auch ungeübte und weniger sportliche Frauen und Mädchen schon nach einigen Trainingsstunden sicherer und aufgeklärter fühlen. Sie verbessern ihre körperliche Fitness und Beweglichkeit.

Krav Maga versteht sich als reine Selbstverteidigung. Trainiert wird nur für den Ernstfall, also wenn man schnell und effizient auf eine Gefahrensituation reagieren muss, und nicht für etwaige Wettkämpfe.

Lässt sich ein Kampf nicht umgehen, dann befähigt Krav Maga zu einem großen Spektrum an Kampftechniken, außerdem zum Entwaffnen eines Gegners und zum Umgang mit einer Gruppe von Angreifern.

Um Angreifer möglichst schnell zu stoppen, kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz. Die einzelnen Techniken werden gezielt gegen schmerzempfindliche Punkte des Gegners eingesetzt, also bspw. mit einem Tritt in die Weichteile oder Stiche mit den Fingern in die Augen.

Krav Maga zielt darauf ab, Gewalt durch vorbeugendes Verhalten zu verhindern oder ihr aus dem Weg zu gehen. Die im Krav Maga vermittelten Verteidigungstechniken wurden als Weiterführung der natürlichen Reflexe entwickelt und sind somit leicht zu erlernen. Krav Maga nutzt die natürliche Schutzbewegung auf einen Angriff und entwickelt ihn zur ausgereiften Verteidigung weiter.

Krav Maga ist ein flexibles System, das ständig den Erfordernissen im zivilen und professionellen Bereich angepasst und für die Belange von Selbstverteidigung, Selbstschutz und Selbstbehauptung weiter entwickelt wird.

Ziel des Krav Maga ist es, Privatpersonen einfache, auf intuitiven Reaktionen aufbauende Techniken zu vermitteln, die unter Stress schnell angewandt werden können, um Übergriffe - egal ob bewaffnete oder unbewaffnete - auf die eigene oder dritte Personen abzuwehren.

Durch die tagtägliche Anwendung des Krav Maga bei polizeilichen und militärischen Behörden weltweit müssen sich die Techniken bewähren. Durch deren Analyse und der Kooperation mit dem professionellen Bereich (Polizei, Militär, Sicherheitsbranche) werden Techniken immer wieder an sich verändernde Situationen angepasst.

Der Hauptunterschied besteht darin, dass Krav Maga die Verwendung aller verfügbaren Werkzeuge zur Selbstverteidigung auf der Straße unterstützt.