Viele Kinder sind übergewichtig, die körperliche Leistungsfähigkeit geht zurück, die Bewegungssicherheit lässt nach und durch mangelndes Selbstwertgefühl nehmen Aggressivität und andere Problemerscheinungen zu. Diesen wachsenden Problemen soll entgegengewirkt werden.
Der DJB hat deshalb ein Programm aufgelegt, das bereits Kindern unter sieben Jahren bei der Bewältigung dieser Probleme helfen soll. Kindgerecht und mit optisch ansprechenden Materialien werden Kinder motiviert, sich sportlich zu betätigen.
Spielerische Elemente im Judo-Training
Ich suche Ideen für die Gestaltung von Training für vier bis sechsjährige. Habe zwar noch keine Gruppe in dem Alter, habe aber vor eine zu gründen. Ich würde auf jeden Fall ganz viel spielen und ihnen auch spielerisch versuchen, etwas beizubringen, z.B. wie sie fallen: Einer steht in der Mitte, die anderen sind im Kreis in der Hocke.
Der in der Mitte steht, geht rum und schubst dabei jeden vorsichtig um. Der, der umbeschubst wird, muss abschlagen, also eine Fallübung rückwärts machen. Mit der neuen PO finde ich es gar nicht so sinnvoll, schon so früh anzufangen, denn es sind Kinder und (leider) auch Eltern bis zur Gürtelprüfung bei der Stange zu halten.
Vier bis sechs jährige sind enorm schwierig, wie Judohexe schon beschrieben hat. Deswegen nehmen wir nur noch Kinder ab sechs Jahren und das ist schon Anspruchsvoll. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Gruppe bei den kleinen nicht zu groß wird. Wie schon gesagt wurde alles spielerisch machen und viel viel Zeit lassen.
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Beispiele für Judo-Spiele
- Schildkröten fangen (umdrehen)
- Regenbogenspiel (wie Obstsalat, nur mit Farbmarkierungen auf der Matte)
- Bananenschale (Fallen seitwärts)
- Chinesische Mauer
- Schwänzchen fangen
- Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser etc.
Weitere Spielideen für das Judo-Training:
- Alle Kinder laufen zufällig über die Matte. Der Trainer ruft eine Zahl. „5“ Nun müssen die Kinder sich in 5er Gruppen zusammentun.
- Die Kinder laufen hintereinander in Schlangenformation über die Matte. Immer das Kind, welches vorne trabt, gibt eine Übung vor, die alle anderen nachmachen müssen. Klatscht der Trainer in die Hände, muss das vordere Kind an das hintere Ende der Schlange sprinten und das Kind, welches nun vorne ist, muss eine Übung vormachen.
- Es gibt 2 Fänger und diese versuchen die restlichen Kinder zu fangen. Wird ein Kind gefangen, muss es an der Stelle, wo es von dem Fänger berührt wurde, stehen bleiben und warten, bis es befreit wird.
- Alle Kinder fassen sich an den Händen und bilden einen Kreis. In der Mitte steht ein Kind, dieses ist die Maus. Auf diese Zwischenmahlzeit freut sich die Katze, die außerhalb des Kreises steht.
- Die Kinder laufen im Kreis. Der Trainer ruft eine Zahl, welcher vorher eine Übung zugeordnet wurde. Zum Beispiel: 1= auf den Bauch legen, 2= auf den Rücken legen, 3= hinsetzen, 4= eine Judorolle vorwärts, 5=Purzelbaum, 6= sprinten. Klatscht der Trainer in die Hände heißt es Richtungswechsel.
- 2 Kinder sind Fänger, der Rest läuft auf der Matte umher. Die Fänger laufen Hand in Hand über die Matte und versuchen ein Kind zu fangen. Gelingt das, muss das gefangene Kind in die Mitter der Matte (am besten eine umgedrehte Matte) transportiert werden.
Eigentlich interessiert sie das oft auch nicht. Sie wollen tatsächlich spielen, spielen, spielen. Das heißt also, alles, was sie lernen sollen: in Geschichten und Spiele integrieren.
Umgang mit Disziplin und Erwartungen
Natürlich kann man in dem Alter Disziplin erwarten, aber nicht die Disziplin, die man von älteren und Erwachsenen erwarten kann. Ich kann nicht bestätigen, dass die Kleinen viel vergessen - was sie sich nicht merken können, ist ein kompletter Wurfablauf - wahrscheinlich ist das zu komplex.
Ich habe mal probiert, ihnen den O-soto-otoshi beizubringen: Fazit: Sie machen ohne dass sie den Wurf je gesehen haben, den Ko-uchi-gari. Den Eins-gegen-Eins-Kampf biete ich nur an. Es muß in der Art keiner kämpfen, wenn er nicht will, sonst nehme ich ihm die Lust am Kämpfen, weil tatsächlich die Frustrationsgrenze sehr niedrig ist und das kann entwicklungspsychologisch begründet werden.
Die Rolle der Eltern im Judo-Training
Ich habe einmal als vertretung so ne kleine Gruppe gehabt. Damitr die Eltern aber auch sehen was ihre Kinder im Training machen, gibt es ca. alle vierteljahr eine-zwei Wochen wo dann alle Eltern zugucken dürfen.
Um das Anfeuern, oder Rumgemecker der Eltern still zu legen kann man mal ein Eltern-Kind-Judo veranstalten. Erstens, damit die Eltern sehen, was die Kinder machen müssen und können sollten und zweitens, damit die Kinder ihren unwissenden Eltern zeigen können, dass sie das alles besser beherrschen als ihre Eltern. Danach kommt nichts mehr aus Richtung Bank.
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Meiner Erfahrung nach läuft mit den Eltern zusammen (fast) nichts - du bist nur damit beschäftigt, die Eltern-Kind-Verhältnisse ruhig zu halten. Wenn die Stunde abwechslungsreich mit vielen Methoden, fremdbestimmt oder selbständig gestaltet ist, halten die Kleinen eine Stunde durch.
Von diesen gemeinsamen Eltern Kind Geschichten halte ich, genau wie mein Vorredner gar nichts -übrigens nicht nur bei 4-6 Jährigen sondern auch danach. Üblicherweise ist von den Eltern auch keine konstruktive Mitarbeit zu erwarten (mit Müh und Not schauen sie bei der ersten Gurtprüfung zu).
Trainer mit so einer Einstellung sind einer der Gründe, weshalb wir eine so hohe Mitgliederfluktuation haben. nicht mit in der Halle rumsitzen... Wir komplimentieren sie nach der Probetrainingszeit i.a. Kuchenspender, usw... Mattenrand ihren Kindern was beibringen wollen... Oder dem ÜL einzureden versuchen, was welchem Kind wie beizubringen ist... für die blutigen Anfänger, der andere für den Rest. acht, usw. usf... geprüft werden, erschien "natürlich" zum 1. und wir haben aus Gefälligkeit ihre Prüfung vorgezogen... in der Regel auch schneller ab...
Bei euch im Training schauen eltern zu und coachen ihre Kinder? Zur Fluktuationsquote: bei uns hat sie sich in den letzten 8 Jahren halbiert.
Ziele und Werte im Judo
Judo hat viel mit Disziplin und Respekt zu tun! So erwartet der Lehrer völlig selbstverständlich den Respekt seines Schülers. Auch wird vorausgesetzt, dass die Schüler diszipliniert auf der Matte und in deren Umfeld agieren. Auch wird der Schüler durch Gürtelprüfungen und Leistungsüberprüfungen permanent dazu angehalten dem Unterricht konzentriert zu folgen und nicht zu stören.
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Durch die verstärkte Disziplinierung der Kinder und Jugendlichen wird angenommen dass Judo ein „Heilmittel“ für AD(H)Sist. Judo hilft Kindern und Jugendlichen im Umgang mit wichtigen und allgegenwärtigen Regeln, Werten und Attributen. Judo kann und darf nicht die Eltern und Lehrer der Kinder ersetzen, sondern wird immer einen komplementären Stellenwert einnehmen.
Im Rahmen des Trainings jedoch muss jedes Kind zeigen was es kann, und lernen kontrolliert mit Sieg und Niederlage umzugehen. Es ist wichtig, dass der Unterlegene lernt mit Misserfolg, mentalem und physischem Schmerz umzugehen und trotz allem die Selbstachtung und den Mut nicht zu verlieren.
DJB-Spielesammlung für das Judo-Training
Bereits bei einem der ersten Juniorteamtreffen kam der Wunsch auf, mit vielen Judoka gemeinsam eine Sammlung von judospezifischen Spielen zu erstellen. Jetzt ist die Spielesammlung online. In der Spielesammlung des DJB-Juniorteams gibt es für jeden Bereich das passende Spiel.
Egal ob Ausdauertraining, gegenseitiges Kennenlernen oder Rangeln und Raufen, auf der neu geschaffenen Plattform solltet ihr fündig werden. Zudem hat jeder die Möglichkeit, die Spielesammlung zu erweitern und seine besten Spiele mit den anderen Judointeressierten zu teilen. Die „Spiele-Plattform“ erstrahlt nicht nur in einem neuen Design, sondern punktet auch mit vielen praktischen Funktionen.
