Die Bedeutung der koreanischen Flagge im Taekwondo

Die koreanische Flagge symbolisiert vieles vom Gedankengut, der Philosophie und der Mystik des Fernen Ostens. Das Symbol und manchmal die Flagge selbst werden „Tae Kuk“ genannt. Die aktuelle Version stammt aus dem Jahre 1984, wenn auch die grundlegende Gestaltung auf das Gründungsjahr 1948 zurückgeht.

Das Tae Kuk Symbol

Auf der weißen Flagge wird ein Kreis dargestellt, der durch eine waagerecht verlaufende, S-förmige Linie in zwei völlig gleiche Hälften geteilt wird. Der obere, rote Teil stellt „Yang“ dar und der untere, blaue Teil „Yin (Um)“.

Diese beiden Seiten drücken den Dualismus des Kosmos aus:

  • Feuer und Wasser
  • Tag und Nacht
  • Hell und dunkel
  • Aufbau und Zerstörung
  • Männlich und weiblich
  • Aktiv und passiv
  • Heiß und kalt
  • Plus und minus

Der zentrale Gedanke der „Tae Kuk“ bedeutet, dass trotz einer ständigen Bewegung innerhalb der Sphäre der Unendlichkeit, Ausgewogenheit und Harmonie herrschen.

Die Trigramme

Die schwarzen Zeichen, bestehend aus 3 Balken in jeder Ecke der Flagge, symbolisieren ebenfalls die Idee von Gleichgewicht und Gegensatz. Sie werden mit dem oberen linken beginnend im Uhrzeigersinn gelesen.

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Die Bedeutung der Trigramme ist wie folgt:

  • Die 3 ungebrochenen Linien stehen für Sommer, Süden und Luft.
  • Die gegenüberliegenden 3 gebrochenen Linien stellen Herbst, Norden und Erde dar.
  • In der linken unteren Hälfte finden sich 2 Linien mit einer gebrochenen Linie in der Mitte.

Das erste Zeichen auf der Fahne links oben wird Kien genannt, was soviel wie das Schöpferische bedeutet. Seine Merkmale sind drei ganze Striche. Die Eigenschaft ist die Stärke und es symbolisiert den Himmel oder besser gesagt die Luft. Das linke untere Zeichen heißt Li, und bedeutet das Haftende. Es unterscheidet sich vom obigen in der Hinsicht das es in der Mitte zwei halbe Striche hat. Seine Eigenschaft ist das Licht / das Feuer.

Das rechte obere Zeichen hat den Namen Kan. Nur sein mittlerer Strich ist ganz. Es ist das Abgründige mit der Eigenschaft der Gefahr. Rechts unten schließlich erscheint Kun, das Empfangende, das die Hingebung zur Eigenschaft hat und die Mutter ist bzw. die Erde.

Weitere Bedeutungen und Symbole

Der weiße Hintergrund steht für Reinheit und Friedfertigkeit. In der Mitte steht das “Eum und Yang” Symbol, die koreanische Variante des Yin und Yang die koreanische Variante des Yin und Yang.

TAEGUK, das kreisförmige Diagramm in der Mitte der Flagge, symbolisiert das Urprinzip allen Seins. Durch die geschwungene Mittellinie in zwei gleichförmige Hälften geteilt, verkörpert es das Universum mit dem in ihm wirkenden Dualismus, dem stetigen Zusammenspiel der zwei Urkräfte Um (Yin) und Yang. Tae Guk stellt den vollendeten Zustand des Gleichgewichts dieser Kräfte dar.

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Yang (rot) Eigenschaften sind schnell, hell, männlich. Um (blau) Eigenschaften sind langsam, dunkel, weiblich. Die Vorstellung von den beiden polarisierenden Urkräften stammt noch aus dem Taoismus. Die Anordnung soll zeigen, dass diese Urkräfte nicht zum Stillstand kommen, sondern der Kreislauf des Werdens sich dauernd fortsetzt. Der Grund hierfür liegt in dem zwischen den Kräften vorhandenen Spannungszustand, dem Gefälle, das die Kräfte in Bewegung hält und sie zu ihrer Vereinigung drängt, wodurch sie sich immer wieder neu erzeugen.

Aus diesem Grund wurden die beiden Urkräfte in verschiedener Auswirkung gesehen. Sie wurden als Lichtes und Dunkles bezeichnet, als Positives und Negatives oder als Männliches und Weibliches. Zusammengefaßt bilden sie das vollendete Ganze, die Schöpfung, was im Kreis zum Ausdruck kommt. Das ständige Werden, das durch diese beiden Urkräfte bewirkt wird, ist getragen von Elementen, von denen vier als Symbole den Kreis umgeben.

Diese Symbole nicht Abbildungen der Elemente sind, sondern ihrer Bewegungstendenzen. Gon symbolisiert die reine Um (Yin) Energie. Li, das Haftende, das Feuer oder die 2. Li symbolisiert Feuer. Als Beispiel wird die Sonne genannt. Gam, das bereits Vollendete, das Wasser oder auch der 2. Gam symbolisiert Wasser.

Gürtelfarben im Taekwondo und ihre Bedeutung

Im Taekwondo gibt es verschiedene Gürtelfarben zur Trainingsbekleidung (in Korea: Tobok), die den jeweiligen Schülergrad anzeigen. Der Anfänger im Taekwondo beginnt als Weißgurt und steigt dann nach jeder erfolgreich absolvierten Gürtelprüfung im Gürtelgrad und in seiner Bedeutung auf.

Hier ist eine Übersicht über die Gürtelfarben und ihre Bedeutung:

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  • Weißgurt (10. und 9. Kup): Der Anfänger - steht für Unschuld, wie ein Schüler, der am Anfang seines Taekwondo-Weges steht und noch keine Erfahrung hat. Es ist vergleichbar mit einem leeren Blatt Papier.
  • Gelbgurt (8. und 7. Kup): Symbolisiert die Erde, in der eine Pflanze ihre ersten Wurzeln schlägt. Ebenso beginnt der Schüler, im Taekwondo seine ersten Grundlagen zu legen.
  • Grüngurt (6. und 5. Kup): Stellt die wachsende Pflanze dar. In dieser Phase entwickeln sich die Taekwondo-Fertigkeiten des Schülers weiter.
  • Blaugurt (4. und 3. Kup): Symbolisiert den Himmel, in dem die Pflanze zu einem mächtigen Baum heranwächst. Die Fähigkeiten des Schülers nehmen in dieser Stufe erheblich zu.
  • Rotgurt (2. und 1. Kup): Weist auf die Gefahr hin, dass sich der Schüler überschätzen könnte. Er wird daran erinnert, Selbstkontrolle zu bewahren, und der Gegner wird gewarnt, sich von ihm fernzuhalten. Einige Schulen verwenden den braunen Gürtel an Stelle des roten Gürtels.
  • Schwarzgurt (1. bis 9. Dan): Stellt das Gegenteil von Weiß dar und symbolisiert Können sowie Reife im Taekwondo. Schwarz und auch der „Schwarze Gürtel“ ist die Farbe der Meister und nur diesen vorbehalten. Schwarz, Symbol für das Weltall, vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste aller Farben. Schwarz soll auch die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meister symbolisieren.

Ursprünglich gab es nur 4 Gürtelfarben: weiß, blau, rot und schwarz. Das sind die Farben der Koreanischen Flagge. Das Farbensystem soll zeigen, welchen Trainings- und Wissensstand der Trainierende hat.

Der blaue Gürtel steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal. Er steht nun kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch intensiver und ausdauernder mit dem Taekwondo zu beschäftigen.

Die Taekwondo Formen (Poomsae)

Die Taekwondo-Formen, auch Poomsae genannt, unterscheiden sich je nach Grad der Schüler und Meister. Die Ausführung erfolgt gemäß einer festgelegten Reihenfolge, wobei Bewegungen, Schritte und Techniken (wie Kicks und Blöcke) im Dojang absolviert werden. Die Koordination spielt ebenfalls eine große Rolle, da alle Taekwondo-Formen an ihrem Ausgangspunkt enden müssen. Darüber hinaus sind die wiederholte Ausführung von Bewegungsformen, die konzentriert ausgeführt werden, auch eine Form der Meditation.

Hier ist eine Übersicht über die ersten acht Schülerformen (Taegeuk Il-Jang bis Taegeuk Pal-Jang):

  1. Taegeuk Il-Jang: In Taegeuk-IL-Jang führt der Schüler durch das Erlernen der ersten Grundelemente und Techniken seine eigene Entwicklung im Taekwondo ein. Diese Form wird von Schülern verlangt, die sich auf den 7. Die IL-Jang-Grundtechniken umfassen: Arae-Makki (untere Blocktechnik), Momtong-Makki (mittlere Blocktechnik), Momtong-Jireugi (mittlerer Streckstoß) und Ap-Chagi (vorderer Fußtritt).
  2. Taegeuk I-Jang: Die zweite Schülerform Taegeuk I-Jang symbolisiert Frohsinn und Freude, die durch Harmonie und innere Balance entstehen. Das zugrunde liegende I-Ging-Symbol steht für Heiterkeit und die aufblühende Energie, die im Einklang mit sich selbst und der Umgebung entsteht. Taegeuk I-Jang zeigt durch ihre klaren und fließenden Bewegungen, dass Fortschritt und Lernen auch Leichtigkeit und Freude mit sich bringen. Frohsinn symbolisiert die Offenheit und Neugier eines Schülers, der sich auf dem Weg (Do) des Taekwondo befindet. Taegeuk I-Jang vermittelt, dass wahre Stärke nicht nur in der Technik, sondern auch in der mentalen Haltung liegt. Die Bewegungen in Taegeuk I-Jang sind klar, harmonisch und leicht nachvollziehbar. Die Form wird von Schülern trainiert, die sich auf den 6. Kup (grüner Gürtel) vorbereiten. Taegeuk I-Jang steht für den Fortschritt auf dem Weg des Schülers, indem sie die Freude an der Bewegung mit der Präzision der Techniken vereint.
  3. Taegeuk Sam-Jang: Die dritte Schülerform Taegeuk Sam-Jang symbolisiert das Feuer, das im I-Ging für Leidenschaft, Energie und Transformation steht. Feuer ist eine Quelle von Licht und Wärme, es kann Leben schenken, aber auch zerstören, wenn es unkontrolliert bleibt. Taegeuk Sam-Jang verbindet die Lebendigkeit des Feuers mit der Verantwortung, seine Kraft zu lenken. Feuer steht für Entschlossenheit und innere Kraft. Es fordert den Sportler dazu auf, Leidenschaft und Energie in seine Techniken einzubringen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Die Techniken in Taegeuk Sam-Jang sind präzise und dynamisch, geprägt von intensiven und kraftvollen Bewegungen. Die Taekwondo-Schüler trainieren die Sam-Jang-Form für den 5.
  4. Taegeuk Sa-Jang: Die vierte Schülerform Taegeuk Sa-Jang ist symbolisch mit dem Donner verbunden, der im I-Ging für Kraft, Erweckung und plötzliche Veränderung steht. Der Donner ist eine beeindruckende Naturgewalt, die mit ihrer Macht Furcht und Respekt einflößt. Ebenso spiegelt die Taegeuk Sa-Jang diese Eigenschaften wider: Die Bewegungen sind kraftvoll, explosiv und durch plötzliche Übergänge gekennzeichnet. Der Donner symbolisiert den Impuls zur Veränderung und den Beginn von Wachstum. Er erinnert daran, dass Fortschritt oft mit einer plötzlichen Erschütterung beginnt. In Taegeuk Sa-Jang geht es darum, die eigene innere Stärke zu entdecken und durch klare, kraftvolle Techniken nach außen zu tragen. Taegeuk Sa-Jang enthält kraftvolle Bewegungen, die abrupten Entladungen von Energie ähneln. Diese Form wird von Schülern trainiert, die sich auf den 4. Kup (blauer Gürtel) vorbereiten.
  5. Taegeuk Oh-Jang: Die fünfte Schülerform Taegeuk Oh-Jang ist symbolisch mit dem Wind verbunden, der sowohl für sanfte als auch für kraftvolle Bewegungen steht. Dieses I-Ging-Symbol verkörpert Durchdringung, Wandel und die Dualität von Aufbau und Zerstörung. Ebenso wie der Wind wechselt die Taegeuk Oh-Jang zwischen Ruhe und Dynamik. Der Wind lehrt, dass Widerstand oft zwecklos ist. Statt gegen ihn zu kämpfen, sollte man ihn nutzen - wie der Drache, der sich vom Wind tragen lässt, um aufzusteigen. Die Taegeuk Oh-Jang verkörpert die schöpferische und zerstörerische Kraft des Windes. Taegeuk Oh-Jang verlangt von den Schülern ein höheres Maß an Präzision und Dynamik. Neben grundlegenden Techniken umfasst sie auch anspruchsvollere Kombinationen, die die Anpassungsfähigkeit des Schülers fördern. Die Taekwondo-Schüler trainieren diese Form für den 3.
  6. Taegeuk Yuk-Jang: Die sechste Schülerform Taegeuk Yuk-Jang steht symbolisch für das Wasser, das im I-Ging als Zeichen für Fluss, Anpassungsfähigkeit und unaufhaltsame Kraft gilt. Wasser kann sanft und ruhig sein, wie ein stiller See, oder kraftvoll und zerstörerisch, wie ein tosender Wasserfall. Ebenso spiegelt die Taegeuk Yuk-Jang diese Eigenschaften wider. Wasser steht für Leben und Veränderung. Es zeigt, dass wahre Stärke in Anpassungsfähigkeit und Beständigkeit liegt. Es kann Hindernisse umgehen oder durch Geduld und Ausdauer überwinden. Taegeuk Yuk-Jang erfordert geschmeidige Bewegungen und eine Balance zwischen Fluss und Stärke. Die Form wird von Taekwondo-Schülern trainiert, die sich auf den 2. Kup (roter Gürtel) vorbereiten.
  7. Taegeuk Chil-Jang: Die Taegeuk Chil-Jang, die siebte Schülerform im Taekwondo, symbolisiert den Berg und ist eng mit dem I-Ging-Symbol für den „oberen Haltepunkt“ verbunden. Diese Eigenschaften finden sich in der Taegeuk Chil-Jang durch langsamere Bewegungsabfolgen und bewusst gehaltene Stellungen, wie zum Beispiel die Beom-Seogi (Tigerschrittstellung), wieder. Die Taegeuk Chil-Jang fordert den Schüler dazu auf, innezuhalten und den Wert der Ruhe zu erkennen, bevor er in die nächste Bewegung übergeht. Die Taekwondo-Schüler trainieren die Chil-Jang-Form für den 2.
  8. Taegeuk Pal-Jang: Die Form Taegeuk Pal-Jang, die achte Schülerform im Taekwondo, steht symbolisch für die Reife und Vollendung der Schülerphase. Taegeuk Pal-Jang ist tief in der Philosophie des Trigramms “Gon” verwurzelt, das die Erde symbolisiert. Die Erde steht für Stabilität, Stärke und Reife. Diese Form fordert den Sportler heraus, die Essenz seiner Ausbildung zu verinnerlichen und zu demonstrieren. Die Bewegungen der Taegeuk-Pal-Jang zeigen Reife und verborgene Kraft. Das zeigt sich besonders bei den beiden Twio-Ap-Chagi. Die Taekwondo-Schüler trainieren die Taegeuk Pal-Jang für die 1. Tkd-Dan-Prüfung (1.