Klaus Glahn: Eine Judo-Biographie

Klaus Glahn, geboren am 23. März 1942 in Hannover, ist ein bedeutender Name im deutschen Judo. Er war nicht nur ein erfolgreicher Schwergewichts-Judoka, sondern auch ein einflussreicher Sportfunktionär. Glahn repräsentierte in den Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre neben den Niederländern Anton Geesink und Wim Ruska den Aufstieg des europäischen Judo.

Frühe Karriere und Erfolge

Auf der Judomatte scheute der Schwergewichtler Klaus Glahn keinen Zweikampf, auch im Privatleben zeigte sich der Niedersachse stets selbstbewusst. Er gewann die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio und die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Darüber hinaus war er Vizeweltmeister in den Jahren 1967, 1969 und 1971. Seine Erfolge umfassen auch Europameistertitel in den Jahren 1963, 1968 und 1970 sowie mehrfache deutsche Meistertitel.

Diese brachen die traditionelle japanische Vorherrschaft, indem sie sich durch intensives Training im Mutterland mit deren Physis und Psyche vertraut machten. So brachten sie dem Judosport großes Renommee in der Öffentlichkeit. "Halbgötter in Weiß" hat man sie sogar genannt.

Hier eine Übersicht seiner größten Erfolge:

Wettbewerb Ergebnis Jahr
Olympische Spiele Bronze 1964
Olympische Spiele Silber 1972
Weltmeisterschaften Silber 1967, 1969, 1971
Europameisterschaften Gold 1963, 1968, 1970

Präsidentschaft des Deutschen Judo-Bundes

Von September 1985 bis September 1988 war Klaus Glahn Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB). Daß er letztlich zuviel wollte an Ruhm und materiellem Gewinn, kostete ihn 1988 den Posten des Präsidenten des Deutschen Judo-Bundes (DJB). Wegen Unregelmäßigkeiten in den Spesenabrechnungen verurteilt, verlor er auch seinen Managerposten beim Volkswagenkonzern.

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Ungebrochen, so wie schon nach seinen seltenen Niederlagen in seinen Kämpfen, startete der Olympiazweite von 1972 eine neue berufliche Karriere als Repräsentant von großen Sportartikelfirmen.

Beitrag zum Judo-Sport

Klaus Glahn trug maßgeblich dazu bei, den Judosport in Deutschland populär zu machen. Er war ein Vorbild für viele junge Judoka und inspirierte sie, ihre sportlichen Ziele zu verfolgen. Noch heute erinnert sich der mittlerweile Neunundsiebzigjährige daran, dass die Japaner sich zum Judo bei Olympia „in einen besonders festlichen Anzug“ kleideten.

Klaus Glahn repräsentierte in den Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre neben den Niederländern Anton Geesink und Wim Ruska den Aufstieg des europäischen Judo; diese brachen die traditionelle japanische Vorherrschaft, indem sie sich durch intensives Training im Mutterland mit deren Physis und Psyche vertraut machten.

Judo: Mehr als nur ein Sport

Judo bedeutet wörtlich „sanfter/flexibler Weg“ (Zusammensetzung aus jū „sanft“, „nachgiebig“, „flexibel“ und dō „Weg“). Judo ist nicht ausschließlich ein Weg der Leibesertüchtigung, sondern darüber hinaus auch eine Philosophie zur Persönlichkeitsentwicklung. Ziel ist es, diese Prinzipien als eine Haltung in sich zu tragen und auf der Judomatte (Tatami) bewusst in jeder Bewegung zum Ausdruck zu bringen.

Die Wurzeln des Judo reichen bis in die Nara-Zeit (710-784) zurück. In den beiden damaligen Chroniken Japans, dem Kojiki (712) und dem Nihonshoki (720), gibt es Beschreibungen von Ringkämpfen, die mythischen Ursprungs sind.

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Für das Prinzip des Nachgebens Ju in der Kampfkunst gibt es verschiedene Einflüsse, Erklärungen, Legenden und Anekdoten: Im Konjaku-Monogatari findet man zum ersten Mal den Begriff yawara (weich) im Zusammenhang mit einer Geschichte über das japanische Ringen.

Jigoro Kano (1860-1938) wuchs in diesem Japan der extremen Veränderungen auf. 1882 gründete Jigoro Kano seine eigene Schule, den Kodokan („Ort zum Studium des Weges“) in der Nähe des Eisho-Tempels im Stadtteil Shitaya in Tokio. Er nannte seine Kunst Judo - „der sanfte Weg“.

Beim Judo befreite er die alten Jiu-Jitsu-Stile von gefährlichen Elementen. Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken, insbesondere die Kleingelenkhebel, wurden ersatzlos gestrichen oder in die Kata integriert.

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