Kickboxer: Die Vergeltung ist ein Remake des Kampfsportklassikers Kickboxer von 1989, der Jean-Claude Van Damme zum Star machte. Die Neuverfilmung versucht nicht, aus der simplen Kampf-Orgie mehr zu machen, als sie ist.
Handlung
Kurt Sloane (Alain Moussi) und sein Bruder Eric (Darren Shahlavi) sind erstklassige Karatesportler. Eric erregt die Aufmerksamkeit einer zwielichtigen Promoterin (Gina Carano), die ihn zu einem Kampfsport-Event in Asien bewegt. Kurts Proteste sind vergeblich. In Bangkok muss Kurt mitansehen, wie sein Bruder im Kampf getötet wird. Um seinen Bruder zu rächen, bittet er den altgedienten Kickboxmeister Durand (Jean-Claude Van Damme) um Hilfe.
Die klassische Ausgangssituation hat sich also nicht geändert. Regisseur John Stockwell lässt auch die Finger davon, das Remake so zu gestalten, wie das Original heute weitestgehend aufgenommen wird, nämlich als ziemlich käsiges Relikt, dass mit unfreiwillig komischen Szenen und großen Machorismen früher wohl tatsächlich ernst genommen wurde.
Besetzung
Die Besetzung von Kickboxer: Die Vergeltung setzt sich aus erfahrenen Kampfsportlern und Schauspielern zusammen:
- Jean-Claude Van Damme: Master Durand
- Alain Moussi: Kurt Sloane
- David Bautista: Tong Po
- Gina Carano: Promoterin
- Darren Shahlavi: Eric Sloane
- Sara Malakul Lane: Liu
- Michel Qissi: Cameo-Auftritt
Allerdings besitzt keiner der Akteure das notwendige, darstellerische Talent um diesen Ballast zu stemmen, zum anderen wird die Geschichte damit nur unnötig gestreckt.
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Kritik
Die Kampfszenen in Kickboxer - Die Vergeltung sind einfallslos, ohne echte Durchschlagskraft und inszenatorisch wenig einnehmend. Einmal abgesehen von einem kurzen Intermezzo, bei dem es zu einem Kampf auf dem Rücken zweier Elefanten kommt, bietet Regisseur Stockwell hier wirklich nur Malen-nach-Zahlen. Auch dass große Teile der Besetzung, die meist aus erfahrenen Kampfsportlern besteht, nicht wirklich für gute Action genutzt wird, wirft keinen guten Blick auf das Remake.
Vor allem Gina Carano (Deadpool) wird unnötigerweise für eigentlich Nichts verbraucht, dabei setzte Stockwell sie in In the Blood doch gut in Szene. Und die Besetzung von Gina Carano in einem Martial-Arts-Film und sie dann nicht kämpfen zu lassen, ist pure Verschwendung!
Der neue Held Kurt Sloane (Alain Moussi, „Kill Order“) wirkt zu brav und hat keinerlei Ausstrahlung. Man nimmt ihm den knochenharten Kämpfer schlichtweg nicht ab. Auch Wrestling-Legende Dave Bautista („Guardians of the Galaxy“) als neuer Tong Po überzeugt kaum.
Vergleich zum Original
Verglichen mit heutigen Kampfsportfilmen kann dem Original eine gewisse Behäbigkeit nicht abgesprochen werden. Doch der Streifen hatte Charme und für damalige Verhältnisse auch gute Kampfszenen. Die Neuauflage kann zwar mit dem alten Helden, respektive Van Damme, als Trainer punkten, allerdings stimmt das ganze Drumherum einfach nicht.
Das „Kickboxer“ nicht funktioniert, liegt aber vor allem an der abstrusen Erzählweise. Man folgt zwar grundsätzlich dem Original, so dass Tong Po Kurts Bruder Eric (der unlängst verstorbene Darren Shahlavi, „Pound of Flesh“) im Ring tötet und den Jüngeren auf Rache sinnen lässt, springt jedoch gerade anfangs in den Zeiten und lässt einen roten Faden vermissen.
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Weitere Informationen
Eigentlich sollte Stephen Fung ("Tai Chi Hero", "Tai Chi Zero") mit dem Actioner sein Hollywood-Debüt geben. Eigentlich waren die Action-Stars Tony Jaa und Scott Adkins für Rollen eingeplant. Adkins sollte Eric Sloane, den Bruder der Hauptfigur spielen. Er sagte aber ab, weil ihm die Rolle zu klein war und ihm nicht die Möglichkeit gab, seine Kampfsport-Fähigkeiten zu zeigen. Tony Jaa war derweil in einem frühen Stadium als Mentor der Hauptfigur eingeplant.
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