Kickboxen Gürtel überspringen: Regeln und Anforderungen

Beim Kickboxen, wie bei vielen anderen Kampfsportarten, trägt man einen Gürtel. Das Graduierungssystem über die Gürtel wurde, wie auch viele der Techniken, aus dem Karate übernommen. Der Gürtel hat für den Kickboxer nicht den Zweck wie für den Judoka oder Karateka, die Jacke zusammenzuhalten, sondern dient dem Erkennen des Ausbildungsstandes.

Durch die Entstehung aus dem Karate haben die meisten Verbände die Kickboxen Gürtel mit übernommen. Im Kickboxen werden Dan und Kyu Grade vom Schüler erlangt, wobei nicht alle Verbände die Gürtelfarben eingeführt haben. Die einzelnen Dachverbände haben hier teils unterschiedliche Anforderungen, weshalb im Detail hier die Gürtelprüfungen der WAKO (als größte Organisation) vorgestellt werden. Zwischen den einzelnen Graden sind Wartezeiten vorgeschrieben, die der Vorbereitung zur entsprechenden Kickboxen Prüfung dienen.

Die Bedeutung der Gürtelfarben im Kickboxen

Die Gürtelfarben im Kickboxen geben den Ausbildungsstand des Sportlers wieder. Hier eine Übersicht über die verschiedenen Gürtelgrade und die damit verbundenen Anforderungen:

  • Weißer Gürtel: Als Anfänger habt Ihr einen sogenannten „weißen“ Gürtel, wobei hier einfach überhaupt keiner getragen wird. Es gibt auch keine Prüfung.
  • Gelber Gürtel: Der Prüfling zum 5. Kyu muss hier eine sichere Fortbewegung in der Kampfstellung vorzeigen, verschiedene Geraden sowie Vorwärtsfußtritte an den Pratzen ausführen, vorwärts sowie rückwärts abrollen können, Euch gegen Eure Grundtechniken verteidigen und Würgeangriffe abwehren. Außerdem müsst Ihr den Begriff der Notwehr sinngemäß definieren können.
  • Oranger Gürtel: Nach einer Vorbereitungszeit von ebenfalls 6 Monaten könnt Ihr die Kickboxen Prüfung zum 4. Kyu absolvieren. Hier kommt das Schattenkickboxen als Prüfungsteil hinzu und Ihr müsst nun mit den Fäusten auch Haken schlagen können, sowie den Halbkreistritt beherrschen. In der Selbstverteidigung müsst Ihr einen Sturz anfangen, Euch gegen einen Schwitzkasten sowie Unterarmwürgen verteidigen und Euch aus Handgelenkgriffen befreien. Der Theorieteil erfordert Euer Wissen über den Semikontaktkampf.
  • Grüner Gürtel: Ebenfalls 6 Monate nach dem 4. Kyu könnt Ihr die Prüfung zum 3. Kyu ablegen. Hier erwarten Euch zusätzlich die Aufwärtshaken mit den Fäusten sowie die Seitwärtstritte mit den Beinen. In der Selbstverteidigung sollt Ihr das seitliche Fallen beherrschen und Euch gegen Umklammerungen wehren. Erstmals müsst Ihr auch ein kurzes Sparring gegen alle bekannten Angriffe vorzeigen. In der Theorie wird Euer Wissen des Leicht- und Vollkontaktkampfes abgefragt.
  • Blauer Gürtel: Nach 6 Monaten als Grüngurt könnt Ihr den Ausbildungsstand des 2. Kyu erlangen. Dafür müsst Ihr die Handtechniken der Vorstufen festigen und den Axttritt sowie den Tritt mit dem Außenrist erlernen. Das Sparring gehört hier ebenso zur Prüfung, wie die Selbstverteidigung gegen Stockangriffe und mehrere Gegner. Die Theorie besteht aus dem Wissen um die Geschichte des Kickboxen und die Formen Regelkunde.
  • Brauner Gürtel: Als 1. Kyu habt Ihr 1 Jahr Vorbereitungszeit und müsst zusätzlich noch den Fußfeger und den Hakentritt erlernen. Die Vorführung aller gelernten Techniken im Sparring, alle Fallübungen und die Verteidigung gegen Messerangriffe und mehrere Gegner machen dieses Programm zum schwierigsten Kyu-Programm. Die Theorie besteht aus einer Zusammenfassung aller vorangegangenen Stufen und einem Lehrbeispiel.
  • Schwarzer Gürtel (1. Dan): Wer die Prüfung zum 1. Dan erfolgreich abgelegt hat, darf sich im Kickboxen Meister nennen. Dafür müsst Ihr allerdings die Schlag- und Tritttechniken aller Schülergrad beherrschen und im Sparring offensiv und defensiv sicher anwenden können. Weiterhin werden Euch nun Sprungtritte abverlangt und die Verteidigung gegen Angriffe, bei denen Ihr Euch am Boden befindet. Außerdem benötigt Ihr einen Lehrgang in Erste-Hilfe drei weitere Lehrgänge, wovon einer ein Kampfrichterlehrgang sein muss.
  • Schwarzer Gürtel (2. Dan): Die Kickboxen Prüfung zum 2. Dan benötigt 2 Jahre Vorbereitungszeit und einen speziellen Vorbereitungslehrgang, sowie die C-Lizenz als Kampfrichter. Das Prüfungsprogramm wird ab hier völlig selbstständig vorgeführt.
  • Schwarzer Gürtel (3. Dan): Für den 3. Dan benötigt Ihr 3 Jahre Vorbereitung, einen C-Trainerschein und müsst einen Einsatz als Kampfrichter auf Landes- oder Bundesebene vorweisen können.
  • Schwarzer Gürtel (ab 4. Dan): Die Verleihung erfolgt auf Antrag vom Bundesverband durch den Weltverband.

Gürtelprüfungen im Detail

Die Gürtelprüfungen für die unterschiedlichen Gürtelfarben sind vom Aufbau her sehr ähnlich und gliedern sich folgendermaßen:

  • allgemeine Grundausbildung (z.B. in Bezug auf Koordination, Dehnung, Ausdauer)
  • kickboxspezifische Ausbildung
  • soziale Verantwortung (Disziplin, Teamfähigkeit)
  • Theorie
  • Selbstverteidigung und Gewaltprävention

Die Gürtelprüfungen der Erwachsenen sind ebenfalls vom Aufbau her gleich und gliedern sich in folgende Prüfungsblöcke:

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  • Kampfstellung und Fortbewegen sowie Schattenkickboxen
  • Grundtechniken (Hand- und Fußtechniken)
  • Kombinationen der Grundtechniken
  • Abwehrkombinationen
  • Modellsparring
  • Freies Sparring
  • Selbstverteidigung
  • Theorie

Kann man Gürtel überspringen?

Ob man Gürtel überspringen kann, hängt stark vom jeweiligen Verband und Trainer ab. Es ist nicht vorgesehen, dass Prüfungen, die in anderen Verbänden abgelegt werden, laufend anerkannt werden. Die Zeiten und die Prüfungsordnung sind doch allenfalls grobe Richtlinien.

Meines Wissens ist im DKV nur das Überspringen des 9. Kyus möglich. Das gemeinsame Ablegen von 9.+8. Kyu ist tatsächlich im DKV zulässig, aber nur bei dieser Prüfung.

Generell finde Ich es auch nicht gut Prüfungen zu überspringen, da es mir wie dir auch nicht um den Gurt, sondern um die Karate geht. Ich mache Prüfungen nur dann, wenn mir mein Sensei sagt, dass Ich mich prüfen lassen soll. Ich denke, dein Sensei kann das sehr gut einschätzen.

Worauf sollte man beim Kauf eines Kickboxen Gürtels achten?

Es gibt keine speziellen Kickboxen Gürtel, sondern hier kommen die gleichen Gürtel zum Einsatz, wie Ihr sie im Handel oft unter dem Begriff „Budogürtel“ findet. Selbst wenn ein Gürtel für Kickboxen nur aus einem „farbigen Stück Stoff“ besteht, bieten hochwertige Gürtel eine längere Haltbarkeit, fransen nicht aus und überstehen die Reinigung ohne Spuren.

Die Kickboxgürtel bestehen in den meisten Fällen aus vielen Lagen reiner Baumwolle, Seide oder aus einer Mischung. Diese Materialien sind zwar prinzipiell waschbar, aber die Verarbeitung der Gürtel verbietet die Maschinenwäsche in jeglicher Form.

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Generell wird die Länge über Eure Körpergröße bestimmt und passt in fast allen Fällen perfekt. Je nach Körperform kann es in Ausnahmefällen nötig sein, eine andere Länge zu nehmen, als die Tabelle empfiehlt.

Es gibt einmal die Möglichkeit, den Gürtel bereits mit Aufschrift zu bestellen, wobei je nach Länge des Aufdrucks zusätzliche Kosten anfallen. Manche Hersteller bieten sogar an, Bilder aufzubringen. Überzeugte Selbermacher und handwerklich Versierte können den Gürtel natürlich auch selbst besticken.

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