Inzwischen gibt es bekanntermaßen etliche Fitness-Spiele für unsere Spielekonsolen, die dank Bewegungssteuerung ein umfassendes Training möglich machen. Diese Woche ist ein neues Fitness-Game erschienen: „UFC Personal Trainer“ ist für die Xbox 360 mit Kinect oder die Playstation 3 mit Playstation Move geeignet. Eine Version für Nintendos Wii soll auch noch auf den Markt kommen.
Der Hersteller THQ legt nun allerdings härtere Bandagen an: Für die Kinect-Steuerung der Xbox 360, das PS3-Pendant Move und die Wii entwickelte er gemeinsam mit der "Ultimate Fighting Championship" (UFC) den "UFC Personal Trainer".
So können Sportler sich auf ein Workout freuen, das klassische Trainingselemente mit denen der Martial Arts verbindet. Man gerät also durchaus ins Schwitzen und es geht nicht so leicht zu wie bei anderen bekannten Games dieser Art. Das Training kann nach eigenen Maßstäben zusammengestellt werden.
Das Spielprinzip
Das Spiel für Kinect für Xbox 360, Playstation Move und Wii verspricht einem sogar den Personal Trainer zu ersetzen und bezeichnet sich selbst als das „ultimative Fitness System“. Das Prinzip des Sport-Spiels ist einfach: Man bekommt seinen eigenen durchtrainierten, virtuellen Personal Trainer, der einen durch ein schweißtreibendes Training führt. Ganz am Anfang wird der eigene Fitnessgrad anhand von einigen leichten Übungen ermittelt.
Direkt zu Beginn stellt der topfitte, virtuelle Trainer klar: Dieser Körper kommt nicht von ungefähr! Viel Schweiß, Disziplin und hartes Training haben ihn geformt. Das kann der Durchschnittsmensch auch - mithilfe eines animierten Ultimate Fighters als persönlichem Drill Instructor. Zunächst muss aber das individuelle Fitnesslevel mittels einiger einfacher Basisübungen bestimmt werden. Dann kann das Training starten.
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Der Personal Trainer erstellt, aufgrund eines Belastungstests zu Beginn (kann jederzeit zur Anpassung wiederholt werden) auch ein passende Programm über 30 oder gar 60 Tage. Je nach Kategorie wird hier nahezu täglich, aber immer wieder mit wohlverdienten und für die Muskeln auch dringen nötigen Pausen, das Fett abgebaut, ein außerordentliches Kampftraining absolviert oder der Körper gestählt. Die Einheiten sind tatsächlich gut abgestimmt und mit der Zeit wird das Training auch immer härter und länger, so dass der Körper stets ordentlich gefordert ist.
Darüber hinaus können bei allen drei Trainern gesondert Programme absolviert, oder gar eigene erstellt werden. Der Editor liefert euch die Grundübungen und ihr wählt die passenden zum Komplettpaket aus. Hier kann man sogar auf die Cool-Down-Phase verzichten, na warum dann nicht gleich so?
Die Übungen
Das Training selbst besteht dann aus den klassischen Übungen wie Sit-Ups oder Liegestütze. Die klassische Variante besteht aus altbekannten Übungen wie Sit-ups, Hampelmann, Liegestützen oder Kniebeugen. Auf dem Bildschirm zeigt der Personal Trainer grob, wie's geht. Vor dem Fernseher versucht der Spieler, die vorgegebenen Wiederholungen so gut wie möglich zu absolvieren. Ist das Wohnzimmer knapp bemessen, entstehen dabei schnell Platzprobleme.
Zusätzlich gibt es besondere Aktivitäten wie zum Beispiel Kampfsport mit Pratzen. Um sich auszutoben, bietet das Spiel einige besondere Aktivitäten. "Reifenheben", ein virtueller Punchingball oder Kampfsporttraining mit Pratzen ist zwar spaßig, artet aber schnell in unkontrolliertes Gezappel aus. Die Kinect-Kamera registriert auch bei diesen Spielvarianten die teils sehr schnellen Bewegungen tadellos, die Umsetzung im Spiel erfolgt direkt und genau.
Generell werden die Übungen gut erfasst und schweißtreibend ist es auf jeden Fall. Leider werden die Bewegungen jedoch nicht korrigiert und es gibt auch keine Kontrolle, ob die Übungen richtig ausgeführt werden. Die Verletzungsgefahr ist also durchaus gegeben! Eine gute Motivation zum Training mag es sein, jedoch kann man die meisten Übungen auch ohne das Programm ausführen.
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UFC Personal Trainer: Optik und Sound
Optisch macht "UFC Personal Trainer" nicht allzu viel her: Als Spieler treibt man sich in einem recht minimalistisch gehaltenen Gym herum. Die Trainer-Figuren sind detailgetreu ihren Originalvorbildern - darunter die Ultimate Fighter Dan Hardy und Frank Mir - nachempfunden.
Neben einer trüben Optik, die mit einer nicht gerade sonderlich einladenden Farbpalette uns schon in eine regelrecht düstere Stimmung bringt, sorgt vor allem die Sounduntermalung für eine Atmosphäre, bei der man um dieses Fitness-Studio vorab schon einen riesigen Bogen machen würde. Hintergrundmusik ist entweder ein instrumental plärrendes Metalgeschrubbel oder eigenartige Jingels von 5-10 Sekunden in einer alsbald völlig nervenden Dauerschleife. Gerade im Bereich der Fitness-Spiele kommt es vor allem auch auf die Atmosphäre an, die weder die schäbig dunkel aussehenden virtuellen UFC Trainingshallen, noch die Sounduntermalung bieten kann.
Auch - wie bereits angesprochen - die Trainer mögen mit ihren Monologen ziemlich einschläfernd wirken. Sie reagieren weder auf eure Leistungen, noch können sie sich überhaupt irgend etwas merken. Beständig, manchmal gar im Sekundentakt, trichtern sie uns ein, dass gezieltes Aufwärmen Muskelverletzungen vermeidet, oder wir nun langsam außer Atem kommen sollten. Beständig dieselben Kommentare, das dazu noch in Englisch mit einer viel zu schnell scrollenden Übersetzung. Übrigens unterscheiden sich die drei Gestalten optisch nur kaum, und vor allem nicht im Wortschatz - jeder liefert dieselben meist sinnlosen Weisheiten!
Präzision und Motivation
Andererseits, und das ist wesentlich gravierender, mangelt es an Präzision. Die drei Trainer labern durchaus etwas von genauem Stand, passender Balance auf den Beinen und korrekter Rumpfbewegung für den optimalen Schlag oder Tritt, doch ausgewertet wird eigentlich nur die letztendliche Bewegung nach vorne oder oben. So kann ein Schlag mit dem Ellbogen auch gut und gerne mit der Hand durchgeführt werden, beides wäre für die Software richtig. Ambitionierte Spieler schummeln nicht, ärgern sich letztendlich aber über nicht gewertete Wiederholungen. Gerade Kinect zeigte im Langzeittest eine Handvoll Übungen wie zum Beispiel Liegestützen auf, die einfach nicht genau detektiert und erkannt werden. Das kann ganz schön frustrierend sein!
Ordentlich dagegen ist die klare Übersicht über die Auswahlmöglichkeiten, saubere Trennung zwischen den Trainingseinheiten und ein optisch sehr aufgeräumtes Menü. Die umfangreichen Statistiken, welche über Wochen Daten sammeln und euch somit ein allumfassendes Feedback über die Trainingsleistungen bieten, sind klar zu lesen und sorgen zusammen mit den sehr gut arrangierten Erfolgen für Xbox Live bzw. den Trophäen auf PSN für langanhaltende Motivation.
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Fazit
Keine Frage, "UFC Personal Trainer" ist schweißtreibend und kräftezehrend, aber das "ultimative Fitness System", wie der Untertitel propagiert, ist es nicht: Ein großes Manko ist, dass die korrekte Ausführung der Übungen nicht genau erklärt wird und keine Korrektur der Körperhaltung erfolgt. Fehlbelastungen und Zerrungen können bei den fordernden Sportprogrammen gerade für Untrainierte die Folge sein.
Doch auch wenn THQ hier die Lizenz von UFC nutzt und so manch einer sicherlich der Meinung ist, er könne nach ein paar Wochen mit dem Personal Trainer in den Ring steigen und Wladimir Klitschko in der ersten Runde KO schlagen, wird enttäuscht. Was letztendlich bleibt "nur" ein ordentliches Workout, welches Körper und Geist wieder fit macht. Die Kunst des Schlagabtausches oder gar der Verteidigung kann aber nicht wirklich vermittelt werden.
