Europameister im Kickboxen (Frauen): Eine Übersicht

Der Kickboxsport hat im Laufe der Jahre viele talentierte Athletinnen hervorgebracht. Um einen Überblick über die Europameister im Kickboxen der Frauen zu geben, werden im Folgenden einige bemerkenswerte Aspekte und Persönlichkeiten beleuchtet.

Die Anfänge und Entwicklung des Frauen-Kickboxens

Während die Europameisterschaft im Fußball der Männer schon seit 1960 existiert, zogen die Frauen erst 24 Jahre später nach. Seit 1984 finden die nationalen Titelkämpfe der Frauen statt, wobei Deutschland das Maß aller Dinge ist. Das Abschneiden der DFB-Frauen bei Europameisterschaften gleicht einer reinen Erfolgsstory.

Nachdem man sich für die ersten beiden Turniere nicht qualifizieren konnte, entwickelte sich die deutsche Frauennationalmannschaft auf kontinentaler Ebene zu einem wahren Titelhamster. Bemerkenswert: Die DFB-Frauen haben ihre acht Titel innerhalb der letzten zehn EM-Turniere gewonnen! Dabei ist auch die Bilanz in den Endspielen makellos. So konnte Deutschland stets den Titel abräumen, wenn man im Finale stand. Absolut eindrucksvoll.

Den höchsten Sieg in einem Finale landete Deutschland bei der EM 2009 in Finnland, als England mit 6:2 vom Platz geschossen wurde. Bis heute der höchste Finalsieg in der Geschichte der Frauen-Europameisterschaft. Auch für den zweithöchsten Triumph eines Endspiels zeichnen sich die deutschen Ladys verantwortlich.

Aber längst nicht alle EM-Endspiele verliefen so deutlich für die DFB-Frauen. Beim Titelgewinn 2001, der ebenfalls auf heimischen Boden eingefahren wurde, wurde Schweden erst in der Verlängerung durch ein Golden Goal von Matchwinnerin Claudia Müller bezwungen. Auch beim Triumph bei der EM 1991 in Dänemark ging es im Finale in die Verlängerung.

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Äußerst knapp verlief darüber hinaus das Frauen-EM-Endspiel 2013 in Schweden. Erneut hieß der Finalgegner Norwegen, der mit 1:0 niedergerungen wurde. Die kurz zuvor eingewechselte Anja Mittag erzielt den entscheidenden Treffer. Allerdings war EM-Titel Nummer acht auch ein großer Verdienst von Torfrau Nadine Angerer.

Dominierende Nationen und Athletinnen

Apropos Norwegen: Die Auswahl der Wikingerinnen ist in der EM-Historie der größte Rivale und Hauptkonkurrent der DFB-Auswahl. Denn mit zwei Titeln (1987, 1993) stellen die Skandinavierinnen die zweiterfolgreichste Nation in der Liste aller Europameister der Frauen. Zudem stehen noch vier weitere Endspielteilnahmen zu Buche. Der Gegner und auch der spätere Sieger hieß dabei immer Deutschland!

Neben Deutschland und Norwegen befinden sich lediglich noch zwei andere Nationen in der EM-Siegerliste. Zum einen Schweden, die die allererste Frauen-EM 1984 gewinnen konnten. Im ersten Frauen-Endspiel setzte sich Schweden knapp im Elfmeterschießen gegen England durch. Vierter im Bunde als Titelträger der Frauen-EM ist die Niederlande. Diese sind zugleich amtierender Europameister nachdem das Turnier 2017 auf heimischen Boden gewonnen wurde. Das erfolgsverwöhnte DFB-Team schied bei der EM 2017 dagegen bereits im Viertelfinale aus. Das schlechteste Abschneiden in der EM-Geschichte.

Ein Fingerzeig für die Zukunft? Fakt ist, dass die Konkurrenz in der Spitze im Frauenfußball deutlich stärker und breiter geworden ist. Vor allem mit England und Frankreich gibt es zwei aufstrebende Frauen-Fußballnationen, denen künftig einiges zuzutrauen ist. Daher ist nicht zu erwarten, dass die deutschen Frauen in Europa weiter so dominieren wie in der ruhmreichen Vergangenheit.

Übrigens konnte Deutschland bzw. deutsche Nationalspielerinnen im Zuge der Europameisterschaften noch einige weitere Bestmarke setzen. So sind Inka Grings, Heidi Mohr und die legendäre Birgit Prinz mit je zehn EM-Toren die erfolgreichsten Torschützen. Prinz ist zudem gemeinsam mit der Norwegerin Solveig Guldbrandsen die EM-Rekordspielerin.

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Turniermodus und Entwicklung

Abschließend noch ein kurzer Blick auf den Turniermodus der Europameisterschaft der Frauen, der im Laufe der Zeit immer wieder modifiziert wurde. Die ersten sechs EMs wurden ausschließlich im klassischen Turniermodus mit K.o.-System ausgetragen. Erst 1997 wurde eine in Form einer Gruppenphase.

Hall of Fame: Prägende Persönlichkeiten im Kickboxen

In der „Hall of Fame“ werden all diejenigen Sportler und Funktionäre aufgenommen, die durch ihre Taten und Leistungen den Kickboxsport nach vorne gebracht haben. Ohne diese Persönlichkeiten würde es den Sport Kickboxen in dieser Form nicht geben.

Georg F. Brückner

An erster Stelle dieser Hall of Fame steht natürlich der Gründer der Sportart Kickboxen, Georg F. Brückner. Er ist der „Vater des Kickboxsports“, und ihm ist es zu verdanken, dass der Sport in der heutigen Form betrieben werden kann. Er organisierte die ersten Veranstaltungen und bald fanden sich viele Anhänger dieser neuen Sportart.

Brückner reiste durch ganz Europa und gab Lehrgänge und Seminare, um das Kickboxen zu etablieren. Er war der Gründer der WAKO und veranstaltete auch die ersten Welt- und Europameisterschaften in Deutschland. Weiterhin entwickelte er bereits zu den Anfangszeiten des Kickboxens eine Schutzausrüstung, die noch heute den höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards entsprechen.

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Georg F. Brückner es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, Kickboxen zu verbreiten, was ihm auch gelungen ist. Nach langer, schwerer Krankheit starb er am 30.

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Dr. Dr. Ludger Dietze

Dr. Dr. Ludger Dietze ist ein Mann der ersten Stunde. Zum Kickboxen kam er im Jahr 1977 über das Taekwondo. Seinen ersten internationalen Einsatz im Kickboxen bestritt er 1979 bei der EM in Italien. 1983 in London wurde er Weltmeister im Semikontakt. Seinen Abschiedskampf bestritt Dr. Ludger Dietze 1986 beim Europacup in Warschau. Danach zwang ihn ein schweres Hüftleiden zur Beendigung seiner aktiven Laufbahn.

Dennoch blieb er dem Kickboxen mit ganzem Herzen verbunden. Zum einem als Trainer in seinem Verein und zum anderen als Funktionär in der WAKO. Er wurde 1987 zum Bundestrainer im Semikontakt berufen. In Deutschland leitete er über acht Jahre als Präsident die Geschicke des Verbandes. Unter seiner Führung wurden in Deutschland eine Welt- und Europameisterschaft ausgetragen.

Auf Weltebene war Dr. Ludger Dietze von 1991 bis zum Jahr 2000 als Vizepräsident tätig. Der Allrounder, der insgesamt fünf Sprachen perfekt spricht, trat immer sehr bescheiden auf.

Ferdinand Mack

Begonnen hat der Ausnahmeathlet im Alter von 16 Jahren mit dem Karate. Bereits zwei Jahre später bestritt er die ersten Wettkämpfe im Semikontakt-Kickboxen. 1978 wechselte er dann zur Königsdisziplin, dem Vollkontakt-Kickboxen. Zur damaligen Zeit fanden Welt- und Europameisterschaften noch im selben Jahr statt, erst später wechselte man zum zweijährigen Turnus.

Insgesamt wurde Ferdinand Mack viermal Europameister und viermal Weltmeister der Amateure. 1988 wechselte er ins Profilager und wurde im gleichen Jahr in Mannheim Europameister der PKO, dem damaligen Profiverband, der mit der WAKO zusammenarbeitete. Weltmeister der PKO und Intercontinental Champion der ISKA wurde Ferdinand 1991. Nach seiner aktiven Laufbahn war Ferdinand Mack von 1987 bis 2011 Bundestrainer im Vollkontakt-Kickboxen. In dieser Tätigkeit hat er zahlreiche Welt- und Europameister mitgeprägt.

Peter Zaar

Für Peter Zaar sind die Tugenden Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Gerechtigkeit, Freundschaft, Disziplin, Respekt und Anerkennung nicht nur leere Worte, sondern Lebensinhalt. Er versucht, diese Eigenschaften auch an seine Schüler weiterzugeben. Begonnen hat er in den 70er Jahren mit dem Kickboxen in Köln.

Unter Anleitung von Georg F. Brückners Schüler Gustav Baaden begann er seine Kickboxkarriere in der er vier Deutsche Meistertitel im Leicht - und Semikontakt erkämpfte. Seit 1990 ist Peter Zaar Bundestrainer im Leichtkontakt Kickboxen. Er zählt mit unzähligen Erfolgen auf nationaler- und internationaler Ebene weltweit zu den erfolgreichsten Trainern.

Sein hervorragendes Lehrbuch über das Kickboxen - “von den Grundlagen bis zum Hochleistungstraining” - ist ein wegweisendes Standardwerk zum modernen Kickboxen für Sportler und Trainer. Seit 1990 modifiziert Peter Zaar federführend das Prüfungsprogramm der WAKO Deutschland als Schnittstelle zum Wettkampf und entwickelte die Voraussetzungen für eine landesweite Trainerausbildung. Dazu gehört auch die langjährige Kooperation mit dem IAT in Leipzig und Dr.

1999 wurde Peter Zaar zum Präsidenten der WAKO Deutschland gewählt. Peter Zaar betreibt nicht nur Kickboxen, Peter Zaar lebt das Kickboxen.

Werner Sossna

Im Jahr 1979 begann Werner Sossna mit dem Kickboxen. Nach sportlichen Erfolgen auf Landes- und Bundesebene konzentrierte er sich auf seine Tätigkeit als Trainer und Funktionär für den Bayrischen Landesverband und die WAKO Deutschland. Er ist eine Kickbox Legende.

Peter Harbrecht

Peter Harbrecht erzielte seine Erfolge durch einen kompromisslosen und technisch Brillanten Kampfstil, der gepaart war mit einer ungeheuren Schlagkraft in Fäusten und Füßen. Mit harten Kombinationen, eisernem Willen, großer Disziplin, ja fast mathematischer Präzision, Logik und Ästhetik dominierte er das Kampfgeschehen von 1977 - 1979. Seine Sportliche Bilanz ist äußerst beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt das er sich mit nur 22 Jahren vom aktiven Kampfsport zurück gezogen hat.

Es begann im Frühjahr 1973, Peter Harbrecht wurde von seinem Bruder Hans zum Karate Training mitgenommen. Nach nur zwei Jahren stellten sich die ersten Wettkampferfolge ein. Großen Anteil daran hatte sein Bruder Hans der als Diplomsportlehrer ein systematisches, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Trainingskonzept für Peter zusammenstellte. Von diesem Training profitierten später auch andere deutsche Spitzenkämpfer, als Hans Bundestrainer der WAKO wurde. Teile dieser Konzepte hat Peter Zaar in sein hervorragendes Kickbox Lehrbuch einfließen lassen.

Vom traditionellen Karate über das Semikontakt kam Peter schließlich zum „Vollkontakt-Karate“, wie es zur damaligen Zeit hieß. Er begründete den Wechsel zum Vollkontakt so: „Hier kann man sein Können zeigen, ohne dass die Launen von Punktrichtern so großen Einfluss auf das Resultat haben. Besonders wenn man durch K.O. gewinnt. Nach diesem Prinzip gestaltete er seine Kämpfe. Wenn er sie nicht durch K.O. gewann, war seine Überlegenheit so klar das kein Zweifel an seinem Sieg aufkommen konnte.

Der schnellste K.O. Peter Harbrecht blieb in den 50 Kämpfen seiner Laufbahn unbesiegt. Er wurde im Halb-Mittelgewicht bis 74 Kg 3x Deutschen Meister, 3x Europameister und 1x Weltmeister. Das war 1978 in Berlin. In der Deutschlandhalle vor einer großen Kulisse von 8000 begeisterten Zuschauern fand die 1. Weltmeisterschaft der WAKO statt. Verantwortlich für diese erfolgreiche Veranstaltung waren Georg F. Brückner und der damalige Weltpräsident Mike Andersen.

Peter Harbrecht besiegte in einem grandiosen Kampf den Amerikaner Harold Roth, der in der 2. Runde nur knapp einem K.O. entging. Nach dem Gewinn des 3. Mit der Konsequenz die ihm im Sport zu eigen war, hat er sich im Laufe der Jahre bei Mercedes Benz vom Automechaniker in die Führungsebene vorgearbeitet. Dem Kampfsport ist Peter Harbrecht treu geblieben. Er hat im Laufe der Jahre sein Repertoire an Kampftechniken immer wieder weiterentwickelt und verändert.

Peter Kruckenhauser

Peter Kruckenhauser begann 1978 , durch Bruce Lee Filme inspiriert, mit dem Taekwondo. Zu diesem Zeitpunkt wurde viel über das neue All - Style - Karate diskutiert und bereits 1979 wechselte er ins All - Style - Karate. (später Kickboxen) In den darauf folgenden Jahren verbuchte er europaweite Erfolge im Semikontakt als mehrfacher österreichischer Meister; mehrfacher internationaler Meister, dreifacher Europacupsieger und 3facher Grand Champion.

Als Mitfavorit für die legendäre WM in München, erlitt er bei einem Turnier einen komplizierten Handbruch und musste sich einer OP unterziehen, und somit war er zum Zuschauen degradiert. Peter Kruckenhauser konnte als einer der ersten in Österreich auch Erfolge in der neuen Disziplin, Leichtkontakt-Kickboxen verbuchen. Sein Verein den 1984 gegründet hat, zählte zu den erfolgreichsten in Österreich.

Sein Meisterschüler war sein Bruder und Freund Michel Kruckenhauser, der WAKO Europa- und Weltmeister wurde und zweimal den WAKO Pro Welttitel erkämpfte. Dem Kampfsport verschrieben, machte er sein Hobby zum Beruf und gründete 1992 die Firma Budoland, die er durch die Übernahme der Marken HAYASHI, TOP TEN und MANUS sowie durch unermüdlichen Einsatz und Willen zum Global Player ausbauen konnte.

Ein weltweites Vertriebsnetz wurde aufgebaut und Peter Kruckenhauser konnte u. a. den WAKO Begründer und Vater des Kickboxen, Mike Anderson als USA Vertriebsmann und Freund gewinnen.

Andreas Riem

Andreas begann 1974 im Alter von 14 Jahren mit dem Kampfsport. Der leidenschaftliche Sportler, der für den Kampfsport lebte wie kaum ein anderer, trainierte schon in jungen Jahren mit sehr viel Disziplin, Ausdauer und Fleiß. Einen seiner größten Erfolge feierte er mit 19 Jahren auf der WM in Tampa/Florida. Er wurde Einzel- und Mannschaftsweltmeister im Semikontakt Kickboxen.

Mit dem damaligen German Power Team, in dem sich die besten Kämpfer Deutschland befanden, sammelte Andreas immer mehr internationale Erfahrung. Doch das Allroundtalent konnte sich auch im Voll- und Leichtkontakt und bei den Formen mehrere deutsche Meistertitel erkämpfen. Aufgrund seiner herausragenden sportlichen Leistungen wurde er 1995 Bundestrainers im Semikontakt Kickboxent.

1990 eröffnete er sein Fitnessstudio in Bad Nauheim. Dazu absolvierte Andreas 1995 sein Diplom Fitnesstrainer und Aerobic A-Trainerschein. Seit 1997 ist er zusätzlich Ausbilder bei Lead international for Fitness and Health. Andreas hat dem Sport viel gegeben und war immer ein Vorbild für die jungen Sportler.

Birgid Sasse

Birgid Sasse, 3-fache WAKO Weltmeisterin und 3-fache Tae Kwon Do Weltmeisterin, ist mit Sicherheit Deutschlands erfolgreichste Leichtkontakt Kickboxerin und Taekwondo Kämpferin aller Zeiten. In der WAKO gewann Birgid von 1985 - 2001 insgesamt 10 Deutsche Meister Titel im Semi- und Leichtkontakt Kickboxen, sowie zwei Internationale Deutsche Meisterschaften und folgende Weltmeisterschaften der WAKO: 1993 in der Klasse -65 kg in Atlantic City/USA, 1994 in der Klasse -65 kg in Venedig/Italien den der WAKO Pro und 2001 in der Klasse -70 kg in Maribor/Slowenien.

Daneben gewann Birgid unzählige Bronze und Silber Medaillen bei Europa-, Welt- und Internationalen Meisterschaften. 1983 erlitt sie bei einem Autounfall einen beidseitigen Beckenringbruch und Lendenwirbelquerfortsatzabriss bei dem sie bei einem acht Wochen dauernden Krankenhausaufenthalt ans Bett gefesselt war.

Gustav Baaden

Mit Gustav Baaden verbindet man viele Jahrzehnte Kampfsporterfahrung. Bereits 1953 trainierte er im Charlottenburger Box - Club, bevor er 1962 in die bekannte Sportschule von Georg F. Brückner in Berlin wechselte. Unter Georg F. Brückner lernte er Taekwon Do und Selbstverteidigung. 1974 holten Georg F. Brückner und der aus Florida stammende Mike Anderson die US Elite des Sportkarate wie Bill Wallace, Jeff Smith, Joe Lewis, Gordon Franks und den Mexikaner Ramiro Guzman nach Berlin.

Sowohl Brückner als auch Gustav Baaden ließen sich von der neuen Kampfsportart Full und Semikontakt Karate überzeugen. Anfang 1976 zog Gustav Baaden mit seiner Familie nach Köln. Nach der Gründung der WAKO Germany durch Georg F. Brückner, Gustav Baaden, Jochen Böckmann, Peter Blankenburg, Gerd Lemmens und Mike Anderson 1977 in Berlin, folgte 1979 die Gründung der WAKO NRW durch Gustav Baaden.

Gustav Baaden gehörte zu den ersten Weltkampfrichtern im Kickboxen mit erstem Einsatz 1979 bei der zweiten WM in Florida/USA. Heute kann Gustav Baaden mit einer Vielzahl von Deutschen- Europa- und Weltmeistern auf eine unglaubliche und kaum vergleichbare Erfolgsgeschichte zurückblicken.

Rüdiger Hermann

Am Sonntag, dem 2. Juli 2006 ist der Gelsenkirchener Rüdiger Hermann im Alter von 41 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. Rüdiger Hermann war jahrelang Mitglied der Nationalmannschaft im Leichtkontakt-Kickboxen. Er war Jugend-Landestrainer von NRW. Noch auf der Deutschen Meisterschaft in Siegen haben wir miteinander gesprochen und gelacht. Niemand hätte damals an den Tod gedacht. Doch hier kann man wieder einmal sehen, wie schnell und unerwartet es jeden von uns treffen kann.

Trainer, Funktionäre, Sportler und Freunde, alle waren geschockt, als sie die Nachricht von dem unerwarteten Tod Rüdigers erfahren haben. Rüdiger Hermann war in seinem Heimatverein, dem Polizei SV Gelsenkirchen Trainer und Abteilungsleiter. Auch als Kämpfer war er immer noch aktiv. Ab 1990 wechselte er zum Kickboxen in die WAKO Deutschland. Er kämpfte in den Disziplinen Semi-, Leicht- und Vollkontakt.

Rüdiger wurde 12 mal Landesmeister von Nordrhein-Westfalen im Leichtkontakt und 3 mal Landesmeister im Semikontakt. Weiterhin wurde er 2 mal Deutscher und 4 mal Deutscher Vizemeister im Leichtkontakt. Auf Grund dieser Leistungen wurde er von Bundestrainer Peter Zaar auch in den Kader der Deutschen Nationalmannschaft berufen. Bis zum Schluss war Rüdiger als Trainer erfolgreich. Vor allen Dingen widmete er seine Energie, sein Wissen und seine Erfahrung dem Nachwuchs in der Jugendarbeit. Alle Kickboxer die ihn kannten, werden ihn nicht vergessen.

Michael Kuhr

Im Alter von nur 12 Jahren betrat Michael Kuhr zum ersten Mal das Sportstudio Blankenburg in der Luxemburger Straße in Berlin Wedding. Er wollte TAE-KWON-DO lernen. Sehr schnell wurde Michaels außergewöhnliches Talent vom Trainer P. Blankenburg erkannt und zielgerichtet gefördert. Charakterzüge, die auch heute noch den Grundstein für dauerhaften Erfolg legen. Er wurde in der Klasse bis 57 kg auf Anhieb Berliner Meister. Seine erste wirkliche Bewährungsprobe stand dann mit nur 16 Jahren bevor: die Deutsche Meisterschaft im Full-Contact Kick-Boxen.

Diesen Erfolg konnte Michael noch 9-mal wiederholen. Im Jahr 1979 wurde er bei den Weltmeisterschaften in Florida als 17-Jähriger Vize-Weltmeister. Später wechselte er ins Profilager.

Peter Blankenburg

Seine ersten Erfahrungen sammelte er im Judo und Boxen. 1965 wechselte zu Georg Brückner um Tae Kwon Do zu lernen. Mitte der 70er Jahre, Peter Blankenburg hatte mittlerweile sein eigenes Kampfsportstudio, folgte er gerne der Einladung zur Gründung eines Verbandes für eine neue, einzigartigen Kampfsportart.

Peter Blankenburg war nicht nur Mitgründer sondern auch langjähriger Geschäftsführer der WAKO Germany sowie Präsident der WAKO Berlin. Bei den meisten Turnieren die in Berlin und Deutschlandweit stattfanden stand er als Organisator seinem Freund G.

Klemens Willner

Eiserner Wille, Disziplin und vor allem seine mentale Stärke machten Klemens Willner so erfolgreich. Denn wo einige seiner Konkurrenten pure Muskelkraft einsetzen, kämpft Willner vor allem mit dem Kopf. Die Faszination und Begeisterung für den Kampfsport packt Klemens schon früh. Kickboxen ist für Willner eine der ehrlichsten Sportarten, der verborgene Stärken freisetzen kann. Von Beginn an hat er das Ziel Weltmeister zu werden. Konsequent verfolgt er seinen Traum.

Mit 13 Jahren beginnt er in Berlin bei Georg F. Brückner mit dem Training und bereits nach einem Monat legt er seine erste Gürtelprüfung ab. 1983 tritt Klemens zu seinem ersten Vollkontaktkampf an.