Viele Menschen sind fasziniert von Kampfkünsten und ihren Kämpfen. Auch mit Karate kannst Du Dich schnell und einfach fit halten. Was also ist es, das Karate so besonders macht? Karate ist nicht nur Fitness oder Kampfsport. Die Techniken enthalten über Generationen weiter gegebenes Wissen und Fertigkeiten, die ihren Ursprung bereits im 6. Jahrhundert haben. Ein Kampfkünstler oder eine Kampfkünstlerin kann weitaus mehr, als sich auf offener Straße zu verteidigen.
Nun mit 30 überlege ich, ob ich nochmal mit Karate anfange. Wie lange brauche ich bis zum Weißgurt? Wie lange von da bis zum Gelbgurt? Achso und für die die es wichtig finden: Den weißen Gürtel bekommt man automatisch, wenn du deinen Karate Anzug (Gi) kaufst.
Die Bedeutung der Gürtelgrade
Jeder, der mit irgendeiner Kampfkunst anfängt, möchte früher oder später seinen "schwarzen Gürtel" haben. Der schwarze Gürtel scheint eine Art magische Anziehung zu besitzen, er scheint der "Meisterbrief" in den Kampfkünsten zu sein, was er ja in gewisser Weise auch ist. Doch wenn wir das Graduierungssystem etwas genauer betrachten, so stellen wir fest, dass die Gürtel eingeführt wurden, um den Fortschritt im Karate auch nach außen hin sichtbar zu machen. Hier in der westlichen Welt gibt es weit mehr Gürtelfarben als beispielsweise in Japan. Zwar gibt es dort die gleiche Anzahl von Kyu-Graden, jedoch sind die Gürtelfarben dort auf weiß, grün, braun und schwarz beschränkt.
In Japan gilt es als unanständig, sich ständig in den Vordergrund zu stellen. Möglicherweise ist dies einer der Gründe, warum es dort weniger Farben gibt, als hierzulande. Dennoch haben alle erreichten Graduierungen nur einen Sinn: Sie dokumentieren den erfolgreichen Abschluss einer bestimmten Lernphase, eines bestimmten Trainingsabschnitts. So sind sie alle nur ein Meilenstein auf dem langen Weg.
Der Weg zum schwarzen Gürtel
Die „Regelstudienzeit“ für den Schwarzgurt beträgt heutzutage in den meisten Dojos/Vereinen/Verbänden ca. 5 Jahre, und das selbst dann, wenn man sich nicht zu viel Zeit lässt. Im Vergleich dazu hatte der berühmte südafrikanische Shotokan-Karateka Stan Schmidt seinen Shodan nach ca. zwei Jahren und einem Intensivtraining erhalten (vgl. Schmidt: 1998). Masahiko Tanaka erhielt seinen Shodan nach 3 Jahren (vgl.
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Wenn du im Deutschen Karate Verband (DKV) deine Prüfungen machst liegen für dich bei Kyuprüfungen (Farbgurte) zwischen den Prüfungen normalerweise mindestens 3 Monate. Viele Vereine Prüfen allerdings die ersten beiden Prüfungen (Weiss und Gelb) zusammen. Dies ist im DKV zulässig.
Man kann, wie gesagt, theoretisch alle 3 Monate eine Prüfung ablegen und dabei Weiß und Gelb zusammenlegen. Nach dem 1. Kyu muss man mindestens 1 Jahr warten, bis man die Prüfung zum 1. Demnach kann man theoretisch schon nach 3 Jahren Schwarzgurt sein, wenn ich mich nicht verrechnet hab. Regel ist es, 2 Prüfungen pro Jahr zu machen. Das ist also der Bereich der Möglichkeit.
Faustregel hierzu: Zwei Grade pro Jahr sollten drin sein. Damit wärst du in vier Jahren beim 1. DAN. Achte bei deiner Suche vor allem darauf, ob auch ältere Menschen (ab 50 aufwärts) regelmäßig trainieren kommen. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass auch Kampfkunst und kein Kampfsport unterrichtet wird. Auch die Zeitinvestition für Gymnastik, Kraft und Kondition stellen einen guten Sensor dar.
Es gibt Leute, die meinen sie müssten auf ihre Schwarzgurtprüfung viele Jahre warten, bis sie soweit sind, denn der Kuro-Obi soll angeblich eine große Ehrensache sein. Insofern sei es auch den Leuten gegönnt, die sich Zeit mit der Prüfung nehmen. Das Problem entsteht aber, wenn diese Leute sich die Zeit nehmen, weil sie idealisierte Vorstellungen über den Schwarzgurt haben, denn meistens wurden sie inspiriert durch Kung-Fu und Samurai-Filme und die heldenhafte Darstellung des Meisters. Es ist oft die Rede von einem „vollkommenen Charakter“, der mit dem Schwarzgurt einher geht. Lass mich dir eins sagen: Ich kenne keinen Menschen mit einem vollkommenen Charakter.
Die Bedeutung des Schwarzgurtes
Der erste Kuro-Obi (Shodan) ist tatsächlich „nur“ ein Zeichen dafür, dass du die Grundschule einigermaßen beherrschst. Mehr nicht. Damit bist du weder ein Meister, noch ein perfektes Wesen, aber auch kein Anfänger mehr. Gewisse geistige Fertigkeiten, wie z.B.
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Es erscheint mir persönlich ein wenig übertrieben, wie der "schwarze Gürtel" hochgelobt wird. Was ist das schon? Als ich einmal anfing Karate zu üben, tat ich dies, weil ich lernen wollte mich selbst zu verteidigen. Dieses Ziel musste ich jedoch bald weiter nach hinten stellen, da ich erkannte, dass hierzu sehr langes Training erforderlich sein würde. Nicht als Gelb- oder Orangegurt und auch nicht später als Grün-, Blau- oder Braungurt fühlte ich mich sicher, dass ich von mir behaupten konnte, mich jetzt immer und in jeder Situation verteidigen zu können. Ich erkannte vielmehr, dass die beste Selbstverteidigung immer noch eine ausgezeichnete 100-Meter-Zeit ist.
Durch das Training werden uns immer wieder unsere Schwachpunkte aufgezeigt, an denen wir arbeiten müssen, um unsere Techniken weiter zu vervollkommnen. Prüfungen helfen uns hier. Doch dazu müssen die Prüfungsanforderungen auch dem entsprechen, was der Schüler auf der jeweiligen Stufe braucht. Wir brauchen keinen Universitätsabschluss, bevor wir das Gymnasium verlassen haben.
Was ich damit sagen will ist, dass jede einzelne Karate-Prüfung auf die nächste Prüfung vorbereiten soll. Die Anforderungen müssen von Stufe zu Stufe erkennbar steigen aber sie dürfen wiederum auch nicht unerreichbar hoch sein. Der 1. Dan ist ein Experte der Grundtechniken, d.h. er ist in der Lage, die Grundtechniken jetzt korrekt - unter Beachtung von Timing, Distanz und Kontrolle - auszuführen. Das ist aber auch schon alles, was aber wiederum nicht heißen soll, dass man "nur" ein Shodan ist. Den Shodan zu erreichen, ist eine Leistung, die nicht vielen gelingt. Doch Shodan zu sein, hat nichts mit "geistiger Reife" zu tun, wie es besonders hier in Deutschland immer wieder proklamiert wird.
Um ein Meister seines Handwerks zu werden, muss man sich in seinem Handwerk auskennen und es gut lernen. Der Meister ist in der Lage, das Handwerk auch an andere weiterzugeben. In diesem Sinne ist der Shodan wohl am ehesten mit dem Gesellen im Handwerk zu vergleichen. Er hat sein Handwerk gelernt und geht nun auf Wanderschaft, um die letzten Tricks und Kniffe zu lernen, Erfahrung zu sammeln und dann seine Meisterprüfung abzulegen.
Betrachten wir dies alles zusammen, so werden wir feststellen, dass die Prüfung zum Shodan nichts als ein weiterer Schritt auf dem langen Weg ist. Sicherlich ein entscheidender, denn ab dem Shodan verändert sich die Gürtelfarbe nicht mehr - sie bleibt schwarz, doch man wird damit nicht quasi über Nacht zu einem anderen Menschen. Ein Lehrer beweist sich durch sein Wissen und seine Fähigkeiten, nicht durch eine Gürtelfarbe. Letztlich ist der Schwarzgurt etwas Besonderes, weil ihn nicht viele erreichen, weil ihnen einfach die Geduld fehlt, so lange durchzuhalten. Die ihn erreichen werden erkennen, dass der Shodan auch nur ein weiterer Meilenstein auf dem Weg ist.
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Das Graduierungssystem ist wie eine Pyramide aufgebaut. Die Kyu-Grade werden rückwärts gezählt, bis wir schließlich zum ersten Dan (Shodan) gelangen. Damit ist die Grundlage, die Basis für die Kampfkunst erreicht. Man ist jetzt den Kinderschuhen entwachsen. Vom ersten Dan an werden die Graduierungen aufwärts gezählt.
Die Kyu-Grade im Überblick
Hier eine Übersicht über die Kyu-Grade im Karate:
- 9. Kyu
- 8. Kyu
- 7. Kyu (Orange = Unterstufe)
- 6. Kyu
- 5. Kyu
- 4. Kyu
- 3. Kyu
- 2. Kyu
- 1. Kyu
Für Kinder und Schüler bis 14 Jahren können Zwischenprüfungen mit farblicher Kennzeichnung am Gürtel (Querstreifen in der Farbe des nächsten Gürtelgrades) durchgeführt werden, z.B. nach der 1. Bei der 2. Prüfung, der Prüfung zum 9. Kyu, zwei gelbe Querstreifen. Bei der Prüfung zum 8. Bei der 3. Zwischenprüfung einen orangenen Querstreifen auf dem gelben Gurt usw. Die letzte Zwischenprüfung liegt zwischen dem grünen und dem blauen Gurt. Die Wartezeit bei Kindern beträgt beim 8. bis 1. Kyu 5 Monate.
Im Japanischen sagt man über den orangefarbenen Gürtel : " Die Sonne erwärmt die Erde und macht sie fruchtbar " Das bedeutet, dass der Karate-Schüler die Anweisungen des Trainers oder Meisters besser umsetzen kann.
Die Dan-Grade im Überblick
Der erste Meistergrad. Hier hat das Lernen allerdings noch kein Ende, denn es gibt insgesamt neun Meistergrade, die durch den schwarzen Gürtel symbolisiert werden. Der höchste Meistergrad ist der 10. Dan, dessen Träger auch an einem rot-weißen Gürtel zu erkennen sind.
YUDANSHA - Die Danträger der Grade 1 - 4 (Danträger) bezeichnet werden. mit geistiger Voraussetzung (Shin) und der richtigen Haltung (Shi-Sei) . Das entspricht dem traditionellen Karate-Do, den Anforderungen des Weges.
- 1. Dan Grad ( Shodan ) " Der Anfang "Der Schüler hat über des Wissen der Techniken. Der erste Dan bedeutet für ihn ein Ausgangspunkt für seine Entwicklung. auf den Weg der geistigen Reife. Er ist interessiert an der Verbindung von Geist und Technik und sieht das als nächste Herausforderung. Oft besteht allerdings die Gefahr, dass er sich jetzt auf seinen 1. Dan ausruht und glaubt, schon genug erreicht zu haben.
- 2. Dan Grad ( Nidan ) " Der Grad der Erkenntnis "Der Schüler hat nun die Bedingungen des Weges durch seine recht Haltung verstanden. Noch warten viele Hindernisse auf seinen Weg, doch er hat sich noch nicht endgültig entschieden, diese Herausforderungen mit allen Konsequenzen zu meistern. genannt. Seine Intensive Karate-Praxis und sein Studium des Weges lassen ihn über den Tellerrand des reinen Kampfsports blicken und ihn den weg der Kampfkunst verstehen. Er kann sie auf seine täglichen Lebenssituation übertragen. Ob der Schüler allerdings den Anforderungen des Weges wirklich gewachsen ist, wird sich zeigen. Profiliert er sich oder sieht sich nicht mehr als Schüler, dann ist er den wahren Weg des Meisters nicht gewachsen.
- 3. Dan Grad ( Sandan ) " Der Grad des anerkannten Wegschülers " Der Karateka ist nun entschlossen den Weg der Kampfkunst bis an sein Lebensende zu gehen. Meister als wahren Wegschüler anerkennen. " Der anerkannte Schüler " zeigt in seiner Haltung und nicht nur an seinen technischen Fortschritt seine Weg-Stufe. Er lässt sich durch nichts von seinem Weg abbringen. Sensei ) haben Kopf und Hand gleichermaßen gestärkt. Karate-Do ist ein wesentlicher Teil seines täglichen Lebens geworden und gibt ihm innere Stärke und Kraft.
- 4. Dan Grad ( Yondan ) " Der Experte der Technik " Ab dem 4. Dan beginnt der Weg des Budos. Budos-Weges neuen Herausforderungen stellen muss. Er lebt und verinnerlicht die geistigen Aspekte der Kampfkunst täglich im Dojo oder im Alltag. verbindet die Karate Philosophie und die Budo-Technik so miteinender, dass er den Weg zur inneren Perfektion suchen und finden kann. in den körperlichen Übungen zu kontrollieren und verleiht damit seiner Technik die maximale Wirkung.
Die selbstständigen Lehrer und eigentlichen Meistergrade des Budo. Diese Grade werden in zwei Abschnitte unterteilt :
- ( 5.Dan und 6.Dan )
- ( geistige Reife ) zu. *Kokoro = Der Mensch ist Bewusstsein, er hat die Kunst verinnerlicht.
- 5. Dan Grad ( Godan ) " Experte der Übung "Der Karateka mit den 5. - Mensch mit tiefen Bewusstsein. Dieser Grad kann frühestens im alter von 31 Jahren erreicht werden. Die Voraussetzungen sind eine entsprechende Budo-Erfahrung und Lebenserfahrung. Der 5. ) und 6. ) zeichnen sich durch viel Wissen , Lebenserfahrung und eine starke innere Haltung aus. Das Karate-Do ist mit seiner Tradition ein wichtiges Lebensprinzip geworden. ist kein Schüler mehr, sondern ein wahrer Meister. Er hat die Theorie und die Praxis verinnerlicht und ist ein Vorbild und mit seinem Wissen eine Autorität für seine Schüler.
- 6. Dan Grad ( Rokkudan ) " Experte der Übung "Auch bei dieser Stufe ist der Titel noch Renshi. Er wird sich trotz des 6. Dan bewusst um Klarheit , Selbsterkenntnis und Harmonie streben und sich ständig verbessern. Das betrift seine geistigen sowie seine körperlichen Fähigkeiten , denn der stete Tropfen höhlt den Stein.
Iro Kokoru ist die Stufe der Reife. Das sind die höchsten Graduierungen im Budo. Kyoshi ( 7. Dan und 8. Hanshi ( 9. und 10. Dan ) vergeben. " Transzendenz im Wesen " . Jetzt hat die Meisterschaft ihre Perfektion und mit dem 10.Dan vollendet.
- 7. Dan ( Shichidan ) " Experte des Weges " Der Karateka mit dem 7. Kyoshi ist ein Großmeister des jeweiligen Stils. Ihm ist klar, das er tägliche Übungen nicht durch geistige Übungen ersetzen kann und trainiert täglich. Er besitzt eine Klarheit über kosmische und menschliche Angelegenheiten und bekennt sich zum Leben und zur Überwindung des Todes. ein.
- 8. Dan ( Hachidan ) " Experte des Unterrichts "Der 8. Großmeister des jeweiligen Stils. . Im Budo gibt es kein vorzeitigen Pensionsrecht oder Ruhestand. Das Training geht bis ins hohe Alter , für viele bis zum Lebensende.
- 9. Dan ( Kudan ) " Experte des Charakters " Der Karateka mit dem 9. - Großmeister des jeweiligen Stils , ist im Einklang mit sich selbst. Seine Handlungen zeichnen sich durch Harmonie mit den kosmischen Kräften aus. Er kann seinen Schülern das Tor zur Weisheit öffnen , dass über alle Techniken der Budo-Technik er haben ist.
- 10. Dan ( Judan ) " Transzendenz im Wesen " Der Karateka mit dem 10. ist der Großmeister des Stils. Diese Graduierung ist frühestens ab einem Lebensalter von 70 Jahren möglich. " . . Die höchste Auszeichnung im Budo kann nur von der IMAF - Kokusai Budoin vergeben werden. Die Träger des 10. Dan sind ein Vorbild in höchster technischer Perfektion und tiefem geistigen Verständnis .
Davon ausgehend erläutert Safar Sensei die Bedeutung des 10. "Den 10. Dan kann eigentlich niemand wirklich zu Lebzeiten erreichen, denn der 10. Dan bedeutet, dass man perfekt ist, dass man keine weiteren Fortschritte mehr machen kann. Man kann immer etwas dazu lernen. Das bedeutet also (zumindest im Karate-Graduierungssystem und Graduierungsverständnis der JKA) - wenn jemand den 10. Dan zu Lebzeiten erreicht hat, dann ist er entweder (bereits geistig) tot oder ein kompletter Idiot... Deshalb hatte Nakayama Sensei auch zu Lebzeiten nur den 9.
