Als begeisterter Karateka träumte ich davon, die Wurzeln dieser uralten Kampfkunst zu erkunden. Meine Reise führte mich für sechs Wochen nach Okinawa - dem Geburtsort des Karate. Mein Ziel war es, den traditionellen und ursprünglichen Karate-Stil zu erlernen, die dort bis heute gelehrt werden.
Meine Reise nach Okinawa
Ich habe bereits in Tokio das moderne Shotokan Karate intensiv trainiert. Doch mein Wunsch, die Wurzeln dieser uralten Kampfkunst zu erkunden, führte mich für sechs Wochen nach Okinawa - dem Geburtsort des Karate.
In dieser neuen Umgebung legte ich bewusst wieder den Weißgurt an, um meine Offenheit und Demut als Lernender zu zeigen. Dieser „Anfängergeist“ wird im japanischen Shoshin genannt und begleitet mich seitdem in meinem Training. Mein erster Trainingsort war das Asato Dojo, eine Schule, die Karateka aus aller Welt eine Brücke zwischen Japan und dem Westen bietet.
Hier knüpfte ich wertvolle Kontakte und erhielt die einmalige Gelegenheit, im berühmten Meibukan Dojo zu trainieren, das von der Yagi-Familie, den Gründern des Goju Ryu Karate, geleitet wird. Das Training im Meibukan Dojo war eine unvergleichliche Erfahrung.
Das Training im Meibukan Dojo
Der Stil des Goju Ryu zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination aus harten und weichen Techniken aus, die stark von der chinesischen Kampfkunst beeinflusst sind. Hier lernte ich die alten Abhärtungs- und Atemtechniken, die tief in der Tradition Okinawas verwurzelt sind.
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Im Gegensatz zu meinem vertrauten Shotokan Karate, das auf linearen, kraftvollen Bewegungen mit klarem Fokus auf Kihon (Grundtechniken), Kata (Formen) und Kumite (Kampf) basiert, betont Goju Ryu weiche, kreisförmige Bewegungen und legt den Schwerpunkt auf Nahkampf und Selbstverteidigung. Während Shotokan häufig als „härterer“ Stil wahrgenommen wird, der oft sportliche Wettkämpfe in den Vordergrund stellt, ist Goju Ryu stärker auf realistische Selbstverteidigung und die Integration von Körper und Geist ausgerichtet.
Diese grundlegenden Unterschiede haben mir neue Perspektiven auf Karate eröffnet und werden mein weiteres Training maßgeblich beeinflussen. Das Training im Meibukan Dojo unter der Leitung der Yagi-Familie, die seit Generationen den Takt des traditionellen Karate in Okinawa bestimmt, war ein besonderes Privileg.
Die Yagis gehören zu den einflussreichsten Familien in der Geschichte des Karate auf Okinawa, und es war eine große Ehre, von ihnen lernen zu dürfen. Neben der Vermittlung von Techniken und Philosophie hatte ich auch die Gelegenheit, persönliche Verbindungen zu knüpfen, was sich unter anderem durch eine Einladung zum Geburtstag von Großmeister Meitatsu Yagi ausdrückte. Diese Begegnungen haben nicht nur mein Karate, sondern auch mein Verständnis für die tiefe Kultur hinter dieser Kampfkunst bereichert.
Kulturelles Erbe und Begegnungen
Während meiner Zeit auf Okinawa besuchte ich viele der über die Insel verteilten Karate-Denkmäler, die eindrucksvoll an die lange Geschichte dieser Kunst erinnern. Diese Denkmäler, von denen jede seine eigene Geschichte erzählt, gab mir einen tiefen Einblick in die Bedeutung des Karate für die Menschen in Okinawa.
Es wurde deutlich, dass Karate hier nicht nur eine Kampfkunst, sondern ein kulturelles Erbe ist, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ein unerwartetes Highlight meiner Reise war die Begegnung mit dem MMA-Champion Jiri Procházka und dem K1-Champion Jan Soukup, die einige Tage im Dojo mit uns trainierten.
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Sie suchen nach Ideen und Techniken für ihre Kämpfe und fundierte dabei von den Lehren des Karate-Großmeisters Meitatsu Yagi. Diese Begegnung zeigte mir einmal mehr, wie universell die Prinzipien des Karate sind und wie sie auch in modernen Kampfsportarten angewendet werden können.
Ich konnte neue Techniken und Trainingsmethoden erlernen und tiefere Einblicke in die Philosophie und Traditionen des Karate gewinnen, die in Okinawa bis heute eine zentrale Rolle spielen.
Karate in Tokio und Kyoto
Die Stationen der Reise hießen Tokio, Ojiya, Kyoto. Neben dem Sightseeing stand Karate im Mittelpunkt. Dazu gehörten zwei ausführliche Trainingseinheiten bei Großmeister Higuchi (9. Dan), eine Trainingseinheit im Dojo von Großmeister Kobayashi (9. Dan) mit anschließender bestandener Schwarzgurt-Prüfung zweier Hamburger Karateka sowie ein internationaler Wettkampf. Ebenso wurde anlässlich des 30-jährigen Todestages des Großmeisters Gima Makoto (10. Dan) ein Kranz niedergelegt.
JKA Headquarter in Tokio
Am zweiten Morgen ging es dann bereits ins Honbu Dojo, dem Headquarter der JKA, wo ich 5 Tage lang am Training teilnahm. Von außen wirkt das Dojo recht unscheinbar und unspektakulär. Doch dieser (täuschende) Eindruck änderte sich sofort mit Betreten des Eingangsbereichs und die Atmosphäre steigerte sich spürbar mit jeder Etage - über den Umkleidebereich im 1. Stock bis hin zum Trainings-Dojo im 2. Stock.
Ich trainierte bei: Ryota Osato (3. Dan) - Yushi Hakizume (4. Dan) - Hidemoto Kurihara (4. Dan) - Tatsuro Igarashi (4. Dan) - Ryosuke Shimizu (6. Dan) - Koichiro Okuma (7. Dan). Immer dabei waren die drei aktuellen Trainees, die zur Zeit die Instruktor-Ausbildung durchlaufen: Keisei Sakiyama (2. Dan) - Minami Kobayashi (2. Dan) - Rune Koizumi (3. Dan).
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Okuma Shihan entschied zu Beginn seiner Einheit kurzerhand, dass wir ein Stockwerk höher im Grand Dojo trainieren. Ein besonderes Erlebnis, da hier für gewöhnlich ausschließlich die Instruktoren selbst trainieren und das Grand Dojo somit für die “Allgemeinheit” nicht ohne Weiteres zugänglich ist.
Jedes Training war gänzlich unterschiedlich und mit der ganz persönlichen Handschrift der jeweiligen Instruktoren versehen, die alle für sich auf individuelle Schwerpunkte eingingen und dabei verschiedenste Methoden und Trainingsansätze verfolgten. So erhielt ich einen hervorragenden Mix aus den unterschiedlichen Expertisen der jüngeren (noch auf Wettkämpfen aktiven) Senseis und der älteren Meister, die bereits eine umfangreiche und erfolgreiche Wettkampfkarriere hinter sich haben.
Was jedoch alle gemeinsam hatten, war der starke Fokus auf eine funktionale und effektive Basis. Kihon war Bestandteil jeder Einheit und aus den jeweiligen Themen, die im Kihon umfangreich behandelt und erarbeitet wurden, ergab sich ein Transfer zu Kata und Kumite, um diese systematisch zu optimieren. Reaktion, Explosivkraft und Beschleunigung aus einer entspannten (aber hoch fokussierten) Ausgangsposition sind die Schlüsselfaktoren für eine blitzschnelle Aktion bei enormer Reichweite.
Der hohe Anteil an technischer Optimierung bedeutete dabei allerdings nicht, dass man nicht auch konditionell gefordert wurde. Jede 60-minütige Einheit hatte es in sich und war völlig ausreichend, um ordentlich ins Schwitzen zu kommen. Wenig überraschend, aber dennoch deutlich spürbar, war das hohe Maß an gegenseitigem Respekt und Etikette.
Kyoto: Shorin-Ryu und Kobudo
Nach einer spannenden Woche in Japans Hauptstadt reisten wir mit dem Shinkansen weiter nach Kyoto. Vor der Verlegung des Regierungssitzes nach Tokio war Kyoto über ein Jahrtausend lang (bis 1868) die Hauptstadt Japans und ist entsprechend reich an Kultur und historischen Stätten. Obwohl Gichin Funakoshi aus Okinawa stammt, ist Shotokan-Karate hier nicht wirklich zu finden.
Als erstes empfing mich Sensei Masahiro Teruya (8. Dan, Shorin-Ryu) in seinem Dojo. Ich durfte in seiner regulären Trainingsgruppe mittrainieren und wurde sowohl vom Meister selbst als auch von seinen Schülern sehr herzlich empfangen und aufgenommen. Shorin-Ryu ist ein traditioneller Karate-Stil aus Okinawa und gilt als einer der stilistischen Vorläufer des heutigen Shotokan-Karate.
Das Training begann mit einem recht intensiven, konditionellen Anteil, bei dem Kräftigung und Abhärtung die ersten 30 Minuten bestimmten. Danach trainierten wir - natürlich - Kihon. Obwohl die meisten Stellungen nicht so lang und tief sind, wie im Shotokan charakteristisch, wurde ein enormer Fokus auf eine kraftvolle Stabilität gelegt. Anschließend wurde Kata trainiert.
Da Shorin-Ryu sehr nah verwandt ist mit dem Shotokan, ähneln sich auch viele Katas. Teruya Sensei unterwies mich somit nicht nur im Shorin-Ryu, sondern nutzte auch die Gelegenheit, seinen Schülern einen Einblick in den Shotokan-Stil zu geben - beziehungsweise durch mich geben zu lassen. Ich durfte Tekki Shodan, Heian Nidan und Heian Godan demonstrieren, welche jeweils auch (unter anderer Bezeichnung und mit inhaltlichen Abweichungen) im Shorin-Ryu vorkommen.
Das nächste Training führte mich zum Karate Kaikan, wo ich in einer kleinen Gruppe unter Meister Hidetada Ishiki (8. Dan, Okinawa Kobudo) einen Einblick in die traditionelle Waffenkunst erhalten sollte. Weniger konditionell, dafür koordinativ höchst fordernd, erlernten wir erst den Umgang mit dem Sansetsukon und anschließend mit den Kama.
Mit beiden Waffen erlernten wir zunächst die generelle Handhabung, sowie einzelne Block- und Angriffsbewegungen, bevor Ishiki Sensei uns jeweils eine Kata mit entsprechendem Waffeneinsatz vermittelte. Ein spannender Einblick in eine für mich ganz neue Kampfkunst, die historisch, technisch und kulturell eng mit dem Karate Okinawas verbunden ist.
Nach der zweistündigen Einheit hatte ich noch die Gelegenheit für eigenes Karate Training und lief ein paar Katas in der unglaublichen Kulisse der beeindruckenden Anlage. Das Karate Kaikan ist das zentrale Trainings- und Kulturzentrum für das ursprüngliche Okinawa-Karate.
Privatunterricht bei Hanshi Tetsuhiro Hokama
Mein drittes Training auf Okinawa führte mich nach Nishihara. Ich hatte ein Privat-Training bei Hanshi Tetsuhiro Hokama verabredet. Tetsuhiro Hokama (geb. 1944) ist ein weltweit hoch angesehener Karate- und Kobudo-Meister aus Okinawa, der den 10. Dan im Goju-Ryu-Karate trägt. Er hat unter anderem 1987 das weltweit erste Karate-Museum gegründet und gilt als einer der profundesten Kenner der traditionellen Kampfkünste Okinawas.
Meister Hokama empfing mich freundlich und zeigte mir zunächst sein Dojo, bevor es mit dem Training losging. Wir starteten mit leichter Erwärmung und Koordinationsübungen, die schnell schon gar nicht mehr so “leicht” waren. Anschließend folgten einige Übungen zur Kräftigung - insbesondere Griffkraft - bevor es über etwas Kihon zu Anwendungsbeispielen ging.
Hier zeigte der Meister eindrucksvoll seine Fertigkeiten und dass er trotz seinen 80 Jahren durchaus noch in der Lage ist, sich aus meinem Griff zu befreien und mich dabei nicht unerhebliche Schmerzen spüren zu lassen. Und das mit einer scheinbar unbeeindruckten Leichtigkeit. Wieder umtrieben mich gemischte Gefühle - dieses Mal: Erstaunen, Schmerz, Bewunderung und Erkenntnis.
Anschließend führte auch Meister Hokama mich weiter in die Künste des Kobudo ein, die für ihn untrennbarer Bestandteil des traditionellen Okinawa-Karate sind. Er brachte mir zunächst den Umgang mit dem Nunchaku bei, bevor wir mit dem Bo trainierten.
Tetsuhiro Hokama ist jedoch nicht nur ein hochrangiger Meister des Karate und Kobudo, sondern zählt auch zu den wenigen Menschen weltweit, die die Kunst der traditionellen japanischen und chinesischen Kalligrafie beherrschen. Diese seltene Gelegenheit ließ ich nicht aus und fragte Meister Hokama, ob er mir eine Kalligrafie für unser Dojo anfertigen würde. Eine Bitte, der er erfreut nachkam.
Weitere Trainingsangebote in Japan
Die folgende Übersicht zeigt die Trainings-Angebote innerhalb der einzelnen Reisen:
- Karate Training in Tokyo (JKA HeadQuarter in Tokio - Idabashi)
- Karate und Kobudo Training auf Okinawa
- Karate Training bei André Bertel in Oita
- Goju-Ryu Karate Training auf Okinawa
- JKA-Taishi mit Naka Tatsuya Sensei
- Shuri Karate Kobudō Hozonkai Shūbukan im Teruya Dōjō
Trainingsreise des Team Deutschland nach Okinawa
Am 15. August 2024 flog das Team Deutschland nach Okinawa, um bei Großmeister und Karatelegende Maeshiro Morinobu Unterricht zu haben. Das Team bestand aus Rudi Harrer, Josef Holzmann und Rudi Gabert.
Nach der Ankunft wurde der Shureido Store besucht, und es gab ein erstes Training im Okinawa Prefectural Budokan, das jedoch aufgrund eines Goju-Ryu Turniers ausfallen musste. Stattdessen übte das Team seine neun Kata an einem überdachten Ort neben dem Baseball Stadion.
Am Samstag wurde das Shuri Castle (Japans 11. UNESCO-Weltkulturerbe), das am 31.10.2019 einem tragischen Großbrand zum Opfer fiel, besucht. Der Neuaufbau des Schlosses mit originalen Materialien und traditionellem Handwerk konnte besichtigt werden.
Das Dojo von Maeshiro Sensei war mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Nach einem kurzen, aber heftigen Fußmarsch bei sonnigen 35 bis 38 Grad und einer 99%-igen Luftfeuchtigkeit fand das Team das Dojo von Maeshiro Sensei.
Das offizielle Training bei Maeshiro Sensei begann am Montag, 19. August. Maeshiro Sensei begann mit Kihon, danach folgten die Naihanchi Shodan und Nidan. Alle Fragen wurden beantwortet, und das Team wurde zu den Trainings mit seinen Schülern um 19:30 in den nächsten Tagen eingeladen.
In der restlichen Woche wurden die klassischen Kata trainiert: die drei Naihanchi, die fünf Pinan, Itosu no Bassai, Chinto, Itosu no Kushanku und Matsumura no Bassai. Im letzten Abendtraining bekam jeder ein kleines Säckchen mit lokalen Köstlichkeiten und eine von Frau Maeshiro gemalte Kaligrafie mit dem Spruch „Practice for lifetime“.
Maeshiro Sensei übergab Alex eine DVD mit allen Kata von Shorin-ryu, welche er vorführte. Zum Abschluss wurde ein Gruppenfoto gemacht und die Karate-Kurse in die Martial Arts Pässe von Maeshiro Sensei eintragen und unterschreiben.
Das Karatetraining mit Maeshiro Morinobu war insgesamt immens lehrreich. Mit großer Geduld, Akribie, Millimeter für Millimeter in den Ständen und Bewegungen, wurden wir vom überaus sympathischen, stets ruhig und klar agierenden Großmeister unterrichtet.
Die Nähe zu den frühen und über Jahrhunderte dauernden Einflüssen aus China und deren Kampfkunststilen ist spürbar. Die chinesisch-okinawanischen Beziehungen und der kulturelle Einfluss Chinas waren schon seit der frühen Feudalzeit auf Okinawa sehr ausgeprägt. Grundsätzlich sind auf Okinawa die Stände (dachi) höher, Moto dachi zum Beispiel, ein besonders langer Nekoashi dachi sticht bei vielen Kata heraus.
Kyoto: Tempel, Gärten und kulinarische Erlebnisse
Ein Inlandsflug brachte das Team von Naha ins 1200 Kilometer nördlich auf der japanischen Hauptinsel gelegene Osaka, von dort ging es geschmeidig weiter in einer 75-minütigen Busfahrt nach Kyoto. Im Hotel Sotetsu Fresa Inn an der belebten Kiyomizu Gojo kamen wir nach einem längeren Fußweg vom Kyoto Bahnhof nassgeschwitzt und erledigt an.
Die herzliche Freundlichkeit der Menschen, deren Offenheit und Hilfsbereitschaft, mit kleinen respektvollen Verbeugungen begleitetes Verhalten, sollte uns, wie schon auf Okinawa, auch in Kyoto die ganze Zeit über begegnen. Gekocht wird in der Regel offen und direkt neben den Gästen. Die Speisekarten sind vielseitig, für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Zehn Tage lang haben wir viele der klassischen Sehenswürdigkeiten Kyotos besucht und intensiv genossen. Zum Beispiel den Goldenen Pavillon Kinkakuji, der tatsächlich mit echtem Blattgold verziert ist, und wie viele der Tempel, Schreine und Burgen in herrlich angelegten Gärten, mit und ohne Teich, eingebettet ist.
Der Shinto-Schrein Fushimi Inari Taisha, Schrein der 10.000 Tori-Tore. Der Schrein stammt aus dem Jahr 711 AD und Gläubige kommen seit vielen Jahrhunderten hierher, um für Sicherheit, Wohlstand und Erfüllung ihrer Wünsche zu beten. Der Tempel Kiyomizu-dera gehört zu den vielen UNESCO-Weltkulturerbestätten in Kyoto und ist über 1200 Jahre alt. Die Burg Nijo (ein Gebäudekomplex) mitten in der Stadt hat uns in seinen gigantischen Ausmaßen beeindruckt.
Wir sahen herrliche Malereien, feinstes Tuch in schön angelegten Räumen, sog. Natürlich legt man bei allen Besichtigungen der Tempel am Eingang seine Schuhe ab und geht geradezu geräuschlos und leise durch die Gebäude. Der monumentale alte Kaiserpalast, in dem bis zur Meiji-Restauration 1868 die kaiserliche Familie residierte, war ob seiner Größe und kunstvollen Ausstattung beeindruckend.
Viele weitere Zen Tempel und Schreine mit herrlichen Zengärten haben wir angesteuert, natürlich als Budoka auch den Butokuden, die älteste Übungsstätte der „Kriegskünste“ in Japan.
Die Bedeutung von Okinawa für Karateka
Obwohl Karate von mehr als 130 Millionen Menschen auf der ganzen Welt praktiziert wird, kennen viele nicht den Geburtsort dieser uralten Kampfsportart: Okinawa. In Japans Tropenparadies ist Karate tief in der Geschichte und Kultur der Inseln verwurzelt und geht bis ins 15. Jahrhundert zurück.
Die Geschichte des Karate auf Okinawa geht auf eine Zeit zurück, in der die Inseln zum Königreich Ryukyu gehörten und Kampfsportarten verboten waren. Praktizierende sahen sich gezwungen, ihre Techniken im Geheimen zu entwickeln und zu verfeinern. Trotz dieser Herausforderungen blieb der Geist des Karate erhalten und entwickelte sich zu einem tiefgreifenden Ausdruck von Selbstverteidigung, körperlicher Fitness und spirituellem Wachstum.
Heute haben Besucher von Okinawa die einzigartige Gelegenheit, mit angesehenen Karatemeistern zu trainieren und tief in diese achtsame Praxis einzutauchen. Durch intensive Erfahrungen in traditionellen Dojos können Reisende von der Weisheit der Karatemeister lernen, ihre Fähigkeiten trainieren und gleichzeitig wertvolle Einblicke in die Philosophie und Prinzipien dieser Kunst gewinnen.
Karate-Trainingsprogramme in Okinawa
Die Anmeldung zu Karatetrainingsprogrammen in Okinawa ist ein unkomplizierter Prozess. Die Möglichkeiten reichen von kurzen Kursen bis hin zu intensiven Workshops, die auf alle Niveaus zugeschnitten sind. Es gibt etwa 400 Karate-Dojos und viele legendäre Großmeister in Okinawa, die Kurse wie das Ryukyu Kachelzerschlagen, Dojo Morgenstunden, Karate-Geschichtetouren, Zen-Meditationen und viele weitere interaktive Camps anbieten. Jedes Jahr reisen 8.000 Karate-Enthusiasten aus der ganzen Welt auf die Insel, um die Meister um Aufnahme zu bitten.
