Gold Karat Tabelle: Reinheitsgrad und Umrechnung

Gold hat seit Jahrtausenden einen festen Platz in der Kultur-, Geld- und Schmuckgeschichte. Seine chemische Beständigkeit, das charakteristische Glänzen und seine Seltenheit machen es zu einem einzigartigen Edelmetall. Wer sich intensiver mit Gold befasst, stößt schnell auf die Frage der Reinheit - also darauf, wie hoch der tatsächliche Goldanteil eines Schmuckstücks, einer Münze oder eines Barrens ist. Im Nachlass wurden mehrere Goldringe gefunden, oder die geschenkte Kette ist relativ schwer, aber wie viel ist sie Wert? In solchen Situationen taucht die Frage auf: Wie viel echtes Gold steckt wirklich drin?

Der Reinheitsgrad eines Goldprodukts ist entscheidend für seinen Wert, seine Verarbeitungseigenschaften und seine Einsatzmöglichkeiten. Deshalb ist reines Gold im Alltag eher selten in Gebrauch, da es zu weich für viele Anwendungen wäre. Für Schmuck oder Münzen wird Gold daher meist legiert, also mit anderen Metallen wie Kupfer, Silber oder Palladium vermischt. Der Kurs des Edelmetalls hat in den letzten Monaten stark zugenommen.

Was bedeuten Karat und Feingehalt?

Die Gold-Reinheitsgrade geben an, wie viel reines Gold in einem Gegenstand enthalten ist. Je höher der Reinheitsgrad, desto wertvoller ist das Stück - allerdings auch weicher und weniger widerstandsfähig.

Es gibt zwei gebräuchliche Methoden, um den Reinheitsgrad von Gold zu kennzeichnen: Die Angabe in Karat (K) und die Feinheit in Tausendstel (‰). Mit Karat wird der Anteil des reinen Goldes am Gesamtgewicht der Legierung bezeichnet. Die Karat-Skala reicht von 0 bis 24, wobei 24 Karat reinem Gold entspricht. Die Angabe in Promille beschreibt den Goldanteil je 1.000 Teile der Gesamtmasse. Die Einheit benennt den Feingehalt der jeweiligen Legierung, die aus Gold und anderen Metallen (Silber, Kupfer, Palladium, Zink, Nickel, Platin) bestehen kann.

Karat (abgekürzt kt oder C) ist ein traditioneller Begriff, der im Schmuckbereich verwendet wird, um den Goldanteil in einer Legierung anzugeben. Dieser Anteil wird in 24tel Gewichtsanteilen ausgedrückt. 24 Karat entspricht reinem Gold. Ein Schmuckstück mit 8 Karat enthält etwa ein Drittel reines Gold, während 1 Karat einem Goldanteil von 1/24 des Gesamtgewichts entspricht, was ungefähr 4,167 Prozent reinen Goldanteil bedeutet. Heute wird die Angabe in Karat jedoch als veraltet betrachtet und häufig durch den Feingehalt in Promille ersetzt.

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Der Feingehalt oder auch Feinheit bezeichnet den Anteil eines Edelmetalls in einer Legierung, angegeben in Tausendteilen (Promille) des Gesamtgewichts. Diese Angabe ist heute der Standard, auch im Schmuckbereich. Zum Beispiel bedeutet 585er Gold, dass der Goldanteil 585 Promille des Gesamtgewichts beträgt. Der theoretische Maximalwert ist 1000, praktisch gilt 999er Gold als reines Gold. Die Schreibweise erfolgt in der Regel als Zahl, bei Schmuck manchmal auch als Nachkomma-Zahl mit einer vorangestellten „0“.

Gibt es überhaupt einen Unterschied?

Praktisch gesehen gibt es keinen Unterschied. Sowohl Karat als auch Feingehalt beschreiben den Anteil von reinem Gold in einer Legierung. Während der Feingehalt in Tausendteilen (Promille) angegeben wird, erfolgt die Karat-Angabe in 24er Teilen. Beide Werte sind relative Angaben, die grundsätzlich ineinander umgerechnet werden können.

Allerdings ist die Umrechnung von Feingehalt in Karat nicht immer mathematisch exakt. Zum Beispiel entspricht 585er Gold genau genommen 14,04 Karat und nicht exakt 14 Karat. Nur 9 Karat, 18 Karat und 21 Karat lassen sich genau umrechnen. Diese kleinen Abweichungen werden in der Praxis jedoch kaum beachtet.

Wo finde ich die Angaben zum Karat Wert?

Der Goldgehalt wird bei Schmuckstücken durch eine Punzierung angezeigt - ein kleiner Stempel an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks. Die Angaben auf Schmuckstücken sind jedoch nicht immer einheitlich: Der Goldgehalt kann entweder in Karat oder als Feingehalt in Promille angegeben werden.

Übliche Gold-Reinheitsgrade

Es gibt verschiedene Gold-Reinheitsgrade, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Verwendungszwecke haben:

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  • 999er Gold (24 Karat): Steht für nahezu reines Gold mit einem Anteil von 99,9 %. Es wird vor allem für Anlagemünzen und Barren verwendet. Zu den bekanntesten Münzen mit dieser Reinheit zählen der Maple Leaf aus Kanada oder der Wiener Philharmoniker aus Österreich.
  • 916er Gold (22 Karat): Enthält 91,6 % Gold und kommt häufig im arabischen Raum und in Indien bei hochwertigem Schmuck zum Einsatz.
  • 750er Gold (18 Karat): Ist in Europa weit verbreitet und gilt als optimaler Kompromiss zwischen Reinheit und Härte. Es eignet sich hervorragend für hochwertigen Schmuck und ist für seine warme Farbe geschätzt.
  • 585er Gold (14 Karat): Ist noch weiter legiert und hat einen Goldanteil von 58,5 %. Es kommt oft bei modischem Schmuck zum Einsatz, der sowohl hochwertig als auch preislich moderat ist.
  • 333er Gold (8 Karat): Enthält nur 33,3 % Gold. In Deutschland hingegen darf Schmuck nur dann als „Gold“ verkauft werden, wenn er mindestens 333er Feingehalt (8 Karat) aufweist. Die restlichen zwei Drittel bestehen aus unedlen Metallen, was die Farbe matter und das Gewicht leichter erscheinen lässt. 333er Gold ist kostengünstig, aber deutlich weniger wertvoll. Es wird vor allem im Massenmarkt-Schmuckbereich eingesetzt.

Die Zusammensetzung einer Goldlegierung beeinflusst nicht nur den Härtegrad, sondern auch die Farbe. Je mehr Kupfer beigemischt wird, desto rötlicher erscheint das Gold (Rotgold). Weißgold entsteht durch Zugabe von Silber, Nickel oder Palladium, während Grüngold durch eine Mischung mit Silber und Cadmium erzeugt werden kann.

Gold Karat Tabelle

Hier ist eine Tabelle, die die gängigsten Karat-Werte und ihre entsprechenden Feingehalte in Promille und Prozent zeigt:

Karat (kt) Feingehalt in Tausendsteln Goldanteil in Prozent*
8 kt 333er Gold 33,3 %
9 kt 375er Gold 37,5 %
10 kt 417er Gold 41,7 %
14 kt 585er Gold 58,5 %
18 kt 750er Gold 75 %
20 kt 833er Gold 83,3 %
21 kt 875er Gold 87,5 %
22 kt 916,66er Gold 91,666 %
24 kt 999er Gold 99,9 %

*Anmerkung zur Karat Goldtabelle: Prozentangaben nur zur Veranschaulichung. Prozentwerte sind in der Edelmetallbranche unüblich

Wie berechnet man den Goldanteil?

Wenn die Punzierung nur eine Karat-Angabe enthält, können Sie in der Goldtabelle nachsehen, welcher Karat-Wert welcher Feinheit in Promille entspricht. Um den reinen Goldanteil in Gramm zu berechnen, multiplizieren Sie das Gesamtgewicht mit dem entsprechenden Promille-Wert. So ermitteln Sie den exakten Anteil des reinen Goldes im Schmuckstück.

Goldanteil Berechnung am Beispiel von 15g Goldschmuck:

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  • 8 Karat Goldschmuck8 Karat Gold entspricht einen Feingehalt von 333:15 g × 0,333 = 4,995Der Goldanteil beträgt also 4,995 Gramm
  • 14 Karat Goldschmuck14 Karat Gold entspricht einen Feingehalt von 585:15 g × 0,585 = 8,775Der Goldanteil beträgt also 8,775 Gramm
  • 18 Karat Goldschmuck18 karat Gold entspricht einen Feingehalt von 750:15 g × 0,750 = 11,52Der Goldanteil beträgt also 11,52 Gramm

Landestypische Karat Werte

Weltweit gibt es unterschiedliche Vorlieben bei den Reinheitsgraden von Gold. Auf dem nordamerikanischen Kontinent ist das eher blasse, aber kratzfeste 585er Gold (14 Karat) besonders populär. Im arabischen Raum bevorzugt man 21 Karat Gold für die Schmuckherstellung, während in Indien oft 22 Karat verwendet werden. In China findet man sogar 24 Karat Goldschmuck, der als „Chuk Kam“ (volles Gold) bezeichnet wird.

In Deutschland ist Goldschmuck zwischen 8 und 18 Karat typisch, was einem Feingehalt von 333 bis 750 in Tausendsteln entspricht. Außerdem gibt es hierzulande gesetzliche Regelungen, die einen Mindest-Goldgehalt vorschreiben, damit Schmuck als Gold verkauft werden darf.

Goldlegierungen

Reines Gold ist zwar sehr wertvoll, aber auch weich und daher anfällig für Kratzer. Um es widerstandsfähiger zu machen, werden oft Goldlegierungen verwendet, besonders im Schmuckbereich. Durch das Beimischen von Metallen wie Kupfer, Zink, Nickel, Silber oder Palladium können sowohl die Eigenschaften als auch das Aussehen des Goldes verändert werden.

Was ist eine Goldlegierung?

Bei einer Goldlegierung handelt es sich um Gold, dem mindestens ein weiteres Element beigemengt ist. Ausgedrückt wird der Goldanteil in Tausendteilen vom Gewicht. Eine ältere Kennzeichnung ist die Angabe in Karat, welche im Schmuckbereich noch gebräuchlich ist.

Hiervon abzugrenzen sind Goldimitate. Diese enthalten entweder gar kein Gold oder der Anteil ist schwindend gering. Im letzteren Fall spricht man dann von einer Vergoldung. Um das zu erkennen gibt es diverse Testverfahren.

Herstellung und Zusammensetzung

Die Herstellung einer Goldlegierung erfolgt durch Schmelzen. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Physikalische Gründe: Durch gezielte Beigaben werden bestimmte Eigenschaften von Gold wie Härte, Formbarkeit, Leitfähigkeit oder Schmelzpunkt nach Wunsch verändert
  • Ästhetische Gründe: Gold ist von Natur aus gelblich. Durch Legierungen lassen sich Farbnuancen erzeugen
  • Kostengründe: Durch Beimengung kostengünstiger Metalle lassen sich Kosten einsparen
  • Medizinische Gründe: Hier kommen je nach Einsatz diverse Legierungen zum Einsatz. Entscheidend sind hier Verträglichkeit, Formbarkeit, Festigkeit, Säure- und Korrosionsbeständigkeit

Was die Zusammensetzung betrifft, so lassen sich viele Elementen zu einer Goldlegierung schmelzen. Gebräuchliche Beimischungen sind Kupfer, SiIber, Nickel, Palladium, Platin, Titan, Cadmium, Zink oder Zinn.

Typische Verwendungen von Goldlegierungen

  • 333er Gold: Mindestuntergrenze für Goldanteil, um sich in Deutschland offiziell als Goldschmuck bezeichnen zu dürfen
  • 375er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in Großbritannien
  • 417er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in USA
  • 585er Gold: Populäre Schmucklegierung, da relativ hochwertig bei gleichzeitig hoher Kratzfestigkeit. Gern genommen für Goldohrringe, ein Goldarmband oder eine goldene Uhr
  • 750er Gold: Auch “Kronengold” genannt. 750er Schmuckgold wird gern verwendet für relativ hochwertigen Schmuck, etwa eine Goldkette. Auch für Zahngoldlegierungen
  • 833er Gold: Hochwertiger Schmuck
  • 875er Gold: Für besonders hochwertigen Goldschmuck, etwa ein Gold-Collier
  • 895er Gold: Historische Goldmünzen. Auch “Pistolengold” genannt (Pistole = historische spanische Goldmünze)
  • Feinheit 900: Diverse Goldmünzen wie etwa die Goldmünze Tscherwonetz. Auch “Münzgold” genannt
  • Feinheit 916,667: Diverse Goldmünzen, wie etwa der Kürgerrand. Aufgrund der Kupferbeimischung gilt der Kügerrand als weniger kratzempfindlich
  • Feinheit 965: Auch “Thaigold” genannt. Hier wenig gebräuchlich
  • Feinheit 986: Manche Goldmünzen wie etwa Kaiser Franz Joseph Dukaten aus Österreich. Auch “Dukatengold” genannt
  • Feinheit 995: Mindestgehalt für Goldbarren. Mehr: LBMA Good Delivery Standard
  • Feinheit 999: Manche Goldmünzen wie z.B. China Panda. Als 999er Goldschmuck in China populär
  • Feinheit 999,9: Gängig für viele Anlagegold-Produkte, also Goldmünzen und Goldbarren.

Farbvarianten von Goldlegierungen

Die Farbe von Goldlegierungen kann variieren, abhängig von den beigemischten Metallen. Hier sind einige Beispiele:

  • Gelbgold: Kupfer, Silber. Je nach Mischverhältnis Farbtöne von hellgelb bis gelborange
  • Rotgold: Kupfer, Silber. Höherer Kupferanteil sorgt für rötlichen Schimmer und macht Legierungen härter
  • Roségold: Kupfer, Silber. Wie Rotgold, aber Kupferanteil etwas geringer
  • Grüngold: Silber, Cadmium, Kobalt. Weniger verbreitet
  • Weißgold: Palladium, Silber, Nickel, Platin. Weiß-blasser Farbton. Ursprünglich als Platinersatz in Pforzheim entwickelt. Auch als “Graugold” bezeichnet