Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) ist ein bedeutendes Ereignis in der Schweiz, das alle drei Jahre stattfindet. Dabei werden die Schweizer Nationalsportarten Schwingen, Hornussen und Steinstossen ausgeübt, wobei der Schwingsport im Zentrum steht. Es ist zusammen mit dem Unspunnenfest und dem Kilchberger Schwinget der wichtigste Wettkampf im Schwingen und Steinstossen.
ESAF Zug 2019: Ein Rückblick
Zuletzt war 2019 die Stadt Zug Gastgeber des Festes. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF), das vom 23. bis 25. August 2019 in Zug stattfand, lockte 56'500 Zuschauer in die Schwingarena, 8'000 ins Public Viewing auf dem Arenaplatz und noch viele mehr in die Festmeile.
Besondere Aktionen und Vorbereitungen
Um die Vorfreude auf den Anlass zu steigern, organisierte das ESAF-OK gemeinsam mit dem EVZ sowie der Zuger Kantonalbank, Generalsponsorin des EVZ und Königspartnerin ESAF Zug, ein Rahmenprogramm ganz im Stil des ESAF 2019. Die 1. Mannschaft spielte das Meisterschaftsspiel gegen den SC Bern für einmal im Edelweissmuster und in Schwingerhosen. Das ESAF-Spezialtrikot wurde später zugunsten des EVZ Nachwuchs versteigert.
Neben Heinz Tännler, Zuger Regierungsrat und OK-Präsident des ESAF 2019, und Vertretern des ESAF-OK waren die Schwinger Marcel Bieri, Pirmin Reichmuth und Christian Schuler vor Ort. Für die Zuschauer gab es zudem die Möglichkeit, begehrte Tickets für das Schwingspektakel im August zu gewinnen. Nach dem Spiel offerierte die Zuger Kantonalbank zudem ein kleines Geschenk für alle Besucher.
«Das ESAF 2019 wird tausende Menschen in Zug und der ganzen Schweiz begeistern. Wir als EVZ freuen uns, mit diesem Event die Tradition, die Begeisterung für den Schwingsport und den Standort Zug mitzutragen», meinte EVZ CEO Patrick Lengwiler.
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Die Arena: Ein temporäres Stadion der Superlative
Das Herzstück des "Eidgenössischen" ist die Arena. NÜSSLI baut die Arena seit 1961 bereits zum 22. Mal. Die sechseckige Festarena bot 50.900 Zuschauerinnen und Zuschauern mit gedeckten und ungedeckten Sitz- und Stehplätzen Sicht auf die Sägemehlringe. Die Rasenfläche in der Schwingarena bot Platz für sieben Schwingringe mit jeweils 14 Meter Durchmesser.
Für den Bau der sechs Tribünen waren insgesamt etwa 3000 Tonnen Tribünenmaterial nötig: Unterkonstruktion, Dachelemente und Sitze. Diese trafen in Form von 300 000 einzelnen Bauteilen nach und nach rechtzeitig für die Montage auf der Baustelle ein. Die temporäre Bauweise ist nach Angaben des Unternehmens dank der mehrfach wiederverwendbaren Bauelemente nachhaltig und ermöglicht, die Arena flexibel auf die Gegebenheiten vor Ort anzupassen.
Ein Großteil des Materials wird vor und nach dem Schwingfest in den nächstgelegenen Projekten der Schweiz eingesetzt, beispielsweise an Musikfestivals und Sportanlässen. Gewisse kritische Komponenten, wie Treppen- und Dachelemente sowie die Premium-Tribüne, die für die VIP-Gäste am ESAF dient, wurden jedoch von den umliegenden Auslandsniederlassungen und internationalen Großprojekten auf die Baustelle transportiert.
Die Bauarbeiten auf dem Festgelände begannen am 20. Juni. Das zehnköpfige Projektteam für den Aufbau der Arena wurde in Spitzenzeiten von bis zu 300 Helferinnen und Helfern unterstützt, unter anderem von der Schweizer Armee und dem Zivilschutz. Um das westlich von der Eisenbahnlinie liegende Athletendorf mit dem Festgelände zu verbinden, wurde eine temporäre Fußgängerbrücke über die Bahngleise gebaut.
Weltweit das grösste temporäre Stadion und immer noch zu klein für die Ticketnachfrage war die Festarena, die NÜSSLI für das diesjährige Eidgenössische Schwing- und Älplerfest Pratteln im Baselbiet (ESAF) planen und bauen durfte - für 50.900 Zuschauer und zwei Tage Festbetrieb. Der nationale Grossanlass findet nicht immer am gleichen Ort statt, sondern zieht alle drei Jahre weiter. Und mit ihm seine Arena. NÜSSLI arbeitet deshalb mit mehrfach wiederverwendbaren Bauelementen, die es ermöglichen, beim Aufbau flexibel auf die Gegebenheiten vor Ort einzugehen.
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Viele der verbauten Elemente kommen also immer wieder zum Einsatz und waren schon häufig bei früheren «Eidgenössischen» Bauteil der grossen Festarena und auch vor und nach dem Schwingfest in anderen Projekten verbaut. In Pratteln wurden insgesamt 300 000 Einzelteile in lediglich neun Wochen vom NÜSSLI Team und bis zu 100 Helfenden der Armee und des Zivilschutzes montiert. Erschwert wurde der Aufbau durch Hindernisse wie eine Hochspannungsleitung, eine vielbefahrene Eisenbahnlinie und die historisch schützenswerte Militärinfrastruktur in unmittelbarer Nähe.
Wie beim ersten Tribünenbau im Jahr 1961, stand die Arena wieder in Zug. Diesmal allerdings doppelt so gross. Gemeinsam mit dem Organisationskomitee ESAF Zug 2019 optimierte NÜSSLI die Tribünen und konnte so mehr Plätze auf der gleichen Arenafläche unterbringen. Genau wie damals vor 58 Jahren werden die komplexen Infrastrukturen auch heute anschliessend komplett zurückgebaut und passen damit zum Nachhaltigkeitskonzept des ESAF 2019.
Die Vorarbeiten für die Eventinfrastrukturen in Zug begannen bereits vor Jahren mit Machbarkeitsstudien und Grobplanungen für die kandidierenden Städte. Später folgten konkrete Detailpläne, Offerten. Doch dazu brauchte es erst einmal genügend Material. „Ein Projekt von der Dimension wie die Arena ist immer in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung“, sagt Peter Tanner, COO NÜSSLI Event Structures AG und führt weiter aus: „In Zug war insbesondere die Materiallogistik ein ziemlicher Knackpunkt. Ein Grossteil des Tribünenmaterials kam direkt aus anderen Schweizer Projekten nach Zug. Viel Material war jedoch bereits an einem der vielen Openair-Festivals, Sportanlässe und natürlich an der Fête des Vignerons in Vevey verbaut und deshalb spät oder gar nicht verfügbar. So wurden insgesamt 3.000 Tonnen Tribünenmaterial von NÜSSLI Niederlassungen beispielsweise in Deutschland oder Spanien angeliefert.
Nachhaltigkeit im Fokus
Das ESAF legt grossen Wert auf Nachhaltigkeit. Es wurden über 20 Massnahmen identifiziert, um CO₂-Emissionen und Abfälle zu reduzieren. Zum ersten Mal wurde eine umfassende CO₂-Berechnung durchgeführt und präsentiert. Der ÖV wurde inkludiert, und es wurde Wert auf Produkte aus der Schweiz und der Region gelegt. Werbeblachen wurden zu Taschen verarbeitet.
Heinz Tännler betonte, dass die Kosten für Nachhaltigkeitsmassnahmen marginal sind und es nur eine Frage des Willens ist, einen Anlass nachhaltig umzusetzen. Andi Lustenberger erklärte, dass Nachhaltigkeit auf einem hohen Level, der Managementebene, angesiedelt wurde. myclimate unterstützte das ESAF mit Know-how.
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Das Ziel war, das erste klimaneutrale Schwingfest durchzuführen und ein Paradebeispiel für andere Anlässe zu schaffen.
Einige Beispiele für Nachhaltigkeitsmassnahmen sind:
- Verzicht der Sponsoren auf Werbung vor Ort
- Verzicht auf den klassischen Festführer in Buchform
- Depotkonzept
Das Sammelalbum "Der Schwinger König"
Das Sammelalbum „Der Schwinger König“ kümmert sich um die besten Akteure des Schwingsports. Es bietet eine perfekte Einführung in den Schwingsport und deckt das aktuelle Geschehen perfekt ab. Das Album enthält recht viel Werbung, die die Finanzierung sicherstellte.
Insgesamt 350 Sticker galt es diesmal zu sammeln. Sticker und Album waren schweizweit in rund 2.000 Verkaufsstellen erhältlich. Die Sticker haben eine ordentliche Qualität. Auch wenn die Kollektion für alle Nicht-Schweizer nur wenig interessant sein dürfte, beweist sie doch erneut, dass mit viel Liebe und Energie tolle Sammelprodukte zu Nischenthemen möglich sind.
