Karate Tiger: Die Schauspieler und der Kultfilm

Endlich kann ich mir mit der Besprechung von allen Van Damme-Streifen einen Herzenswunsch erfüllen. Hierzu muss ich vorrausschicken, dass ich mich über keinen Schauspieler lieber informiere als eben über Jean Claude Camille Francoise van Varenberg, kurz natürlich weltweit bekannt als Jean Claude van Damme. Die kickende Kampfbeule ist in Kindertagen neben „Godzilla“ wohl mein größter Held gewesen.

In späteren Jahren machte er immer wieder Wandlungen durch, die nicht gerade ruhmreich waren, aber dafür auf jeden Fall sehr interessant. Hierbei sollte man den Belgier auch nicht mit einem ironischen Blick sehen, denn seine Drogenzeit hat ihm doch merklich zugesetzt, wie man leider oftmals in Interviews und Drehsituationen mitbekommen muss. Ich werde mir jetzt in chronologischer Reihenfolge alle Filme seiner Vita vornehmen - in denen der Spagiat die Hauptrolle inne hatte oder eine tragende Nebenrolle.

Somit starte ich meine Van Damme-Review-Reihe mit einem der verdammt besten Filme der Weltgeschichte. Ich denke der Film wird hauptsächlich lobenden Worte von Genre-Freunden, die ihn zeitnah mit seinem Erscheinungsdatum gesehen haben. Ich meine natürlich die erste größere Rolle des Belgiers. Hier ist er Ivan Kraschinsky und der Name ist Programm.

Die Handlung von Karate Tiger

Teenager Jason Stillwell (Kurt McKinney) ist einer der größten Bruce-Lee-Fans in Los Angeles und trainiert im hauseigenen Karate-Dojo seiner Eltern. Eines Tages muss er jedoch mit seinen Eltern vor einer Verbrecherbande um Schläger Ivan (Jean-Claude Van Damme) nach Seattle flüchten. Jason ist fortan von dem eintönigen Leben in der neuen Stadt gelangweilt, trainiert aber in der Garage weiter.

Er sucht Trost am Grabe Bruce Lees, der ihm daraufhin im Traum erscheint und ihn in der Kampfkunst Jeet Kune Do unterweist. Bei einem Karate-Wettkampf trifft Jason schließlich auf die Schergen, welche seinen Vater zum Krüppel schlugen und ihnen das Dojo wegnahmen. Er bekommt die Chance eine alte Rechnung zu begleichen.

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Die Schauspieler

Weitere Namen braucht man nicht weiter erwähnen, aus Jean-Claude Van Damme wurde eine Genre-Ikone, aber vom eigentlichen Hauptdarsteller Kurt McKinney hatte man nichts mehr weiter gehört. Auch wenn er wie Van Damme vorher schon Kampferfahrung hatte, ist das auch das Einzige. Der Amerikaner hätte wohl doch lieber Polizist werden sollen, wie geplant.

Das Schönste daran ist, dass man sie alle wirklich Schauspieler nennt. Chargieren wäre noch nett ausgedrückt, den Vogel schießt wirklich Timothy D. Baker als Vater vom Karate-Kätzchen ab. Der bekommt sein Bein von Van Damme gleich am Anfang zu Brei gedrömmelt und darf von da an seinem Sohn vorheulen wie schlimm es doch ist Selbstverteidigung zu erlernen.

Corey Yuen und die Inszenierung

Corey Yuen hat hier ein Drehbuch zusammengezimmert und einen Film inszeniert, bei dem man nicht wirklich weiß ob dieser jedes einzelne Klischee der 80er atmen will, oder ob er diese erst saloonfähig gemacht hat. Der Hongkong Chinese ist übrigens auch heute noch wahnsinnig gut im Geschäft, westliche Naturen dürften ihn als Mann hinterm „Transporter“ kennen. Jedoch hat er auch so Powergurken wie „Dead or Alive“ auf die Leinwand gebracht.

Kampfszenen und Van Dammes Agilität

Was die Kämpfe ansich angeht kann man sagen, dass im Grunde alle in denen Van Damme dabei ist, heute noch ansehnlich sind. Hier kann man mal sehen wie fit und agil der Belgier damals war, also da sind so 1-2 Kicks bei, mit denen konnte er mal ein paar Scheitel ziehen.

Dies mussten bei den Dreharbeiten die anderen Darsteller auch zu spüren bekommen, so dass sich einige beschwerten, dass der junge Van Damme seine Technik scheinbar nicht im Griff hätte und öfter gerne mal wirklich traf, was zu schlimmen Verletzungen führte. Naja vielleicht war es aber auch seine Rache für die schlechten Darstellungskünste der Anderen, denn eines muss man zugeben, schon damals hat Van Damme allein durch seine Aura eine Präsenz an den Tag gelegt, die sofort auffällt und das obwohl er nur ein paar wenige Szenen hatte.

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Kultstatus und Soundtrack

Bitte vergesst nicht, dass der Film eben gerade DESWEGEN solch eine Laune macht. Allein der Soundtrack mit seiner Synthiemucke und der schlechten Aufnahmetechnik bei den Dialogen (in der englischen Fassung) sind einfach Gold wert. Wenn man einen Gang höher schalten will, nimmt man gleich die deutsche Synchro mit, die ist nicht ganz so stilbildend wie bei Bud Spencer, aber hat trotzdem einiges, was Wortklobereien angeht, auf der Pfanne.

Und wenn ihr denkt dass es nicht noch besser kommen kann, weint man schnell am Grab von Bruce Lee und dieser inkarniert als Geist, um unserem Jason mal schnell aus der Klemme zu helfen. Dass der Darsteller von Lee auch optisch komplett nichts mit Lee gemeinsam hat ist ja wohl Ehrensache. Er ist Asiate, dass muss reichen. Er ist Asiate, dass muss reichen. Der drückt Jason dann noch ein bissel Tinte in den Füller und dann kann es abgehen zu Ivan dem Schrecklichen in den Ring, um ihm zu zeigen, dass er ihm noch weitere Beulen verpassen kann.

Der Einfluss von Karate Tiger

Es gibt wahrscheinlich nur wenige heute 30-Jährige, die in ihrer Kindheit oder Jugend nicht Corey Yuens „Karate Tiger“ gesehen haben - und denen dabei nicht die Faust juckte. Der erste Teil gab den Startschuss zu einem „Karate Tiger“-Franchise, das sich zu einer der populärsten Kampfsportreihen überhaupt mauserte - ohne dass dabei auch nur zwei Teile einen gemeinsamen Handlungsstrang verfolgen würden.

Die Reihe, so wie sie bei uns veröffentlicht wurde, ist eine rein europäische Erfindung, das Resultat einer Vermarktungsstrategie und eines Übersetzungswirrwars. Sie setzt sich zusammen aus den amerikanischen „No Retreat, No Surrender“- und „Kickboxer“-Streifen. Bekannt ist der Film heute vorwiegend als erster Hollywood-Stehversuch von Jean-Claude Van Damme, bevor diesem zwei Jahre später mit Bloodsport der endgültige Durchbruch gelang.

Ich hatte den Film das erste mal als Kind gesehen, sogar mehrmals, und damals hatte er mich schon sehr beeinflusst. Besonders bewundernswert fand ich den Auftritt des Geistes von Bruce Lee und natürlich dieses unglaubliche Selbstbewusstsein, das Jason entwickelt; sowohl bezogen auf seinen Kampfsport als auch seine Unabhängigkeit von seinem Vater. Sowas prägt einem eben in jungen Jahren, selbst wenn der Film formal (siehe Filmkritik) vermutlich ...

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Ein Absoluter Klassiker

Entgegen so mancher fast schon dümmlichen Bewertung die der ein oder andere hier von sich gegeben haben und den Film anscheinend mit der heutigen Zeit Vergleichen, finde ich ihn auch heute noch wirklich gut. Wer alte Filme mag und ein wenig Action bzw Kampfsport, ...

Hintergrund & Infos zu Karate Tiger

In Deutschland erschienen insgesamt zehn Nachfolgefilme zu Karate Tiger, wie z. B. Karate Tiger 2, Karate Tiger IV - Best of the Best und Karate Tiger 10. Die Filme haben jedoch wenige bis keine Verbindungen untereinander, sondern bilden teilweise ganz eigene Filmreihen. Einzig der Name Karate Tiger wurde zu Marketingzwecken hinzugefügt.

Ausstrahlungstermine von Karate Tiger (Beispielhafte Liste)

Hier eine Liste von Ausstrahlungsterminen des Films "Karate Tiger" in der Vergangenheit:

DatumUhrzeit
Fr. 23.05.202523:55-01:45
Do. 22.05.202520:15-22:10
Mo. 21.11.202204:20-05:55
Sa. 19.11.202222:30-00:20
Mo. 12.09.202215:25-17:05
Do. 08.09.202218:35-20:15
So. 28.08.202206:00-07:35
Fr. 26.08.202210:15-11:55