Wrestler als Schauspieler bekannt: Erfolgreiche Übergänge auf die Leinwand

Seit vielen Jahrzehnten begeistern Wrestling-Stars weltweit die Fans. Viele der besten Showkämpfer erlangten im Laufe der Zeit Kultstatus. Doch die Karrieren von einigen berühmten Wrestlern beschränken sich nicht nur auf die spektakulären Kämpfe im Ring. Der Artikel beleuchtet, welche Wrestler den Absprung ins Filmgeschäft geschafft haben und wie sie in Hollywood Fuß gefasst haben.

Dwayne "The Rock" Johnson

Dwayne Douglas Johnson, auch bekannt unter seinem Ringnamen „The Rock“, ist ein US-amerikanischer Schauspieler und ehemaliger Wrestler. Er ist wohl einer der bekanntesten Wrestler, die den Sprung nach Hollywood geschafft haben. Bevor er Schauspieler wurde, spielte Johnson Football am College und war später als "The Rock" einer der berühmtesten WWE-Wrestler aller Zeiten.

Am 2. Mai 1972 als Sohn des erfolgreichen afroamerikanischen Wrestlers Wayde Bowles (Ringname „Rocky Johnson“) geboren, entwickelte Johnson schon früh eine Leidenschaft für den Sport. Nach dem Studienabschluss in Kriminologie gab er 1995 sein Debüt als Wrestler. Von 1998 bis 2002 nahm Johnson dann eine tragende Rolle im Universum der World Wrestling Federation ein.

Mit seiner einmaligen Ausstrahlung, mehreren Kult-Moves (u.a. "Peoples Elbow") und extrem kurzweiligen Promos dominierte The Rock die Wrestling-Welt zur Jahrtausendwende. Seine Wrestling-Karriere machte ihn weltweit bekannt. 2004 endet seine Zeit beim Wrestling, da er immer größeren Schwerpunkt auf seine längst begonnene Karriere beim Film legt. Zwischen 2011 und 2013 kommt es noch einmal zu einem Comeback. Doch alles der Reihe nach an Wissenswertem zu dem Star, der allein durch seine physische Erscheinung für beide Jobs - Wrestler und Actionheld - prädestiniert war und auch in fortgeschrittenerem Alter immer noch ist.

Der Aufstieg zum Hollywood-Star

Nach ersten Auftritten in US-amerikanischen Film- und Fernsehproduktionen wie „Star Treck: Raumschiff Voyager“ (TV-Serie, 1995-2001) gelang ihm 2002 in der Rolle des „Mathayus“ in „The Scorpion King“ (2002) der Durchbruch als Schauspieler. Zog sich nach und nach aus dem Business zurück, um auf der Leinwand Karriere zu machen. Heute bestbezahlter Schauspieler der Welt.

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In den folgenden Jahren trat Johnson immer seltener als Wrestler auf. 2006 stieg er auf unbestimmte Zeit aus dem Sport aus. Gleichzeitig konnte er weitere Erfolge als Schauspieler verbuchen: So war Johnson in den Filmen „Welcome to the Jungle“ (2003) oder „Be Cool - Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten großen Hit.“ (2005) zu sehen. Seine wohl wichtigste Rolle bekam er aber erst 2011 zugeteilt: Als Polizist „Luke Hobbs“ trat er im fünften, sechsten, siebten und achten Teil der überaus erfolgreichen „Fast & Furious“-Filmreihe (seit 2001) auf.

Mit Auftritten in Produktionen wie „Ballers“ (TV-Serie, 2015-2019) und „Baywatch“ (2017) hatte er unterdessen seine Schauspielkarriere weiter vorangetrieben. Später war er in Filmen wie „Jungle Cruise“ (2021) und „Red Notice“ (2021) zu sehen.

Dwayne Johnson war mehrfach hintereinander der bestbezahlte Schauspieler Hollywoods, mit jährlichen Einnahmen von über 80 Millionen US-Dollar allein aus Filmprojekten, Werbeverträgen und eigenen Marken. In Actionfilmen wie "Fast & Furious“ und „Jumanji" führt Johnson viele Stunts selbst aus, was ihn bei Fans und Kollegen sehr respektiert macht. Er trainiert dafür intensiv und legt großen Wert auf Sicherheit.

Johnson ist bekannt für seinen Humor auf Social Media und seine Offenheit gegenüber Fans. Er postet regelmäßig lustige Videos und macht spontan Selfies mit Fans, egal wo er ist. Dwayne Johnson sorgte in "Fast & Furious 6" für einen echten Lacher am Set, als er die Zeile "Better hide your big ass forehead" gegenüber Ludacris spontan improvisierte - die Szene war so gut, dass sie ungeplant im fertigen Film blieb und für einen echten "Spit Take" bei den Kollegen sorgte.

Filmografie (Auswahl)

FilmRolleJahr
The Mummy ReturnsThe Scorpion King2001
The Scorpion KingMathayus2002
The RundownBeck2003
Walking TallChris Vaughn2004
Be CoolElliot Wilhelm2005
Fast FiveLuke Hobbs2011
Fast & Furious 6Luke Hobbs2013
Furious 7Luke Hobbs2015
The Fate of the FuriousLuke Hobbs2017
Jumanji: Welcome to the JungleSpencer2017

John Cena

John Cena ist einer der erfolgreichsten Wrestler, der in seiner aktiven Karriere 16 Mal den World Champion-Titel der WWE gewann. Er ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Wrestler als Schauspieler im Hollywood-Business Fuß fassen können. Seinen Erfolg konnte er auch außerhalb des Rings aufbauen. Heute ist er ein gefragter Schauspieler - zwar kein Oscar-Kandidat, aber seine Projekte überzeugen allesamt.

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John Cena wuchs mit vier Brüdern im US-Bundesstaat Massachusetts auf und bewunderte den Wrestling-Superstar Hulk Hogan schon seit Kindheitstagen. Doch dass er eines Tages selbst ein gefeierter Wrestler werden sollte, daran glaubte niemand so richtig. Stattdessen spielte er American Football, fing während des Studiums mit dem Bodybuilding an und verdiente sich seine Brötchen als Fahrer. Erst als John Cena ins sonnige Kalifornien umzog und dort seinen Körper im Fitnessstudio stählte, rückte der Traum von der Wrestlingkarriere in greifbare Nähe.

Dort nämlich geschah es, dass ein Wrestler John ermutigte, einen Kurs zu belegen - augenblicklich war es um ihn geschehen. John Cenas bis zur Perfektion trainierter Körper war prädestiniert für eine Karriere als Wrestler. Nicht umsonst stieg er Anfang 2000 als "The Prototype" (abgeleitet von "Prototype of the Perfect Man") erstmals in den Ring und es dauerte nur wenige Wochen bis der talentierte Anfänger seinen ersten Titel absahnen konnte.

Seitdem hat John Cena, der auch unter den Namen "The Doctor of Thuganomics", "The Cenation Leader", "The Champ", "The Face That Runs the Place" und "Big Match John" bekannt ist, im Wrestling so ziemlich alle Rekorde gebrochen. Unzählige Ehrungen und Preise pflastern den Weg des Mannes mit den unfassbaren Muskeln: 16 Welt-Champion-Titel, mehrere Hauptkämpfe bei WrestleMania und zwei Royal Rumble Siege.

Schauspielkarriere

Nach der erbitterten Streitigkeiten mit Dwayne "The Rock" Johnson eiferte John Cena seinem Feind nach und versuchte sich erstmals 2006 ebenso als Schauspieler vor der Kamera. "The Marine" erzielte an den Kinokassen überraschende Erfolge und auch das Nachfolgewerk "12 Rounds" (2009) mit John Cena in der Hauptrolle konnte sich durchaus sehen lassen. Zwischenzeitlich versuchte sich das Multitalent auch als Rapper. 2005 erschien John Cenas Album "You Can't See Me", das in den USA sogar auf Rang 15 der Albumcharts kletterte.

Heute allerdings konzentriert sich der Wrestling-Champ lieber auf seine Schauspielkarriere. In den letzten Jahren war Cena vor allem in Komödien wie "Sisters" (2015), "Dating Queen" (2015), "Daddy's Home - Ein Vater zu viel" (2015) sowie der Fortsetzung ''Daddy’s Home 2 - Mehr Väter, mehr Probleme!'' (2017) zu sehen. Mittlerweile ist John Cena aus Hollywood nicht mehr wegzudenken, auch hier hat er sich in den letzten Jahren an die Spitze gekämpft. Und seine Rollen können sich definitiv sehen lassen.

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2018 war er im ''Transformers''-Spin-Off "Bumblebee" zu sehen, 2021 gehörte er zu DCs legendärem "The Suicide Squad". Ebenfalls seit 2021 ist er Teil der ''Fast & Furious''-Familie. Sein Debüt in der erfolgreichen Filmreihe gab er im neunten Teil, im aktuellen zehnten Teil ("Fast X") ist er erneut als Jakob Toretto, dem Bruder des Hauptprotagonisten Dominic "Dom" Toretto (Vin Diesel), zu sehen. Und für 2023 war das noch nicht alles: Im aktuellen Kino-Hit "Barbie" ist John Cena als Wassermann-Ken zu bestaunen.

Aber nicht nur auf den großen Kinoleinwänden läuft es für den Wrestler gut, auch im Serienbusiness ist Cena angekommen. Seine Figur "Peacemaker" aus dem Suicide Squad bekam 2022 eine eigene Serie, natürlich mit John in der Hauptrolle. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt.

Dave Bautista

Eine der wohl überraschendsten Karrieren legte Dave Bautista hin. Der sechsmalige WWE-World-Champion konnte anfänglich nämlich so gar nichts in Hollywood reißen. Sein erster Film "Wrong Side Of Town" floppte. Doch Dave ließ sich davon nicht beirren und arbeitete hart an sich und seinem Schauspiel.

Überraschung: Er landete 2014, nur vier Jahre nach seinem Film-Flop, eine Rolle im gefragte Marvel-Universum als Drax, den Zerstörer, Teil der "Guardians of the Galaxy". Danach flogen die ernsten Rollen nur bei ihm ein - wie die Rolle des Glossu Rabban Harkonnen im Sci-Fi-Spektakel "Dune". Tatsächlich ist Dave derjenige unter seinen Wrestling-Kollegen, der derzeit die größte Chance hat, sich als ernstzunehmender Charakter-Schauspieler einen Namen zu machen.

Dave Bautista ist einer der wenigen, die den Übergang vom Wrestling-Superstar zum erfolgreichen Hollywood-Schauspieler gemeistert haben. Nach seiner Zeit bei WWE eroberte er die große Leinwand mit Rollen wie Drax in „Guardians of the Galaxy“, dem furchteinflößenden Glossu Rabban in „Dune“ oder als Verdächtiger in „Knives Out 2: Glass Onion“.

In unserem Interview verriet Dave Bautista, warum er trotz Blockbuster-Erfolgen immer noch hauptsächlich für seine WWE-Zeit bekannt ist - und warum er das überhaupt nicht schlimm findet.„Ich werde immer noch am häufigsten als Wrestler erkannt“.

Die Tatsache, dass er in „Guardians of the Galaxy“ als Drax fast komplett unter einer dicken Schicht Bodypaint und Prothesen steckte, mache es für Fans besonders schwer, ihn auf der Straße zu erkennen. „Die Leute sehen mich nicht und denken: ‚Oh, das ist Drax‘ - es sei denn, sie kennen meine Karriere sehr gut. Und selbst bei Filmen wie „Dune“, die Millionen Menschen gesehen haben, stellen sie einfach keine Verbindung zu meinem Gesicht her.“

Bautista, der als „The Animal“ in der WWE für unvergessliche Matches sorgte und mehrfacher Wrestling-Weltmeister wurde, hat also kein Problem damit, weiterhin als Wrestling-Legende gefeiert zu werden - selbst wenn er inzwischen ein angesehener Charakterdarsteller in Hollywood ist.

Weitere bekannte Namen

Neben den bereits genannten Wrestlern gibt es noch weitere, die den Sprung ins Schauspielgeschäft geschafft haben:

  • Hulk Hogan: Erlangte weit über die Wrestling-Grenzen hinaus Berühmtheit. Superstar der 80er, später auch in Film und Fernsehen Dauergast.
  • Steve Austin: Avancierte als Rebell, der sich gegen das Establishment auflehnt und kein Blatt vor den Mund nimmt, zum Liebling der Fans.
  • Jesse Ventura: Wrestler, Schauspieler und Politiker. War Gouverneur des US-Bundesstaates Minnesota.