Der belgische Actionstar Jean-Claude Van Damme (60) ist nach einer zweijährigen Pause vom Filmbusiness zurück! In der heute erschienenen Netflix-Actionkomödie «The Last Mercenary» spielt die Filmlegende die Hauptrolle.
"Muscles from Brussels": So nannte man den belgischen Schauspieler Jean-Claude Van Damme aufgrund seiner Action- und Martial-Arts-Filme. Weltberühmt wurde der Schauspieler durch Actionfilme wie «Karate Tiger» und durch seine Kampfsporthandlungen.
Frühe Jahre und Karrierebeginn
Jean-Claude Camille François Van Varenberg wurde als Sohn eines Blumenhändlers geboren. Schon mit zehn Jahren fing er mit Karate an. Zusätzlich machte er Bodybuilding und eine Ballett-Ausbildung. Er betont oft, es sei eine der schwierigsten Sportarten. Mit 19 war er schon Karate-Champion im Mittelgewicht. 1978 wurde der 1,77 Meter grosse Jean-Claude Van Damme "Mister Belgium".
1982 wanderte Jean-Claude Van Damme in die USA aus, um Schauspieler zu werden. Die ersten drei Jahre musste er sich als Türsteher, Limousinen-Fahrer und Trainer durchschlagen. Zeitweise war er sogar obdachlos.
Fuss in der Branche fasste «Die Muskeln von Brüssel» wegen Chuck Norris. In einem seiner Clubs war der nun 60-Jährige als Türsteher engagiert. Norris war von ihm so angetan, dass er ihm einen Job als Stuntman in «Missing in Action» organisierte. Doch der Schauspieler Chuck Norris sorgte 1984 dafür, dass Jean-Claude Van Damme eine Rolle als Stuntman in "Missing in Action" bekam.
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Durchbruch und Erfolge in Hollywood
1986 folgte dann sein Auftritt in «Karate Tiger». Als Antagonist Ivan Kraschinkinsky wurde er bekannt. 1986 durfte Jean-Claude Van Damme dann auch eine grössere Rolle in "Karate Tiger" spielen. Mit dem Film "Bloodsport" konnte der Schauspieler 1988 seinen Durchbruch in Hollywood feiern.
In den Folgejahren lassen sich auf Jean-Claude Van Dammes Steckbrief Action-Filme wie "Cyborg", "Karate Tiger 3" und "Timecop" wiederfinden. In den Filmen "Leon" und "Geballte Ladung - Double Impact" war er auch als Co-Autor tätig. Zusammen mit Roland Emmerich drehte Jean-Claude Van Damme "Universal Soldier", mit John Woo "Harte Ziele".
In den frühen neunziger Jahren war Van Damme mit seinen Roundhouse-Kicks und akrobatischen Spagaten einer der größten Stars dieses Planeten. Als erfahrener Kampfsportler beeindruckte er in Filmen wie „Bloodsport“ und „Timecop“ mit eigenen Stunts und verzauberte das Publikum - vor allem das weibliche - mit Charme und französischem Akzent.
Als Hollywood in den folgenden Jahren das Interesse an traditionellen Actionfilmen verlor und Comicverfilmungen immer beliebter wurden, mussten sich Stars wie Van Damme häufig mit Direct-to-Video-Produktionen - mit Filmen nur für VHS, DVD oder Bluray - begnügen.
Herausforderungen und Comeback
Jean-Claude Van Dammes nächste Filme wurden von den Kritikern zerrissen. 1995 litt der Schauspieler auch unter seiner Kokainsucht, die in einer bipolaren Störung endete. Nicht einmal "Double Team", in denen er mit Mickey Rourke und Dennis Rodman auftrat, wurde ein grosser Erfolg.
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Mit "The Quest - Die Herausforderung", bei dem Jean-Claude Van Damme auch erstmals Regie führte, konnte er die Kritiker wieder von sich überzeugen. Der autobiografische Film "JCVD" gilt als sein bester Film. Daraufhin trat Jean-Claude Van Damme in Sylvester Stallones "The Expendables II" auf, unter der Bedingung, dass sein Erzfeind und Rivale Steven Seagal nicht mitspielte.
Doch seine Fans blieben ihm treu, und in den letzten zehn Jahren kämpfte er sich wieder nach oben. 2008 mit dem belgischen Krimidrama von „JCVD“, in dem er eine fiktive Version seiner selbst spielt - so überzeugend, dass das „Time“-Magazin die Performance als zweitbeste des Jahres wertete, gleich nach der von Heath Ledger als Joker in „The Dark Knight“.
2013 dann in einem Volvo-Werbespot, als er zwischen zwei fahrenden Lkw den „epischsten aller Spagate“ vollführte. Der Clip wurde auf YouTube fast 87 Millionen Mal angesehen - Tendenz immer noch steigend.
Aktuelle Projekte und persönliche Einblicke
Jetzt, vier Jahre später, glänzt der 57-jährige Van Damme in der neuen Amazon-Prime-Comedyserie „Jean-Claude Van Johnson“. Wieder spielt er eine fiktive Version von sich selbst, diesmal einen alternden Actionstar, der aus dem Ruhestand zurückkehrt, um als Undercover-Agent zu arbeiten.
Jean-Claude Van Damme (60) hat bis dato fast alle seine Actionstunts in Filmen selbst ausgeführt. Nun verrät er, wie es heute um seine Fitness steht. Er sei immer noch in guter Form, sagt der Belgier in einem Interview.
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THE RED BULLETIN: In der Amazon- Serie „Jean-Claude Van Johnson“ zeigst du dich von einer überraschend witzigen Seite. Jean-Claude Van Damme als Komödiant, das ist neu. Wie fühlt es sich an, mal ein anderes Talent unter Beweis stellen zu können? JEAN-CLAUDE VAN DAMME: Befreiend. Ich war sehr froh, was Neues zu probieren. Durch die Arbeit mit den Regisseuren John Woo gewachsen. Sie gaben mir das Gefühl, dass das in mir steckt. Das erinnerte mich an meinen Vater, der vor vielen Jahren gesagt hatte, ich könnte eines Tages wie der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo sein, ein Actionheld mit Humor. Dennoch: ziemlich beängstigend.
Eine andere Seite zu zeigen. Weil ich nicht weiß, wie das Publikum reagieren wird. Die Leute kennen mich als Actionstar - aber komme ich auch als Spaßvogel gut an? Als er aufwuchs, brachte sie ihn dazu, meine Filme anzuschauen. Das war offenbar ein richtiges Ritual für ihn: zum Videoladen gehen, VHS-Kassette ausleihen, mit Mama auf dem Sofa chillen und zusehen, wie dein Held die Bösen verdrischt. Ein purer Moment der Liebe zwischen Mutter und Sohn, hahaha. Nein, wieder im Ernst: Ich profitierte natürlich auch vom Kult um Actionstars wie Arnold Schwarzenegger, das war eine gute Zeit für Jungs wie uns.
Dank dem Drehbuch kannst du dich selbst auf die Schippe nehmen. Siehst du auch privat heute Dinge anders als früher? Entspannter? Anders auf jeden Fall. Je älter du wirst, desto weniger Risiko gehst du ein. Du folgst lieber deinem gewohnten Weg. Aber ich versuche mich dagegen zu wehren. Deswegen ist es besonders cool, mit dieser Serie einmal etwas anderes probieren zu können. Weil ich da mehr so sein kann, wie ich wirklich bin. Jemand, der gern Witze reißt. Ich bin ein glücklicher Mensch. Und ich bin ein altmodischer Typ. Und ein alter Knochen.
Im echten Leben bin ich vor allem sehr verantwortungsbewusst, wenn es um meine Familie geht. Ich will, dass sich jeder wohlfühlt. Im Umgang mit anderen bin ich aber umso kindischer. Ich will Spaß im Leben haben. Und ich liebe es, wie ein Kind jeden Tag neue Sachen zu lernen.
Nein, überhaupt nicht tiefsinnig. Ich mache mir nur Gedanken über die Zukunft unseres Planeten. Ich reise seit dreißig Jahren um die Welt und bemerke viele Veränderungen. Ich habe genug Geld, also nutze ich die Zeit, um zu lernen.
Wenn die Leute im Restaurant ein Autogramm oder ein Foto haben wollen, stelle ich meinen Burger zur Seite. Ohne die Fans könnte ich ja nicht reisen, ich hätte kein nettes Haus, könnte meine Familie nicht ernähren. Ohne Fans wäre ich nichts. Ich liebe Menschen einfach. Und ich liebe Tiere.
Du unterstützt ja mehrere Tierschutzorganisationen. Warum ist dir das so wichtig? Was bringt es dir? Bringen? Nichts. Aber ich halte es für unsere Pflicht, Tiere zu schützen. Und es ist unsere Aufgabe, anderen Menschen beizubringen, wie sie helfen können. Jeder kann seinen Beitrag leisten, egal ob er Tiere beschützt, erneuerbare Energien nutzt oder sich für etwas einsetzt, was ihm wichtig ist. Es gibt mehr gute als schlechte Menschen da draußen.
Ich wollte meinen Eltern auf meine Art beweisen, wie sehr ich sie liebe, wie dankbar ich ihnen bin. Als Kind war ich sehr dünn und wahnsinnig ungeschickt. In der Schule meinten sie, aus mir würde nie etwas werden - ich war der Dummkopf, der Loser, der Außenseiter. Ich flüchtete in die Welt der Comics. Mein Vater hatte einen Zeitungsstand, und es gab jede Woche neue Hefte wie zum Beispiel „Tim und Struppi“. Mit Tim und Struppi konnte ich durch die Welt reisen, sie waren meine besten Freunde. Aber dann schickten mich meine Eltern in eine Kampfschule, und das veränderte alles. Oder besser gesagt: Ich veränderte mich.... und du wurdest zu „The Muscles from Brussels“.
Das Wichtigste ist dehnen. Beweglich und flexibel bleiben. Sollte ich mal Trainingsvideos machen, dann nur für Leute mit Rückenschmerzen, Knieproblemen und so weiter. Denn um fit zu sein, musst du zuerst die richtige Körperhaltung lernen. Du musst wissen, wie du richtig gehst und dich richtig bückst, bevor du Sachen aufhebst. Sonst heißt es dauernd: „Verdammt, mein Rücken!“
Als Menschen haben wir das Glück, gleichzeitig Körper und Seele zu sein. Deine physische Form zahlt die Rechnungen, kümmert sich um die Familie, die Kinder, die Freunde. Aber mit deinem Geist, deinen Gedanken, kannst du deine eigene Geschichte schreiben. Und wenn du etwas wirklich willst, wird es sehr oft auch Realität.
Ehrungen und Trivia
- Jean-Claude Van Damme hat einen schwarzen Gürtel in Karate.
- Zu seiner ersten Rolle als Stuntman in «Missing in Action» (1984) verhilft ihm Chuck Norris.
- In der Kinderserie «Cosmo und Wanda - wenn Elfen helfen» wurde der Oberelf Jean-Claude Van Ramme auf Basis des Belgiers kreiert.
- In Brüssel, Van Dammes Heimatort, steht eine Bronzestatue von ihm.
- In seiner Kickbox-Karriere gewinnt Van Damme 19 von 20 Kämpfen. 18 davon durch K.O.
Jean-Claude Van Damme feierte seinen 60. Geburtstag. Der belgische Schauspieler wurde durch den Film «Karate Tiger» bekannt - mit ihm sein Spagat.
