Karate Stile im Vergleich

Karate ist nicht gleich Karate. Unter dem Dach des DKV haben sich zahlreiche Stilrichtungen versammelt, wobei die Unterschiede von Stilrichtung zu Stilrichtung mitunter nur Nuancen betragen. Hinzu kommt, dass bestimmte Stilrichtungen mehr oder weniger stark ausgeprägt und in Deutschland vertreten sind.

Die Vielfalt an Karate-Stilen hat mehrere Gründe. Erstens ist es ein Ausdruck der Vielfältigkeit der japanischen Kultur und Geschichte. Zweitens reflektieren sie die individuellen Philosophien und Präferenzen der Gründer der verschiedenen Stile.

Die vier großen Stilrichtungen des modernen Karate sind Goju-Ryu, Shotokan-Ryu (meist nur Shotokan genannt), Shito-Ryu und Wado-Ryu. Diese sind, unter anderen, aus den weit verbreiteten okinawanischen Stile Shorei-Ryu und Shorin-Ryu entstanden, die wiederum auf eine Vielzahl anderer Stile zurückgehen.

Der Begriff "Ryu" heißt aus dem japanischen übersetzt soviel wie "Stil" oder "Schule". In den frühen Ursprüngen hatten zudem Religion, Philosophie und die japanische Kriegskunst einen starken Einfluss auf die Entwicklung des Karate.

Die vier Stile unterscheiden sich erst einmal in ihrer historischen Herkunft, Philosophie und Entwicklung. Geschichtlich hängen diese Stilrichtungen eng miteinander zusammen, es haben sich aber in diesem Jahrhundert entsprechende Abspaltungen ergeben. Technisch und philosophisch sind diese Stilrichtungen für Laien und manchmal auch für Karateka kaum zu unterscheiden.

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Die wichtigsten Karate Stile im Überblick

Die Stilrichtungen Shotokan, Wado-Ryu, Goju-Ryu und Shito-Ryu sind von der WKF und der EKF anerkannt. Aufgrund ihrer historischen Gründungsrechte haben die Stilrichtungen Shotokan, Wado-Ryu und Goju-Ryu ein Veto-Recht in der Bundesversammlung. Alle im DKV anerkannten Stilrichtungen haben gleiche, in der DKV-Satzung verankerte Rechte. Der DKV selbst ist an keine Stilrichtung gebunden.

Die Stilrichtungen im DKV sind:

  1. Shotokan
  2. Goju-Ryu
  3. Wado-Ryu
  4. SOK
  5. Koshinkan
  6. Shito-Ryu
  7. Shorin-Ryu Seibukan
  8. JKD
  9. Wado-Kai
  10. JKA Shokukai
  11. JKF Goju-Kai
  12. Intern. Goju-Kan
  13. Shoto-Ryu
  14. Kempo
  15. AKS-Karate
  16. Kyokushin-Kai
  17. Yoshukai
  18. Koreanisches Karate
  19. Shorin-Ryu-Siu Sin Kan
  20. Tang Soo Do
  21. SOK - Kobudo

Shotokan

Shotokan ist eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen (neben Goju-Ryu, Shito-Ryu und Wado-Ryu). Ihr Begründer war Gichin Funakoshi, dessen Schüler sein Schriftstellerpseudonym „Shoto“ für die Bezeichnung seines Dojo wählten. Er selbst wehrte sich gegen eine spezielle Bezeichnung seines Stils, da er Karate stets stilumfassend sah. Bereits sein Lehrer Itosu begann damit, das traditionelle Karate auf Okinawa (Okinawa-Te) zu reformieren. Funakoshi setzte diese Arbeit bis zu seinem Tod fort. Er trug aus den verschiedenen Stilrichtungen (vorwiegend Shorin- und Shorei-Ryu) Techniken und Kata zusammen, um sie zu modernisieren und in sein neues System zu integrieren. Shotokan zeichnet sich durch hohe Dynamik mit starken und harten Techniken aus.

Der Shotokan-Stil ist bekannt für seine linearen Techniken und sein tiefes, festes Stance. Es ist eine eher physische Disziplin und legt Wert auf Kraft, Ausdauer und eine starke defensive Haltung.

Als Meister des Shuri-Te-Systems war er mit dem Konzept des Dō im Karate vertraut, und er sicherte dadurch die Akzeptanz im Rahmen des modernen japanischen Lebens. Shoto war das Pseudonym von Funakoshi und in seinem späteren Leben nannten ältere Schüler ihr Dojo Shotokan (wörtlich das Haus des Shoto oder Funakoshi). Funakoshis Shotokan, welches vor allem in der Hauptstadt Tokio praktiziert wurde, war nach dem Krieg für die ausländischen Soldaten wesentlich besser zugänglich und konnte damit leichter in andere Teile der Welt exportiert werden.

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Goju-Ryu

Goju ist eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Fa (Kung Fu) und dem harten, starken Okinawa-Te. Higaonna Kanryo aus Okinawa, der „Heilige des Faustschlags“. und benannte sie Goju-Ryu, als er sie 1935 in Japan vorstellte. Yamaguchi, die „Katze“, verbreitete den Stil außerhalb Japans.

Goju wurde aus dem Naha-Te von Kanryo Higaonna entwickelt und spiegelt einen großen Einfluss der südchinesischen inneren Künste wieder.

Wado-Ryu

Wado ist eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. „Schule für den Weg des Friedens, Harmonie“. Wurde 1939 von Otsuka, einem Schüler Funakoshis, gegründet. Zeichnet sich durch kurze Schritte, geringerer Endspannung und schnelle Bewegungsfolgen aus. Viele Kata gleichen denen des Shotokan, jedoch wurden ihre ursprünglichen, z.T. begründet, einem Schüler Funakoshi (Shotokan). in Japan eingeweiht.

Wado Ryu, was „Weg des Friedens“ bedeutet, ist ein eher weicher Stil, der den Einfluss der traditionellen japanischen Kampfkünste und die Bewegungen von Schwertkämpfen nutzt.

Gegründet von Honorio Ohtsuka (1892-1982). Ohtsuka war ein Schüler von Gichin Funakoshi. Vor seinem Engagement im Karate war Ohtsuka ein fortgeschrittener Vertreter des Ju-Jutsu im Kodokan (Dojo des Kano Jigero, Gründer des Judo).

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Shito-Ryu

Shito ist eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Kenwa Mabuni studierte viele Jahre lang die Hauptstile Okinawas, Shorin und Shorei, und entwickelte durch die harmonische Vereinigung beider Kampfarten einen neuen Stil, den er Shito-Ryu nannte. Das Wort Shito-Ryu bildete er aus Respekt und Anerkennung für seine beiden Meister, wobei die Silbe „Shi“ aus dem japanischen Schriftzeichen „Ito“ (von Itosu), die Silbe „To“ aus dem Schriftzeichen „Higa“ (von Higoanna) abgeleitet ist.

Gegründet von Kenwa Mabuni als eine Synthese aus Naha-Te und Shuri-Te ist Shito-Ryu nach den chinesischen Schriftzeichen der beiden Lehrer Mabunis, Itosu und Higaonna, benannt.

Shito Ryu ist ein vielseitiger Stil, der eine Mischung aus linearen Shotokan-Bewegungen und den flüssigeren, kreisförmigen Techniken des Wado Ryu umfasst. Die Stellung im Shito Ryu ist im Allgemeinen höher als in anderen Stilen, und es wird Wert auf schnelle, leichte Bewegungen gelegt.

Das Shito-Ryu System enthält Katas von allen drei ursprünglichen Okinawa-Systemen, Shuri-Te, Naha-Te und Tomari-Te. Es gibt eine Reihe von wichtigen Zweigen des Shito-Ryu, die wichtigsten sind Shukokai - Tani, Seikikai - Watanabe, Itosukai - Sakagami, Shitokai - Iwata, Renbukan - Sotokawa, Shito-Ryu - Kenei Mabuni und Hyashi-ha - S.

Kyokushin

Gegründet von Maas Oyama.

Kyokushin ist bekannt für seine harte, vollkontakt Orientierung, die in den meisten Fällen keine Schutzkleidung erfordert. Es ist ein äußerst physischer Stil, der Ausdauer, Kraft und Flexibilität betont.

Weitere Stile

Shorin-Ryu

„Flexible Kiefernschule“. Die sanfte, leichte Schule des Okinawa-Te, die aus dem Shuri-Te und Tomari-Te entwickelt wurde. Im Gegensatz zu Shorei-Ryu beinhaltet das Shorin-Ryu-Karate leichte, schnelle Bewegungen und eignet sich daher für kleine, leichte Kämpfer. Gichin Funakoshi teilte dem Shorin-Ryu folgende Kata zu: Taikyoku, Heian, Bassai, Kanku, Enpi und Gangaku Seine Bezeichnung erhielt der Stil erstmals 1928 vom okinawnischen Meister Chibana.

Shotokai

Shotokai ist eine traditionelle Karate-Richtung, gegründet von Egami Shigeru, Schüler von Funakoshi Gichin und seinem Sohn Funakoshi Yoshitaka. Egamis wichtigste Schüler waren: Murakami Tetsuji (gest.