Karate Prüfung zum Gelbgurt (8. Kyu) für Kinder: Anforderungen und Vorbereitung

Wer den Karatesport betreibt, legt für gewöhnlich in bestimmten Abständen Gürtelprüfungen ab. Diese geben an, welchen Ausbildungsstand der Karateka bislang erreicht hat. Es existieren 9 Schülergrade (weiß bis braun) und 10 Meistergrade (alle schwarz bzw. weiß-rot). Um aufzusteigen muss eine Prüfung absolviert werden, darin werden Techniken, Trainingsabfolgen abgefragt.

Die Gürtelfarben im Karate sind aufsteigend nach dem Grad angeordnet:

  • weiß
  • gelb
  • orange
  • grün
  • blau
  • violett (je nach Verband und Dojo werden blau und violett auch gleichwertig verwendet)
  • braun
  • schwarz
  • weiß-rot (nur 10. Dan)

Die Bedeutung des Gelbgurts

Über den gelben Gürtel heißt es in Japan “Der Schnee schmilzt, die gefrorene Erde leuchtet gelb”. Die gelbe Farbe steht für die Sonne.

Prüfungsinhalte für den Gelbgurt (8. Kyu)

Die meisten von Euch werden mit der Prüfung zum Gelbgurt, dem 8. Kyū, beginnen. Hier erwarten Euch einige Einzeltechniken sowie eine neue Fußposition im Kihon und die Kata Heian Shodan. Das Kumite bleibt unverändert.

Kihon (Grundtechniken)

Im Kihon werden Einzeltechniken und eine neue Fußposition erwartet. Prüfer und Prüfling achten dabei auf sichere Stände, korrekte Techniken und Ausholbewegungen. Die aufrechte Haltung des Oberkörpers ist ein wichtiges Merkmal.

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Kata (Form)

Für die Prüfung zum Gelbgurt muss die Kata Heian Shodan beherrscht werden.

Kumite (Kampf)

Das Kumite bleibt im Vergleich zur vorherigen Stufe unverändert. Im Kumite sind die kontrollierte Ausführung der Techniken und die richtige Distanz beider Partner besonders zu beachten.

Selbstverteidigung

Die Selbstverteidigung ist ein natürlicher Bestandteil des Karate. Das Erlernen der Sportart soll den Karateka zur Selbstbehauptung und zur Selbstverteidigung befähigen.

Zwischenprüfungen für Kinder

Für Kinder und Schüler bis 14 Jahren können Zwischenprüfungen mit farblicher Kennzeichnung am Gürtel (Querstreifen in der Farbe des nächsten Gürtelgrades) durchgeführt werden, z.B. nach der 1. Bei der 2. Prüfung, der Prüfung zum 9. Kyu, zwei gelbe Querstreifen. Bei der Prüfung zum 8. Bei der 3. Zwischenprüfung einen orangenen Querstreifen auf dem gelben Gurt usw. Die letzte Zwischenprüfung liegt zwischen dem grünen und dem blauen Gurt.

Vorbereitung auf die Prüfung

Es gibt keine spezielle Prüfungsvorbereitung. Karate lebt von der Regelmäßigkeit. Verbesserungen im Training werden durch Kontinuität erreicht. Deshalb ist es für den Großteil der Mitglieder vollkommen ausreichend immer zum Training zu kommen, dann kann man auch seine Prüfung schaffen.

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Wer sich noch unsicher fühlt, hat die Möglichkeit, sich selbst vorzubereiten, z. B. vor oder nach einer Trainingsstunde oder in einem freien Training.

Allgemeine Hinweise

Ein ungeschriebenes Gesetz ist, dass man niemals eine Prüfung ohne Empfehlung seines Trainers machen sollte. Es kann vorkommen, dass alle Voraussetzungen erfüllt werden und dennoch rät der Trainer ab, die Prüfung zu diesem Zeitpunkt zu machen. Das hängt dann mit den unterschiedlichen Ansprüchen von Prüfling und Trainer ab.

Auf dem Weg zum Erfolg gibt es keine Abkürzung! Wird diese Prüfung „vorgezogen“, muss man sich bis zur nächsten Prüfung umso länger vorbereiten...

Die Rolle des Trainers

Ein guter Trainer ist auch immer gleichzeitig Coach seiner Schützlinge. So werden Enttäuschungen und Fehlentwicklungen vermieden. Kein Prüfling möchte sich, seinen Verein oder seine Trainer blamieren.

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