Taekwondo ist eine ursprünglich aus Korea stammende Form waffenloser Selbstverteidigung bzw. die daraus hervorgegangene Kampfsportart, bei der schnell ausgeführte Abwehr-, Schlag- und Tritttechniken trainiert bzw. physiologische Zusammenhänge geübt werden.
Was ist Taekwondo überhaupt?
Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst zur waffenlosen Selbstverteidigung mit einer über 2000-jährigen Geschichte.
Taekwondo ist eine waffenlose Kampfkunst aus Korea, die sich hauptsächlich aus dem japanischen Karate sowie dem koreanischen Taekgyeon entwickelt hat.
Der Name bedeutet übersetzt „Weg des Fußes und der Hand“ (Tae = Fuß, Kwon = Faust, Do = Weg).
Die drei Silben des Namens stehen für Fußtechnik (Tae), Handtechnik (Kwon) und Weg (Do).
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Wie allen ursprünglichen asiatischen Kampfkünsten, ist die Philosophie des „DO“ (übersetzt mit „der Weg“) die Basis für alles.
TAE Beschreibt bzw. DOWie allen ursprünglichen asiatischen Kampfkünsten, ist die Philosophie des „DO“ (übersetzt mit „der Weg“) die Basis für alles.
Das wichtigste Merkmal des Taekwondo ist daher der Gebrauch der bloßen Hände und Füße, um einen Angreifer abzuwehren, wobei der Taekwondo Kämpfer im Training lernt, dass weder unnötige Gewaltanwendung noch unfairer Angriff nötig sind.
Taekwondo trägt zur Selbstkultivierung, Weiterentwicklung von Gerechtigkeitssinn und Großzügigkeit des Einzelnen bei.
Die Geschichte des Taekwondo
Taekwondo ist heute eine weltweit anerkannte Kampfsportart, bekannt für ihre spektakulären Kicks und dynamischen Bewegungen.
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Doch hinter dem modernen Sport steckt eine tief verwurzelte Geschichte, die weit in die koreanische Vergangenheit zurückreicht.
Die historischen Wurzeln: Korea vor der Moderne
Bereits im alten Korea existierten Kampfkunstsysteme, die als Vorläufer des heutigen Taekwondo gelten.
- Taekkyon, eine traditionelle Kampfkunst mit tänzerischen Tritttechniken und fließenden Bewegungen.
- Hwa Rang Do, ein Ehrenkodex junger Krieger des Silla-Königreichs, spielte eine bedeutende Rolle für das Verständnis von Kampfkunst als moralischer und körperlicher Schulung.
Diese frühen Formen prägten das Selbstverständnis koreanischer Kampfkünste als Weg der Disziplin, Verteidigung und Persönlichkeitsbildung.
Der Einfluss der japanischen Besatzung (1910-1945)
Während der japanischen Kolonialzeit wurde das Ausüben koreanischer Traditionen unterdrückt.
Viele Koreaner lernten in dieser Zeit japanische Kampfkünste wie Karate und Judo - und brachten diese Techniken nach der Befreiung 1945 zurück in ihre Heimat.
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Daraus entstanden zahlreiche Schulen (Kwan), die verschiedene Stile miteinander verbanden.
Nach der Unabhängigkeit Koreas im Jahr 1945 kehrten dann aber Koreaner zurück in ihr Heimatland, die in Japan und der Mandschurei japanisches Karate gelernt hatten.
Sie eröffneten die fünf ursprünglichen Kampfkunst-Schulen, aus denen später das Taekwondo entstehen sollte.
All diese Schulen endeten auf Kwan, was im wörtlichen Sinne „Halle" bedeutet.
Die Gründung des Taekwondo (1955)
Der Begriff „Taekwondo“ wurde erstmals 1955 offiziell geprägt - als Ausdruck für eine eigenständige, koreanische Kampfkunst.
Choi Hong Hi gilt als eine der Schlüsselfiguren der Bewegung.
Er war maßgeblich an der Systematisierung der Techniken beteiligt und verbreitete Taekwondo in den folgenden Jahren auch international.
Auf einer Sitzung eines Komitees, das aus Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Funktionen des neu befreiten Koreas bestand, wurde am 11. April 1955 der Name "Taekwondo" für die Kampfart von Choi, Hong Hi ausgewählt.
Internationale Verbreitung und Wettkampforientierung
Ab den 1960er-Jahren verbreitete sich Taekwondo durch Demonstrationen, Militärkooperationen und Auslandsmissionen rasch weltweit.
Damit wurde ein modernes, sportlich orientiertes Taekwondo-System geschaffen - inklusive internationaler Wettkämpfe und standardisierter Regeln.
1988 feierte Taekwondo seine Premiere als Demonstrationssport bei den Olympischen Spielen in Seoul.
Seit 2000 ist es fester Bestandteil des olympischen Programms.
Als olympische Disziplin ist Taekwondo eine feste Größe geworden: Nicht nur, dass es als Disziplin auf der 117.
Zur Sommerolympiade 1988 in Seoul in Korea war Taekwondo zum ersten Mal Demonstrationssport.
Auch 1992 in Barcelona ist Taekwondo nochmals in gleicher Weise in das olympische Programm aufgenommen worden.
Was beinhaltet Taekwondo?
Das Taekwondo verfügt über verschiedene Bereiche, die sich in mehrere Oberbegriffe einteilen lassen.
Grundschule
Die Basis einer soliden Taekwondo-Ausbildung bildet die Grundschule, bei der die wesentlichen Techniken nach der Erwärmung zu Beginn des Trainings gemeinsam wiederholt und geübt werden.
Die Grundschule des Taekwondo umfasst die stilisierten Techniken der Kampfkunst und soll durch festgeschriebene Bewegungsabläufe den Inhalt des Taekwondo bewahren und allgemeingültige Trainingserfolge sicherstellen.
Die Grundschule kann durchaus als ein grundlegendes Krafttraining betrachtet werden.
Der Körper wird damit auf die kommenden Herausforderungen des Taekwondoin (so nennt man einen Menschen, der Taekwondo ausübt) vorbereitet.
Formenlauf
Die gleiche Bedeutung kommt dem Formenbereich zu. Trainiert werden Taegeuk-Poomse (wie in unserem Verein) bzw. Hyongs.
Beides sind Bewegungsabläufe mit festgelegten Abläufen und Techniken gegen einen imaginären Gegner.
Dabei gilt es, korrekte Abwehr- und Angriffstechniken mit Kraft und Schnelligkeit sichtbar in Einklang zu bringen.
Bei den Übungsformen (Poomsae) werden Grundschultechniken in vorgeschriebenen Bewegungsabläufen präsentiert und ein Kampf gegen imaginäre Gegner durchgeführt.
Diese Übungsform stellt in den asiatischen Lehren einen wesentlichen Schritt zur Meisterschaft dar, der aber erst in der Kampfarten-Moderne verstärkt eingeführt wurde.
Findet der Kampf im Kopf wirklich statt, dann wirkt die Form lebendig und wird natürlich.
Heute ist der Formenbereich eine feste und interessante Größe im Wettkampfspektrum des Taekwondo.
Auf Formenmeisterschaften tritt der Taekwondoin gegen imaginäre Gegner an. Dieses erfolgt in einem Kampf, mit einem vorgegebenen Ablauf von Techniken.
Irgendwann wurde dazu übergangen, ein System in die Techniken dieser Kämpfe zu bringen und diese zu verfeinern.
In alten Zeiten übten die Schüler nicht mit Partnern, aus Sorge, sie zu verletzten.
Somit wurden bestimmte Bewegungsabläufe, die Formen koreanisch Hyongs genannt, festgelegt.
In den Hyongs kann der übende seine Techniken ohne jedes Abstoppen im Wechsel von Verteidigung und Angriff realistisch üben.
Er kämpft dabei gegen einen imaginären Gegner.
Einschrittkampf
Abgesprochene Angriffs- und Abwehrtechniken mit festgelegter Reihenfolge werden dagegen beim Hanbon-Kyorugi (Einschrittkampf) paarweise trainiert.
Dabei ist wie beim Formenlauf die exakte Ausführung der erlernten Grundtechniken von Bedeutung.
Kennzeichnend ist außerdem die minimale Distanz zum Gegner, indem die Kontertechnik kurz vorm Ziel gestoppt wird.
