Deutsche MMA Kämpferinnen: Eine Übersicht mit Fokus auf Alina Dalaslan

Mixed Martial Arts (MMA) erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Der Sport vereint die besten Techniken aller bekannten Kampfsport-Disziplinen und ist momentan eine der am schnellsten wachsenden Sportarten in Europa. Zehntausende kommen zu den Events, erst im Oktober stellte die Veranstaltung OKTAGON 62 einen Zuschauerrekord auf: Über 59.000 Zuschauer kamen zum Kampf zwischen Christian Jungwirth und Christian Eckerlin ins Frankfurter Fußballstadion.

MMA, Mixed Martial Arts, gilt als Königsdisziplin des Kampfsports und fasziniert auch hierzulande immer mehr Menschen. Was für manche nach purer Gewalt aussieht, ist in Wahrheit knallharter Leistungssport.

Auch bei den Frauen ist das Interesse an MMA gestiegen. Eine der bekanntesten deutschen MMA-Kämpferinnen ist Katharina Dalisda. Bei Oktagon wurde die Frankfurterin sogar Championesse, ehe sie ihren Titel beim Stadion-Event abgeben musste.

Alina Dalaslan: Eine aufstrebende MMA-Prinzessin

Mit Alina Dalaslan hat Deutschland nun sogar eine "MMA-Prinzessin". Die Stuttgarterin ist Amateurweltermeisterin und gab bei Oktagon ihr Profidebüt.

Alina Dalaslan fällt auf, wenn sie die Matte betritt. In der zwölfköpfigen Trainingsgruppe ist sie die einzige, die sich zunächst einmal ihre langen, schwarzen Haare zu einem Dutt binden muss, bevor es losgehen kann. Bis auf sie und den Trainer tragen alle anderen Athleten Kurzhaarfrisur. Alina Dalaslan ist die einzige Frau in der Gruppe. "Das ist natürlich ein bisschen schade", findet sie. Aber es habe auch Vorteile. Ihre Gegnerinnen erscheinen ihr regelmäßig eher schwach. Schließlich sei sie es gewohnt mit Männern zu kämpfen.

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Consultant Controlling steht in ihrem Berufsprofil. Ein Duales Studium im Rechnungswesen hat sie vor drei Jahren abgeschlossen, mittlerweile arbeitet sie für einen großen schwäbischen Automobilkonzern. "Klassische Buchhaltung", erklärt sie lächelnd im SWR-Interview. Auf den ersten Blick sieht man ihr das Hobby nicht an, das sie ab sofort professionell betreiben wird.

Erfolge und Debüt

Dass Alina Dalaslan als eines der größten weiblichen MMA-Talente in Deutschland gilt, liegt auch an ihrer kurzen, aber erfolgreichen Amateur-Karriere, die im Stallion Gym in Stuttgart beginnt. Ihren ersten Kampf im September 2023 gewinnt Dalaslan gegen die Österreicherin Narges Mohseni auf der Veranstaltung "Savage 1" im österreichischen Korneuburg. "Als ich sie damals beim Aufwärmen gesehen habe, wusste ich sofort, dass sie ein riesiges Potenzial hat", erinnert sich Veranstalter Marjan Macic zurück.

Wenig später wird Alina Dalaslan bereits für die Weltmeisterschaft nominiert, darf für Deutschland antreten: "Es war so eine geile Erfahrung gegen richtig gute Kämpferinnen", erzählt Dalaslan. Am Ende darf sie sich über den Titel freuen: Weltmeisterin der IMMAF (International Mixed Martial Arts Federation). "Mit dem Gürtel nach Hause zu kommen war natürlich der Hammer", sagt sie und freut sich über das Lob aus der Szene.

Ihren ersten Kampf hat Alina Dalaslan souverän gewonnen. Gegen Kamila Šimková aus Tschechien siegte sie in der dritten Runde durch technischen K.o. und zeigte dabei von Beginn an eine dominante Vorstellung. Gleich beim Debüt also eine sehr erfahrene Gegnerin - die sie souverän besiegt.

Die Zukunft im Blick

"Sie hat wirklich die größte Chance, irgendwann in die UFC zu kommen und einen Titel zu holen", sagt Mert Özyildirim. Die UFC ist die größte und wichtigste MMA-Organisation der Welt. Alina Dalaslan ist bereit für den nächsten Schritt.

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Auch wenn sie selbst am liebsten im Stand kämpft, wie sie erzählt. "Ich komme aus dem Kickboxen", erklärt sie am Rande der Trainingseinheit. Schwitzend und glücklich steht sie nach dem anstrengenden Athletik-Training in der Balinger Kampfsportschule "Planet Eater" vor der Kamera. Dann schnürt sie sich die dünnen, fingerfreien Handschuhe, um noch ein kurzes Sparring einzuschieben. "Ich werde niemals müde", lacht sie und beweist das auch gleich im Pratzentraining.

Trainer Mert Özyildirim bestätigt das: "Schaut mal, die Jungs sind schon alle in der Umkleidekabine. Die sind platt.

Auch am Abend, beim Ringertraining, steht Dalaslan als einzige Frau auf der Matte. Wieder muss sie ausschließlich gegen Männer ran. "Es wäre schon schön, wenn es mehr Frauen in unserem Sport gäbe", gibt sie im Interview zu. Vor allem in Deutschland ist der MMA-Sport noch immer eher eine Männerangelegenheit. Bezeichnend daher, dass sie für ihren ersten Profikampf in Stuttgart auf eine Tschechin traf. Mit Kamila Šimková bekam es Dalaslan mit der zweifachen tschechischen MMA-Meisterin zutun.

MMA kann ganz schön gefährlich sein. Das weiß auch Halmich. "Ich kann verstehen, wenn Menschen sagen: 'Das ist mir zu brutal'", so die 48-Jährige im Interview. Die Profisportlerin kennt die Risiken: "Da der ganze Körper Angriffsfläche ist, kann man überall verletzt werden. Beim Boxen hingegen kann man nur am Kopf getroffen werden", erklärt sie. Aus Erfahrung und Beobachtung vermutet sie, dass es beim MMA häufiger Verletzungen gibt als in anderen Kampfsportarten: "Beim Boxen gibt es häufiger schwere Kopfverletzungen, während es beim MMA mehr Verletzungen an Händen, Handgelenken und Knochenbrüche gibt."

Trotz der Risiken, Verletzungen davonzutragen, sei der Sport jedoch klar geregelt. Gerade am Boden, wo Laien oft Brutalität vermuten, gibt es klare Schutzmechanismen: "Es sieht für viele brutal aus, dass man auf dem Boden liegend noch schlagen darf. Natürlich nur so lange, bis einer abklopft. Doch Halmich zeigt Verständnis für kritische Stimmen. "Trotzdem weckt das so einen Urinstinkt in vielen Menschen. Dass man niemanden schlägt, der schon in der unterlegenen Position auf dem Boden liegt. Viele Kampfsport-Laien finden das abstoßend. Da muss man sagen: Boxen ist der ästhetischere Sport."

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Ein Sport, der für Halmich "eindeutig nur für Erwachsene geeignet ist". Sie weiß: "Es ist schon die Härte von MMA, welche die Masse fasziniert. Trotz aller Kritik betont Halmich im Interview mit der Agentur teleschau: "Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt das richtige zu tun. Also bestmöglich zu agieren und zu reagieren - mit einem großen Werkzeugkasten an Techniken im Rücken. Es ist wie Boxen plus Beine plus Bodentechniken, denn es wird auch gerungen."

Ihr Urteil fällt klar aus: "MMA-Kämpfer sind die komplettesten Kämpfer der Welt.