Die 10 besten Kampfsportarten für Anfänger

Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum.

Warum Kampfsport?

Kampfsport ist nicht nur eine effektive Möglichkeit zur Selbstverteidigung, sondern auch ein hervorragendes Training für Körper und Geist. Kampfsport macht dich nicht nur physisch, sondern auch psychisch stark. Neben der körperlichen Fitness, die du durch das Ganzkörpertraining aufbaust, wird Stress abgebaut und dein Selbstbewusstsein aufgebaut. Gleichzeitig wird deine Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer trainiert.

Die Vorteile des Sports (Fitness, Beweglichkeit etc.) sind das eine - sie sind aber auch der Schlüssel zu etwas viel Wichtigerem: Freiheit, Sicherheit und Selbstbewusstsein.

Wie finde ich die richtige Kampfsportart?

Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw.

Ihr wisst noch nicht genau welcher Kampfsport für Euch geeignet sein könnte?

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  1. Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass Kampfsportarten teilweise andere Zielstellung haben: Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung), sportliche Ertüchtigung oder Training des Geistes/ Konzentration.
  2. Manche Kampfsportarten sind härter als andere: Kickboxen und MMA sind sehr hart, Tai Chi hingegen ist auf sanfte Abläufe ausgelegt. Und habt keine Sorge, bei einer Anfängergruppe im Kickboxen schlägt man sich nicht sofort die Zähne ein.
  3. Probieren geht über studieren - nehmt an einem Probetraining teil: Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.

➡️ Überlegt euch auch zunächst was euer Ziel ist.

Weitere Faktoren bei der Wahl der Kampfsportart:

  • Wie schwer ist welche Kampfsportart? Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab?
  • Wie lange muss man Kampfsport üben bis man ihn beherrscht? In welcher Zeit lassen sich Grundtechniken erlernen und wie lange dauert es bis man die Sportart „beherrscht“?
  • Wie effektiv sind die einzelnen Kampfsportarten? Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen?
  • Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport? Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus.
  • Wie hoch ist der Kraftbedarf bei Kampfsportarten? Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus.
  • Wie beweglich sollte man für Kampfsport sein? Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte.

Top 10 Kampfsportarten für Anfänger

Hier ist eine Liste mit Kampfsportarten, die sich gut für Anfänger eignen:

  1. Krav Maga: Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können. Die israelische Kampfsportart wird in der Armee und im Auslandsgeheimdienst Mossad gelehrt und ist die wahrscheinlich effektivste Art und Weise, um mit einem attackierenden Angreifer fertig zu werden. „Krav Maga“ kommt aus dem Hebräischen und heißt „Kontaktkampf“. Und genau das ist es: Es geht direkt und distanzlos zur Sache - ins Gesicht, zwischen die Beine, ganz egal. Hauptsache, du unterliegst deinem Angreifer nicht.

    Die Kampfkunst umfasst viele Bestandteile anderer Kampfsportarten, wie etwa Faustkampf, Ringen, die Tritte aus dem Karate sowie das Werfen, Hebeln und den Bodenkampf aus dem Jiu-Jitsu. Außerdem bezieht Krav Maga natürliche Reflexe und Reaktionen ein. Der israelische Kampfsport ist dadurch verhältnismäßig leicht zu erlernen. Nach einem halben Jahr Training hast du die Grundlagen so weit drauf, dass du in der Lage bist, einen Angreifer abzuwehren und dich selbst zu verteidigen. Das gilt sogar, wenn er bewaffnet ist. Denn zu diesem Kampfsport gehört auch die Entwaffnung des Angreifers.

  2. Karate: Karate ist eine Mischung aus chinesischen Kung Fu-Elementen und japanischen Kampfelementen. Schläge und Tritte stehen im Vordergrund, zusätzlich kommen Hebel- und Wurftechniken vor. Ursprünglich aus Japan stammend, legt Karate den Fokus auf Schlagtechniken, einschließlich Schläge, Tritte und Blocks.

    Karate ist eine japanische Kampfsportart, die heute weltweit praktiziert wird. Du nutzt schnelle und kraftvolle Techniken, wie zum Beispiel Schläge, Tritte, Blockaden und Stöße. Im Training praktizierst du unter anderem auch Katas, festgelegte Bewegungsabläufe. Dabei wird besonderer Wert auf die korrekte Ausführung der Techniken und die Schulung von Geist und Körper gelegt. Mit Karate steigerst du deine körperliche Fitness, Kraft, Ausdauer und Flexibilität.

  3. Judo: Ursprünglich entwickelte sich Judo aus der Kampfsportart Jiu Jitsu. Judo basiert auf Wurf-, Boden, Fall- und Schlagtechniken. Gesiegt wird durch das Nachgeben des Gegners. Gleichzeitig wird beim Judo gegenseitiger Respekt gelehrt. Das Ziel ist es, auf beiden Seiten die bestmöglichen Fortschritte zu erlangen. Durch die Nähe zum Gegner kann das Judo Training dir dabei helfen, einen potenziellen Angreifer aus unmittelbarer Nähe bewegungsunfähig zu machen. Judo, auch aus Japan, konzentriert sich auf Würfe und den Bodenkampf.

    Judo ist eine japanische Kampfsportart und wird ebenso als olympische Sportart ausgeübt. Judo ist bekannt für seine Würfe und Bodentechniken, bei denen der oder die Kämpfer:in seinen Gegenüber mithilfe von Hebeln und Würfen auf den Boden bringt und kontrolliert.

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  4. Kickboxen: Kickboxen kombiniert das klassische Boxen mit Elementen aus beispielsweise Taekwondo oder Karate. Dabei kommen Hände und Füße zum Einsatz. Bei der Wettkampfdisziplin wird bis zum K.O. gekämpft. Kickboxen ist eine explosive Kampfsportart, die Elemente aus Karate und Boxen kombiniert.

    In der Sportart treten zwei Kämpfer:innen in einem Ring gegeneinander an und versuchen, ihren Gegenüber zu besiegen. Schlag- und Tritt- und Knietechniken gehören zum Standardrepertoire. Die Kämpfe entscheiden sich durch K. o., technischen K. o. oder Punktentscheid. Im klassischen Thaiboxen sind im Gegensatz zum Kickboxen Ellenbogentechniken erlaubt.

  5. Taekwondo: Dieser koreanische Stil ist bekannt für seine beeindruckenden Tritte und die Betonung auf Geschwindigkeit und Beweglichkeit.

    Taekwondo ist eine Kampfsportart, die ursprünglich aus Korea kommt und bei der du viele schnelle und kraftvolle Tritte nutzt. Du kannst es sowohl als Sport als auch als Selbstverteidigungskunst praktizieren. Im Training lernst du verschiedene Tritt- und Schlagkombinationen, Selbstverteidigung und Formen, auch Poomsae genannt. Außerdem werden Kraft, Ausdauer, Flexibilität und Koordination trainiert.

  6. Wing Tsun: Die beste Kampfsportart für so eine Situation ist vielleicht Wing Tsun: Es ist darauf angelegt, dass du einen Kampf so schnell wie möglich erfolgreich beendest. Besonders wichtig ist, dass du mit möglichst wenig Energie und Kraftaufwand möglichst effiziente Treffer landest. Deine einzelnen Gliedmaßen agieren dafür unabhängig voneinander, wofür deine Koordinationsfähigkeit geschult wird.

    Wing Tsun hilft dir dabei, Gefahrensituationen früh zu erkennen und Deeskalationstechniken anzuwenden. So können einige Situationen ganz ohne körperlichen Einsatz entschärft werden. Reicht das nicht aus, und dein Angreifer ist dir körperlich überlegen? Dann brauchst du auf jeden Fall eine Technik, die diesen Nachteil ausgleicht, um dich verteidigen zu können.

  7. Kung Fu: Kung Fu ist nicht nur eine der ältesten Kampfkünste, sondern auch eine der vielseitigsten. Es kombiniert Selbstverteidigung, körperliche Fitness und mentale Disziplin auf einzigartige Weise. Kung Fu ist eine der ältesten Kampfkünste und stammt aus China. Es ist reich an Tradition und bietet eine Vielzahl von Schlag- und Blocktechniken.
  8. Boxen: Boxen ist der klassische Zweikampfsport im Ring mit den Fäusten. Es ist eine der ältesten und bekanntesten Kampfsportarten und erfordert eine hohe körperliche Fitness und mentale Stärke. Im Boxen gibt es verschiedene Techniken wie Jab, Cross, Haken und Uppercut, die es ermöglichen, den Gegenüber zu treffen und Punkte zu sammeln. Der Kampf entscheidet sich ähnlich wie beim Kickboxen durch K. o., technischen K. o. oder Punkte. Technisch und konditionell ist diese Kampfsportart sehr anspruchsvoll.
  9. Brazilian Jiu-Jitsu: Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) ist eine kampfbetonte Disziplin, die den Schwerpunkt auf Bodenkampf und Submission-Techniken legt. Brazilian Jiu-Jitsu ähnelt dem Grappling in seiner Form.
  10. Muay Thai: Als “Die Kunst der acht Gliedmaßen” bekannt, beinhaltet Muay Thai den Einsatz von Fäusten, Ellbogen, Knien und Schienbeinen. Thaiboxen wird ursprünglich Muay Thai genannt und ist der thailändische Nationalsport. Das Thaiboxen erfolgt waffenlos, es gibt allerdings auch Abwandlungen mit Waffen. Zu den charakteristischen Techniken im Muay Thai zählen die Knietechniken, Klammergriffe und der Einsatz der Ellenbogen. Da Muay Thai sowohl Abwehr- als auch Kontertechniken gegen bewaffnete und unbewaffnete Gegner beinhaltet, sowie effektive Verteidigungselemente, zählt dieser Kampfsport zu den besten und beliebtesten Kampfkünsten, die sich zur Selbstverteidigung einsetzen lassen.

Weitere Tipps für Anfänger

Keine Berührungsängste: Als Anfänger startet man nicht mit Wettkampfsport und auch nicht im Vollkontakt. Daher müsst ihr keine Sorgen oder Ängste haben.

Im Verein oder mit erfahrenen Übungspartner lernt ihr die richtigen Grundlagen, macht schneller Fortschritte und schärft euer Auge für Bewegungen. Kurzum, zu Beginn solltet ihr auf alle Fälle in einen Verein gehen, Bewegungsabläufe können und sollten aber zuhause vertieft werden.

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Die Mitgliedschaft im Verein für Kampfkunst variiert sehr nach Region und beläuft sich auf 30€ bis 100€ im Monat. Das hängt ganz davon ab, wie viele Mitglieder es gibt, wie teuer die Miete ist, welche Ausrüstung vorhanden ist. Ein reiner Selbstverteidigungskurs, der einen Nachmittag lang geht, kostet meist um die 100€.

Wie oft sollte man Kampfsport trainieren?

Das ist ganz von eurem Ziel abhängig:

  • Wenn ihr an einem Wettkampf teilnehmen und euch mit den besten messen wollt, dann solltet ihr täglich trainieren oder mindestens 5-mal die Woche. Und das über mehrere Jahre.
  • Wenn ihr euch fit halten und im Ernstfall verteidigen möchtet, dann ist es ausreichend, wenn ihr zweimal die Woche trainiert. Und noch einen weiteren Sport (Joggen, Schwimmen, Fitnessstudio…) ausübt.
  • Wenn euer Ziel ist, besser auf einen Ernstfall vorbereitet zu sein, dann solltet ihr ein paar Intensivkurse besuchen (bspw.

Wann ist man bereit für einen Wettkampf?

Es dauert mindestens Jahre bis man im Vollkontakt kämpfen kann, und nicht völlig untergeht. Je nach Kampfstil müssen Kampftechniken, Hebel, Faustkampf, Fußtechniken, Bodenkampf oder der Kampf mit Waffen lange geübt und perfekt beherrscht werden, bevor man für einen Wettkampf bereit ist.

Man muss zwar keinen schwarzen Gürtel haben, bis man an einem Wettkampf teilnehmen kann, allerdings sollte man schon fortgeschrittener sein.

Kann man einen Kampfsport zuhause erlernen?

Nein, eher nicht. Sicherlich könnt ihr eure Fitness verbessern und Grundtechniken zur Abwehr und zum Angriff üben.

  • Fehler in der Stellung und Lücken in der Abwehr werdet ihr allerdings nicht bemerken.
  • Zudem fehlt euch ein ganz wichtiger Baustein: Die Partnerübungen und Übungskämpfe.