Unterschiede zwischen Judo- und Karate-Gi

Wer mit Kampfsport beginnt, steht oft vor der Frage: Welche Ausrüstung ist notwendig, was ist optional - und worauf sollte man beim Kauf achten? Die Auswahl an Bekleidung und Zubehör ist groß, doch nicht alles ist für jede Disziplin geeignet. Die Grundausstattung beginnt mit dem passenden Anzug - auch Gi, Dobok oder einfach Trainingsanzug genannt. Welcher Anzug der richtige ist, hängt stark von der Kampfsportart ab.

Grundausstattung und Unterschiede

Sowohl im Taekwon-Do, im Karate wie auch im Judo werden weiße Sportanzüge getragen. Besonders Anfänger stellen sich hier oft die Frage, ob es nicht egal ist, welche Uniform getragen wird. Vielleicht ist auch Papas abgelegtes Sportdress das Richtige für den nachrückenden sportlichen Nachwuchs? Zuallererst: Gute Kampfschulen und Vereine bieten ein Probetraining an. Dafür reicht in der Regel ein normales sportliches Outfit aus Sporthose und T-Shirt. Entscheidest du dich danach für diese Kampfsportart, ist die Investition in eine eigene Uniform unerlässlich. Dabei ist nicht jeder Anzug gleich.

Karate-Gi

Ein Karate-Gi ist leicht und beweglich, meist in Weiß gehalten und mit einem Gürtel (Obi) kombiniert. Es gibt natürlich noch viele Varianten für Kata und Kumite.

Ein Karateanzug besteht in der Regel aus einer weissen Hose und einer weissen Jacke. Im Taekwon-Do ist der Dobok länger geschnitten als die Gi`s im Karate.

Der Karate-Anzug hat nicht nur die Aufgabe den Körper zu bedecken. Er dient auch zur Kühlung des Körpers während des Trainings und stellt ein robustes Trainingsoutfit dar, dass zudem noch ein großes Maß an Beweglichkeit bietet.

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Der Gi wird im Karate immer getragen, egal bei welchen Trainings- und Wettkampfaktivitäten. Das Falten der Jacken-Ärmel bis zu den Ellenbogen ist im Training erlaubt, an Turnieren meistens nicht.

Judo-Gi

Hier braucht es robuste Anzüge, da viel gegriffen und geworfen wird. Ein Judo-Gi hingegen gibt es in verschiedenen Varianten, die schwerer als die BJJ-Gi sind.

Judoanzüge sind in der Regel noch kürzer und vor allem schwerer, da hier auch an der Jacke gezogen werden darf.

Ein Judoanzug besteht auch aus einer weissen Hose und einer weissen Jacke. Beim Judoanzug ist die Hose ähnlich wie eine Karateanzughose. Die Hosen von Judoanzügen haben aber meistens eine zusätzliche Versträrkung im Kniebereich.

Die Judoanzug Jacke muß stabiler sein, als eine Karateanzug Jacke. Deshalb besteht Judoanzug Jacke in der Regel aus einer speziellen Webung, die mach Reiskornwebung nennt.

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Judoanzüge sind in der Regel etwas schmäler geschnitten als Karateanzüge.

Weitere Unterschiede

Dobok, Karate-Gi oder Judo-Anzug - worin liegt der Unterschied.

Im Taekwon-Do ist der Dobok länger geschnitten als die Gi`s im Karate. Judoanzüge sind in der Regel noch kürzer und vor allem schwerer, da hier auch an der Jacke gezogen werden darf.

Der unterschied besteht darin, dass der Karate-Anzug einen weiteren Schnitt hat und aus weniger starkem Stoff gefertigt wird, da die "Gi-Belastung" im Karate eher gering ist.

Der Anzug ist in Schnitt, Passform und Eigenschaften für Training und Wettkampf im Karate optimal gestaltet. Der feste, dicke Stoff ist besonders saugstark und sorgt für eine gute Kühlung.

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Material und Qualität

Achte beim Kauf auf die richtige Größe, gute Bewegungsfreiheit und hochwertige Verarbeitung - insbesondere an Nähten und Schultern.

Wie bei allen Do-Gi besteht der Karate-Gi aus einer Jacke (Uwagi), einer Hose (Zubon) mit Schnür- oder Elastikbund und einem Gürtel (Obi). Ein Karate-Gi ist robust und strapazierfähig und wird in verschiedenen Dicken (Stärken) angeboten. Die meisten Anzüge sind aus Baumwolle gefertigt, es gibt aber auch Ausführungen mit synthetischen Anteilen. Die traditionelle Farbe ist weiß. In einigen Stilrichtungen werden schwarze Anzüge bevorzugt, gelegentlich kommt auch eine schwarz-weiß-Kombination vor.

Die Qualität eines Karate-Gi richten sich nach der Dicke des Baumwollgewebes, sprich: nach der Stoffstärke.

Die Stoffstärke wird in Unzen (1 oz = 33,9 g/m²) angegeben und variiert zwischen ca. 5 oz und 18 oz (170 g/m² und 610 g/m²).

Anfänger mit einem 12 oz starken Karate-Gi liegen im guten Mittelfeld, da der Anzug weder papierdünn, noch zu steif ist. Ein 14 oz starker Anzug ist teurer und wesentlich steifer, kühlt jedoch besser und ist reißfester. Paradoxerweise fühlt man sich in einem Gi aus dickem Stoff besser gekühlt als in einem Gi aus dünnem Stoff.

Das liegt daran, dass Karateanzüge aus dickem Gewebe den Schweiß besser aufnehmen und verteilen kann und der Kühlungseffekt durch Verdunstung stärker und großflächiger auftritt.

Varianten und Besonderheiten

Obwohl alle Karate-Gi nach den gleichen Grundschnitt gefertigt werden, gibt es auch dort Unterschiede, je nach Karate-Stil und die bevorzugte Verwendung (Kata, Kihon, Kumite,...).

Beispielsweise hat ein Gi im Kata-Schnitt einen längeren "Rock", sowie kürzere und weitere Ärmel und Hosenbeine als ein Gi im Kumite-Schnitt.

Unter dem Karateanzug wird bei Männern generell nur die Unterhose getragen, bei Frauen auch Unterhemd/T-Shirt/Sport-BH.

Wenn es um das Anziehen der Gi-Jacke geht, sind Anfänger zunächst leicht verwirrt. Die linke Seite des Gi muss immer über der rechten Gebunden werden. Auf der linken Brust des Gi befindet sich dann oft auch das Schullogo oder die Stilrichtung des Karateka (Eselsbrücke: das Logo darf also nicht verdeckt sein.).

Der Karate-Gi ähnelt dem Judo-Gi, was auf deren gemeinsamen Ursprung zurückzuführen ist.

Pflegehinweise

Hochwertige Kampfsportkleidung kann bei guter Pflege viele Jahre halten. Wasche Anzüge regelmäßig nach Anleitung (meist 30-40 °C, ohne Weichspüler), trockne sie am besten an der Luft und lagere sie trocken.

Wenn man sich einen Gi kauft, wird des öfteren eine Pflegeanleitung beigelegt, an der man sich richten sollte. Wer keine Anleitung besitzt und keine Erfahrung hat, dem könnten die folgenden Hinweise helfen:

Wichtig ist, den Gi nicht zu heiß zu waschen, da er sonst unerwünscht eingeht. Zu beachten sind dabei die Angaben auf dem Etikett.

Grundsätzlich sollte der Gi das erste Mal bei 30°C gewaschen werden, danach ist ein Waschgang bis zu 60°C möglich. Es sollten auf keinen Fall Bleichmittel, Waschmittel mit Entkalker oder mit Bleichmittelzusatz verwendet werden, da diese den Stoff brüchig machen und das Gewebe zerstören. Das Trocknen des Anzugs in einem Wäschetrockner ist ebenfalls ein tabu.

Wer sich schwer tut, sollte über ein Gi aus Mischgewebe nachdenken, da dieser leichter zu Pflegen und unempfindlicher ist, als einer aus reiner Baumwolle. Der Gi muss übrigens nicht nach jeder Trainingseinheit in die Waschmaschine, sollte aber immer gut durchtrocknen.

Zusätzliche Ausrüstung

Gerade im Sparring oder beim Wettkampf ist Schutzausrüstung unverzichtbar. Je nach Stil können folgende Teile erforderlich sein:

  • Mundschutz: Schützt die Zähne und den Kiefer.
  • Handschützer oder Boxhandschuhe: Für Boxen, Kickboxen oder Karate-Kumite unerlässlich.
  • Schienbeinschoner: Vor allem im Kickboxen und Muay Thai verbreitet.
  • Tiefschutz (für Männer und Frauen): Schützt empfindliche Körperbereiche.
  • Brustschutz (für Frauen): Besonders bei Kontaktkampfsportarten empfohlen.
  • Kopfschutz: In vielen Disziplinen für Wettkämpfe oder intensives Sparring vorgeschrieben.

Hier gilt: Qualität vor Preis. Schutzausrüstung sollte gut sitzen, nicht verrutschen und ausreichend Dämpfung bieten.

Die Bedeutung des Gi

Die heutige Karategi entstand zur Zeit, als Gichin Funakoshi nach Japan ging, um dort das Karate einzuführen.

Da aber im Training völlig egal war und ist, welche gesellschaftliche Position jemand einnimmt, führte Meister Funakoshi als erstes eine einheitliche Kleidung ein, welche jegliche Klassendifferenzierungen aufhob.

Die Gi besteht auch heute noch aus einer Kombination aus dem Judo-Gi (welche zu diesen Zeiten bereits existierte) und dem traditionellen Hakama.

Damit schlug Funakoshi den Weg ein, den japanische und chinesische Mönche von jeher wählten: Wann immer sie sich in der Kampfkunst übten, zogen sie sich bis auf das Untergewand aus. Niemand sollte sich durch seine Kleidung vom anderen unterscheiden und kein Schüler sollte sich ausschmücken, um besser auszusehen.

Damit erklärt sich auch die weiße Farbe unserer Gi. Weiß steht für Reinheit und hat damit im Budo eine besondere Bedeutung. Man sollte deshalb darauf achten, mit sauberer und ordentlicher Gi zum Training anzutreten.

Der Obi (Gürtel)

In vielen Kampfsportarten symbolisiert der Gürtel nicht nur den Halt der Jacke, sondern auch den Ausbildungsstand. Je nach Stil gibt es unterschiedliche Farben und Prüfungsanforderungen.

Der Gürtel sollte fest sitzen, sich gut binden lassen und zur offiziellen Farbe des jeweiligen Verbandes passen.

Der Obi erzählt seine eigene Geschichte, ebenso wie jeder Karate-Gi (und jede Kobudo-Waffe): von Freud und Leid, von Freundschaft und Mißverständnissen, von Erfolg und Misserfolg und persönlichen Höhen und Tiefen.