Ursprung und Philosophie
Chinesische Mönche, die keine Waffen tragen durften, entwickelten aus gymnastischen Übungen im Lauf der Zeit eine spezielle Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Diese Kampfkunst galt auch als Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung.Auch heute noch spiegelt sich im Karate-Do die fernöstliche Philosophie wider. Übersetzt bedeutet "Karate-Do" so viel wie "der Weg der leeren Hand". Das "Kara" (leer) ist aber auch ein ethischer Anspruch. Danach soll der Karateka sein Inneres von negativen Gedanken und Gefühlen befreien, um bei allem, was ihm begegnet, angemessen handeln zu können.
Im Training und im Wettkampf wird dieser hohe ethische Anspruch konkret: Nicht Sieg oder Niederlage sind das eigentliche Ziel, sondern die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit durch Selbstbeherrschung und äußerste Konzentration. Die Achtung vor dem Gegner steht an oberster Stelle.
Die drei Säulen des Karate-Trainings
Das Karatetraining baut auf drei großen Säulen auf:- Kihon: Grundlage oder Ursprung des Könnens, oft als Grundschule bezeichnet.
- Kumite: Üben bzw. der Kampf mit einem oder mehreren Gegnern.
- Kata: Eine stilisierte und choreographierte Kampf gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner.
Kihon (Grundschule)
Kihon heißt „Grundlage“ oder „Quelle“, „Ursprung“ (des Könnens) und wird häufig auch als Grundschule bezeichnet. Es umfasst die grundlegenden Techniken, die das Fundament des Karate bilden. Die einzelnen Techniken werden immer wiederholt, entweder langsam oder schnell, kraftvoll oder locker.
Der Bewegungsablauf der einzelnen Technik wird in alle Bestandteile zerlegt und es wird versucht die Ideallinie der Bewegung zu finden, wobei es immer etwas zu optimieren gibt. Der Bewegungsablauf muss optimal verinnerlicht werden - reflexartig abrufbar, da für Denken, Planen und Handeln in einem realen Kampf zu wenig Zeit ist.
Kumite (Kampf)
Kumite bedeutet wörtlich „verbundene Hände“ und meint das Üben bzw. den Kampf mit einem (selten mehreren) Gegnern. Das Kumite stellt innerhalb des Trainings eine Form dar, die es dem Trainierenden nach ausreichender Übung ermöglicht, sich in ernsten Situationen angemessen verteidigen zu können. Voraussetzung ist das richtige Verstehen und Einüben elementarer Grundtechniken aus dem Kihon und der Kata.
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Wenn die Ausführung der Technik in ihrer Grundform begriffen wurde, wendet man sie im Kumite an. Es gibt verschiedene Formen des Kumite, die mit steigendem Anspruch von einer einzigen, abgesprochenen, mehrfach ausgeführten Technik bis hin zum freien Kampf in ihrer Gestaltung immer offener werden.
Kata (Form)
Kata bedeutet „Form“ oder „Schablone“. Eine Kata ist ein stilisierter und choreographierter Kampf gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner, der einem festgelegten Muster im Raum folgt. Kata entwickelten sich zur komprimierten Weitergabe der Techniken einer Schule oder eines einzelnen Meisters ohne die Notwendigkeit schriftlicher Aufzeichnung.
Im Kata-Bunkai werden die Techniken der Kata am Gegner / Partner angewandt. Neben dem Kumite ist Kata die zweite Wettkampfdisziplin im modernen Karatesport.
Karate als Selbstverteidigung
Viele Karateka üben ihren Sport aus, um sich im Notfall selbst verteidigen zu können. Und tatsächlich ist Karate eine wirksame und praktikable Verteidigungsart. Kraft und körperliche Statur spielen in der Karate-Selbstverteidigung nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Gelassenheit. Nur wer bei einem Angriff nicht in Panik gerät, kann sich sinnvoll verteidigen. Deshalb vermitteln spezielle Lehrgänge neben technischen Fertigkeiten auch die psychologischen Komponenten der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung.Diese Aspekte machen Karate-Selbstverteidigung insbesondere für Frauen und Mädchen interessant.
Karate: Mehr als nur ein Sport
Karate ist dynamisch und diszipliniert, kontrolliert und voller Energie. Karate ist sanft und kraftvoll zugleich, elegant und attraktiv. Karate ist viel mehr als nur ein Sport ... Karate ist lebensbegleitend!
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Karate ist ein Kampfsport für jeden
Ob Ausgleichssport, allgemeine Fitness oder Selbstverteidigung: Karate eröffnet allen Altersgruppen und Interessenlagen ein breites sportliches Betätigungsfeld. Karate ist nicht nur interessant für Jung und Alt. Durch die Vielseitigkeit fördert Karate Gesundheit und Wohlbefinden. Auch deshalb haben sich viele junge und ältere Menschen für diesen Sport entschieden. In den meisten Vereinen gibt es Anfängerkurse, die den Einstieg leicht machen: Stufe um Stufe wachsen Geschicklichkeit und Leistungsvermögen. Die farbigen Gürtel der Budo-Sportarten sind dabei Hilfe und Ansporn.
Wettkampf und Tradition
Im Karate werden grundsätzlich zwei Wettkampf-Disziplinen unterschieden:- Kumite: Beim "Kumite" (Freikampf) stehen sich zwei Karateka auf einer Kampffläche gegenüber und versuchen, Stoß-, Schlag- und Tritt-Techniken anzubringen. Die Kriterien sind so gehalten, dass Verletzungen der Kampf-Partner ausgeschlossen sind: Wer sich nicht daranhält, wird disqualifiziert!
- Kata: Die Disziplin "Kata" ist eine Abfolge genau festgelegter Angriffs- und Abwehr-Techniken gegen mehrere imaginäre Gegner, die sich aus verschiedenen Richtungen nähern. Man unterscheidet rund 50 verschiedene Katas, deren Ästhetik im Einklang von Kampfgeist, Dynamik und Rhythmik liegt.
Karate-Do, übersetzt der "Weg der leeren Hand", ist heute rasanter Wettkampfsport, eine wirksame Selbstverteidigung und ein Weg zu körperlicher und mentaler Fitness. Besonders auch Kinder profitieren im Bereich der Bewegungskoordination, des Körpergefühls und des Selbstbewusstseins von regelmässigem Training. Werte wie gegenseitiger Respekt, Selbstdisziplin und Konzentrationsvermögen werden spielerisch entwickelt.
Karate macht Kinder auch im Sinne der Gewaltprävention "stark" - sie lernen, Grenzen zu setzen und sie notfalls auch zu verteidigen.
Vorteile von Karate
Karate ist somit eine sehr inklusive Aktivität, die auf die Bedürfnisse und Ziele verschiedener Personen zugeschnitten werden kann. Unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichen Fähigkeiten gibt es im Karate oft einen Weg, der jedem Einzelnen entspricht.
Die Vorteile von Karate sind:
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- Selbstverteidigung: Einer der Hauptzwecke des Karate ist die Fähigkeit, sich in gefährlichen oder bedrohlichen Situationen verteidigen zu können.
- Körperliche Fitness: Karate fördert Kraft, Flexibilität, Ausdauer und Koordination.
- Mentale Disziplin: Karate betont die Bedeutung von geistiger Disziplin, Konzentration und Ausdauer.
