John Wick Kampfsportarten: Ein Blick hinter die Action

John Wick ist wohl einer der beliebtesten modernen Action-Helden. Innerhalb seiner bisherigen Filme kämpfte er sich stylisch und mit übertriebenen Choreografien durch seine vielen Gegner.

Die Kampfstile in John Wick

Der Kampfstil, welcher in dem Film ausgeübt bzw. demonstriert wird, heißt Jiu-Jitsu oder Ju-Jutsu. Nicht zu verwechseln mit dem Brasilianischen Jiu-Jitsu (kurz "BJJ"), welches sich auf den Bodenkampf spezialisiert hat. Diese(r) Stil(e) beinhaltet viele Techniken, aus unterschiedlichen Systemen und vereint diese miteinander. Dadurch ist eine riesen Vielfältigkeit geboten, welche in den Filmen sehr gut dargestellt wird.

Gewisse moderne Mischtechniken, wie Systema (Spetsnaz) vereinen Kampfsportarten um diverse Ziele wie Entwaffnung/Bodenkampf/Ruhigstellung möglichst effizient zu erreichen. Dabei bedienen sie sich an Formen, die aus einer Vielzahl von Traditionen stammen, von asiatischen bis hin zu griechischen, wie dem Pankration.

Realismus in den John Wick Filmen

Der Kanal Insider hat sich in einem YouTube-Video mit den vier John-Wick-Filmen beschäftigt. Ein Experte bewertet die Filme anhand einzelner Szenen bezogen auf ihren Realismus. Der Experte im Video ist der Ex-Elite-Soldat Tu Lam. Er ist ein ehemaliges Mitglied der Special Forces aus den USA. Mittlerweile befindet er sich aber im Ruhestand.

Bewertung der Filme durch den Experten

Das Video fängt mit dem ersten Film der Reihe an. Er lobt das Training, das Keanu Reeves durchlaufen hat, sowohl mit Waffen als auch mit Kampfsportarten. Die Szenen aus dem ersten Teil findet er solide. Zwar seien die gezeigten Taktiken nicht immer realistisch, die Bewegungen und Haltungen von Reeves seien aber gut. Er kritisiert aber auch einige Techniken. Unter anderem das Mundzuhalten, als John Wick jemanden heimlich ausschalten will. Jemandem mit der eigenen Hand den Mund zuzuhalten sei zu gefährlich, dadurch könnte man Finger verlieren.

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Zu Beginn von John Wick: Kapitel 2 kritisiert er die Darstellung der Schalldämpfer, die einfach nicht so leise sind wie dargestellt. John Wick bekommt Schüsse ab, nach denen er laut dem Experten niemals normal weiterkämpfen könnte. Waffenverstecke und das Nutzen von Alltagsgegenständen lobt er im 2. Film, die Kämpfe in der Öffentlichkeit kritisiert er.

John Wick Kapitel 3 zeigt Teamarbeit zwischen Keanu Reeves und Halle Berry. Das Teamwork sei nicht in jeder Szene so gut, wie man es von Profis erwarten würde. In Teil 3 kommt es auch zur Lieblingsszene des Experten aus der gesamten Reihe. In einem Antiquitätenladen nutzt John Wick alle möglichen Gegenstände in seiner Umgebung. Äxte und Messer werden geworfen und im Kampf genutzt. Das findet er ziemlich realistisch. Die Kampfszenen auf den Motorrädern sei aber eher unrealistisch.

Auch die Auto-Kampfszene aus John Wick: Kapitel 4 wird vom Experten kritisiert. In diesem Fall sei es wie bei den Motorrädern fast unmöglich, gleichzeitig zu fahren und zu schießen. Der Experte kritisiert die Deckung von John Wick, besonders im 4. Teil. Oft stehe er taktisch nicht so günstig, vor allem, wenn er gegen mehrere Gegner gleichzeitig kämpft. Auch die berühmte Szene auf der Treppe sei recht unrealistisch.

Welchen Film bewertet er am besten?

Die besten Wertungen erhalten die Szenen aus dem ersten John-Wick-Film und das ergibt auch Sinn. Der erste Teil war noch ein deutlich ernsterer Action-Thriller als die späteren Fortsetzungen, die auf stylische und eben übertriebene Action setzen. Aber Hollywood muss nicht immer realistisch sein.

Einfluss von Kampfsportlegenden

„Matrix“- und „John Wick“-Star Keanu Reeves hat viel für Kampfsport übrig. Ob in „Matrix“, „47 Ronin“ oder „John Wick“: Keanu Reeves liebt es, die Fäuste fliegen zu lassen.

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Benny "The Jet" Urquidez

Keanu Reeves arbeitet an einer Dokumentation über den legendären Benny Urquidez, wie Deadline exklusiv berichtet - und tut sich dafür mit Oscar-Preisträger Fisher Stevens und Jennifer Tixiera zusammen, die die Regie übernehmen wird.

Urquidez begann bereits früh mit Kampfsport, boxte bereits ab seinem fünften Lebensjahr und fand im Laufe der Jahre so schließlich auch zu seiner Paradedisziplin: Karate. Ab den späten 70er-Jahren gewann er mehrere Weltmeister-Titel in verschiedenen Gewichtsklassen - bevor schließlich der Sprung von der Matte vor die Kamera folgte.

Bereits Mitte der 80er machte sich Urquidez mit seinem sogenannten Jet Center selbständig, um Martial-Artists, Stuntmen sowie nicht zuletzt auch Schauspielerinnen und Schauspieler zu unterrichten. Er trainierte unter anderem Tom Cruise, Nicolas Cage, Patrick Swayze, Kurt Russell, Mark Wahlberg, Nicole Kidman und Michelle Pfeiffer - und arbeitete im Zuge dessen als Kampfchoreogaph und Stunt-Koordinator an Filmen wie „Con Air“, „Streetfighter“, „The Big Hit“, „Star Force Soldier“ sowie auch Sam Raimis „Spider-Man“ und Michael Bays „Pearl Harbour“ mit.

Donnie Yen

Donnie Yen werden viele aus „John Wick 4“ oder „Rogue One“ kennen. Hinter dem Schauspieler versteckt sich ein echter Kampfkunstmeister, was kein Film so gut wie „Ip Man“ beweist.

Seit Jahren ist Donnie Yen auch in Hollywood gefragt - unter anderem in „John Wick: Kapitel 4“, „Rogue One: A Star Wars Story“ oder „Mulan“. Dass der Action-Star noch mehr drauf hat, zeigt eine Martial-Arts Filmreihe, in der er einen echten Kampfkunst-Großmeister portraitiert. Die Rede ist von einem mit den 2008 erschienenen „Ip Man“ gestarteten Franchise.

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Dank Sammo Hung als erfahrenen Kampfkunstexperten und Choreographen werden elegante Bewegungen mit wuchtigen Schlägen und Tritten kombiniert.

Die Erweiterung des John Wick Universums

Nach dem Flop von The Expendables 4, mit der Zukunft von Saw in der Schwebe und nur gelegentlichen Panem-Filmen, wenn Suzanne Collins sich erbarmt, ein neues Buch aus der Reihe zu schreiben, hat Lionsgate nicht mehr viele kommerziell verlässliche Franchises, auf die das Studio in schweren Zeiten zurückgreifen kann. Deshalb werden diejenigen, die noch übrig sind, bis zum letzten Tropfen gemolken. Das betrifft vor allem John Wick.

Jeder der bisherigen vier John-Wick-Filme spielte deutlich mehr als sein Vorgänger ein, also geht Lionsgate demnächst mit dem Franchise all-in. Außerdem soll das John-Wick-Universum um Spin-Off-Filme über andere Charaktere erweitert werden.

Spin-Offs

Ballerina mit Ana de Armas und Reeves in einer Nebenrolle wird bereits diesen Sommer in die Kinos kommen. Noch dieses Jahr sollen außerdem in Hongkong die Dreharbeiten zu einem Film über den blinden Profikiller Caine beginnen, den Martial-Arts-Ikone Donnie Yen in John Wick: Kapitel 4 verkörpert hat.

Letzten Mai kündigte Lionsgate offiziell das Caine-Spin-Off mit Yen an. Bei der CinemaCon hat Lionsgate bestätigt, dass das Projekt nicht nur weiterhin hohe Priorität, sondern auch einen Regisseur hat: Yen selbst wird seinen Alleingang als Caine inszenieren. Das John-Wick-Spin-Off wird seine erste englischsprachige Regiearbeit werden.

John-Wick-Regisseur Chad Stahelski produziert den Film. Einen Starttermin hat er noch nicht, könnte aber mit Glück schon Ende 2026 oder Anfang 2027 in die Kinos kommen.

Spektakuläre Kulissen in John Wick: Chapter 4

JOHN WICK: CHAPTER 4 bietet ausgedehnte Kampfszenen mit zahlreichen Stuntperformern, eine große Star-Besetzung aus Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Ian McShane, Rina Sawayama und Bill Skarsgård und passend dazu spektakuläre Action-Kulissen.

Der vierte Teil der JOHN WICK-Reihe von Regisseur Chad Stahelski führt John Wick in einem weltweiten Kampf gegen die mächtigsten Akteure der Unterwelt auch nach Berlin.

Das ICC Berlin verwandelte sich in das japanische Hotel Osaka Continental, in dem Kampfszenen durch verschiedene Ebenen und Räume des Hotels führen. Der Designer Kevin Kavanaugh bediente sich dabei sowohl traditioneller Kunst als auch modernen Designs. Kunstwerke aus dem Jahr 1600, die die Lebensweise der Samurai widerspiegeln, wurden als Grundlage verwendet und an Wänden und in Vitrinen präsentiert. In den modernen Glasvitrinen befinden sich zudem verschiedene Waffen, die John Wick beim Kampf auch benutzt.

Die Alte Nationalgalerie in Berlin diente von Außen als Kulisse für den Berliner Nachtclub, in dem John Wick gegen die Figur Killa kämpfen muss. Für die Innenaufnahmen schufen unsere Kulissenbauer ein mehrstöckiges Set mit umfangreichen Wasser- und Feuereffekten im Inneren des Kraftwerks Berlin. Das Set, das Art Director Cornelia Ott betreute, nahm den gesamten Innenraum des ehemaligen Industriegebäudes ein.

"Die Kulissen sind der Wahnsinn", schwärmt Produzentin Erica Lee, die auch schon die früheren JOHN WICK-Teile verantwortete. Die speziell designten Wasserwände kreierte die Babelsberger Spezialeffekte Firma Nefzer.

Das groß angelegte Innenset Massacre Room errichteten unsere Handwerker im Studio Babelsberg. Im Film explodieren Teile dieses französischen Wohnhauses, das so gebaut werden musste, dass die Action von oben mit einer an einer Drohne montierten Kamera gedreht werden konnte. Für eine weitere wichtige Kampfszene wurden ein Bambuswald und ein Tempel als großes Außenset im Studio Babelsberg gestaltet.