Der Roman "Im Schatten der blutroten Schwingen" von Heather Graham entführt den Leser ins Schottland des Jahres 1137. Die Geschichte handelt von der Wikingertochter Mellyora MacAdin und dem Ritter Waryk de Graham.
Die Ausgangssituation
Als Mellyora MacAdins Vater stirbt, steht die schöne Wikingertochter vor einer scheinbar unmöglichen Wahl: einen Fremden heiraten oder ihre geliebte Heimat Blue Isle verlieren.
Die Begegnung mit Waryk de Graham
Ihr Zukünftiger, Waryk de Graham, ist der beste Ritter des Königs. Obwohl die Heldentaten des »Lord Lion« im ganzen Land gefeiert werden, ist die stolze Mellyora wild entschlossen, sich ihm nicht hinzugeben. Doch als sie versucht, vor ihrer Bestimmung zu flüchten, läuft sie dem heißblütigen Laird geradewegs in die Arme … und der ist nicht bereit, sie wieder ziehen zu lassen!
Historischer Kontext
Im Königreich Schottland lebten weiterhin verschiedene Völker, und sie befehdeten einander immer noch. Jetzt herrschte ein gewisser Frieden. In Schottland regierte König David I. Seine Schwester war mit Henry I. von England verheiratet, sein listenreicher Vater Malcolm III. in den Krieg gegen William den Eroberer gezogen.
Wenn er jene Schlachten auch nicht gewonnen hatte, so war es ihm doch gelungen, ein unabhängiges Schottland zu bewahren. David hatte von seinem Vater und seinen Brüdern viel gelernt. Mittlerweile ein reifer, kluger, vorsichtiger Mann, wusste er, in welch unsicherer Position sich jeder König befand und dass er in einer gefährlichen Welt lebte.
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Manche Leute verübelten ihm seine normannische Erziehung. Aber dank seiner Herkunft konnte er auf alte Loyalitäten bauen. Seine Mutter war die Schwester des Edelings Edgar gewesen, einer sächsischen königlichen Hoheit vor der Ankunft des Eroberers. Trotz seiner normannischen Neigungen hatte er sich als echter schottischer Anführer erwiesen, fest entschlossen, die Identität seines Landes zu wahren.
Deshalb standen die Schotten hinter ihm, obwohl sie die Normannen verabscheuten und ihnen misstrauten. Er war ein großer Krieger und stets zum Kampf bereit. Wenn die diplomatischen Beziehungen zum südlichen Nachbarn auch stabil blieben - entlang der Grenze kam es häufig zu Gefechten.
David wollte nicht nur das Land sichern, das traditionell den Schotten gehörte, sondern die Grenze südwärts verschieben, um die Engländer vom schottischen Herzland fern zu halten. Aus diesem Grund hatte er ein paar einflussreiche, mit ihm befreundeten normannischen Familien schottische Ländereien übereignet - klugerweise nur solche, wo Erbstreitigkeiten unter den Nachkommen verstorbener Familienoberhäupter drohten, um solche Gefahren zu bannen.
Widerstrebend fanden sich die Schotten mit der Ankunft neuer Einwohner ab. 1124, im Jahr seiner Thronbesteigung, hatte David einen Aufstand niedergeschlagen. Und die kriegerischen Bewohner dieses zerklüfteten Landes würden ihm sicher immer wieder Schwierigkeiten bereiten. Die Feudalgesetze, teilweise noch kein Jahrhundert alt, standen im Widerspruch zu alten Traditionen. Um dieses Volk zu regieren, brauchte man viel Kraft und Klugheit. Diese Fähigkeiten hatte David bisher bewiesen.
Trotzdem wurde seine Macht immer noch von zwei Bedrohungen herausgefordert - von den Ereignissen an der Grenze und den Wikingern, die sich unablässig Vorteile zu verschaffen suchten. David hatte Geschichte studiert. Nach seiner Ansicht hatte König Harold England vor allem deshalb an die Normannen verloren, weil die Wikinger zur gleichen Zeit im Norden eingedrungen waren wie die Normannen im Süden.
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Keine königliche Macht konnte die erbitterten Scharmützel im traditionellen Grenzland verhindern. An diesem Abend hatte Michael zahlreiche Familienoberhäupter zusammengerufen. Er war von Lord Renfrew angegriffen worden, einem normannischen Adeligen, der sich nicht mit den ihm zugeteilten Ländereien in Yorkshire begnügen wollte. Mit den Söldnern eines dänischen Heers marschierte er nordwärts, schlug die Bauern in die Flucht, plünderte Kirchen und Abteien und vergewaltigte junge Frauen.
Deshalb hatten sich Michaels Clan und seine Verbündeten versammelt, um ihr Land zu verteidigen. Viele tapfere Männer waren gefallen oder lagen im Sterben.
Waryks Eingreifen
Im selben Augenblick hob Patrick die Hände, vom Lederriemen befreit, und der Schatten richtete sich auf - der Sohn des Großen William, den Michael neben dem Vater hatte fallen sehen. Aber Waryk war am Leben geblieben. Mit Schlamm und Blut beschmiert stand er da, in den rot geweinten Augen funkelte ein blaues Feuer, er war groß und kräftig für seine vierzehn Jahre.
Blitzschnell bückte sich Waryk nach Michaels Waffe und der blonde Riese lachte. »Ein grüner Junge will gegen Wölfe kämpfen? Wie du meinst.
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