Karate ist eine traditionelle japanische Kampfkunst, die ursprünglich zur wirkungsvollen Selbstverteidigung entwickelt wurde. Gleichzeitig dient sie der ganzheitlichen Schulung von Körper und Geist. Die Bedeutung „leere Hand“ ist ein Hinweis darauf, dass keine Waffen, sondern der eigene Körper zur Selbstverteidigung eingesetzt wird.
Die Grundtechniken umfassen Schläge, Tritte, Stösse und Blöcke, die in strukturierten Formen wie Kata und Partnerübungen trainiert werden. Kata sind festgelegte Bewegungsabläufe gegen imaginäre Gegner und fördern Technik, Kraft, Ausdauer sowie Körperkontrolle. Karate ist weit mehr als nur eine Kampfkunst - es stärkt auch Geist und Charakter. Werte wie Respekt, Disziplin, Mut und Höflichkeit sind fest im Training verankert.
Kihon bildet die Basis und legt den Grundstein durch das wiederholte Üben grundlegender Techniken wie Schläge, Tritte und Blöcke. Eine Kata ist eine Reihe von vorbestimmten Bewegungsabläufen, die komplexe Techniken und Bewegungsmuster beinhaltet. Kumite schliesslich ist der freie Kampf, bei dem Karateka ihre Fähigkeiten im direkten Vergleich mit einem Partner testen.
Durch das Training von Kihon, Kata und Kumite entwickeln Karateka wertvolle Fähigkeiten für die Selbstverteidigung. Kihon legt die Grundlage für effektive Bewegungen, Kata vereint Technik, Rhythmus und innere Stärke, während Kumite die Flexibilität, Reaktionsschnelligkeit und das Erkennen von Schwachstellen fördert. Diese Kombination ermöglicht eine starke Abwehr und gezielte Gegenangriffe.
Das Gürtelsystem im Karate
Wie in vielen Kampfkünsten Tradition, so wird auch im Tang Soo Do nach jeder Prüfung ein neuer Rang mit einem anderst farbigen Gürtel erreicht. Das Gürtelsystem im Karate dient als sichtbare Darstellung des Fortschritts und der Fähigkeiten eines Schülers. Jede bestandene Prüfung soll dem Schüler ein Erfolgserlebnis vermitteln, so dass er den neuen Grad als weitere Station auf seinem Weg zur Kampfkunst ansehen kann.
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Die farbigen Gürtel werden als Anerkennung für die Anstrengungen im Training verliehen und ermutigen den Schüler, sich auch in Zukunft weiter zu bemühen. Sie sind nicht dazu da, dem Ego zu schmeicheln. Farbige Gürtel dienen auch weiterhin dem Zweck, andere Schüler zum harten Training anzuspornen, um einen bestimmten Grad zu erreichen. Man sei sich jedoch immer bewusst, dass Gürtel nur Symbole sind.
Das Prüfungssystem verankert auch das wichtige Sempai- / Kohaiverhältnis (Senioren- / Juniorenverhältnis), jene Rangordnung, die den reibungslosen Ablauf der jeweiligen Aufgaben und Funktionen im Dojo gewährleistet. Die Verleihung der Gürtel führt jedoch manchmal zu Eifersucht und Rivalitäten. Man lasse von dieser unnützen Einstellung besser ab. Wer sich weiter entwickeln möchte, muss sich von der Unreife lösen, da sie sonst zu einem Hindernis wird.
Ein Schüler kann seinem Lehrer bezüglich der Zeiträume zwischen den Prüfungen vertrauen. Der Lehrer weiss normalerweise besser, wann der Schüler für den nächsten Schritt bereit ist. Denk daran: "Du wirst nie wissen was du kannst, solange du nicht anpackst, was du nicht kannst." Je länger du trainierst, desto besser wird es dir gelingen, neues aufzunehmen. Denk daran, dass der Gürtel ebenso als Symbol für das vom Training zu Erwartende steht, wie er eine Belohnung für den geleisteten Einsatz ist. Er dient der Inspiration und Führungshilfe.
Es ist völlig unzulänglich, die Prüfungen nur aufgrund von technischen und physikalischen Kriterien zu betrachten. Sei nie versucht, durch die Prüfungen zu eilen. Lerne zu kriechen, bevor du gehen willst. Arbeite so hart, wie du nur kannst, aber sei geduldig. Der Karateka soll erkennen, dass Selbstsucht und Egoismus die am schwierigsten zu besiegenden Feinde überhaupt sind. Karate bietet die Gelegenheit, sowohl die Kontraproduktivität der Eitelkeit zu erkennen, als auch die Wichtigkeit, glücklich zu sein - mit sich selber und zusammen mit anderen.
Ziele, die du dir steckst, sollten Massstäbe für Vergleiche mit dir selbst sein, nicht mit anderen. Die Geduld ist eine der wichtigsten Anforderungen für das Karatetraining. Man muss geduldig sein, um in den scheinbar unnötigen täglichen Repetitionen der Grundtechniken einen Sinn zu sehen. So einfach ist das. Doch in der heutigen Gesellschaft geht die Geduld verloren. Natürlich müssen Kinder oft zuwarten und werden diszipliniert für einiges, aber der Grund wird ihnen nicht mitgeteilt.
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Es scheint, dass die meisten jungen Leute heutzutage Geduld und Selbstdisziplin als Einschränkungen ihres freien Willens und ihres Rechts, für sich selbst zu wählen, ansehen.
Im Kyokushin-Karate werden die Weiss-, Rot-, Blau- und Gelbgurte als die Anfängerfarben bezeichnet. Bei den Grün- und Braungurten spricht man von den höheren Farben. Lasst uns nun die einzelnen Gürtel vom Weissen bis zum Schwarzen im Detail anschauen.
Die Bedeutung der Gürtelfarben im Detail
Im Kyokushin - Karate werden die Weiss-, Rot-, Blau- und Gelbgurte als die Anfängerfarben bezeichnet. Bei den Grün- und Braungurten spricht man von den höheren Farben.
- 9. Kyu = Weisser Gürtel
- 8. Kyu = Gelber Gürtel
- 7. Kyu = Oranger Gürtel
- 6. Kyu = Grüner Gürtel
- 5. Kyu = Blauer Gürtel (Blau 1)
- 4. Kyu = Blauer Gürtel (Blau 2)
- 3. Kyu = Brauner Gürtel (Braun 1)
- 2. Kyu = Brauner Gürtel (Braun 2)
Es gibt 10 Dan-Grade, die aufsteigend numeriert sind.
Um einen neuen Gürtelgrad zu erlangen, muss man eine Prüfung ablegen. Die Prüfung beinhaltet drei Teile: Grundschule (jap. Kihon), Partnerübung (jap. Kumite) und Kata (festgelegter Ablauf). Bei den Kindern gibt es auch Teilprüfungen, die sogenannten Strichprüfungen.
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Die Symbolik der Gürtel
Der Gürtel umfasst seinen Träger in der Form eines Kreises. Der Gürtel steht für den fortlaufenden Kreislauf des Lernens und Lehrens. Um diesen Weg, den „Do“, des Kreislaufs zu vervollkommnen, sollte man einen symmetrisch gebundenen Gürtel tragen. Dies ermöglicht, dass der Anfang dem Ende entgegenkommt und umgekehrt. Das korrekte binden vom Gürtel ist gerade bei neuen Karatekas oft eine kleine oder erste Herausforderung.
Für Verhaltensregeln, Konzepte und Bewegungen stehend, geniessen die Ausdrücke einen genau so hohen Stellenwert wie etwa der Gi, den Anzug. Sowohl Karate als auch Judo verstehen sich als «Do», was «Weg» bedeutet. Es geht nicht nur um das Erlernen von Kampftechniken, sondern um die Entwicklung des eigenen Charakters und der Persönlichkeit. Disziplin, Respekt, Selbstbeherrschung und Höflichkeit sind zentrale Werte, die in beiden Sportarten vermittelt werden.
Das «Do» ist ein wichtiger Bestandteil der japanischen Kultur, es findet sich auch in anderen Kampfkünsten wie Aikido wieder. Das «Do» steht für eine ständige Herausforderung. Es gibt kein Endziel, sondern es geht darum, sich ständig weiterzuentwickeln. Es wird traditionell auch im Alltag angewendet: Die Prinzipien des «Do» können helfen, Konflikte zu lösen, Probleme zu bewältigen und ein glücklicheres Leben zu führen.
Das «Dojo» bedeutet folglich «Ort des Weges». Respekt spielt eine zentrale Rolle in der japanischen Kultur und ist im Karate und Judo tief verankert. Es beginnt beim Betreten des Dojos, der Begrüssung des Meisters und setzt sich im Training fort. Höflichkeit und gegenseitiger Respekt sind unerlässlich, um ein harmonisches und produktives Trainingsumfeld zu schaffen. «Rei» ist der symbolische Ausdruck des respektvollen Verhaltens gegenüber dem Sport und der Trainierenden.
Die Gürtelfarben der Schüler (Kyu)
Die Gürtelfarben der Schüler (Kyu) in Karate und Judo symbolisieren den erreichten Kenntnisstand des Praktizierenden. In beiden Sportarten wird mit einem weissen Gürtel begonnen und steigt dann durch die Farben Gelb, Orange, Grün, Blau, Violett (Karate), Braun und Schwarz auf. Die Meistergrade (Dan) beinhalten im Karate und Judo jeweils zehn unterschiedliche Grade. Die Gürtelfarben haben eine lange Tradition und ihnen wird eine symbolische Bedeutung zugeordnet. Es gibt weitere Erläuterungen, wo die Farben etwa den Hauptelementen oder Jahreszeiten zugeordnet werden.
Die Bedeutung der einzelnen Farben
Im Kyokushinkai Karate dienen die farbigen Gürtel als sichtbare Darstellung des Fortschritts und der Fähigkeiten eines Schülers. Sie motivieren die Schüler durch die sichtbare Anerkennung ihrer Fortschritte und schaffen klare Ziele, die sie erreichen können.
- 10. und 9. Kyu (Weiß): Dies ist der Gürtel für Anfänger, die begonnen haben, die Grundlagen zu lernen. Hier beginnt jeder Karateka.
- 8. und 7. Kyu (Gelb/Orange): Der gelbe Gürtel erinnert an die Sonne, die herab scheint und Leben gibt. Die Sonne erwärmt die Erde.
- 6. und 5. Kyu (Grün/Blau): Grün steht für die Pflanze, die wächst und sich entwickelt. Blau repräsentiert den Himmel und das Erreichen neuer Höhen. Die Pflanze wächst zum Himmel.
- 4. und 3. Kyu (Braun): Braun symbolisiert die Reifung und Verhärtung der Erde, die Reife des Schülers und die Festigung seines Wissens und seiner Fähigkeiten. Der Baum hat eine starke Borke.
- 1. Dan bis 10. Dan (Schwarz): Schwarz steht für das Universum und die Dunkelheit, aus der das Wissen kommt. Es repräsentiert das Ende der Kyu-Grade und den Beginn einer neuen Stufe in der Karate-Ausbildung.
Die Mindestwartezeit beträgt in der Regel 3 Monate pro Kyu. Ab dem 3. Kyu verlängert sich das Intervall.
Der Grüne Gürtel im Detail
Im Kyokushin-Karate steht der grüne Gürtel (6. Kyu) für die Pflanze, die wächst und sich entwickelt. Er symbolisiert den Fortschritt und das Wachstum des Schülers auf seinem Weg. Er symbolisiert das Element Holz.
Nach etwa sechs Monaten ernsthaften Trainings legt der Blaugurt die Prüfung für den sechsten Kyu, also Gelbgurt, ab. Die Farbe Gelb entspricht dem dritten menschlichen Rückenmarkszentrum, dessen Element das Feuer ist. Durch die Polarität steht dieses Zentrum in Verbindung mit seika tanden, der einen Stelle im tieferen Unterleib, welche in der japanischen Philosophie und in den Überlieferungen der Kampfkünste so oft erwähnt wird.
In ihr sammelt sich die psychisch-kreative Energie, sie ist das körperliche Zentrum des Gleichgewichtes und liegt unterhalb des Bauchnabels. Man nennt diese Region des Unterleibes auch Hara. Der auf den Gelbgurt trainierende Schüler sammelt sein Bewusstsein im Hara. Demzufolge sollte er versuchen, das Prinzip zu verstehen, Kraft durch Hüfte und Taille zu entwickeln. Durch viel Training lernt man, das die Kraft eines Schlages oder Trittes nicht in der Hand oder im Fuß entsteht. Das Bewegen des schlagenden Körperteils ist von zweitrangiger Bedeutung - es ist der Körper, hauptsächlich der Hara, der diese Kraft erzeugt.
Sosai Oyama betonte im Training häufig, daß man sein Bewusstsein im Hara fokussieren soll. Beim Schlagen konzentriert man sein Bewusstsein zusätzlich auf den Latissimus dorsi, der dazu beiträgt, den Ellenbogen nahe am Körper zu halten und so die Einheit von Körper und Arm ermöglicht. Auf diese Weise ermöglicht man dem Hara, seine Kraft durch den Arm zu übertragen. Wenn man sich beim Trainieren nicht auf den Hara konzentriert, erhält man den Eindruck des Auf- und Niederwippens; der Körper scheint zu versuchen, Kraft nur aus der Schulter zu generieren.
Kralle dich mit den Zehen in den Boden, senke deinen Schwerpunkt und fühle, wie du durch eine unsichtbare Verbindung, die dich vom Gürtel an abwärts zieht, mit dem Boden verwurzelt bist. Konzentriere dich auf den Hara und fühle wie die Energie daraus strömt. Deine Fähigkeiten werden sich drastisch verbessern.
Die Reise vom Braun- zum Schwarzgurt
Der wichtigste Schritt im Leben des Karateka ist der vom Braun- zum Schwarzgurt. Bis und mit Braungurt ist der Schüler von den verschiedenen Anforderungen der farbigen Gürtel beeinflusst. Der begehrte Schwarzgurt ist das übliche Ziel so manchen Karatekas. Vom ersten Dan an werden diese Anforderungen zweitrangig. Das Praktizieren der Techniken dient jetzt der Feinabstimmung.
Wie wir gesehen haben, kommt Schwarz - wie auch Weiß - in der Natur selten in seiner reinsten Form vor; darum werden sie nicht als eigentliche Farben bezeichnet. Aus vielen Gründen ist Schwarz jedoch mit dem Dunkelblau des fünften Rückenmarkszentrums verwandt, dem Vischuddha-Tschakra, dessen Element die Leere ist. Dies ist die Farbe des Willens. Es ist die Farbe, die das Reich jenseits des Körperlichen darstellt und deshalb nicht über das Farbenspektrum erreichbar ist. Somit ist Schwarz das beste Symbol für den Willen des Karateka - die farblose Farbe - die Farbe, die alle Farben schluckt.
Wenn eine schwarze Oberfläche starkem Sonnenlicht ausgesetzt ist, absorbiert sie die Lichtwellen so vollständig, dass sie bald zu heiss zum Anfassen wird. Dies wird zum Motto des neuen Schwarzgurtes: Zu heiß um angefaßt zu werden! Schwarz ist die Farbe der Stärke. Um wieder die Parallele mit dem Maler und seinen Farben zu ziehen: Schwarz hat zu viele Pigmente, um von einer anderen Farbe überdeckt zu werden. Und doch ist Shodan als Anfang, nicht als Ende der Reise zu betrachten.
Stolz oder Egoismus sind völlig fehl am Platz. Das Reich des Schwarzgurtes hat zehn Stufen. Wie bei den Schülergraden hat jede ihre eigene Bedeutung. Wenn der Yudansha unermüdlich mit dem Training fortfährt, auch in den späteren Jahren seines Lebens - so wie der Weißgurt, der nach und nach zum Schwarzgurt wurde - so bleicht sich sein Schwarzgurt langsam wieder, franst an den Enden aus und wird schließlich wieder weiss. Somit ist der Kreis unvermeidbar wieder geschlossen: Der Meister wird noch einmal zum Schüler.
