MMA-Kämpfer und ihre Ohren: Eine Analyse

Venum ist eine Mixed Martial Arts Kampfsportmarke für den Profisportler, Amateur-Kämpfer und Hardcore-Fan konzipiert. Unsere Leidenschaft für MMA kombiniert mit unserem technischen Know-how ermöglicht es uns, innovative Trainingsgeräte und Lifestyle-Bekleidung zu schaffen.

Mit dem Namen „Mixed Martial Arts“ (kurz: MMA) bezeichnet man eine Mischung aus verschiedenen Kampfsportarten, die u. a. Elemente von Boxen, Kickboxen, Taekwondo und Karate, aber auch jene des Ringens und anderer Bodenkampfsportarten enthält.

Für den Zuschauer bieten MMA-Kämpfe ein spannendes und vor allem abwechslungsreiches Vergnügen. Dafür sorgt unter anderem der Umstand, dass sämtliche Kampfdistanzen sowie der Einsatz fast aller Körperteile in dieser Sportart ausdrücklich erlaubt sind.

Ziel eines Kampf ist es, den Gegner zu besiegen. Der Kampf gilt dann als entschieden, wenn der Gegner entweder K. o. geht, durch Abklopfen aufgibt oder er durch einen Schiedsrichter abgebrochen wird. Inzwischen sind aber auch Punktesiege - ähnlich dem Boxen - möglich.

Charakteristisch für diesen Sport ist das Fehlen von reinen Selbstverteidigungstechniken, zum Beispiel für die Entwaffnung des Gegners oder in Form des Bearbeitens von Nervendruckpunkten, die diesen zur Aufgabe zwingen sollen. Stattdessen werden im MMA Sport ausschließlich aktive Kampftechniken eingesetzt.

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Bereits lange vor Christus wurden im Rahmen der Olympischen Spiele auch Kampfsportarten wie beispielsweise Ringen oder Boxen eingeführt. Über die Sieger der jeweiligen Sportart hinaus stellte sich immer wieder die generelle Frage, wer denn der beste Kämpfer sei.

Um dies herauszufinden, entwickelte man eine neue Sportart namens Pankration, die verschiedenste Elemente sowohl aus dem Boxen als auch aus dem Ringen und aus anderen Kampfsportarten kombiniert.

Nach dem Verbot der Olympischen Spiele lebte diese Sportart im Amateurbereich weiter und fand nach und nach Anhänger in vielen Ländern der Erde. Oftmals kamen Einflüsse der Kampfsportarten des jeweiligen Landes hinzu, wodurch sich unterschiedliche Stile ausprägten.

In Europa etablierten sich die Mixed Martial Arts um 1980 herum zunächst unter dem Namen Free Fight. Charakteristisch für die Anfänge war das Kämpfen völlig ohne Schutzausrüstung, auch Handschuhe wurden damals noch nicht verwendet.

Weitgehend beibehalten wurden bis heute jedoch die erlaubten Kampftechniken. So sind neben fast allen Schlag- und Tritttechniken auch Kopfstöße sowie der Einsatz von Knien und Ellenbogen im Kampf erlaubt.

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Das heute gültige Regelwerk für den MMA-Sport wurde am 03. Oktober 2009 durch eine Kommission festgelegt, in der neben internationalen Kampfsportexperten auch Veranstalter und Ärzte tätig sind. Seitdem gilt dieses Regelwerk für alle offiziellen MMA-Veranstaltungen in Deutschland, aber auch in Österreich, Frankreich, der Schweiz und Tschechien.

Blumenkohlohren: Ein Zeichen des Kampfes

Ein Merkmal weist untrüglich auf den Kämpfer hin: seine «Cauliflower Ears», Blumenkohl-Ohren. So nennen Insider die Verknorpelung der Ohrmuschel, die sich durch schlecht verheilte Blutergüsse nach Schlägen und scharfen Knicks bildet.

Blumenkohl-Ohren sind deformierte Ohrmuscheln und sind vor allem bei Ringern und MMA-Kampfsportlern vertreten.

Der Fall Mike Tyson und Evander Holyfield

Am 28. Juni 1997 duellierten sich Mike Tyson und Evander Holyfield im MGM Grand in Las Vegas. Es sollte einer der legendärsten Kämpfe der Boxgeschichte werden. 28. Juni 1997: Von einem Kopfstoss provoziert, beisst Mike Tyson in Las Vegas ein Stück des Ohrs von Evander Holyfield ab. Der Kampf der beiden Box-Schwergewichte geht in die Geschichte ein.

Im pompösen MGM Grand Hotel in Las Vegas läuft der Rückkampf gegen Evander Holyfield. Bereits im November 1996 sind sich die beiden im Ring gegenüber gestanden, damals verlor Tyson das Duell durch technischen K.o. in der 11. Runde. Nun also der Rückkampf vor 16'331 Zuschauern in der ausverkauften Garden Arena.

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In der zweiten Runde verpasst Favorit Holyfield seinem Gegner einen Kopfstoss und wird dafür von den Kampfrichtern ermahnt. Allerdings platzt dabei Tysons Augenbraue auf und der Herausforderer verliert völlig die Kontrolle. Er verzichtet zur dritten Runde bewusst auf einen Mundschutz und beisst wenig später zu. Das 1,5 Zentimeter lange und 0,5 Zentimeter tiefe Stück des rechten Ohres, das er Holyfield abbeisst, spuckt er anschliessend auf den Boden. Blut tropft.

Evander Holyfield sagt, bevor er sich in einem Spital behandeln lässt: «Das ist Wahnsinn. Er hat mich absichtlich gebissen. Ich dachte, mein Ohr ist ab.»

MMA in der Schweiz

Es sind die Ohren, die Peter Mettler verraten. Seine tadellosen Umgangsformen würden problemlos für einen Direktorenposten in einem Fünf-Sterne-Hotel reichen. Der 20-Jährige ist zwar kräftig gebaut, aber kein Bulle.

In den USA ist Ultimate Fighting, gemessen an der medialen Inszenierung, innert weniger Jahre zur zweitbeliebtesten Sportart aufgestiegen. Es gilt derzeit als die härteste und brutalste Kampfsportart. Jetzt schwappt die Welle in die Schweiz.

Öffentliche Kämpfe gab es schon in Genf, Zürich und im Kanton Luzern. Ultimate Fighting, auch bekannt unter Mixed Martial Arts (MMA), vereinigt Karate, Jiu-Jitsu, Boxen, Kickboxen und Ringen.

2011 reichte der Kanton Luzern eine Standesinitiative ein, um MMA-Veranstaltungen in der Schweiz zu verbieten. Die Initiative wurde in den Räten abgelehnt, mit der Begründung, solche Wettkämpfe seien eine Randerscheinung.

Die Faszination des MMA

Mixed Martial Arts gilt als eine der härtesten Kampfsportarten. An der Kampfnacht in Horgen findet ein junger Zürcher Kämpfer zurück auf die Erfolgsspur.

Wie der Name schon sagt, werden bei Mixed Martial Arts (MMA) verschiedene Kampftechniken angewandt, es sind sowohl Schlag- und Tritttechniken als auch Bodenkampf- und Ringtechniken erlaubt - deswegen gleicht kaum ein Kampf dem andern. Die Kämpfer treten zudem nicht in einem Ring, sondern einem «Cage» gegeneinander an.

Das Faszinierende am Kampfsport sei ja gerade, dass er nicht mit einer Gruppen-Prügelei vergleichbar sei, fügt Brander hinzu. In der Gruppe könne man sich immer verstecken, im Ring müsse man sich stellen.

Durch den Sport lerne man sich selber genau kennen, und zwar nicht nur körperlich, sondern auch geistig. «Vieles im Kampf entscheidet sich daran, ob du dich geistig durchsetzt, ob du irgendwann innerlich aufgibst oder es bis zum Schluss durchziehst.»

Mike Stössel: Vom Kampfsport zur Kinderbuchautor

Der Schweizer Michael Stössel kämpft im Ring, hat nebenbei ein Buch geschrieben und bemalt. Wie es dazu kam, erzählt er im Gespräch mit 20 Minuten.

Er will sich in der Kampfkunst weiterentwickeln und hat ambitionierte Ziele. Zwar habe er in seinem Leben einiges an Lehrgeld zahlen müssen (körperlich und psychisch), doch könne ihn nichts von seinem Ziel abhalten, «ein möglichst guter Kämpfer zu werden».

Stössel bestätigt im Gespräch mit 20 Minuten, dass jeder Fighter seine eigene Art entwickeln muss, mit der kämpferischen und sensiblen Seite zu Recht zu kommen.

Conor McGregor: Star der MMA-Szene

Conor McGregor ist der aktuell grösste Star des Mixed-Martial-Arts-Verbandes «Ultimate Fighting Championship» (UFC). Seit Sonntagnacht und dem UFC-205-Event ist der 28-jährige Ire der erste Kämpfer überhaupt, der Champion in zwei verschiedenen Gewichtsklassen ist.

Man darf nicht vergessen, dass der Sport zur Unterhaltungsbranche gehört. Da gehört Show und Provokation dazu. Und «The Notorious» beherrscht sowohl das Sportliche wie auch die Inszenierung drumherum beinahe in Perfektion.