Viele Hausbesitzer in kalkreichen Gebieten suchen nach Lösungen, um die Wasserhärte zu reduzieren. Eine gängige Methode ist die Installation einer Wasserenthärtungsanlage. Doch welche Anlage ist die richtige und worauf sollte man achten?
Erfahrungen mit Wasserenthärtungsanlagen
Es gibt viele Meinungen und Anlagen auf dem Markt. Harzbasierende Anlagen, die mit Regenerationssalz arbeiten, sind weit verbreitet. Einige Nutzer berichten von positiven Erfahrungen mit Anlagen der Firma IST DOCH EGAL, die preislich günstiger sind und ihren Zweck erfüllen.
Andere wiederum setzen auf Magnetfeldgeneratoren, um Kalkablagerungen zu reduzieren. Diese Geräte sind oft günstiger, aber ihre Wirksamkeit ist umstritten. Der Kalk bleibt zwar im Wasser enthalten, setzt sich aber nicht mehr so stark in den Leitungen ab.
Bekannte Hersteller
Es gibt sehr viele gute Hersteller: Grünbeck, SYR, Judo und BWT sind die relativ bekannten Firmen. Was aber wichtig ist, ist erst mal zu wissen: EFH oder MFH, wie viel Person im Haushalt? Ist es ausreichende Platz da für die Anlage. Es ist auch zu empfohlen eine Filter mit einzubauen.
Man muss natürlich auch ausreichende Platz für Zuflussleitung und Abfluss haben. Wenn es alles geklärt ist, kann man entscheiden in Einfache Weichwasseranlage und Anlage mit elektronische Steuerung. Bei Einfache muss man regelmässig mit eine Teststeifen kontrollieren.
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Funktionsweise von Wasserenthärtungsanlagen
Eine Wasserenthärtungsanlage macht durch chemische Prozesse aus hartem weiches Wasser. Bevor wir uns mit der Anschaffung einer Wasserenthärtungsanlage gedanklich auseinandersetzen, ist es sinnvoll, unser Trinkwasser auf seinen Härtegrad im Test prüfen zu lassen, es sei denn wir haben schon mit verkalkten Hähnen und Leitungen zu tun, dann ist der Kauf einer Wasserenthärtungsanlage dringend empfohlen.
Der Härtegrad des Leitungswassers ist eingeteilt in vier Stufen, die von ‚weich‘ über ‚mittel‘ und ‚hart‘ bis zu ’sehr hart‘ reichen. Weiches Wasser ist Wasser bis zu einem Härtegrad von 7,3, die mittlere Stufe reicht bis 14, hart bedeutet Wasser mit einem °dH - Wert bis 21,3 und die letzte Stufe reicht über 21,3 °dH hinaus. Ein Wert von 7 °dH ist der empfohlene Richtwert.
Eine Wasserenthärtungsanlage ist bei hartem Wasser die beste Möglichkeit, dauerhaft Schäden durch kalkhaltige Ablagerungen zu verhindern. Die Installation einer Wasserenthärtungsanlage ist denkbar einfach; es wird nur ein Modul an die Hauptleitung angeschlossen, das elektronisch gesteuert wird. Die Calcium-und Magnesiumionen des harten Wassers werden von ihnen bzw. von dem Harz entfernt. Die Natriumionen werden dabei gänzlich verbraucht.
In der anschließenden Phase der Regeneration wird das Austauscherharz im Innern der Wasserenthärtungsanlage durch die Zugabe einer verdünnten Kochsalzlösung wieder vollständig hergestellt. Wir haben in den Test außerdem Kalkschutzanlagen miteinbezogen. Kalkschutzanlagen verringern Kalkablagerungen durch das Verfahren der Impfkristallbildung. Dadurch entsteht kein chemisch weiches Wasser.
Ein-Säulen- vs. Zwei-Säulen-Anlagen
Eine Zwei-Säulen-Anlage (auch Pendelanlage genannt) hat zwei (kleinere) Kartuschen, die im Wechsel genutzt werden. Während eine Säule/Kartusche entkalkt, kann die andere (mit Salz) regeneriert werden. Dennoch haben wir uns bewusst für eine Ein-Säulen-Anlage entschieden.
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Die Regeneration dauert bei unserer Ein-Säulen-Anlage und unserem Verbrauch keine 30 Minuten und sie lässt sich auf eine feste Uhrzeit legen, zu der man kein Wasser benötigt. Wir haben dazu 04:00 Uhr in der Nacht gewählt, da wir dort nie Wasser benötigen. Falls wider Erwarten doch mal das Klo zu der Uhrzeit benutzt werden muss, fließt halt mal kalkhaltiges Wasser in der Leitung zum Wasserkasten, das während der Regeneration bei unserer Anlage zur Verfügung steht.
Auswahlkriterien für eine Wasserenthärtungsanlage
Der Kauf einer Wasserenthärtungsanlage bedeutet, dass wir uns für ein Modell entscheiden müssen und im Vergleich die für uns beste Anlage auswählen. Wie viele Personen leben in unserem Haushalt? Wo soll die Wasserenthärtungsanlage installiert werden? Wollen wir den gesamten Haushalt mit enthärtetem Wasser versorgen oder nur das Trinkwasser? Das alles ist wichtig für eine richtige Kaufentscheidung.
Ein Blick genügt auf die Qualitätsplakette, das DVGW-Prüfzeichen, und wir wissen, dass die Anlage technisch und hygienisch einwandfrei ist, weil sie vom Gas-und Wasserverein nach strengen Tests für gut befunden wurde. Im Prinzip gibt es zwei Arten von Wasserenthärtungsanlagen, von denen jedoch nur eine erwiesenermaßen funktioniert und im Test auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden kann.
Die chemische Art und die physikalische Art. Die physikalische Art erinnert ein wenig an Zauberei, weil hier versucht wird, Kalkkristalle durch elektrische bzw. magnetische Felder zu verändern, sodass es zu geringerer Kalkproduktion kommt. Die gängige Methode, derer sich Wasserenthärtungsanlagen bedienen, ist die des Ionenaustauschs. Chemische Prozesse entfernen die härteproduzierenden Ionen und verändern dadurch den Härtegrad des Wassers.
DVGW-Zertifizierung
Zu den bekannteren Marken in Deutschland gehören vor allem BWT, Grünbeck und Judo, sie alle bieten DVGW zertifizierte Wasserenthärtungsanlagen. Anbieter von Anlagen ohne dieses Zertifikat sind bis zu 40% preiswerter, Fachfirmen für Wartung sind aber auch schwerer zu finden, sofern man sich das nicht selbst aneignen möchte/muss.
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In den Fachforen werden die Vor- und Nachteile einer Zertifizierung meiner Meinung nach häufig extrem übertrieben dargestellt. Aus meiner Branche weiß ich, das Prüfungen und Zertifikate durchaus sinnvoll sein können, weil es auch viel Schrott auf dem Weltmartkt gibt. Es geht bei Zertifikaten aber immer auch um Geld und so manch eine Prüfung ist preislich total überzogen. Nur weil eine Anlage kein Zertifikat des DVGW hat, bedeutet dies nicht, dass die Anlage kein Zertifikat bekommen könnte oder schlecht ist.
Wenn der Hersteller der Anlage kein Mitglied des DVGW ist (siehe Mitgliederliste auf deren Seite), ist es sehr wahrscheinlich, dass der Hersteller auch gar nicht erst versucht hat, ein Zertifikat zu erhalten. Es gibt durchaus weltweit tätige Hersteller qualitativ hochwertiger und sicherer Weichwasseranlagen, letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob ihm der Mehrpreis der Anlage für eine Zertifizierung wert ist.
Kapazität und Verbrauch
Wer sich für eine Ein-Säulen-Enthärtungsanlage entscheidet, sollte unbedingt darauf achten, dass sie eine ausreichende Kapazität bietet, um über den Tag zu kommen. In einfacher Ausdruckweise bedeutet dies: 6.000 bis 14.000 Liter bei 1° dH Enthärtung (1m³ = 1.000l). Für 1° dH Enthärtung kauft man sich natürlich keine Wasserenthärtungsanlage und 6.000l braucht auch kein Privathaushalt. Wir enthärten von 24°dH auf 3° dH, also um 21° dH.
Die Grünbeck softliQ:SC-Anlagen berechnen den Bedarf und reduzieren somit den Verbrauch für die Regeneration. Die SC18 und SC23 sind so modern, dass sie den Wasserbedarf automatisch ermitteln und so der Salz- bzw. Wasserverbrauch für die Regenerierung möglichst gering gehalten wird, was auch gut funktioniert.
App-Steuerung
Wozu braucht man eine App für eine Entkalkungsanlage? Eigentlich gar nicht, die Grünbeck SC18 hat ein großes Display, auf dem man die (Wasser-)Verbrauchswerte und die Restkapazität auch gut ablesen kann. Bei uns steht die Anlage sogar noch direkt neben der Küche und nicht in einem Kellerraum mit schlechterer Erreichbarkeit. Stünde sie in einem Keller, wäre die Verbindung vielleicht auch gar nicht ohne weiteres möglich.
Das WLAN-Modul hat eine sehr eingeschränkte Reichweite und wenn der WLAN-Router (oder Access-Point) etwas weiter weg ist, könnte es schwierig werden, die softliQ:SC18 / SC23 ins lokale Netzwerk bekommen, um mit der App vom Sofa aus auf die Anlage zuzugreifen. Es bleibt dann die Aufrüstung des eigenen WLAN mit Range Extender bzw. Access Point (ab ca. 30,- Euro) oder der Gang zum Gerät bzw. in die Nähe des Gerätes.
In der Praxis ist die App eine sehr nette Spielerei, die man nicht wirklich braucht. Ganz besonders, weil sie nicht so eingebunden werden könnte, als dass es eine Push Nachricht gäbe wenn zu wenig (entkalktes) Wasser zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite ist die App-Funktionalität ein schickes „nice to have feature“ und man kann sich z.B. den aktuellen Status, den täglichen Wasserverbrauch der letzten 14 Tage sowie ein paar weitere Daten auf dem Smartphone oder Tablet vom Sofa aus anschauen.
Wartung und Folgekosten
Bei der Auswahl der richtigen Weichwasseranlage spielen natürlich auch die Folgekosten eine Rolle und der größte Kostenfaktor sind die Wartungskosten ganz besonders die Fahrtkosten, die häufig höher als die tatsächlichen Wartungskosten ausfallen. Auf jeden Fall scheint es den Sanitärbetrieben richtig gut zu gehen.
Ich musste mir von einem Unternehmen sogar anhören, dass die nur Weichwasseranlagen warten, die sie selbst verkauft haben. OK, dass die keine Anlagen installieren wollen, die sich ein Kunde irgendwo im Internet gekauft hat verstehe ich ja, auch dass eine einzelne Wartung zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade nicht geht, weil das Personal ausgelastet ist. Aber kein Interesse an einer regelmäßigen Wartung bzw. einem Wartungsvertrag mit einem Kunden? Ist ja nicht so, dass auch Häuser mit eingebauten Weichwasseranlagen verkauft werden.
Viele Leute, denen ich von unserer Weichwasseranlage erzählt habe, wussten gar nicht das es so etwas gibt bzw. Wartungsunterlagen sind schwer bis gar nicht zu bekommen. Selbst machen wird also schwer, wenn man nicht weiß, was da eigentlich im Detail gemacht und gereinigt werden soll. Regelmäßig den Härtegrad zu ermitteln und den Salzbehälter zu reinigen, ist auch für Laien kein Problem. Und in den Foren wird viel darüber gestritten, ob ein Wartungsvertrag notwendig ist oder nicht, wenn selbst kontrolliert und gereinigt wird.
Technische Unterlagen für die Wartung in Eigenregie von Grünbeck bekommt man (natürlich) nicht. Jeder Sanitärbetrieb kann an den Schulungen von Grünbeck teilnehmen und erhält danach die Unterlagen. Die Schulungen bietet Grünbeck übrigens kostenlos an. Für die Unternehmen fallen nur Fahrt- und Übernachtungskosten sowie der Mitarbeiterausfall an.
Grünbeck hat aber eines Besseren belehrt. Der Service ist sehr kundenorientiert, und unsere Problematik mit dem zu geringen Wasserverbrauch wurde erstklassig bearbeitet. Es wurden Zugänge zu Parametern offengelegt und detailiert und geduldig beschrieben, was wir ändern können. Wirklich sehr vorbildlich, einzig die fehlenden Parameter wurden bisher nicht nachprogrammiert.
Verbrauchskosten
Die Grünbeck SC18 verbrauchte pro Regeneration bei unserem 2-Personen Haushalt ca. 18l Wasser. Eine vergleichbare BWT AQA smart wird mit 27l angegeben, bei 360 Regenerationen pro Jahr ergibt das einen Unterschied von 3.240 Litern (was in etwa einem Wasserverbrauch von einer Person für ca.
Der Salzverbrauch ist etwas schwerer zu vergleichen. Ob ein 2-Personen Haushalt nun 2 oder 3 Sack pro Jahr zu 8,- Euro verbraucht, spielt aus Sicht der Kosten sicher keine entscheidende Rolle. Da kommt der Umweltaspekt viel mehr zum Tragen! BWT gibt ca. 0,35-0,5kg Salzverbrauch pro Regeneration an, Grünbeck 0,15 - 0,55kg.
Die Verbrauchskosten von ca. Ganz anders sieht es mit der Anschaffung einer Entkalkungsanlage und den Wartungskosten aus (sofern man die nicht selbst wartet), besonders die Hersteller schlagen mit immensen Anfahrtkosten zu. So liegen die Wartungskosten direkt beim Hersteller schnell bei 200,- Euro pro Jahr für weniger als eine Stunde Arbeit.
Vor Ort einen Fachbetrieb zu finden, ist nicht einfach aber auch nicht unmöglich. Das würde ich auf alle Fälle in die Kaufentscheidung mit einfliessen lassen. Hier besteht ein Einsparpotential von ca.
Rückspülfilter im Vergleich
Ein Rückspülfilter ist eine sinnvolle Ergänzung zur Wasserenthärtungsanlage. Er filtert Verunreinigungen und Partikel aus dem Wasser und schützt so die Anlage und die Hausinstallation.
Vergleichstabelle
| Modell | Anschlussflansch-Durchmesser | Druckminderer | Transparente Filterglocke | Filtergewebe | Wassertemperatur maximal | Betriebsdruck maximal |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Emax Bolero | 1 Zoll | 2 - 16 bar Ausgangsdruck | Ja | Kunststoff | 30 °C | 16 bar |
| Ritzer Rückspülfilter | 1 Zoll | 1,5 - 6 bar Ausgangsdruck | Ja | Edelstahl | 30 °C | 16 bar |
| JUDO GUBI-E 1" | 1 Zoll | 1,5 - 6 bar Ausgangsdruck | Ja | Edelstahl | 30 °C | 16 bar |
| Grünbeck 101370 | 1 Zoll | 2 - 16 bar Ausgangsdruck | Ja | Edelstahl | 40 °C | 16 bar |
| BWT Bolero RF 1" | 1 Zoll | - | Ja | - | 30 °C | 16 bar |
| SYR Drufi+ DFR | 1 Zoll | 1,5 - 6 bar Ausgangsdruck | Ja | - | 30 °C | 16 bar |
| Aquintos Wasseraufbereitung RDX Vorfilter | 1 Zoll | - | Ja | - | 30 °C | - |
| Aqmos AQ-AQ-RF-1 | 1 Zoll | 1 - 6 bar Ausgangsdruck | Ja | Kunststoff | 30 °C | 10 bar |
Die Tabelle zeigt eine Auswahl von Rückspülfiltern verschiedener Hersteller und ihre wichtigsten Eigenschaften. Bei der Auswahl sollte man auf den Anschlussflansch-Durchmesser, den Druckminderer, das Filtergewebe und den maximalen Betriebsdruck achten.
