Manfred Heldt aus Oberhausen (D) ist leidenschaftlicher Kampfsportler und mehrfacher RID-Weltrekordhalter. Manfred Heldt aus Oberhausen (D) ist bekannt für Kampfkunstrekorde.
Die Anfänge im Kampfsport
Kampfsport habe ihn immer fasziniert, sagt der Oberhausener. „Schon als Kind habe ich die alten Kung-Fu-Filme mit Jackie Chan gesehen, danach dann Karate Kid, Karate Tiger und sowas.“ Mit acht Jahren fing er selbst an, zu trainieren: Taekwondo und Hapkido. 2001 reiste Heldt das erste Mal nach Südkorea, um dort seinen Schwarzen Gürtel im Taekwondo zu machen.
Wie die Kampfmönche dort lebten, faszinierte ihn: die eiserne Disziplin, das stundenlange Training, die Meditation. Immer wieder kehrt er zurück, um dort von ihnen zu lernen. „Je öfter ich da war, umso mehr habe ich mich auch privat mit dem Leben der Kampfmönche beschäftigt.“ Er beginnt selbst, intensiv zu meditieren. Heute sagt er: „Letztendlich kamen dadurch die Rekorde zustande.“
Der Weg zum Weltrekord
Sein erster Weltrekord entstand dabei mehr aus Zufall. 2018 hat er bei einem Wettkampf einen sogenannten High-Kick gemacht, also einen Tritt in einem Sprung. Also schreibt er das Deutsche Rekordinstitut an. Deren Mitarbeiter sind zertifiziert und dürfen in Deutschland Weltrekorde anerkennen.
Und genau das passiert dann auch am am 26. Mai 2018 bei einem Kampfsportturnier in Wulfen. Und weitere sollten folgen.
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Erster Weltrekord im High-Kick wurde durch Zufall entdeckt. 2018 sprang der technische Redakteur mit Kampfkunst-High-Kick in luftige Höhe, 2022 und 2023 perforierte er Glasscheiben mit Nadeln.
Weltrekord im High-Kick
Manfred Heldt springt bei seinem High-Kick 2,86 Meter hoch. Damit macht er einen Weltrekord für den “höchsten gesprungenen Kampfsport-High-Kick ohne Unterstützung”.
Weitere Rekorde mit Nadeln und Glas
Gut zwei Jahre später wirft Manfred Heldt eine handelsübliche Nähnadel durch eine Glasscheibe. Der Luftballon dahinter zerplatzt, als sie das Glas durchdringt. Dieses Mal macht er einen Weltrekord für „kleinste, mit einer Nadel perforierte Glasscheibe“ - die hat nämlich nur Maße von 8,2 mal 9,7 Zentimeter.
Im Juli 2020 dann der nächste Rekord: In einer Minute durchlöchert er insgesamt neun Glasscheiben in DINA6-Größe - wieder mit einer Nähnadel. Zuletzt hatte er 2020 mit geworfenen Nadeln Glasscheiben der Größe 10 x 15 cm perforiert.
Im Dezember 2022 wiederholt er den Versuch - mit verbundenen Augen. Er durchlöchert vier Glasscheiben. Wieder ein Weltrekord.
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Ende 2022 versuchte sich der Rekordjäger an einem Rekordversuch einer ähnlichen Kategorie, allerdings mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad: Die Scheiben waren nun mit 30 x 40 cm größer und die Augen verbunden. Ein Weltrekordversuch für die »meisten mit Nadeln durchworfenen Glasscheiben mit verbundenen Augen (1 Min.)« setzt also blindes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten voraus. Am 29. Dezember 2022 machte sich Manfred Heldt in Mülheim (D) in der Kampfsportakademie seines Trainers Frank Hauffe bereit für seine Herausforderung.
Dafür war eine lange Vorbereitung und Trainingsphase notwendig gewesen. Der Kampfsportler hatte eine Halterung angefertigt, um darin die 2 mm starken Glasscheiben aus handelsüblichen Bilderrahmen im Format 30 cm x 40 cm nebeneinander zu befestigen. In einem Meter Entfernung war vor den Scheiben ein Abstandhalter aufgebaut, um den in den Rekordregeln vorgegebenen Abstand nicht zu übertreten.
Um das Durchlöchern der Scheiben zu veranschaulichen, waren Luftballons hinter den Scheiben befestigt, die platzen, sobald die Nadeln die Scheiben perforieren. Dieser Rekordversuch sei einer der schwierigsten, die er je versucht hat, gab der Kampfsportler zu Protokoll. Eine Scheibe zu durchlöchern sei machbar, die mentale Kraft und körperliche Präzision bei wiederholten Würfen jedoch aufrecht zu erhalten, sei unbeschreiblich hart.
Fluggeschwindigkeit und Aufprallwinkel müssen exakt stimmen, damit die Nadel die Scheibe durchdringt. Mit verbundenen Augen trat der RID-Rekordler schließlich vor die aufgereihten Glasscheiben - »bewaffnet« mit 6,5 cm langen Nähnadeln aus Metall. Mit dem ersten Wurf startete die Zeitnahme.
Die ersten vier Glasscheiben durchlöcherte Manfred souverän mit den nach Shaolin-Art geworfenen Nadeln, sodass die hinter den Scheiben befestigten Luftballons platzten. Danach folgten viele Würfe ohne Wirkung. Die fünfte Glasscheibe zersprang leider erst nach Ablauf der Zeit und konnte nicht mehr für den Rekord gewertet werden.
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Somit erzielte Manfred Heldt mit vier den RID-Weltrekord für die »meisten mit Nadeln durchworfenen Glasscheiben mit verbundenen Augen (1 Min.)«.
Weltrekord im Zerstören von Gasbetonsteinen
Den fünften Weltrekord machte Heldt dann im August 2023. Er legt seine Hand auf einen Stapel mit 24 Gasbetonsteinen. Er atmet tief durch, konzentriert sich. Dann bewegt er sich blitzschnell nach unten. Die Gasbetonsteine zerbrechen.
Manfred Heldt hat durch bloßes Handauflegen 24 Gasbetonsteine durchbrochen.
Was ist Heldts Geheimnis? „Drei Faktoren sind wichtig: Disziplin, Meditation und der 90°-Winkel.“ Mit dem müssen die Hand auf den Steinen aufliegen. „Muskelkraft allein reicht nicht“, sagt er. Das habe er schon mit diversen Bodybuildern getestet.
Wie Heldt berichtet, haben sie die Steine nicht zerstören können - schon gar nicht, ohne dabei auszuholen.
Durch Meditation und Konzentration sei der Körper in der Lage, Dinge zu tun, die sonst unvorstellbar sind. Was genau er damit meint? „Das ist schwer zu erklären“, sagt Heldt. „Man kann Energie im Körper an einer ganz bestimmten Stelle bündeln, wenn man sich gut konzetriert.“ Das sorge dafür, dass man sich beim Zerstören der Betonsteine nicht verletzt oder seinem Hals Eisen verbiegen kann.
Wie das aussieht, hat Heldt im Mai 2023 bei einer Fernsehshow gezeigt. Dort setzte er sich eine massive Metallstange, die üblicherweise zum Häuserbau benutzt wird, von außen auf den weichen Punkt über der Luftröhre. Er atmet ein paar Mal tief durch. Dann setzt er die Metallstange mit dem anderen Ende an eine Mauer und geht entschlossen auf sie zu. Die Metallstange verbiegt sich, an seinem Hals bleibt nur ein kleiner roter Punkt zurück.
Ein Meister hat einmal zu ihm gesagt, wenn man eine Sache können möchte, muss man sie 10.000 Mal wiederholen. Also trainiert Heldt, der als Sachbearbeiter für Netzauskünfte arbeitet, vier bis fünf Mal pro Woche. „Wenn ich mich auf die Rekorde vorbereite, mehrere Stunden nach Feierabend.“ Wenn andere in den Urlaub fahren oder am Wochenende entspannen, ist Heldt beim Training: Taekwondo oder Body Combat.
Wie viel Zeit er wohl schon mit Kampfsporttraining verbracht hat? „Wahrscheinlich die Hälfte meines Lebens - wenn nicht sogar noch mehr.“
Die Weltrekorde von Manfred Heldt im Überblick
Hier ist eine Zusammenfassung der Weltrekorde von Manfred Heldt:
| Datum | Rekord |
|---|---|
| 26. Mai 2018 | „Höchster gesprungener Kampfsport-High-Kick ohne Unterstützung“ (2,86 Meter hoch) |
| 23. Mai 2020 | Die „Kleinste mit einer Nadel perforierten Glasscheibe“ (8,2 mal 9,7 Zentimeter) |
| 4. Juli 2020 | „Meiste mit einer Nadel perforierte Glasscheiben (DIN-A6-Größe, 1 Min)“ (9 Glasscheiben) |
| 29. Dezember 2022 | Die „meisten mit Nadeln durchworfenen Glasscheiben mit verbundenen Augen“ (4 Glasscheiben in 60 Sekunden) |
| 26. August 2023 | Die „meisten durch seitliches Handauflegen zerbrochenen Gasbetonsteine“ (24 Steine) |
„Ich wollte was machen, was andere nicht machen“, sagt Heldt. Er dachte an die Kampfmönche und daran, wie deren Vorführungen ihn beeindruckt haben. „Wenn ich heute eine Nadel durch eine Glasscheibe werfe, könne manche Leute das nicht glauben.“ Und Heldt möchte weitermachen: „Ich bin noch lange nicht fertig“, sagt er. Das nächste große Projekt ist schon geplant.
