Die Bedeutung des Schwanenkönigs von Karat: Eine poetische Reise durch Leben und Tod

„Wenn ein Schwan singt, schweigen die Tiere Er weiß, das wird sein Abschied sein Und sie raunen sich leise zu: Es ist ein Schwanenkönig, der in Liebe stirbt.“ Was für eine poetische Metapher, mit dem einst die DDR-Rockgruppe Karat den Mythos des Todes mit ihrem Titel „Schwanenkönig“ zu beschreiben suchte!

Das Lied Schwanenkönig von Karat poetisiert den Abschied und die Vergänglichkeit des Lebens durch die Figur des Schwanenkönigs. Der Schwan ist ein Symbol für Schönheit und Anmut, und sein weißes Gefieder steht für Reinheit und Unschuld.

Zu Beginn des Liedes neigt der Schwanenkönig seinen Hals über das Wasser und spiegelt sein Bild im klaren Wasser. Wenn der Schwan singt, hören die Tiere zu, was die Bedeutung und den Respekt des Moments unterstreicht. Der Gesang des Schwans ist ein Ausdruck seiner Liebe zur Erde und seiner eigenen Sterblichkeit.

Mit der Zeit verflüchtigt sich sein Gesang immer mehr, während die Abendsonne untergeht und die Trauerweide still ihre Blätter senkt. Diese Bilder verstärken die Traurigkeit und die Vergänglichkeit des Lebens, während der Schwanenkönig sanft in den Tod entschwindet. Die Tiere neigen sich und zeigen damit ihren Respekt und ihre Trauer.

In den Lyrics des Liedes heißt es: „Wenn ein Schwan singt, schweigen die Tiere. Wenn ein Schwan singt, lauschen die Tiere… Es ist ein Schwanenkönig, der in Liebe stirbt.“ Superpoetischer Text und zu dem haben sich Karat von keinem Geringeren als Leonardo da Vinci inspirieren lassen.

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Ja DER Leonardo da Vinci, der war nämlich nicht nur einer der größten Maler und Erfinder der Renaissance, er hat auch Fabeln geschrieben. Mit Klavierbegleitung und Streichern und teilweise mehrstimmig gesungen, geht diese Ballade total unter die Haut. Am Ende des Liedes verschmilzt der Gesang des Schwans mit dem Licht, das im Dunkel verschwindet - eine eindrucksvolle Darstellung von Lebensende und dem unvergänglichen Einfluss der Schönheit, selbst in der Traurigkeit.

Die musikalische und lyrische Bedeutung

Der Schwanenkönig ist sehr faszinierend und besticht durch seine wohlklingenden Melodien und liedhaften Texte. Das Lyrischste, was die DDR jemals zu bieten hatte, hatte die Band Karat 1980 auf den Markt gehauen.

Für mich ist die Platte auch nach 35 Jahren das Highlight deutsch-demokratischer Musik. Und für Karat bedeutete die Scheibe die endgültige Verschlüsselung der Texte. Begonnen wird die Platte mit „Tanz mit der Sphinx“, was wie ein typischer Opener daher kommt.

Michael Schwandt spielt maschinenartig sein Schlagzeug zu ungewöhnlichen Klangteppichen. Wie kryptisch Karat auf der Platte sind, hört man schon an diesem Lied. Der „Mitternachts-Blues“ kommt dann als astreiner Reggae daher.

Die Rede ist vom Paradies, aus dem er in seinem alten Frack heraus streicht. Nun ja, man kann schon sagen, dass es um einen Stammgast bei einer Prostituierten handelt. Und er ist dort immer, bis der neue Tag schon kommt. Und so weiter und so fort.

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Wunderbar ist das sphärische Lied „Magisches Licht“ - für mich eins der besten Lieder von Karat überhaupt. Das Lied baut sich ganz gewaltig auf und behält eine besondere Spannung. Das magische Licht ist der Regenbogen, der einen durch die dunkelste Nacht bringt und einen Torweg zu den Kindertagen schlägt.

„Der Boxer“ ist dann wieder ein komplett anderes Stück, ein schneller Blues. Er war als Kind der Depp, aber er hat niemals aufgegeben und hat sich seinen Gegnern gestellt. Und so ist er Boxer geworden und hat so die „Schatten“ besiegt.

Der erste Teil vom „Schwanenkönig“ wird beendet mit dem verspielten „Le Doyen I„. Hierbei handelt es sich um eine musikalische Erinnerung an Paris. Eine wunderbar verträumte Melodie, wie ich finde.

„Das Narrenschiff“ ist dann wieder so eine typische Rocknummer, die wirklich unheimlich gut gelungen ist. Es wird Kritik an menschlichen Lastern und an der Politik geäußert. Natürlich konnte so etwas nicht klar und deutlich geschehen, sondern nur kryptisch, wie das gesamte Album.

Dann machen wir uns auf zu Neptun und Poseidon und hören uns die „Tiefsee“ an. Im Alltag gehen Bilder verloren, und diese müssen gezeigt werden. Nur nicht zu oberflächlich werden, lieber tiefgründig sein.

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Mit der „Großstadt“ kommt eine waschechte Rocknummer daher. Er ist neu in der Stadt, hat noch keine Freunde und weiß nicht wohin. So geht es wohl jedem, der aus der Provinz in die große Stadt zieht.

Und dann hören wir das Titelstück „Schwanenkönig“. Auch hier geht die Wurzel wie beim „Narrenschiff“ wieder weit in die Vergangenheit zurück, denn Karat greifen eine Fabel von Leonardo da Vinci auf. So wunderbar das Lied auch ist, es kämpft leider mit einem Überschwang an Kitsch.

Mit „Le Doyen II“ wird das Album abgeschlossen. Getragen von der Melancholie des Herbstes wird über die Begegnung mit dem vorüber gegangenen Sommer erzählt. Nein, der „Schwanenkönig“ ist keineswegs die Erfindung des Folkrocks. Die Spielweise als Mischung aus Hard- und Art-Rock macht es aus.

Teilweise haben es die Texter Norbert Kaiser und Herbert Dreilich auch gnadenlos übertrieben mit Kitsch und blumigen Worten. Aber dieses Album ergibt irgendwie die passende Mischung aus Text und Musik, und auch die Zusammenstellung der Lieder ist irgendwie passend. Die gelungensten Lieder auf dem Album sind in meinen Ohren „Magisches Licht“, „Das Narrenschiff“, „Tiefsee“ und „Le Doyen II“.

Der „Schwanenkönig“ an sich ist mir einen Tick zu dick aufgetragen. Und die Platte insgesamt ist wohl ziemlich die erfolgreichste, die in der DDR erschien. Das Lied Wenn ein Schwan stirbt von Karat, geschrieben von Norbert Kaiser und komponiert von Ulrich Swillms, ist eine poetische Reflexion über das Leben, den Tod und die Schönheit von Erinnerungen.

Der Schwanenkönig, der im Mittelpunkt des Geschehens steht, symbolisiert Reinheit und Anmut, während er sich seiner letzten Stunden bewusst wird. Die wiederkehrende Idee, dass „wenn ein Schwan singt, die Tiere schweigen und lauschen“, verdeutlicht nicht nur die Bedeutung des Schwans als König, sondern auch die universelle Ehrfurcht vor dem bevorstehenden Ende.

Während er sein letztes Lied singt, drückt er nicht nur Trauer, sondern auch die Schönheit seines Lebens aus. Die Trauerweide, die über den Schwan hängt, wird zum Symbol für Traurigkeit und den Zyklus des Lebens. Ihre senkenden Blätter wirken wie Lanzen, die das noch lebendige Lied des Schwans immer leiser werden lassen.

Dieses Bild vereint Trauer und Würde und lässt den Hörer über den Wert des Lebens und die Kostbarkeit der Erinnerungen nachdenken.

Karat: Eine Band schreibt Geschichte

Die Rockgruppe KARAT, 1975 in Berlin gegründet, zählt zu den erfolgreichsten der ehemaligen DDR und ist bis heute die angesagteste Band Deutschlands. Sie erreichte 1978 mit dem Titel „Über sieben Brücken mußt du gehn“ einen internationalen Hit.

1979 dufte KARAT erstmals in West-Berlin auftreten. Das 2. Album „Albatros“ wurde in der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht, für das die Band 1984 eine Goldene Schallplatte erhielt. Nach zahlreichen Gastspielen im Ausland erschien 1980 das Album „Schwanenkönig“, das die Erfolgsgeschichte der Band fortsetzte, die mit dem 1982 folgenden Album „Der blaue Planet“ nocht getoppt wurde.

Weitere Alben folgten. Als Herbert Dreilich und Peter Maffay dann „Über sieben Brücken musst Du gehenn“ am 9. November 1989 im Tonstudio als Duett einsungen, öffnete sich nicht weit davon entfernt die Mauer. So wurde dieser Song zur Hymne des Jahres und zum Lied der deutschen Wiedervereinigung.

Zum 40. Nach dem Tod des Leadsängers Herbert Dreilich übernahm 2005 dessen Sohn Claudius Dreilich dessen Part, mit fast identischer Stimme seines verstorbenen Vaters.

Dreilich, ein kleiner, stets ein bisschen rundlich wirkender Mann, war in seinen Liedern ein Romantiker, im richtigen Leben aber ein Kämpfer. In Österreich geboren und in England eingeschult, verschlug es ihn mit elf Jahren nach Halle. "Erst London - und dann dieses graue Halle! Die Leute zeigten mit Fingern auf mich, schon aufgrund meiner Kleidung", erinnerte er sich später an die Begegnung mit der neuen Heimatstadt.

Die ihm gar keine andere Wahl ließ, als sich ins Land der Phantasie zu flüchten. Nur oberflächlich betrachtet, führte Dreilich das ganz normale Leben eines DDR-Jugendlichen. Nach Arbeitsschluss in der Gebrauchswerber-Lehre zog es ihn magisch an die Orte, an denen Musik gemacht wurde.

Dreilich spielte in einer Dixieland-Band, schloss sich dann Pantha Rei an, und wechselte dort ans Mikro, als der etatmäßige Sänger zur NVA musste. Er ist nie wieder fortgegangen von diesem Ort, an den er gehörte.

Mit Dreilichs Stimme kamen die Hits, mit den Hits kamen die Scheinwerfer. Einmal fanden sich sogar Reporter des West-Magazins "Bravo" bei den Superstars des Ostens ein. Herbert Dreilich war damals 38 Jahre alt, in seinem Berufsausweis stand "Musiker" und Peter Maffay hatte den Karat-Song "Über sieben Brücken" gerade im Westen herausgebracht.

Der "Bravo" erzählte Herbert Dreilich, wie er Boxen schleppe bei jedem Auftritt. "Nicht so abgehoben" sei das Popstar-Leben im Osten, "irgendwie ruhiger." Den Ausgleich besorgte die Musik seiner Gruppe.

Karat-Lieder wie "Schwanenkönig" und "Albatros" meißelten aus Keyboard-Gebirgen, Gitarrenwänden und pathetischem Piano Mini-Opern mit Welterklärungsanspruch. Große Melodien, große Worte, vibrierende Stimmbänder!

Herbert Dreilich, Besitzer einer samtweichen Balladenstimme, fuhr auf dem "Narrenschiff" und er beklagte das Wettrüsten auf dem "Blauen Planet", suchte die "Sieben Wunder der Welt" und war ein "Gefährte des Sturmwinds". Lieder, ganz anders als das Leben hinterm Gitterzaun. Klangbilder gemalt mit dem Sehnsuchts-Pinsel.

Sechs Millionen Platten voller Schmelz und grandiosem Gefühlsgesang verkaufte die Band, neben der selbst die Puhdys wirkten wie ein rüpelnder Rocker-Haufen. Am Ende absolvierte Herbert Dreilich Konzerte auf einem Barhocker sitzend. Wenn er Kraft genug fand, schrieb er weiter Lieder, und zwei davon hat er sogar noch fertig eingesungen.

Am Wochenende nun ist der Schwanenkönig verstummt. Herbert Dreilich starb eine Woche nach seinem 62. Geburtstag. Die Ost-Berliner Rockband Karat, die auch schon vor der Wende in der BRD bekannt war, wurde spätestens nach ihrem Nummer 1-Hit „Über sieben Brücken mußt du geh‘n“ eine im Westen fest etablierte Rockband.

Ursprünglich hat die Gruppe den Song für den gleichnamigen Fernsehfilm geschrieben, doch schnell wurde das Lied zum eigenständigen Hit. Den Songtext können viele mitsingen, die wenigsten wissen aber, wie Karat auf den Text gekommen sind. Die Lyrics des deutschen Songs stammen aus einer polnischen Fabel. Das Lied dreht sich um die Liebesbeziehung eines polnischen Mannes und einer deutschen Frau. Die Sehnsucht und das Gefühl von Freiheit spielen auch eine wichtige Rolle.

"Wir haben uns in einem verräucherten Club kennengelernt. Und das war ja keine alltägliche Geschichte - eine ostdeutsche Band und ein westdeutscher Sänger", erinnert sich der deutsche Sänger Peter Maffay im MDR-Gespräch. Er coverte das Lied und machte es im Westen erst richtig berühmt. Das Kulturministerium der DDR verbot Karat, ihren Song im Westen zu spielen.

In den Lyrics des Liedes heißt es: „Wenn ein Schwan singt, schweigen die Tiere. Wenn ein Schwan singt, lauschen die Tiere… Es ist ein Schwanenkönig, der in Liebe stirbt.“ Superpoetischer Text und zu dem haben sich Karat von keinem Geringeren als Leonardo da Vinci inspirieren lassen.

Anstatt Prog-Rock ist die deutsche Musik von Karat bei dem gleichnamigen Album eher zwischen Pop und Schlager. 9 deutsche Songs beinhaltete das Album. „Denn wir sind in einem Labyrinth und wir haben uns verirrt, haben Angst davor, was wird.“, heißt es im Refrain des Liedes. Der Song zeigt, dass egal wie verloren man scheint, es trotzdem einen Ausweg gibt. Man soll nicht aufgeben und den richtigen Weg finden.

Genau wie der Song heißt auch Karats aktuellstes Album Labyrinth. Es ist 2018 erschienen und Karat haben es geschafft sich darauf einen neuen, moderneren Sound zuzulegen und trotzdem dieselben zu bleiben. „Wir sprechen uns immer ab und entwickeln auch gemeinsam Ideen.