William Zabka: Vom Karate Kid zum Cobra Kai Sensei

Die 80er waren die Zeit der Kampf­s­port-Filme. Neben „Rocky III“, „Rocky IV“ und „Blood­sport“ feierte auch „Karate Kid“ Pre­miere und wird diesen Som­mer schon 40 Jahre alt!

„The Karate Kid“ war ab dem 22. Juni 1984 in den US-amerikanis­chen Kinos zu sehen. Der Release in Deutsch­land unter dem Titel Karate Kid fol­gte am 09. Novem­ber des­sel­ben Jahres. Das war der Beginn der Entwick­lung eines gesamten Fran­chis­es durch die Ideen von Autor Robert Mark Kamen und Regis­seur John G. Avild­sen.

Wie es bei erfol­gre­ichen Film-Rei­hen oft der Fall ist, ranken sich diverse Mythen und Fra­gen um die Geschichte des Karate Kids. Zum 40. Jubiläum des ersten Streifens haben wir die span­nend­sten The­o­rien unter die Lupe genom­men.

Knapp 15 Mil­lio­nen Aufrufe hat das YouTube-Video von 2015, in dem Film-Vlog­ger J. Matthew Turn­er erk­lärt, warum nicht John­ny (William Zab­ka) der Bösewicht in der Karate Kid-Film­rei­he ist, son­dern Daniel (Ralph Mac­chio).

Zugegeben, an vie­len Stellen übertreibt Turn­er etwas. Man kann sich die Frage stellen, ob es nötig ist, dass sich Daniel in den Stre­it zwis­chen John­ny und sein­er Ex-Fre­undin Ali (Elis­a­beth Shue) ein­mis­cht. Dadurch eskaliert der Kon­flikt völ­lig und später ist es John­ny, der weit­eren Auseinan­der­set­zun­gen aus dem Weg geht und ein­fach wegfährt.

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Eigentlich gab es Turn­ers Karate Kid-The­o­rie schon vor 2015. Sie kommt bere­its in der „How I Met Your Moth­er“-Folge „Die Stin­sons“ (Staffel 4, Episode 15) vor, die in den USA am 2. März 2009 aus­ges­trahlt wurde. Der Frauen­held glaubt näm­lich, dass John­ny der missver­standene Held in Karate Kid ist.

Im Film scheint es zunächst so, als habe Daniel bei sein­er Ankun­ft in Kali­fornien noch keine einzige Karate-Stunde absolviert. Doch eine klitzek­leine Stelle im Film kön­nte ver­rat­en, dass das Gegen­teil der Fall ist: Als Daniel den Apart­ment-Kom­plex South Seas betritt, in dem seine Mut­ter und er von nun an wohnen, öffnet er die Holztür zum Gelände mit einem gekon­nten Karate-Kick. Lei­der schlägt er die Tür verse­hentlich gegen Fred­dy (Israel Juarbe) aus Apart­ment 17.

Dass es John Kreese (Mar­tin Kove), dem Inhab­er des ver­meintlichen Dojos Cobra Kai, nicht wirk­lich um Karate-Kun­st geht, ist offen­sichtlich. Vielmehr ver­sucht er, seine Schüt­zlinge zu kleinen Kampf­maschi­nen abzuricht­en - und ihren Eltern dafür das Geld aus der Tasche zu ziehen.

In der Karate Kid-Spin-off-Serie „Cobra Kai“ (ab 2018) behauptet John­ny viele Jahre nach dem finalen Kampf im ersten Teil von Karate Kid, dass Daniels entschei­den­der Kranich-Kick nicht regelkon­form war. Abge­se­hen davon, dass es mehr als nur unwahrscheinlich ist, dass ein ver­boten­er Tritt über das Ende eines ganzen Films entschei­det, tritt John­ny sog­ar selb­st gegen Daniels Kopf, als er in dem Kampf seinen ersten Punkt macht.

Im Juli 2024 startet Staffel 6 von Cobra Kai auf Net­flix. William Zab­ka, der bere­its 1984 in Karate Kid auftritt, bleibt sein­er Rolle als John­ny Lawrence in der Spin-Off Serie Cobra Kai treu.

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Vielle­icht ärg­ert sich John­ny in Cobra Kai immer noch darüber, dass er Daniel den Kampf, am Ende von Karate Kid gewin­nen ließ. Denn ganz ehrlich: Hätte John­ny den Kranich-Kick nicht ein­fach abwehren kön­nen, statt frontal in den Angriff hineinzu­laufen?

Als es zum entschei­den­den Tritt kommt, hat er Daniel bere­its am Bein ver­let­zt. Damit wären wir wieder bei The­o­rie Num­mer eins: Vielle­icht ist John­ny ein­fach nicht so böse wie es scheint.

William Zabka wurde am 20. Oktober 1965 in New York City geboren. Seine Karriere als Schauspieler begann er in Werbespots und kam schließlich über einen Agenten an die Rolle des Johnny Lawrence in "Karate Kid". Die Rolle sollte trotz zahlreicher Engagements in anderen Filmen stets die bleiben, die seine Karriere definierte.

Obwohl Zabka damals kein Karate konnte, wurde er engagiert und begann zu trainieren. Mittlerweile hält er den grünen Gürtel in Tang Soo Do Karate.

Nach "Karate Kid" konnte man Zabka vor allem in klischeehaften Rollen jugendlicher Schläger bewundern, die ganz ähnlich seines Charakters Johnny Lawrence waren. Auch dem Martial-Arts- Genre blieb er überwiegend treu, wenngleich man ihn auch in einigen Trash-Filmen wie "Python" und "Alien Interceptors" sehen konnte.

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2018 kehrte er aber zu seinen Wurzeln zurück und wurde wieder zu Johnny Lawrence für die TV-Serie "Cobra Kai". Im Jahr 2013 übernahm er in der achten Staffel einen Gastauftritt in "How I Met Your Mother" als er selbst. In der finalen neunten Staffel der Serie stieß er schließlich immer wieder zum Cast hinzu.

Zabka steht jedoch nicht nur vor der Kamera, sondern produziert selbst auch gerne Kurzfilme. 2004 war er gemeinsam mit Bobby Garabedian für den Kurzfilm "Most" sogar für einen Oscar nominiert.

Seit 2008 ist Zabka mit seiner Frau Stacie verheiratet. Das Paar hat keine gemeinsamen Kinder. In seiner Freizeit beschäftigt sich Zabka viel mit Musik.

Cobra Kai: Eine neue Perspektive

Mit Cobra Kai konnte die Geschichte, die 1984 begann, nicht nur seine alten Fans aus den 80ern begeistern, sondern auch eine neue Generation für sich gewinnen.

Die Serie hat von Anfang an mit einer neuen Perspektive gespielt. Daniel war in den Filmen immer der strahlende Held, der Gute. Doch Cobra Kai rückte Johnny Lawrence ins Zentrum und zeigte, dass die Welt nicht einfach in Schwarz und Weiß unterteilt ist.

Johnny ist am Anfang der Serie eine gescheiterte Existenz: ein vom Leben gebeutelter Typ, der sich irgendwie durchschlägt. Doch durch eine Verkettung von Ereignissen beschließt er, Cobra Kai wiederzubeleben und eine neue Generation von Schülern auszubilden - natürlich auf seine etwas ... eigene Art.

Daniel LaRusso kann das nicht auf sich sitzen lassen und eröffnet sein eigenes Dojo, das auf die Lehren von Mr. Miyagi setzt. Angriff vs. Verteidigung, Härte vs. Disziplin - zwei völlig unterschiedliche Philosophien prallen aufeinander.

Was dann folgte, war ein absolutes Feuerwerk an Drama, Kämpfen und Nostalgie. Die Autoren haben es geschafft, Staffel für Staffel immer noch eine Schippe draufzulegen. Alte Rivalitäten wurden ausgegraben, neue Allianzen geschmiedet und ikonische Charaktere kehrten zurück. Kreese, Terry Silver, Chozen - alles war dabei, was das Fan-Herz begehrt.

Die sechste Staffel hat alles geliefert, was geliefert werden musste. Keine unnötigen Lückenfüller, keine aufgezwungenen Wendungen. Die Geschichte wurde rund erzählt, und die Produzenten haben einen würdigen Abschluss gefunden.

Allerdings gibt es Hoffnung für alle, die noch nicht genug haben. Die Macher haben bereits angedeutet, dass Spin-offs im Karate Kid-Universum möglich sind. Geschichten über Mr. Miyagi? Eine Serie über Chozen? Die Entwicklung von Miguel und Sam? Klingt alles spannend, aber offiziell bestätigt wurde noch nichts.

Karate Kid: Legends

Was aber definitiv kommt, ist ein neuer Karate Kid-Film: "Karate Kid: Legends" soll am 30. Mai 2025 in die Kinos kommen und das Franchise weiterführen. Er wird die Originalfilme, Cobra Kai und das 2010er-Remake miteinander verbinden. Was genau uns erwartet, bleibt abzuwarten - aber eines ist sicher: Die Legende lebt weiter.

Hinter den Kulissen von Cobra Kai

Cobra Kai steckt nicht nur voller packender Kämpfe und nostalgischer Momente, sondern hat auch hinter den Kulissen einige spannende Geschichten zu bieten.

Für die erste Episode nutzten die Macher bisher ungesehene Aufnahmen des finalen Kampfes aus The Karate Kid, die alternative Kamerawinkel zeigten und so eine noch tiefere Verbindung zum Original herstellten.

Auch in der Produktion gab es spontane Anpassungen: Der große Kampf am Ende von Staffel 3 sollte ursprünglich im Miyagi-Do-Dojo stattfinden, doch schlechtes Wetter und Zeitprobleme verlegten die Szene kurzerhand in LaRussos Haus - was ihr eine ganz eigene Intensität verlieh.

Die Schauspieler, allen voran Ralph Macchio und William Zabka, führten viele ihrer Stunts selbst aus und trainierten intensiv mit professionellen Kampfchoreografen. Doch trotz aller Vorbereitung blieb das Verletzungsrisiko hoch: Zabka brach sich während einer Szene einen Zeh, richtete ihn selbst wieder gerade und drehte einfach weiter.

Auch bei den Dreharbeiten gab es Herausforderungen - viele Außenszenen wurden tatsächlich vor Ort in Atlanta und Los Angeles gedreht, doch laute Umgebungsgeräusche oder unvorhergesehene Wetterbedingungen sorgten für Probleme. In einigen Szenen kam sogar Green-Screen-Technologie zum Einsatz, um die perfekten Locations zu erschaffen.

Die Macher der Serie bewiesen zudem viel Kreativität beim Einsatz von Requisiten. In einer Trainingsszene mit einem Betonmischer verwendete das Team eine ungefährliche Mischung aus alternativen Materialien, da echter Beton zu heiß geworden wäre. Besonders beeindruckend war die epische Schulhof-Kampfszene in Staffel 2, die als One-Shot-Sequenz ohne sichtbare Schnitte inszeniert wurde. Diese wurde in nur vier Tagen gedreht, wobei die Schauspieler blitzschnell ihre Positionen wechseln mussten, um von Stunt-Doubles ersetzt zu werden.

Auch die Besetzung der Serie hält interessante Geschichten bereit. Elisabeth Shue kehrte als Ali Mills in Staffel 3 zurück - ein Highlight für Fans des Originals. Doch wäre sie nicht verfügbar gewesen, hätten die Autoren eine alternative Geschichte geschrieben, in der ihre Figur als Online-Bekanntschaft auftaucht - jedoch als Täuschung durch einen eifersüchtigen Ex.

William Zabka selbst hatte nach den Karate Kid-Filmen weiter Karate trainiert und erreichte einen zweiten Grad im grünen Gürtel, was ihm bei seiner Rückkehr als Johnny Lawrence half.

All diese Details zeigen, mit wie viel Leidenschaft und Sorgfalt Cobra Kai produziert wurde. Die Mischung aus Nostalgie, authentischer Kampfkunst und modernen erzählerischen Kniffen macht die Serie zu einem echten Highlight - nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch hinter den Kulissen.

Die Kampfsport-Erfahrung der Darsteller

Die Schauspieler aus Karate Kid und Cobra Kai bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen im Kampfsport mit - von völligen Neulingen bis hin zu langjährigen Experten.

  • Ralph Macchio (Daniel LaRusso) hatte vor Karate Kid kaum Karate-Erfahrung und wurde für die Filme im Okinawa-Goju-Ryu-Stil von Meister Pat E. Johnson trainiert.
  • William Zabka (Johnny Lawrence) war zwar sportlich vor Cobra Kai, hatte aber keine Kampfsporterfahrung. Die Karate Kid-Filme waren sowas wie eine Erweckung. Zabka trainierte weiter, gezwungenermaßen. Denn er wurde häufig für Kampfsport-Rollen gecastet.
  • Jacob Bertrand (Hawk) begann mit 8 Jahren sein Karate-Training und ist damit der Karate-Profi im Cobra Kai-Ensemble. Er kam bis zum violetten Gürtel.
  • Tanner Buchanan (Robby Keene) brachte Erfahrungen aus dem Tae Kwon Do mit, in dem er nur wenige Gürtel vom schwarzen Gürtel entfernt war. Zudem trainierte er vor seiner Rolle etwa acht Monate lang Muay Thai.
  • Mary Mouser (Samantha LaRusso) hatte vor Cobra Kai keinerlei Erfahrung mit Karate. Um ihre Rolle authentisch zu verkörpern, begann sie während der Dreharbeiten intensiv zu trainieren.
  • Martin Kove (John Kreese) trainierte Okinawa-te Karate unter Gordon Doversola Shihan, was ihm half, Kreese als erbarmungslosen, aber disziplinierten Kämpfer darzustellen.
  • Thomas Ian Griffith (Terry Silver) begann bereits in der Highschool mit Karate und kann auf über 40 Jahre Erfahrung zurückblicken.

Die Kampfszenen in Cobra Kai bauen also auf ein solides Fundament aus Lernbereitschaft, vereinzelten Top-Fähigkeiten und allgemeiner Körperbeherrschung.

Die Bedeutung von "Cobra Kai"

Die Netflix-Serie "Cobra Kai" wurde nach dem gleichnamigen Dojo aus "Karate Kid" benannt.

"Cobra Kai Never Dies!", ist der geheime Slogan des berühmten Karate-Dojos aus "Karate Kid". Gegründet wurde Cobra Kai von John Kreese, der es sich von seinem koreanischen Meister abschaute. Der Name stammt aus dem Japanischen und signalisiert Gefahr und Stärke.

Die Übersetzung des Namens "Cobra Kai" ist relativ einfach. Die Cobra ist natürlich die gleichnamige Schlange, die vor allem im Westen ein Symbol der Bedrohung darstellt. "Kai" bedeutet so viel wie "Zusammenkunft" oder "Treffen". "Cobra Kai" heißt also auf Deutsch übersetzt "Cobra-Versammlung".

Der Name stammt natürlich von Sensei John Kreese (Martin Kove), welcher im Vietnam-Krieg lernte, dass nur die "Harten" überleben. Diese Attribute finden sich in einer Cobra, weshalb das Tier als Symbol seines Dojos gewählt wurde.