Der gelb - orangene Gürtel (6. Kyu) ist die dritte Gürtelprüfung, die ein Judoka ablegen kann. Wenn der Judoka eine mindestens 6-monatige Vorbereitungszeit hinter sich gebracht, die erforderlichen Techniken erlernt sowie das 9. Lebensjahr vollendet hat und Träger des gelben Gürtels ist, darf er sich der dritten Gürtelprüfung zum Erlangen des 6. Kyu stellen.
Grundlagen und Voraussetzungen
Als erstes lernt der junge Judoka, wie man sich auf der Matte verhält, denn Disziplin wird im Judo groß geschrieben! Um den 8. Kyu zu erwerben, muss man mindestens 7 Jahre alt sein und die Grundtechniken des Fallens, judogerechtes Gehen und Greifen beherrschen. Das Binden des Gürtels und das richtige An- und Abgrüßen werden voraus gesetzt.
Bis 14 Jahre kann man nach frühestens sechs Monate den nächsten Kyugrad erwerben. Ab dem 14. Lebensjahr genügen auch nur drei Monate Vorbereitung. Außerdem ist ein Mindestalter vorgeschrieben: Die Prüfung zum 7. Kyu kann frühestens im 8. Lebensjahr abgelegt werden. Jeder weitere Kyugrad baut immer auf dem vorherigen auf.
Im Prinzip ist jede Prüfung gleich aufgebaut. Im ersten Teil wird die Fallschule geprüft, dann folgt das Standprogramm und danach muss das Können im Bodenprogramm demonstriert werden.
Inhalte des Prüfungsprogramms
Jeder weitere Kyugrad baut immer auf dem vorherigen auf. Im Prinzip ist jede Prüfung gleich aufgebaut. Im ersten Teil wird die Fallschule geprüft, dann folgt das Standprogramm und danach muss das Können im Bodenprogramm demonstriert werden.
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Mittlerweile werden schon Techniken wie z.B. Schulter- oder Beinwürfe geübt, bei denen es auf sichere Standfestigkeit ankommt. Im Bodenprogramm lernt man, auf Abwehrreaktionen des Gegners zu reagieren. Weiterhin sollen alle Techniken aus der praktischen Anwendung, also aus der Bewegung heraus, demonstriert werden.
Auf dieser Stufe muss die Judorolle zu beiden Seiten gezeigt werden, sowohl mit Liegenbleiben als auch mit Aufstehen.
- Mit De-ashi-barai kommt die erste Fegetechnik erst jetzt hinzu.
- Auf dieser Stufe lernt Tori, einen Wurf durch eigene Aktionen vorzubereiten („Situationen schaffen").
- Der flüssige Übergang vom Stand in die Bodenlage wird mit Fußtechniken eingeführt.
- nicht nur die Rolle von Tori demonstrieren, sondern auch ein guter (d.h. verteidigen. Dies soll zunächst sehr judogemäß durch Ausweichen und Übersteigen erfolgen.
Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. Gake Einhängen
Die Bedeutung der Gürtelfarben
Die Gürtelfarben im Judo haben eine symbolische Bedeutung:
- Weiß: Der Schnee liegt auf der Landschaft.
- Gelb: Der Schnee schmilzt, die harte gefrorene Erde leuchtet gelb.
- Orange: Die fruchtbare Erde leuchtet in der roten Abendsonne.
- Grün: Ein Pflänzchen kommt?
- Blau: Die Baumkrone reicht in den Himmel.
- Braun: Der Baum hat feste Borke.
- Schwarz: Das Wandeln der Stille.
Weiterführende Techniken und Konzepte
Der 5. Kyu ist geprägt durch Techniken, die auf einem Standbein ausgeführt werden. Zur Vorbereitung auf den 4. Kyu lernt man Techniken, die ein hohes Maß an Vertrauen zum Trainingspartner erfordern. Man muss sicher fallen können und sich darauf verlassen, dass der Partner die Techniken sauber ausführt. Hier kommen zum ersten Mal Würfe vor, bei denen man sein eigenes Gleichgewicht aufgibt, um den Gegner zu Fall zu bringen. Hier angekommen, ist man schon mindestens 3 Jahre dabei.
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Ab dem 3. Kyu sollten die erlernten Techniken nach eigenen sinnvollen Ausgangsituationen im Rahmen der Anwendungsaufgabe demonstriert werden. Dabei wird verstärkt auf wettkampforientiertes Üben und Vorzeigen Wert gelegt. Auch das Bodenprogramm enthält Techniken, die wettkampforientiert demonstriert werden sollen. In den Randoris soll der Judoka Techniken aus Kombinationen und Konter heraus demonstrieren. Mit dieser Ausbildungsstufe fallen die fest vorgegebenen Ausgangssituationen weg. Der Prüfling soll in der Anwendungsaufgabe selbst sinnvolle Situationen schaffen, um die Techniken zu diesem Gürtel zu demonstrieren.
Mit Erreichen des 1. Kyu ist die Grundausbildung eigentlich abgeschlossen. Alle bisher erlernten Techniken müssen selbstverständlich beherrscht werden. Neben diesen Vorkenntnissen ist das Prüfungsprogramm zum 1. Kyu mit komplexen Techniken ausgestattet, die ein hohes Maß an Koordinationsfähigkeit und Gewandtheit erfordern. Wer nach Abschluss aller Schülergrade noch Mut und Ausdauer hat, kann sich auf die Meisterprüfung, den ersten DAN, vorbereiten.
Beispieltechnik: Ippon-seoi-nage
Als Beispiel für eine Wurftechnik, die auf dieser Stufe relevant sein kann, ist Ippon-seoi-nage zu nennen.
Ausführung: TORI greift mit der linken Hand UKEs rechten Ärmel. Beim Eindrehen taucht TORI mit seinem rechten Arm unter UKEs rechtem Arm durch und klemmt diesen mit seiner Armbeuge ein. Dabei zieht TORI den eingeklemmten Arm von UKE vor seinen Körper.
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