Deutschlands Judoka sorgen international immer wieder für Erfolge. So gab es bisher drei Olympiasiege, bei den Männern durch die Halbmittelgewichtler Frank Wieneke (1984 in Los Angeles) und Ole Bischof (2008 in Peking), als einzige deutsche Frau triumphierte Yvonne Bönisch 2004 in Athen.
Silber für Miriam Butkereit in Paris
Judoka Miriam Butkereit hat bei den Olympischen Spielen in Paris die Silbermedaille erobert. Die 30-Jährige unterlag in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm erst im Finale der zweimaligen Weltmeisterin Barbara Matic aus Kroatien. Butkereit sicherte dem Deutschen Judo-Bund damit die erste Medaille nach zuvor enttäuschenden Tagen bei den Spielen in Frankreich. Fast hätte es sogar zum erst zweiten Gold einer weiblichen deutschen Judoka nach dem Triumph von Yvonne Snir-Bönisch 2004 in Athen gereicht - doch Favoritin Matic war nicht zu schlagen.
Dass sie sich über eine Medaille in der Gewichtsklasse bis 70 kg freuen kann, das wusste Butkereit bereits am Nachmittag nach dem Halbfinale gegen die Österreicherin Michaela Polleres. Die Hamburgerin ging als Außenseiterin in das Duell mit der Weltranglisten-3. Zu spüren war davon auf der Matte aber nichts. Es war ein ausgeglichenes und taktisches Duell, in dem keine der beiden Kontrahentinnen einen Fehler machen wollte. Ohne Punkt-Wertung ging es nach vier Minuten in den "Golden Score", die Verlängerung.
Im kurz darauffolgenden Finale gegen Europameisterin Matic lag Butkereit nach nur wenigen Sekunden mit dem Rücken auf der Matte. Die Führung brachte die Weltranglistenerste dann auch souverän über die Zeit. Die 30-jährige Hamburgerin kam kaum in den Angriff - und war nach dem Match tief enttäuscht. "Ich wollte den Kampf unbedingt gewinnen, aber leider hat mich die erste Aktion gleich die Medaille gekostet. Ich habe alles gegeben, aber konnte das nicht mehr drehen", so Butkereit im Sportschau-Interview. Über die Silbermedaille konnte sie sich direkt nach der Niederlage noch nicht freuen. Erst weit nach der Siegerehrung war Butkereit bereit zu sagen: "Die Freude kommt langsam.
Der Weg zum Finale
Der Weg zu Silber war bei weitem kein einfacher für die Hamburgerin. Nach einem Freilos in der ersten Runde bekam es Butkereit im Achtelfinale mit der Australierin Aoife Coughlan zu tun. Die mehrfache Kontinentalmeisterin aus Down Under hatte schon einen Kampf absolviert und erwies sich als unangenehme Kontrahentin. Butkereit kämpfte kontrolliert, ohne dabei zu großes Risiko einzugehen und nicht in einen Konter von Coughlan zu laufen. Die 30-Jährige vom SV Halle hatte dort den Vorteil, dass die Australierin bereits zwei Strafen, sie selbst aber nur eine kassiert hatte. Dort traf sie auf die Belgierin Willems und versuchte wieder, mit Fußtechniken zum Erfolg zu kommen. Das führte aber zunächst noch nicht zum Erfolg. Zudem musste sie sich am Boden den Griffen ihrer Kontrahentin erwehren.
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Im Halbfinale hatte Butkereit gegen Michaela Polleres die größeren Kraftreserven, die Österreicherin wurde wegen Inaktivität disqualifiziert. Bronze ging an die Belgierin Gabriella Willems.
Butkereit war mit einem Freilos in ihre Olympia-Premiere gestartet. In ihrem ersten Kampf in der Champ-de-Mars-Arena setzte sie sich gegen die Australierin Aoife Coughlan, danach gegen die Belgierin Gabriella Willems durch. Im Halbfinale bezwang sie die favorisierte Österreicherin Michaela Polleres, die bei den Spielen in Tokio vor drei Jahren Silber geholt hatte und von der deutschen Ex-Judoka Snir-Bönisch trainiert wird.
Mit guten Erinnerungen war Butkereit zu den Spielen gereist. Immerhin hatte sie zuvor in diesem Jahr schon zwei Grand Slams gewonnen - den in der usbekischen Hauptstadt Taschkent und den in Paris. Im Finale hatte sie dort im Februar Lokalmatadorin Marie Ève Gahié geschlagen. „Magisch“ sei das gewesen, meinte sie. Kein Wunder also, dass Butkereit nun mit einem guten Gefühl in die französische Metropole zurückgekehrt war. „Bei Olympia ist alles möglich“, hatte sie gesagt. Sie wolle sich „nicht so unter Druck setzen“ und trotzdem ihre Kämpfe gewinnen. Der Plan ging auf.
Reaktionen auf den Erfolg
„Kleines Quäntchen“ hat oft gefehlt. Auch der deutsche Sportchef Hartmut Paulat war von Butkereits Qualitäten überzeugt. „Sie bestimmt die Weltspitze mit“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Oft habe ihr im Kampf um WM- oder EM-Medaillen in den vergangenen Jahren einfach „ein kleines Quäntchen“ gefehlt. Diesmal war es anders.
Der deutschen Mannschaft dürfte die Medaille nach zuvor eher tristen Tagen in Paris einen Schub geben. Eine „super Motivation“ sei das, sagte Paulat - auch mit Blick auf das Mixed-Team-Event am Samstag, in dem die deutschen Judoka ihren Bronze-Coup von Tokio wiederholen wollen. Auch der Druck auf Weltmeisterin Anna-Maria Wagner sei nun nicht mehr ganz so groß, mutmaßte Paulat.
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Nach dem Kampf kauerte Miriam Butkereit wie versteinert am Boden, holte sich ein Küsschen von ihrem Freund - und kämpfte dann lange mit den Tränen. Die Silbermedaille sei "surreal", sagte sie nach ihrem mindestens überraschenden Vorstoß ins olympische Finale. Doch Butkereit wollte auf der ganz großen Bühne nicht weniger als alles. "Gerade habe ich eher Gold verloren und nicht Silber gewonnen. Ich hoffe, das wird sich in den nächsten Tagen ändern", erklärte die 30-jährige Athletin vom SV Halle nach der knappen Niederlage mit brüchiger Stimme.
Olympia-Silber ist der größte Erfolg ihrer Karriere, bei aller Enttäuschung im ersten Moment. Oft hatte die 1,80 Meter große gebürtige Hamburgerin auf der Matte um eine Medaille bei den großen internationalen Meisterschaften gekämpft. Der ganz große Coup aber ließ auf sich warten - bis sie am Mittwoch im Grand Palais Ephemere bei ihrem Olympia-Debüt den Wettkampf ihres Lebens bestritt.
"Das kommt für mich nicht überraschend", sagte DJB-Leistungssportvorstand Hartmut Paulat.
Mit Sieg über Polleres ins Finale: Auf dem Weg in den Endkampf hatte alles gepasst: Nach dem Freilos in Runde eins bezwang die Bundespolizistin, die in der Olympia-Vorbereitung noch von einem Innenbandriss und einer Gehirnerschütterung ausgebremst wurde, jeweils per Ippon erst die Australierin Aoife Coughlan und dann Gabriella Willems aus Belgien.
Tradition der Erfolge im Mittelgewicht
Für den Deutschen Judo-Bund (DJB) erwies sich das Mittelgewicht damit erneut als Medaillenbank, seit Olympia 2004 bejubelt der DJB nun schon die vierte Medaille in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm: Vor 20 Jahren in Athen holte Annett Böhm Bronze, Kerstin Thiele 2012 in London Silber und Laura Vargas-Koch 2016 in Rio Bronze. Am Donnerstag kann Anna-Maria Wagner die nächste Medaille für die deutschen Judokas holen.
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Weitere Ergebnisse der deutschen Judoka in Paris
Gleichzeitig zu Butkereits Achtelfinalkampf musste sich auf der zweiten Matte in der Arena Champs-de-Mars Eduard Trippel gegen Marcus Nyman aus Schweden bewähren. Trippel, der in der Vorbereitung immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, konnte nicht an seine besten Leistungen anknüpfen und hatte einige Probleme mit seinem Gegner. Zwar erzielte er keine Wertung in der regulären Kampfzeit, konnte aber auch die Angriffe seines Kontrahenten abwehren. Nyman zwang Trippel in der Extra-Zeit schließlich am Boden in einen Haltegriff, aus dem sich der 27-Jährige aus Rüsselsheim nicht mehr befreien konnte. Im Nachgang ließ Trippel seinen Frust über den Gegner raus: "Ich habe richtig gemerkt, dass er einfach kein Judo mit mir machen wollte." Trippel ärgerte sich, es am Ende nicht schlauer gemacht zu haben. Eine dritte Strafe habe er aber nicht provozieren wollen, weil das sei "einfach nicht meine Art.
Gold in der Gewichtsklasse bis 90 kg sicherte sich der Georgier Lasha Bekauri, der im Finale den Japaner Sanshiro Murao besiegte. Für Trippel gilt es nun, das Ausscheiden abzuhaken und sich auf das Wochenende zu konzentrieren.
Eduard Trippel (Rüsselsheim) scheiterte hingegen in der Klasse bis 90 kg bereits zum Auftakt knapp gegen den Schweden Marcus Nyman. "Ich hab mich heute gut gefühlt, es passte alles", sagte Trippel: "Ich hatte gut Gewicht gemacht. Das Aufwärmen war gut. Schade, dass es nicht weitergeht."
Größte DJB-Hoffnungsträgerin in Paris ist die deutsche Fahnenträgerin Anna-Maria Wagner. Die Weltmeisterin in der Klasse bis 78 kg ist am Donnerstag an der Reihe.
Mixed-Team-Wettbewerb
Das deutsche Judo-Team hat zum Abschluss der Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in Paris eine Medaille im Mixed hauchdünn und ganz unglücklich verpasst. In einem dramatischen Kampf um Bronze unterlag die DJB-Auswahl um Silbermedaillen-Gewinnerin Miriam Butkereit am Samstag Südkorea 3:4. Igor Wandtke verlor dabei das entscheidende Duell gegen An Ba Ul durch drei Verwarnungen.
"Ich habe nicht verloren, weil ich schlechter war. Es ist sehr ärgerlich, weil es uns die Medaille gekostet hat", sagte Wandtke. "Igor hatte einfach Pech, es waren komische Strafen, die es den ganzen Tag nicht gab. Man hatte das Gefühl, dass man schnell einen Sieger haben wollte", meinte Butkereit: "Ich bin traurig, aber auch stolz auf uns."
Im Halbfinale hatte Deutschland, das bei der Mixed-Premiere in Tokio Dritter geworden war, 0:4 gegen Japan verloren. Damit bleibt Platz zwei für Butkereit die einzige Medaille für das deutsche Team in Paris. Vor drei Jahren hatte der Deutsche Judo-Bund drei Medaillen geholt. Eduard Trippel (Silber) und Anna-Maria Wagner (Bronze) gewannen damals auch im Mixed Edelmetall. Beide gehörten auch diesmal zum Team, Fahnenträgerin Wagner kam aber wegen einer beim fünften Platz im Einzel erlittenen Knieverletzung nicht zum Einsatz.
Im Kampf um Bronze brachte Trippel (Ravensburg), der erst spät für die Sommerspiele nominiert worden war, das deutsche Sextett mit einer starken Vorstellung in Führung. Schwergewichtlerin Renee Lucht (Hamburg) verlor deutlich, Schwergewichtler Erik Abramov (Potsdam) trotz starker Leistung gegen den Einzel-Olympiazweiten Kim Min Jong unglücklich. Für Pauline Starke (Hannover) war gegen Silber-Gewinnerin Huh Mi Mi nichts zu holen.
Wandtke (Hannover) mit Mühe und Butkereit (Halle/Saale) sorgten gegen vom Gewicht her deutlich leichtere Gegner - im Team-Wettbewerb werden bei Männern und Frauen jeweils sieben Gewichtsklassen zu drei zusammengefasst - für den Ausgleich. Im entscheidenden Duell, das aus den vorigen sechs zur Neuauflage ausgelost wurde, musste wieder Wandtke (Gewichtsklasse bis 73 kg) gegen den Rio-Olympiazweiten An Ba Ul (66 kg) ran - und konnte aus seinen Vorteilen keinen Gewinn erzielen.
Hintergrundinformationen zum Judo
Der Kampfsport Judo hat seine Wurzeln im achten Jahrhundert, übersetzt heißt es „sanfter Weg“. Die Übungen dienten einst der Persönlichkeitsentwicklung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Judo zu einem Wettkampfsport, es ist die weltweit am meisten verbreitete Kampfsportart. 1956 fand im Mutterland Japan die erste WM statt, acht Jahre später feierte Judo an gleicher Stätte sein olympisches Debüt bei den Männern.
Das unbestrittene Gesicht der Sportart ist der Franzose Teddy Riner. Der Franzose gewann 2012 und 2016 Olympiagold und wurde elfmal Weltmeister. Zwischen 2010 und 2020 blieb er in 154 Kämpfen unbesiegt.
Gekämpft wird auf mittelharten Matten, genannt Tatami. Es gibt eine Vielzahl von Wertungen, mit denen Punkte errungen werden können. Ziel ist es, den Gegner durch Anwendung verschiedener Techniken kontrolliert in die Rückenlage zu bringen.
Judo ist eine traditionelle japanische Kampfkunst, die vom Jujitsu abgeleitet wurde und eine Nahkampftechnik der alten Samurai-Krieger war. Dr. Jigoro Kano wird zugeschrieben, Judo in Tokio zum Leben erweckt zu haben, nachdem er 1882 sein erstes Dojo (Judo-Schule) mit dem Namen Kōdōkan eröffnet hatte. Auf Japanisch bedeutet das Wort „Judo“ übersetzt „der sanfte Weg“, allerdings erfordert dieser Sport eine hohe körperliche Kraft. Dr. Kano kombinierte die philosophischen Prinzipien des Judo mit körperlichen, intellektuellen und moralischen Erziehungsmethoden und verband gleichzeitig viele der gefährlicheren Aspekte des Jujitsu. Judo wurde Ende des 20. Jahrhunderts in Europa und insbesondere in Frankreich populär. Dadurch entwickelte sich Judo zur ersten Kampfkunst, die außerhalb Japans weit verbreitet war.
Regeln kurz erläutert
Beim Judokampf ist das Ziel, den Gegner oder die Gegnerin auf den Rücken zu Boden zu werfen, die Person auf dem Rücken liegend festzuhalten, den Arm am Ellbogengelenk zu hebeln oder sie mit einer Würgetechnik zu bezwingen und so die Unterwerfung zu erreichen.
Es gibt zwei Arten von Wertungen im Judo:
- Ein Ippon (sofortiger Sieg) wird vergeben, wenn die gegnerische Person mit Kraft, Geschwindigkeit und Kontrolle auf dem Rücken auf die Matte geworfen wurde. Ein Ippon kann auch durch die Unterwerfung oder durch 20 Sekunden langes Festhalten der gegnerischen Person am Boden vergeben werden. Wer ein Ippon erhält, gewinnt sofort den Kampf.
- Ein Waza-Ari wird für einen Wurf vergeben, welcher nicht klar genug ausgeführt wurde, um ein Ippon zu sein. Beispielsweise hat die Geschwindigkeit oder Kraft gefehlt, die gegnerische Person landete nicht hauptsächlich auf dem Rücken oder konnte für weniger als 20 Sekunden (aber länger als 10 Sekunden) festgehalten werden.
Judo-Wettkämpfe werden in verschiedene Gewichtsklassen und je nach Geschlecht unterteilt. Alle Kämpfe können bei den Olympischen Spielen bis zu vier Minuten dauern, bei einem Gleichstand nach Ablauf der Zeit wird der Kampf verlängert werden. Es kann eine Strafe für Passivität während des Kampfes vergeben werden oder für negatives Verhalten, welches nicht dem Geist des Judo entsprechen würde.
Olympische Geschichte
Judo feierte 1964 in Tokio sein olympisches Debüt und wurde ab den Spielen 1972 in München zu einem festen Bestandteil des Olympischen Programms. Der Frauenwettbewerb wurde bei den Olympischen Spielen 1988 als ein Demonstrationswettbewerb und 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona als offizieller Medaillenwettbewerb eingeführt.
Seit der Einführung dieser Disziplin bei den Olympischen Spielen hat sich Judo weltweit sehr stark entwickelt - 128 Nationale Olympische Komitees schickten Ihre Judokas, um bei den Wettkämpfen bei den Olympischen Spiele 2020 in Tokio teilzunehmen. Japan stand häufig an der Spitze dieses Olympischen Sports. Die japanischen Judokas gewannen bisher 96 Medaillen, ebenfalls waren Team Frankreichreich (57 Medaillen) und die Republik Korea (46) sehr erfolgreich.
Deutsche Judo-Medaillen bei Olympischen Spielen
Die deutschen Judoka konnten bisher 40 Medaillen bei Olympischen Spielen gewinnen. Darunter fünf Olympiasiege, 10 Silber- und 25 Bronzemedaillen.
| Medaillenart | Anzahl |
|---|---|
| Gold | 5 |
| Silber | 10 |
| Bronze | 25 |
Die Medaillen der Olympischen Spiele Paris 2024
Paris 2024 beauftragte den renommierten Luxus-Juwelier Chaumet mit dem Design der Medaillen. Chaumet ist weltweit bekannt für sein Handwerk und hat die Medaillen in wahre Juwele verwandelt. Das Besondere daran ist, dass jede Medaille in ihrer Mitte ein Stück des Eiffelturms enthält. Dafür musste jedoch das 330 m hohe Wahrzeichen von Paris nicht eingekürzt werden. Das Metall stammt aus Teilen, die bei Renovierungsarbeiten entfernt und ersetzt wurden und für besondere Zwecke aufgehoben worden sind. Olympia und seine Medaillen sind nun der willkommene Anlass, diese Eisenstücke zu nutzen.
Jede Medaille enthält 18 g von diesem sogenannten Puddeleisen. Dafür wurde es zu einem Sechseck geformt - ein Synonym für den Länderumriss von Frankreich. Darauf wurde das Emblem von Olympia 2024 geprägt. Es ist das wertvollste Element jeder Medaille und wurde wie ein Edelstein in die Medaille eingefasst. Dafür wurden jeweils sechs Metallhäkchen verwendet, um das Eisen in der Mitte zu fixieren. Es soll an die berühmten Nieten des Eiffelturms erinnern.
Material der Medaillen
Dafür gibt es strenge Regeln, die das IOC für die Herstellung und Gestaltung der Medaillen festgelegt hat. Die Goldmedaille besteht im Kern aus Silber mit einem Reinheitsgrad von mindestens 92,5 % und muss mit mindestens 6 Gramm reinem Gold vergoldet sein.
Die Silbermedaille besteht komplett aus Silber, auch mit einem Feingehalt von mindestens 92,5 %.
Die Bronzemedaille besteht aus Bronze mit einer Legierung, die vor allem aus Kupfer und einem anderen Metall wie Zinn oder Zink bestehen darf.
Nur gut, dass die Athleten aus Deutschland mit dem Zug anreisen und damit keine Gewichtsbeschränkungen bei den Koffern haben. Gerade, wenn ein Athlet mehrere Medaillen gewinnt, hat er recht schwer daran zu tragen. Eine Goldmedaille wiegt immerhin 529 Gramm, eine Silbermedaille 525 Gramm und eine Bronzemedaille 455 Gramm. Die Medaillen haben einen Durchmesser von 8,5 Zentimetern und sind 9,2 Millimeter dick.
Gleiche Medaillen für Olympia und Paralympics
Die Medaillenwurden sowohl für die Olympischen als auch Paralympischen Spiele hergestellt. Sie sind auf der Vorderseite identisch. Nur auf der Rückseite gibt es ein unterschiedliches Design. Die Rückseite der Olympiamedaillen erzählt die Geschichte der Wiederbelebung der Spiele in Griechenland. Seit 2004 ist die Darstellung der Göttin des Sieges, Athena Nike, die aus dem Panathinaiko-Stadion hervortritt, ein traditioneller Bestandteil der Medaillen. Die Akropolis von Athen ist ein weiteres obligatorisches Merkmal der olympischen Medaillen. Erstmals wird diese nun im Design von Paris 2024 mit dem Eiffelturm verbunden. Auf diese Weise werden die Inspiration der antiken Spiele in Griechenland, die französischen Ursprünge der modernen Olympischen Spiele und ihre bevorstehende Ausgabe in Paris symbolisch repräsentiert.
Die Rückseite der Paralympischen Medaillen ist mit dem Eifelturm aus einer besonderen Perspektive verziert. Es sieht aus, als würde man direkt unter ihm stehen und nach oben schauen. Die Wörter "Paris" und "2024" umgeben die Füße des Turms und sind auch in Brailleschrift verfasst, die Sprache der Blinden und als Verweis auf den französischen Erfinder Louis Braille. Um Athletinnen und Athleten mit Sehbeeinträchtigungen die Möglichkeit zu geben, den Unterschied zwischen den Medaillen zu fühlen, sind Striche am Rand eingraviert: I für Gold, II für Silber und III für Bronze.
Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen Paris 2024 werden die Bänder der Medaillen mit dem Gitterwerk des Eiffelturms verziert sein. Die Bänder der olympischen Medaillen sind blau, die paralympischen Medaillenbänder sind rot - die ersten beiden Farbschichten, die auf dem Eiffelturm verwendet wurden.
Insgesamt wurden für die Olympische Spiele und Paralympics 5084 Medaillen hergestellt.
